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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Was geht Mohammeds Sexualleben das Wiener Straflandesgericht an? 19. Februar 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 01:48

Die Ägypter haben sich mit Mut und Entschlossenheit endlich des Recht erkämpft, ihre Meinung frei von staatlicher Repression äußern zu können. In Österreich sind wir noch nicht ganz so weit.

 

Hunderte Jahre schon hatte die islamische Welt sehnsüchtig auf diesen Augenblick gewartet, Millionen frommer Muslime mussten in schrecklicher Ungewissheit verharren, auch die klügsten Gelehrten konnten sich nie auf eine allseits anerkannte Lösung einigen – doch am Montag dieser Woche war es so weit.

 

In einem Urteil erster Instanz klärte das Straflandesgericht Wien endlich die heiß umstrittene Frage, ob der Prophet Mohammed seiner Frau Aisha im eher zarten Alter von neun Jahren beigewohnt hat, wie es viele Quellen behaupten. Und so hat eine unter Koranexperten bisher eher weniger bekannte Wiener Richterin, sozusagen als höchste Glaubensinstanz der islamischen Welt von Marokko bis Malaysia, entschieden: jedenfalls kein Fall von Pädophilie im Hause Mohammed. Und verknackte deshalb die Angeklagte für ihre öffentliche Behauptung, der Prophet habe „gern mit Kindern ein bisschen was gehabt“, zu 120 Tagsätzen. Denn der gegen Mohammed gerichtete Vorwurf des Kindesmissbrauchs sei „sachlich völlig ungerechtfertigt“. Also „Herabwürdigung einer religiösen“ Lehre und fertig.

 

Ganz abgesehen von der schrägen Anmaßung, eine rund 1500Jahre zurückliegende arabische Bettgeschichte vor dem Wiener Landesgericht klären zu wollen: Ein derartiges Urteil (und das Gesetz, auf dem es basiert) passt besser nach Pakistan, Saudi-Arabien oder in den Iran als in einen vermeintlich liberalen und säkularen Rechtsstaat. Dafür verurteilt zu werden, dass man sinngemäß zitiert, was in einem erheblichen Teil der islamischen Welt als Glaubensinhalt gilt, mutet mehr wie die Erkenntnis eines Scharia-Gerichtshofes an und nicht wie ein Urteil „Im Namen der Republik“.

 

Vielleicht sollten wir uns künftig nicht nur mit der Frage beschäftigen, ob es künftig Meinungsfreiheit in Ägypten geben wird, sondern auch damit, wie wir hierzulande diese Meinungsfreiheit erringen können, ohne deswegen gleich tagelang den Wiener Stephansplatz besetzen zu müssen. Gesetze, die just eine Gruppe staatlich lizenzierter Glaubensgemeinschaften unter erhöhten Schutz vor allzu robuster Kritik stellt, sind nämlich mit dem Prinzip der Meinungsfreiheit nicht wirklich kompatibel.

 

Der einschlägige §188 Strafgesetzbuch ragt aus vormodernen Zeiten ins 21.Jahrhundert wie die Habsburgergesetze oder das Verbot, den Bundesrat verächtlich zu machen. Zeitgemäß ist eine derartige Norm nicht: Auf die allfälligen religiösen Gefühle seiner Mitmenschen Rücksicht zu nehmen ist im säkularen Staat eine Frage des Anstandes und der Ehre, die keiner staatlicher Regelung bedarf.

Der Zufall wollte es, dass zeitnah zum Wiener Urteil in den Kinos der Film „Tal der Wölfe“ anlief, ein türkisches Macho-Epos mit schwer antisemitischen Tendenzen. Mit Recht beklagte sich die jüdische Kultusgemeinde über den üblen Streifen. Trotzdem kann die Konsequenz daraus nicht sein, einen derartigen Film par ordre de mufti zu verbieten.

 

Meinungsfreiheit ist immer die Freiheit, jene Meinungen zuzulassen, die unseren eigenen diametral entgegengesetzt sind, oder es ist keine Meinungsfreiheit. Wenn wir Richter darüber urteilen lassen, welche Meinungen vertreten werden dürfen und welche nicht, dann sollten wir uns weniger vor ägyptischen Moslembrüdern als vor unserem eigenen Verständnis von Freiheit zu fürchten beginnen. {Quelle: Die Presse – von Christian Ortner} 

 

3 Responses to “Was geht Mohammeds Sexualleben das Wiener Straflandesgericht an?”

  1. bazillus Says:

    Dem Autor ist Wort für Wort zuzustimmen.

    Frau Sabatisch-Wolf, der Name dieser Angeklagten, ist voll Recht zu geben.
    Es ist schon aberwitzig, wenn ein Mörder nicht mehr Mörder genannt werden darf, ein Räuber nicht mehr Räuber und ein Kinderschänder nicht mehr Pädophiler.

    Wie soll ich eine vorsätzliche Tötung eines Religionsgründers anders interpretieren als mit Mord, wie soll ich einen gewaltsam durchgeführten Diebstahl mit Beuteerlangung anders interpretieren als mit Raub? Wie soll ich die Heirat eines 9-jährigen Mädchens anders interpretieren als Kinderschänder mit pädophilen Neigungen?

    Da ist es völlig egal und total zu vernachlässigen, wenn dieser Mensch diese Taten „mit Legalisierung“ seines (dazu noch erfundenen) Gottes oder seines tatsächlich verkündeten Engels begangen hat. Steht er nach unserer jusistischen Einordnung nun anders dar, nur weil er ein Religionsgründer war? Selbstverständlich war Alexander der Große ein Mörder. Selbstverständlich war Napoleon ein Mörder, selbstverständlich war jeder Prophet des AT ein Mörder, wenn er eine vorätzliche Tötung irgendeines Menschen vorgenommen hat. Kain war auch ein Mörder. Wie soll ich einen Menschen denn anders benennen, der vorsätzliche Tötungen begangen hat. Derjenige, der Angriffskriege oder auch Rachekriege ist ein Mörder, was sonst? Wenn er dies im Namen seines Gottes tut, ist er ein Verirrter, weil Gott solches Ansinnen niemals verkünden würde. Ein Prophet, der solches tut, ist ein falscher Prophet, der faule Früchte hervorbringt.

    Und einem Mörder laufe ich nun einmal religiös nicht hinterher.

    Paulus war vor seiner Bekehrung ein Mörder, nach seiner Bekehrung keiner mehr. Aber Mörder blieb er und hat sich nach seiner Bekehrung selbst „Missgeburt“ genannt.
    Mohammed war vor seiner „Berufung“ kein Mörder, nach seinen Offenbarungen begann er, ein Massenmörder zu werden.

    Das sind die Unterschiede im religiösen Bereich, die das Christentum und den Islam im Grunde so gravierend unterschiedlich darstellen und ausweisen. Die Kurve Jesu zeigt nach oben, die des Mohammeds nach unten, weil dort religiöse Gewalttaten legitimiert worden sind.

    Wer das in einer pluralistisch-rechtsstaatlichen-demokratischen Republik nicht mehr sagen darf und dafür verurteilt wird, der befindet sich in einem Land, in dem die Meinungsfreiheit nichts mehr gilt, in dem eine Religion unter Artenschutz gestellt wird, die diesen Schutz als letzte verdient. Sollen die Gläubigen ruhig erkennen, wem sie da hinterherlaufen.

  2. Wolf Says:

    Das mutet doch alles ein wenig merkwürdig an und ist wieder ein eindeutiger Beweis für die Zweizüngikeit einiger Damen und Herren in Europa. Wenn man in den Medien verfolgt, mit welcher Selbstverständlichkeit christliche Aussagen bis ins kleinste Detail hinterfragt werden und somit an deren Wahrheitsgehalt gerüttelt wird, ohne daß jemand daran anstoß nimmt und auf der anderen Seit jede kleinste Kritik an einem intoleranten Glauben, wie es der Islam nun einmal ist, verurteilt und unterdrückt wird, kann, nein muß man daraus bestimmte Rückschlüsse über die Akzeptanz auf der einen und der Ignoranz auf der anderen Seite ziehen.

    Es wird Zeit, daß das Volk sich gegen solche unzumutbaren Zustände zur Wehr setzt. Richter haben im Interesse des Volkes zu handeln und nicht gegen das Volk, sonst sind sie auf diesem Posten nicht länger tragbar und sollten durch geeignetere personen ersetzt werden.

  3. virginia Says:

    Gott segne Frau Sabaditch-Wolff und alle die, die solchen Mut haben und nicht nachgeben!!! Brava!


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