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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Theotokos – Die Mutter Gottes 21. August 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 03:22

Die Heilige Maria als Mutter in der Bibel:
Für die Heilige Maria legt die Heilige Schrift ein Zeugnis ab, dass sie die Mutter des Herrn ist. Gemäß dem Johannesevangelium (20:28) nannte sie ihren Sohn „Gott“. Demzufolge ist sie Gottes Mutter. Bei der Verkündigung sagte der Erzengel Gabriel über den Sohn, den sie empfing: „Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“ (Lk.1:35). Als die Heilige Maria bei ihrer Verwandte Elisabet einkehrte und sie begrüßte, hüpfte das Kind (Johannes, der Täufer) vor Freude in ihrem Leib (Lk.1:41-44). Elisabet wurde vom Heiligen Geist erfüllt, der ihr die Erleuchtung des Geheimnisses der göttlichen Fleischwerdung verlieh. Insofern verfolge man, wie Elisabet  {die bejahrte Frau und Ehefrau eines großen Priesters, welche in ihrem Schoß einen überragenden Propheten trug} sich demütig gegenüber Maria {dem armen, verwaisten und jungen Mädchen} verhielt. Ihr wurde durch den Heiligen Geist offenbart, dass sie mit der „Mutter ihres Herrn“ zu tun hatte. Sie sagte zur Heiligen Maria oder – wie es in dem Lukasevangelium steht – mit lauter Stimme rief: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die glaubte, dass sich erfüllt, was Gott sagen ließ“!

Während die ganze Welt nichts von der Verkündigung des Erzengels Gabriel erfuhr, bekannte die Heilige Elisabet, dass die Heilige Maria die Mutter ihres Herrn ist. Dies tat sie, obwohl es gar kein erkennbares Zeichen für dieses göttliche Ereignis gab. Erstaunlicherweise sind all diese sonderbaren Zeichen (Hüpfen des Kindes vor Freude – Erfüllen der Heiligen Elisabet vom Heiligen Geist und ihr Zeugnis, dass Heilige Maria die Mutter ihres Herrn ist) aufgetreten, als Elisabet den Gruß der Heiligen Maria hörte; als ob Gott, der im Schoß der Hl. Maria wohnte, selber durch den Mund seiner Mutter sprach und auch durch sie wirkte.

Hl. Maria als Mutter in der frühen Kirche:
Äußerst wichtig war der Glaubenssatz bezüglich der Mutterschaft der Heiligen Maria. Er entwickelte und verfestigte sich während des wilden Kampfes der Kirche gegen die Häresien. Es ging dabei um die Verankerung von zwei Tatsachen, welche mit Christus verknüpft sind:
{A}  Jesus Christus wurde tatsächlich von der Heiligen Jungfrau Maria geboren. Das heißt, dass Jesus keine Illusion war, sondern er legte sich einen wahren Leib an. Er wurde von einer wahren Mutter zur Welt gebracht.
{B} Jesus Christus, welcher von der Heiligen Jungfrau Maria geboren wurde, ist der ewigliche Sohn Gottes, der überhaupt keinen Anfang hat.

Die verdrießlichsten Häretiker waren

die Gnostiker, Mani, Arius und Nestor

Die Gnostiker:
Sie trennten Gott, den Schöpfer, von dem erhabenen göttlichen Wesen. Denn sie betrachten die materielle Welt als Unheil, das aufgrund des Verfalls der Weisheit (Sophia) auftrat. Die Gnostiker glauben daran, dass es zwei oder vielleicht drei Kategorien von Menschen existieren:
{1} Die Spirituellen, welche eine Erleuchtung von dem göttlichen und geistlichen Quell genießen. Zu ihrem Ursprung bzw. zu göttlichem und erhabenem Wesen kehren sie zurück. Dies gelingt ihnen durch „Gnosis – Erkenntnis“, und wenn sie sich rechtschaffen an ihre Bräuche halten.
{2} Die Materiellen oder Leiblichen, welche mit der gegenständlichen Welt beschäftigt sind, und dessen Ende die bleibende Verdammnis wird.
{3} Manche von ihnen fügten eine mittlere und dritte Gattung hinzu, welche aus den Christen bestand und keine Gnostiker waren. Solche erreichen einen mittleren Zustand in ihrer Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, nämlich durch ihren Glauben und barmherzige Verrichtungen.

Ihrer Ansicht nach entstand Christus vom erhabenen Gott. Er bietet die „Gnosis – Erkenntnis“ an. Als ein göttliches Wesen nahm er sich keinen wesenhaften menschlichen Leib. Er starb auch nicht. Somit nahmen sie die Fleischwerdung des Heilands und seine Geburt von einer Frau nicht an. Eine Art vom Gnostizismus ist der „Docetismus“. Es war eine Häresie, welche die frühe Kirche plagte. Der Name leitete sich vom griechischen Wort „dokin“ ab, welches „wahrscheinlich – scheint so zu sein“ bedeutet. Der Inhalt dieser Irrlehre baute sich darauf, dass Jesus Christus nicht ein wahrer Mensch wurde, sondern er erschien zum Schein, einen Leib zu haben. Er ging durch die Jungfrau, ohne von ihr etwas bekommen zu haben. Heiliger Irenaeus meinte, dass Satirnanius (um 120 n. Chr.) Folgendes behauptete: „Der Heiland wurde nicht geboren. Seine Fleischwerdung fand nicht statt. Er hatte überhaupt keine Gestaltung. Denn die Ehe und das Gebären von Kindern sind nur die Erzeugungen Satans“.

Im 2. Jahrhundert lehrte Valantinus, dass Christus, der Herr, sich mit dem Menschen „Jesus“ vereinte, der durch Maria und nicht von ihr geboren wurde. Er durchquerte sie, wie man durch einen Kanal passiert. Merkion aber demonstrierte, dass Jesus keine menschliche Seele oder irdischen Leib hatte. Er wurde nicht von der Jungfrau Maria geboren, sondern erschien in Judäa in einem illusorischen Leib als erwachsene Person, die dafür bereit war, mit dem Dienst schnellst zu beginnen. Was Appeles anging, war er damit einverstanden, dass Christus, der Herr, einen wahren aber himmlischen Leib hatte. Er stieg zu dieser Welt vom Himmel herab. Er wurde jedoch nicht durch die Jungfrau Maria geboren.

Einige der Kirchenväter {wie Hl. Agnatius – Hl. Justin – Hl. Irenaeus – Hl. Tertullian – Hl. Origin} warnten die Christen vor diesen Irrlehren. Dazu setzten sie sich den Häretikern entgegen. Dabei bekräftigten sie die Echtheit der Mutterschaft der Heiligen Jungfrau Maria, um das Geheimnis der Fleischwerdung bzw. die Menschheit Christi zu bestätigen. Heiliger Agnatius schrieb an die Gläubigen in Trallia: „Macht eure Ohren zu, wenn einer von solchen zu euch spricht, die Jesus Christus den Rücken drehen, der aus dem Stamm David ist und durch naturalistische Geburt zu uns kam“.

Der Manichäismus:
Mani ist der Urheber dieser Häresie, die im 3. Jahrhundert entstand. Ursprünglich stammte der Manichäismus von der gnostischen Tradition vom östlichen Persien. Bei dieser Irrlehre wurde angenommen, dass es einen Konflikt zwischen Licht und Finsternis und zwischen Gott und der Materie gab. Die Religion sollte zur Erkenntnis der Elemente des Lichts führen, die der Satan vom Reich des Lichts an sich riss und sie im Intellekt des Menschen einsperrte. Es wurde ebenso davon ausgegangen, dass Jesus, Buddha, alle Propheten und Mani sich mit diesem Ziel beschäftigten. Hinter der Existenz Adams steckte das Zurückgewinnen des eingemauerten Lichtes. Jesus aber, der das leuchtende Licht darstellt, erlöste Adam durch eine Vision. Die religiösen Praxen wie der Verzicht auf Fleisch und Sexualleben waren lediglich Mittel, um dieses Licht allmählich zu befreien. Daher wird es uns nicht wundern, wenn die Anhänger Mani’s glaubten, dass Jesus Christus nicht der Sohn Maria’s war.

Aus diesem Anlass verteidigte Hl. Alexandros, alexandrinischer Papst, die Menschheit Jesu Christi und automatisch die Mutterschaft der Heiligen Maria. Dabei bekämpfte er die Gnostiker und Mani’s Anhänger. Dasselbe unternahm Heiliger Athanasius. Darüber sagte er: „Der Leib des Herrn war ein wahrer Leib wie unser Leib, weil Hl. Maria unsere Schwester ist“. Dazu sagte Heiliger Ambrosius: „Die Heilige Jungfrau verlieh etwas von sich. Sie schenkte ihm nichts, was ihr fremd war, sondern von ihrem Leib. Dies geschah auf keine gebräuchliche Weise. Allerdings nahm ihr Sohn sich ganz natürlich einen Leib, nachdem die Heilige Jungfrau ihren Leib gern darbrachte“.

Der Ariusismus:
Im Gegensatz zu Gnostikern und den Anhängern Mani’s verleugneten die Arianer, dass Jesus – der Sohn Marias – der nicht geschaffene Sohn Gottes ist, und dass er eines im Wesen mit Gottvater ist. Ebenso verleugneten sie die Gottheit Jesu Christi und logischerweise die Mutterschaft der Heiligen Maria. Demzufolge verliehen die Väter Alexandrias wie Hl. Alexandros und Hl. Athanasius der Heiligen Jungfrau Maria den Beinamen „Theotokos – Gottes Mutter  „; bei ihrem Kampf gegen Arianer!

In seinem Pastoralbrief an die Bischöfe (um 319 n. Chr.) gab Hl. Alexandros an, dass Arios von der Kirche suspendiert und ausgemustert wurde. Bei jenem Brief gebrauchte er den Beinamen „Theotokos “ auf eine Weise, durch die es verstanden wurde, dass dieser Beiname nicht zu Debatte stand oder selbstverständlich war. Folgendes schrieb er: „Die Auferstehung von den Toten ist uns bekannt. Denn der Erstling ist Jesus Christus, der einen wahrhaftigen und nicht schattenhaften Leib hatte. Von der Heiligen Maria, „der Theotokos – Gottes Mutter „, wurde er geboren“. Dadurch registrierte sein Griffel den Beinamen „Theotokos“ völlig logisch, wobei er den Eindruck hinterließ, dass dieser Beiname gängig und befestigt war, und dass er zu seiner Epoche ganz bestimmt außer Diskussion stand. Bei der Polemik mit den Arianern konzentrierte Hl. Athanasius sich auf die Tatsache, dass Christus vom Gottvater geboren ist, und dass er seine körperliche Erscheinung von der unbearbeiteten Erde bekam, die immerwährend jungfräulich ist und die mit „Theotokos“ betitelt wird.

Überdies verfasste Heiliger Ambrosius, Bischof von Mailand, eine Hymne betreffend Weihnachten, welche er seiner Herde beibrachte, um ihren Glauben an Jesus Christus, den wahrhaftigen Gott, zu stützen. Dies unternahm er als eine Waffe im Kampf gegen die Arianer. Die Hymne lautete: „Komm, O du Erlöser der Welt! Offenbare deine Geburt von der Jungfrau, damit die ganze Welt sie bewundert, wie es Gott, dem Höchsten, gebührt“.

Der Nestorismus:
Im Jahr 431 n. Chr. und in der Basilika der „Mutter Gottes“ sprach Heiliger Kyrillos, aus Alexandria, vor den Vätern, welche zu Ephesus-Konzil versammelt waren. Er sagte: „Gegrüßt sei Maria, die Mutter des Herrn, königlicher Schatz der ganzen Welt, unverlöschlicher Leuchter, Kranz der Jungfräulichkeit, Zepter der Orthodoxie, unerforschlicher Tempel, Wohnung des Unbegrenzten, die Mutter und Jungfrau. Gegrüßt seist du, die den Unfassbaren in ihrem jungfräulichen und heiligen Schoß tragen durfte“.

Eigentlich drehte sich der Konflikt zwischen dem Hl. Kyrillos und Nestor nicht um den Beinamen der Heiligen Jungfrau Maria „Theotokos“, sondern um die Person Jesu Christi selbst. Was veranlasste den Hl. Kyrillos, diesen Konflikt aufzunehmen? Unter welchen Umständen?

Am zehnten des Monates April 428 n. Chr. wurde der Priester in Antiochien Nestor, Jünger von Theodor, zum Bischof für Konstantinopel geweiht. Er war daran gewöhnt, den Beinamen „Christtokos – die Mutter Christi“ und nicht „Theotokos“ zu verwenden, als er über die Hl. Maria sprach. Der Streit wurde entfacht, als im Dezember 428 einer seiner Priester namens Anastasius, den er aus Antiochien holte, vor ihm predigte. Er sagte dabei: „Möge keiner die Maria „Theotokos“ nennen, weil sie nur eine Frau war. Es ist unausführbar, dass Gott von einer Frau geboren wird“.

Nestor selbst bestätigte diese Lehre öffentlich! Bei seinen Predigten beipflichtete er den Unterschied zwischen Jesus, dem von Maria geborenen Menschen, und dem Sohn Gottes, der in ihm innewohnte. Seiner Auffassung nach gab es zwei Personen in Christus: Der Sohn Marias und der Sohn Gottes. Beide vereinten sich zum Schein und nicht im Wesen. Außerdem wurde Christus nicht für Gott gehalten, sondern „Gottes-Träger – Theoboron“; den Heiligen gleichgestellt, die diesen Rang durch die Gnade des Herrn erreichten. Demzufolge wäre Maria nicht die Mutter Gottes, sondern die Mutter Jesu, des Menschen, in dem Gott, das Haupt, innewohnte. Sowohl Nestor als auch seine Anhänger bemäkelten, dass die Sterndeuter sich vor dem Kind Jesus niederwarfen. Dazu äußerten sie, dass die Gottheit sich von der Menschheit am Kreuz trennte.

Als dies dem Heiligen Kyrillos, dem Papst von Alexandria, zu Ohren kam, nutzte er die Chance aus, darüber in seinem jährlichen Hirtenbrief zu schreiben. Dies tat er im Jahr 429, ohne auf die Person Nestors anzuspielen. Dabei beglaubigte er die Lehre der Fleischwerdung durch einfache und vernehmliche Passagen. Heiliger Kyrillos erklärte die Einheit Jesu Christi, des vollkommen wahrhaftigen Herrn, mit seiner Gottheit in der einen göttlichen Person. Vier Monate später schrieb er einen anderen Brief an die Mönche über dieselbe Thematik. All diese Briefe erreichten Nestor, was seinen Zorn erregte. Folglich bat er eine Person namens Photius darum, eine Antwort auf jene Briefe zu verfassen.

Zwei Briefe schickte Heiliger Kyrillos dem Häretiker Nestor, in denen er die Natur Christi als fleischgewordener Sohn Gottes und eine Person erklärte. Außerdem demonstrierte er, dass die Heilige Maria des Beinamens „Theotokos“ würdig ist. In seinem zweiten Brief schrieb er Folgendes: „Wir behaupten nicht, dass das Wort durch eine Wandlung Fleisch wurde. Denn er wurde nicht zu einem vollkommenen Menschen mit Seele und Leib. Das Wort vereinte sich im Wesen auf unbeschreibliche und unbegreifliche Weise mit dem lebendigen Leib mit logischer Seele. Somit wurde er Mensch und als Menschensohn bezeichnet. Ebenso wurde er nicht zuerst von der Heiligen Jungfrau als ein normaler Mensch geboren, der sich dann mit dem Wort vereinte. Jedoch vereinte sich das Wort mit dem Fleisch in demselben Schoß. Darum nannten die Heiligen Väter voller Zuversicht die Heilige Jungfrau „Theotokos“. Das bedeutet nicht, dass das Wort oder die Gottheit eine neue Natur von der Heiligen Jungfrau nahm. Es heißt aber, dass er von ihr nach dem Leib geboren wurde, solange seine logische Seele, die das Fleisch lebendig macht, sich mit dem Wort vereinte und von ihr geboren wurde. Dies schreibe ich dir in der Liebe, die ich durch Christus eigne. Dabei flehe ich dich als Bruder an und mache dich vor Christus, dem Herrn, und seinen Engeln dafür verantwortlich. Überleg es dir und lehre mit uns diesen Glaubenssatz, um den Frieden aller Kirchen und die Bindung der Liebe unter den Priestern des Herrn zu bewahren“.

Demnach wurde eine regionale Synode in Alexandria gehalten, um Nestor einen Brief zu schicken, in dem dieselben Lehren erläutert wurden, welche die Briefe des Heiligen Kyrillos enthielten. Diesem Brief wurden die sogenannten zwölf Verbote hinzugefügt. Das erste Verbot lautete: „Wer nicht bekennt, dass Immanuel der wahrhaftige Gott ist, und dass die Heilige Maria demzufolge die Theotokos ist, weil sie das fleischgewordene Wort Gottes nach dem Leib gebar, wird für ausgeschlossen erklärt“.

Am 22. Juni des Jahres 431 wurde in Ephesus die ökumenische Synode unter dem Vorsitz des Heiligen Kyrillos abgehalten. Dabei wurde Nestors Priestertum aberkannt und aus der Kirche ausgeschlossen. Der zweite Brief des Heiligen Kyrillos wurde vorgelesen. Die 12 Verbote wurden mehrheitlich genehmigt. Die Synode verurteilte die Auffassung Nestors bezüglich der Person Christi. Des Weiteren wurde der Beiname „Theotokos“ würdevoll verankert und zu belegter Selbstverständlichkeit.

Aus dem Buch „Theotokos – Mutter Gottes“ vom Erzpriester Tadros Jakob Malty

 

One Response to “Theotokos – Die Mutter Gottes”

  1. Gottes Auge Says:

    Maria in Ägypten:

    Ägypten ist das einzige Land außerhalb Israels, in dem sich die Heilige Familie mit Jesus Christus aufgehalten hat. Im Ort Zeitoun hat die fromme Khalilfamilie 1925 den Bau einer Koptisch-Orthodoxen Kirche gestiftet, die nach Maria benannt ist. Dabei erhielt ein Mitglied dieser Familie die Prophezeiung, daß hier die Muttergottes erscheinen werde. In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1968 begannen die stundenlangen Erscheinungen Mariens, während denen sie kein Wort sagte, aber hunderttausende Menschen aller Religionen seelisch zutiefst bewegte, darunter viele Moslems und Bischöfe der katholischen und orthodoxen Kirche. Die Tatsache, daß sie vor so vielen hohen geistlichen Würdenträgern der verschiedenen religiösen Bekenntnisse erschien, war und ist beispiellos. Die Erscheinungen endeten im Sommer 1968. Bischof Athanasius der koptisch-katholischen Kirche berichtet von der Erscheinung am 2. April 1968: «Die Vielzahl der Menschen war erdrückend. Es war schwer, sich hindurchzudrängen, doch ich versuchte es, bis ich endlich unter der Gestalt zu stehen kam. Fünf oder sechs Meter oberhalb der Kuppel stand sie, in voller Größe, leuchtend wie eine phosphoreszierende Statue, aber beweglich, lebendig, sowohl die Gestalt als auch das Gewand bewegten sich. Es war schwer, über die ganze Zeit hinweg meinen Platz unter der Figur zu behaupten, denn die Menschenwogen schoben sich die ganze Zeit über hin und her. Ihre Anzahl mochte sich um Hunderttausend bewegen. Ich glaube, daß ich wohl innerhalb einer Stunde acht- bis neunmal vor der Gestalt über der Kuppel zu stehen kam. Dann fing ich an zu ermüden und dachte mir, es sei nun genug. Als ich der Menschenmenge den Rücken gekehrt hatte, hörte ich Rufe. Es erschien mir unrecht fortzugehen, während die Muttergottes noch dort war. Das Gitter, das den Hof begrenzte, war niedergestoßen worden, daher kehrte ich zum Amtsgebäude zurück, das auf der Rückseite der Kirche gelegen ist. Dort drinnen stand ich dann noch eine weitere Stunde von vier bis fünf Uhr, in den Anblick der leuchtenden Gestalt versunken. Unsere liebe Frau wandte sich gen Norden, winkte mit der Hand, segnete die Leute und auch diejenigen in der Richtung, in der wir standen. Sie selbst war ruhig, voller Herrlichkeit. Ihr Gewand bewegte sich im Winde. Es war, ich muß es betonen, ein übernatürlicher, ein himmlischer Anblick. Ich erblickte auch eine große, eigenartige Taube. Sie war hinter uns hergekommen, ich weiß nicht von wo. Sie flog zur Kirche und wieder zurück. Mehrere helle Lichter zuckten über uns hin. Die Menschen um uns herum beteten. Moslems zitierten Verse aus dem Koran. Griechen beteten in Griechisch. Andere sangen koptische Hymnen. Was uns alle anzog, war ein Etwas, das über ein menschliches Erlebnis hinausging. Es fesselte uns. Da stand ich nun und mühte mich, das Antlitz, die Gesichtszüge der Gestalt zu unterscheiden. Ich sah etwas um die Augen und den Mund herum, aber doch nicht die eigentlichen Züge. Gegen fünf Minuten vor fünf begann die Erscheinung zu verblassen. Das helle Licht machte einer Wolke Platz, die zuerst hell und dann immer blasser wurde, bis sie verschwand. Später war ich noch sehr oft am Erscheinungsort. Diese Erscheinung aber hat doch den größten Eindruck bei mir hinterlassen!»

    http://www.kathwahrheit.de/index.php?option=com_content&view=article&id=57&Itemid=1340#top


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