kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Die Welt“ streicht erneut einen Artikel über Mohamed und die Araber 21. Februar 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 02:11

Das arabische Elend liegt in der arabischen Kultur

 

Vetternwirtschaft und Untertanengeist: Der britische Journalist Brian Whitaker sagt dem Nahen Osten noch einen sehr langen Weg in die Moderne voraus. Wie viel macht dreimal vier? Und wer trägt die Hauptschuld an der Misere im Nahen Osten: der europäische Kolonialismus, der den Arabern ihre Identität geraubt hat, oder der Zionismus, der mit der Gründung des Staates Israel einen Fremdkörper im arabischen Kulturraum etablierte?

 

Wenn dreimal vier elf ist: Elf. So lautet die Antwort in einem marokkanischen Mathematikbuch für Grundschüler: elf. Natürlich handelte es sich um einen Druckfehler. Weil aber das, was schwarz auf weiß im Buche steht, in jedem Falle gilt, lernten die Schüler brav: 3 x 4 = 11, quod erat demonstrandum. Wer es wagte, diese Rechnung anzuzweifeln, erntete schlechte Noten. Das mag ein extremes Beispiel sein, aber es verweist auf eine allgemeine Wahrheit: Lernen bedeutet im arabischen Kulturraum vor allem Auswendiglernen. Kritik, Zweifel, Fragen – solche Mätzchen sind dort ausdrücklich nicht erwünscht. Die Misere der arabischen Staaten, von denen die meisten Diktaturen sind (Ansätze von Demokratie gibt es nur im Libanon und im Irak), ist nicht nur eine Misere des politischen Systems. Das Elend reicht viel tiefer. Es hat seine Wurzeln, wie der britische Journalist Brian Whitaker in seinem neuen Buch „What’s Really Wrong With The Middle East“ zeigt, in der arabischen Kultur.

 

Der Diktator in der Papa-Rolle: Im Grunde beginnt das Unglück schon in der Familie. In den meisten arabischen Familien ist der Vater der unumschränkte König: Er herrscht mit eiserner Hand über seine Söhne, er wacht über die Jungfräulichkeit seiner Tochter und zwingt sie unter den Schleier. Dabei ist dieser Haustyrann nur selten ein frommer Muslim – eine von Brian Whitakers Gewährsfrauen erinnert sich daran, dass ihr Vater trank, rauchte und auf Partys die Oud spielte, die arabische Laute. Einmal verbot er seiner Tochter zwei Wochen lang, zur Schule zu gehen – er hatte ihre Handtasche durchwühlt und dabei, huch, die Telefonnummer eines Jungen gefunden. Das politische System, das in den meisten arabischen Staaten herrscht, ist nicht viel mehr als eine Ausweitung dieses Prinzips: Der Anführer – der Diktator, der rais – ist der Papa, der seine bösen Kinder straft, aber seine guten sanft streichelt und mit Geschenken überhäuft.

 

System alimentiert seine Bürger: Bei den arabischen Staaten handelt es sich in der Regel um Rentiersstaaten: Die Regierung ist kaum darauf angewiesen, ihre Bürger zu besteuern, sie muss nicht ihre Kreativität, ihren ökonomischen Erfindungsgeist anzapfen. Oft reicht es, wenn sie ein Loch in die Erde bohrt und das Öl anzapft, das sich dort befindet. Das Zauberwort der amerikanischen Revolution war bekanntlich: „No taxation without representation“! Im Nahen Osten verkehrt sich diese Formel in ihr Gegenteil: Wo es keine (oder nur sehr geringe) Steuern gibt, ist die Regierung auch niemandem Rechenschaft schuldig. In manchen arabischen Staaten sind die Hälfte der Bürger Staatsangestellte. Bisher verspürten diese Leute nicht die geringste Lust, gegen das System zu revoltieren, das sie alimentiert. Eigentlich war ja alles in bester Ordnung. Man musste sich eben nur damit abfinden, dass drei mal vier elf ist. Allein schon die Tatsache, dass sich das ändert, ist eine Revolution.

 

Das große Korruptions-Problem: Das Problem besteht übrigens gar nicht darin, dass der Staat besonders stark ist. Es gibt in den arabischen Ländern viel weniger Gesetze, die den Alltag reglementieren, als in Europa oder den USA. Wie jeder Kairo-Besucher weiß, ist die Regierung in Ägypten noch nicht einmal in der Lage, eine Anschnallpflicht für Autofahrer oder ein Hupverbot durchzusetzen. Der Staat ist – wie der Politikwissenschaftler Nazih Ayubi treffend formulierte – schwach, aber hart: Er kann nur wenig politisch gestalten, aber wenn er auf Widerstand trifft, schlägt er mit äußerster Brutalität zu.

 

Abstammung bestimmt Ansehen: Und dann ist da die Vetternwirtschaft, der Tribalismus. Eigentlich ist man als Araber im Nahen Osten gar kein Staatsbürger, sondern Mitglied dieses oder jenes Stammes. Über den Wert in der Gesellschaft bestimmt nicht, was man geleistet hat, sondern welchen Familiennamen man trägt – ob man also einem wichtigen oder einem unwichtigen Stamm angehört (und welchen Rang man dann wieder innerhalb des Stammes einnimmt). Die meisten arabischen Staaten könnte man auch als Gesellschaften beschreiben, die sich im Privatbesitz weitverzweigter Familien befinden. Noch ein Problem, auf das Brian Whitaker mit dankenswerter Offenheit hinweist: der Rassismus. Ein Schwarzer wird beinahe im gesamten Nahen Osten noch heute als „abd“ bezeichnet, als Sklave. Die Kurden wurden im Irak unter Saddam Hussein Opfer eines Völkermordes.

 

Religionshass ist überall vorhanden: Hinzu kommt der Religionshass: Schiiten gelten im sunnitischen Saudi-Arabien als der letzte Dreck. Christliche Kopten werden in Ägypten mit geradezu körperlichem Abscheu behandelt. Die Angehörigen der Bahai-Religion werden nicht nur in der „Islamischen Republik Iran“ verfolgt – dort aber mit besonderer Inbrunst. Kein Sterbenswort verliert Whitaker leider über den grotesken Antisemitismus, der in der gesamten islamischen Welt das Denken vergiftet. Der muslimische Fundamentalismus empfiehlt sich als jene Kur, die all diese Krankheiten auf einen Schlag heilen wird. Radikalislamische Gruppen zeichnen das utopische Bild einer Gesellschaft, in der es keine paternalistischen Diktatoren mehr gibt, Unglaube und Häresie ausgestampft wurden und alle Muslime unter dem strengen, aber gerechten Gesetz Gottes als Gleiche leben.

 

Islamismus macht die Menschen nicht gleich: Die praktizierte Utopie lässt sich etwa im von der Hamas beherrschten Gazastreifen bewundern. Man muss nicht zartfühlend sein, um ins Mark zu erschaudern. Allerdings kann auch in „moderaten“ arabischen Ländern (wo islamische Fundamentalisten unterdrückt werden) von einer Trennung zwischen Staat und Religion keine Rede sein. In syrischen Schulbüchern steht, der Islam sei Hauptquelle für die Kraft der arabischen Nation. Noch phantastischer geht es in Saudi-Arabien zu. Dort stehen offiziell Paragrafen gegen schwarze Magie im Gesetzbuch. 2007 wurde in Riad der Ägypter Mustafa Ibrahim als Hexer hingerichtet.

 
Whitaker schließt sein Buch mit Hoffnung: Brian Whitaker ist alles andere als ein Konservativer. Whitaker arbeitet für den linksliberalen „Guardian“, und selbstverständlich lässt er in seinem Buch an der Regierung Bush kein gutes Haar. Den Einmarsch in den Irak sieht Whitaker als schweren Fehler, der sich einer Mischung aus militärischem Haudraufdenken und blinder idealistischer Naivität verdanke. Hoffnung setzt der Journalist vielmehr auf die Blogger, denen zu verdanken ist, dass es heute im Nahen Osten zumindest Ansätze einer wachen demokratischen Öffentlichkeit gibt, und auf den Satellitensender Al-Dschasira. Die Revolution, deren Zeugen wir gerade werden, ist nicht das Ende, sondern nur ein Anfang.

 

{Mohammed und der Aufstieg des Islam: Arabien am Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. liegt zwischen zwei Weltmächten: dem Oströmischen Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel und dem Reich der persischen Sassaniden mit der Kapitale Ktesiphon am Tigris. Aus deren Sicht ist Arabien wichtig wegen seiner Handelswege, allenfalls. Die Welt Ostrom beherrscht die Mittelmeerwelt, das Sassanidenreich den Vorderen und Mittleren Orient. Seit Jahrhunderten führen sie Krieg – um die Weltherrschaft. Der byzantinische Kaiser Justinian hat noch einmal fast das gesamte Imperium von Spanien bis an den Euphrat vereint. Im Bund mit dem ebenfalls christlichen Reich von Aksum in Äthiopien gelingt es ihm die Perser zurückzudrängen. Die Herrscher von Aksum – hier einige heilige Kronen – können sogar für einige Zeit weite Teile Südarabiens unter ihre Kontrolle bringen. Die sassanidischen Großkönige – sie ließen sich darstellen wie ihr Ahne Shapur II. (Foto) – schlagen jedoch bald zurück und vertreiben die Äthiopier. Weil Byzanz durch Invasoren auf dem Balkan gebunden ist, können die Perser weite Teile Arabiens kontrollieren. Um das Jahr 570 wird in Mekka Mohammed geboren. Er gehört zu einem weniger einflussreichen Zweig der Quraisch, die in der reichen Handelsstadt das Sagen haben. Sein Vater stirbt kurz nach der Geburt. Die Nachwelt weiß von Wunderdingen, die am Tag von Mohammeds Geburt geschehen sein sollen (osmanische Miniatur, 16. Jh.). 610 erfährt Mohammed seine „Nacht der Bestimmung“: Allah offenbart sich ihm. Der Prophet wird in der Regel verhüllt dargestellt. Der Erzengel Gabriel offenbart ihm in der Folgezeit den Koran (osmanische Handschrift, 17. Jh.). Darin stellt sich Mohammed als Nachfolger und Vollender der mosaischen und christlichen Offenbarung vor. Jesus etwa werde am Tag des Jüngsten Gerichts auf einem Minarett der großen Moschee von Damaskus Platz nehmen und zum Kampf gegen den Antichrist aufrufen. Ab 613 beginnt Mohammed – er ist mittlerweile mit einer reichen Witwe verheiratet – seinen Glauben zu lehren und Anhänger um sich zu scharen. Für die Machthaber Mekkas bedeutet der Anspruch eines Untergeordneten, Gott erlebt zu haben, einen Angriff auf ihre Macht. Denn die gründet sich nicht zuletzt auf die Kontrolle über die Kaaba, ein gesamtarabisches Heiligtum in Mekka, zu dem zahlreiche Stämme pilgern – Szene aus dem Film „Mohammed – Der Gesandte Gottes“ (1976), in dem Anthony Quinn einen Weggefährten des Propheten spielt, der selbst nicht dargestellt wird. Nachdem schon zuvor Anhänger nach Äthiopien hatten emigrieren müssen, verlässt Mohammed am 15. Juni 622 Mekka und flieht ins 400 Kilometer entfernte Medina, wo er freundlich aufgenommen wird. Mit der „Hidschra“ beginnt die islamische Zeitrechnung. Mit glücklich überstandenen Razzien, Beutezügen von wenigen hundert Kriegern, kann Mohammed sein Ansehen und seine Macht in Medina ausbauen. Zwar muss Mohammed in der Schlacht am Berge Uhud 625 eine Niederlage einstecken. Aber die Mekkaner nutzen ihren Vorteil nicht aus. Als die Leute aus Mekka 627 erneut gegen Medina ziehen, kann Mohammed sie in der „Grabenschlacht“ zurückwerfen. Mohammed ist jetzt auch ein Kriegsherr und kann daran denken, mit Macht nach Mekka zurückzukehren. Zuvor kommt es zur Konfrontation mit den Juden. In Medina hatten sich jüdische Araberstämme niedergelassen. Mohammed sieht in ihnen Feinde und schickt sie in die Verbannung. Historiker haben dies mit der politischen Großwetterlage zu erklären versucht, in der Juden mit den Sassaniden gegen Byzanz paktierten. 630 zieht Mohammed gegen Mekka und nimmt es ein. Die Unterlegenen werden gnädig in die Gefolgschaft aufgenommen. Nach der Reinigung der Kaaba von Götterbildern betet Mohammed in dem uralten Heiligtum. Es wird zum religiösen Zentrum der jungen islamischen Gemeinschaft. Mohammed ist auf dem Gipfel seiner Macht, er ist nicht nur ein religiöser Führer, sondern auch der politische Herr Arabiens (die türkische Miniatur zeigt ihn unverhüllt). Gleichwohl gährt es zwischen Mohammeds Anhängern der ersten Stunde und jenen, die erst im Laufe der Zeit seine Lehre angenommen haben. 632 stirbt Mohammed in Medina. Der Überlieferung nach fuhr er in den Himmel auf. Das soll an der Stelle geschehen sein, auf der sich später der Felsendom in Jerusalem erheben sollte. Schon zu Lebzeiten des Propheten hatten seine Anhänger nicht nur die übrigen arabischen Stämme unter die Herrschaft ihres Führers gezwungen, sondern sie beginnen auch mit Feldzügen außerhalb „der Insel“, wie die Araber ihre Halbinsel beschreiben. Unter den Kalifen (Nachfolgern) geht die Expansion weiter. Zwar sind die Muslime technisch den Heeren der Großmächte unterlegen aber die Araber treibt ein starker Glaube. Und Byzanz und Sassaniden haben sich in ihren endlosen Kriegen buchstäblich aufgerieben. Zwar konnte Byzanz den Weltkrieg gegen die Perser am Ende für sich entscheiden. Der Angriff aus der Wüste aber trifft es völlig unvorbereitet.

 

Die Welt Ein Blick auf die Landkarte zeigt die schnelle Entstehung des arabischen Weltreichs. Bis zum Tod Mohammeds steht nur die arabische Halbinsel unter ihrer Kontrolle. Die Welt 635 fällt Damaskus, 638 wird Jerusalem erobert, 642 verschwindet das einstige Weltreich der Sassaniden, die 626 noch vor Konstantinopel gestanden hatten, von der Landkarte. Die Welt Unter den Omayyaden erreichen die muslimischen Armeen Spanien und Zentralasien. Später sollte der Islam noch bis nach Indien und Indonesien, auf den Balkan und ins tropische Afrika vordringen. Doch religiöser Streit entzweit die Gemeinde. Nach dem Tod Mohammeds wurden drei Kalifen gewählt, die mit ihm nicht blutsverwandt waren (die Miniatur zeigt vorne Umar, Uthman und Abu Bakr, dahinter Mohammed und seinen Neffen und Schwiegersohn Ali, den vierten Kalifen). Während die Mehrheit der Gläubigen das Prozedere akzeptiert, sieht sich eine Minderheit als „Partei Alis“, die nur Blutverwandte Mohammeds für berechtigt hält, als Imame (Vorsteher) die Gemeinde (Umma) zu führen (die Darstellung zeigt Mohammed, Ali und dessen Kinder). Diese „Partei“, die Schia, nimmt den Kampf gegen die Omayyaden auf, die von Damaskus aus das arabische Weltreich beherrschen und ihm mit der großen Moschee das Vorbild für die frühen Moscheen geben (Foto). 680 kommt es bei Kerbela im heutigen Irak zur Schlacht. Alis Sohn Husein fällt im Kampf gegen die Omayyaden. Die Spaltung in Sunniten und Schiiten wird zementiert. Kerbela wird zu einem der wichtigsten Heiligtümer der Schia. Noch heute ist die Kaaba in Mekka das religiöse Zentrum des Islam. Mit 1,3 bis 1,5 Milliarden Anhängern ist er die größte Religionsgemeinschaft nach dem Christentum (2,2 Milliarden). Die Karte von seiner heutigen Verbreitung zeigt, dass die zentralen Regionen des Islam bereits kurz nach dem Tod des Propheten gewonnen wurden. Oder sind es Diktatoren vom Schlage eines Hosni  Mubarak oder Muammar Al-Ghadafi, die zynisch vom Westen hofiert und unterstützt werden? Und was ist noch mal dreimal vier?}

 

{Die Entstehung des Koran: 610: „Nacht der Bestimmung“; der Koran (Lesung, Vortrag) wird Mohammed von Allah eingegeben und in den folgenden Jahren vom Erzengel Gabriel offenbart – Blatt aus einer Koranhandschrift des 9. Jahrhunderts in kufischer Schrift. 632: Tod Mohammeds in Medina. Zu diesem Zeitpunkt kursieren bereits erste schriftliche Aufzeichnungen seiner Offenbarungen – Zierseite aus einer Koranhandschrift des 12. Jahrhunderts. Daneben gibt es eine mündliche Überlieferung. Erzählungen entstanden über Mohammeds Taten und Gewohnheiten, die später die Sunna (Gewohnheit, Brauch) ergeben – Blatt aus Koranhandschrift des 12. Jahrhunderts. 644-656: Der dritte Kalif, Uthman, soll alle Koranaufzeichnungen gesammelt und eine redigierte und bezeugte Endfassung erstellt haben – arabische Koranmalerei um 1237 (der Koranvers am Kamelsattel). Abschriften der Endfassung wurden nach Mekka, Medina, Damaskus, Basra und Kufa gesandt – arabische Buchmalerei (1389). Nach 680: Die ersten heute erhaltenen Koran-Handschriften entstehen. Als wichtigste Grundlagen für den mündlichen Vortrag setzen sich später die Versionen durch, die sich auf die Traditionen von Medina und Kufa zurückführen – osmanisches Koran-Manuskript aus dem 16. Jahrhundert. Die kufische Lesart ist die Grundlage für die heute am weitesten verbreitete Fassung, den Kairiner Koran – arabische Buchmalerei aus dem 16. Jahrhundert. 1538: Der erste gedruckte Koran erscheint, in Venedig – arabische Kalligraphie aus dem frühen 20. Jahrhundert}.

 

{„Korankinder“: Die Kinder in der Medrasa, einer Koranschule in Bangladesch, lernen den Koran auswendig. In welchen Verhältnissen sie geschult werden und wie abhängig die Bildung von der Religion ist, zeigt die Dokumentation „Korankinder“ (2009) von Regisseur Shaheen Dill-Riaz. Korankinder lernen für die Chance auf ein besseres Leben. Denjenigen, die aufgeben, droht die Arbeitslosigkeit und ein Leben in Armut. Ein Lehrer ist für 70 Kinder verantwortlich. Er impft den Schülern die Koranverse ein. Alle erhoffen sich ein besseres Leben im Jenseits. Die Kinder lernen 6.000 Verse des Korans auswendig – 12 Stunden täglich, zwei Jahre lang. Sie haben kaum eine Chance, ihre Kindheit auszuleben. Zum Abschlußgebet des Jahrestreffen „Biswa Ijtema“ fahren die Menschen mit überfüllten Zügen. Missionare pilgern zum Jahrestreffen in der Hauptstadt Dhaka. Regisseur Shaheen Dill-Riaz wurde 1969 in Bangladesch geboren. 1992 zog er nach Berlin. Für seinen Film „Eisenfresser“ erhielt er 2008 den „New Berlin Film Award}“.

 

Was der Koran bedeutet: Der Koran ist die heilige Schrift des Islam und gilt als ältestes arabisches Prosawerk. Nach muslimischem Glauben enthält er wörtliche Offenbarungen, die Allah zwischen 610 und 632 durch den Erzengel Gabriel in arabischer Sprache an den Propheten Mohammed richtete. Der Koran (von arabisch „lesen“: das zu lesende Buch, das zu Rezitierende) ist für alle Muslime verbindlich. Die Gläubigen sollen den arabischen Originaltext studieren. Übersetzungen werden als Interpretation abgelehnt. Die 114 Suren (Kapitel) wurden erst um 650 nach dem Tod Mohammeds gesammelt. Sie sind nicht chronologisch, sondern nach ihrer Länge angeordnet. Die 114. Sure enthält nur noch sechs Verse. Im Koran finden sich die fünf Pfeiler des Islam: das Glaubensbekenntnis, tägliche Gebete, das Geben von Almosen, Fasten im Monat Ramadan sowie die Wallfahrt nach Mekka. Außer religiösen Grundsätzen enthält er auch Vorschriften für moralisches Verhalten und zu bürgerlichen Pflichten. Weitere Probleme in der arabischen Gesellschaft: die allgegenwärtige Korruption – es ist unmöglich, einen Führerschein, eine Geburtsurkunde, eine Geschäftslizenz ausgehändigt zu bekommen, wenn man nicht vorher die Beamten bestochen hat. Dazu gehört jenes Phänomen, das auf Arabisch wasta heißt: Wer nicht über Beziehungen verfügt, kann gleich wieder einpacken.

 

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