kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Teuflisches Spiel – Devil’s Game 17. Oktober 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 01:03

Wie die USA halfen, den fundamentalistischen Islam zu entfesseln

 

2005 veröffentlichte Robert Dreyfuss in englischer Sprache die erste vollständige Untersuchung über einen geheimen Bereich der amerikanischen Außenpolitik: Die Unterstützung des fundamentalistischen Islam seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute. Bereits das British Empire hatte sich des fundamentalistischen Islam zur Durchsetzung imperialer Interessen bedient. Seine brisanten Ausführungen stützt Dreyfuss auf Recherchen in Archiven, Interviews mit Politikern, mit Mitarbeitern der Geheimdienste und des amerikanischen Verteidigungs- und Außenministeriums. Dreyfuss versteht es, seinen Lesern die faktenreiche, bewegte Geschichte des Nahen Ostens seit Beginn der britischen Einflussnahme bis in die Zeit nach dem Irak-Krieg von 2003 anschaulich und differenziert nahezubringen. Im folgenden werden ausgewählte Aspekte dieses Grundlagenwerkes dargelegt.

Fundamentalistischer Islam als Werkzeug des British Empire: Ende des 19. Jahrhunderts war Großbritannien die größte Kolonialmacht. Indien unterstand seiner Herrschaft, und 1882 setzten sich die Briten in Ägypten fest. In Zentral­asien sollte der russische Zar zugunsten der britischen Interessen zurückgedrängt werden. 1885 kam es in London zu einem bedeutungsvollen Treffen zwischen dem britischen Geheimdienst, Vertretern des Außenministeriums sowie einem gewissen Jamal Eddine al-Afghani. Unter anderem wurde die Bildung einer britisch geführten panislamischen Allianz zwischen Ägypten, der Türkei, Persien und Afghanistan diskutiert, um gegen das zaristische Russland vorzugehen.

Unter dem Patronat der englischen Krone und mit Unterstützung des führenden englischen Orientalisten E. G. Browne legte Afghani in der Folge den theoretischen Grundstein für einen rechtsgerichteten Panislamismus, der als politische und soziale Bewegung die gesamte muslimische Welt umspannen sollte. Nach außen gläubiger Muslim, war Afghani in Tat und Wahrheit Atheist und als Freimaurer Mitglied der schottischen Loge. Religion war für ihn ein simples Werkzeug zur Verfolgung machtpolitischer Interessen. Mohammed Abduh, ägyptischer Panislamist und Schüler Afghanis, begründete die Muslim-Bruderschaft, welche den fundamentalistischen Islam während des 20. Jahrhunderts dominieren sollte. Auch Abduh war ein Mann Englands. Als ägyptische Nationalisten in der Armee einen Aufstand gegen die britische Herrschaft machten, stellte sich Abduh an die Seite der Briten. Das war das Muster ? so Dreyfuss?, das den Briten und später den USA den fundamentalistischen Islam so wertvoll machen sollte. Abduh war wie sein Lehrer Afghani Freidenker. Von den Briten 1899 zum Mufti von Ägypten ernannt, legte er die Sharia (islamisches Gesetz) für das ganze Land aus. Auch gehörte er der ägyptischen gesetzgebenden Versammlung an. Anhand unzähliger Fakten legt Dreyfuss dar, wie der fundamentalistische Islam über die verschiedenen Nachfolger von Afghani bis in die heutige Zeit weiterentwickelt wurde. Daher bezeichnet er Afghani als Ur-ur-Urgroßvater von Osama bin Ladin.

Britische Allianz mit Saudis und Wahhabiten: Mit der Entwicklung von Benzinmotor und Automobil Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach Erdöl massiv, und Persien, der Irak und Arabien wurden für die Briten interessant. Persien war bereits unter britischem Einfluss. Nun sollten auch die arabische Halbinsel und der Irak unter Kontrolle gebracht werden. Auf der arabischen Halbinsel setzten die Briten auf einen arabischen Wüstenstamm, die Familie Ibn Saud. Diese war eng mit dem fundamentalistischen Wahhabismus verbunden. Ab 1899 diente das britische Protektorat von Kuwait der Familie Ibn Saud als Basis zur Eroberung der arabischen Halbinsel. Als Kämpfer wurden Beduinen eingesetzt, die durch religiöse Parolen angefeuert wurden. 1902 eroberten die Sauds das proosmanische Riad.

Mit dem Ersten Weltkrieg bot sich den Briten die Möglichkeit, das geschwächte Osmanische Reich von der arabischen Halbinsel zu verdrängen. Die Briten schmiedeten eine Allianz mit dem künftigen saudischen König und den Wahhabiten. In einem ersten Vertrag anerkannte England 1915 Ibn Saud als unabhängigen Herrscher über das Gebiet des Nejd auf der arabischen Halbinsel. Seinerseits unterstellte sich Saud der englischen Protektion und deren Anweisungen. In einem grausamen Feldzug eroberte die Familie Saud, unterstützt von britischen Beratern, mit ihren Beduinenkriegern die arabische Halbinsel. 400 000 Tote und Verletzte, 40 000 öffentliche Hinrichtungen und 350 000 Amputationen waren die Folge. 1927 anerkannte Großbritannien die volle Unabhängigkeit des saudischen Königreiches, dem ersten fundamentalistischen islamischen Staat. Damit schufen die Briten dem fundamentalistischen Islam eine Basis, von der aus bis heute operiert wird. Die Kontrolle über den Irak und Transjordanien gewannen die Briten nach dem Ersten Weltkrieg, indem sie die Söhne der Familie der Hashemiten von Mekka, die sich als Abkömmlinge des Propheten verstanden, in den britischen Protektoraten Irak und Transjordanien als Könige einsetzten.

Mit dem islamischen Fundamentalismus das Empire sichern: Nach dem Ersten Weltkrieg erstreckte sich das britische Einflussgebiet vom Mittelmeer bis nach Indien. In Ägypten, im Irak, in Transjordanien, Arabien und Persien waren britisch dominierte Herrscher an der Macht. Eine mögliche Gefährdung britischer Interessen ging von nationalistischen und linksgerichteten Bewegungen aus, die nationale Unabhängigkeit, den Abzug der Briten sowie eine demokratische Verfassung anstrebten. Um diese Bewegungen niederzuhalten, förderten die Briten den fundamentalistischen Islam.Mit der finanziellen Unterstützung der englischen Suez-Kanal-Company konnte Hassan al-Banna in Ägypten die Muslim-Bruderschaft aufbauen. Um die ägyptischen Nationalisten und Kommunisten zu unterdrücken, nutzte der ägyptische König, unterstützt von den Briten, die Muslim-Bruderschaft mit ihrem Terror.

In Palästina unterstützten und förderten die Briten Haj Amin al-Husseini, den Mufti von Jerusalem. Hassan al-Banna und Haj Amin verbanden den Panislamismus mit der Orthodoxie der Wahhabiten. Finanziert durch Saudiarabien und unterstützt von den Briten schufen sie eine islamische radikale Rechte mit einem terroristischen Flügel, die im Laufe des 20. Jahrhunderts weltweit Einfluss gewinnen sollte. Politisch unterstützt und finanziert wurde die Muslim-Bruderschaft hauptsächlich von Saudiarabien und den Wahhabiten, die im Nationalismus von Abdel Nasser wie auch im Kommunismus eine Gefahr für ihre Herrschaft und den ganzen Nahen Osten sahen. Sowohl die englische Botschaft wie später auch die amerikanische Botschaft in Kairo pflegte regelmäßige Kontakte mit der Muslim-Bruderschaft, obwohl man sich deren gewalttätiger Natur bewusst war.

Fundamentalistischer Islam als Werkzeug der USA im kalten Krieg: Nach dem Zweiten Weltkrieg rückte der Nahe Osten ins Zentrum der Weltpolitik. Einerseits war dies durch seine Lage im Süden der Sowjetunion bedingt. Andererseits waren zwei Drittel der Ölreserven um den persischen Golf konzentriert. Um ihre Vorherrschaft durchzusetzen, planten die USA eine Kette von antikommunistischen islamischen Staaten an der Südgrenze der Sowjetunion. Gleichzeitig galt es, das Streben dieser Staaten nach Unabhängigkeit und nationaler Nutzung der Bodenschätze zu verhindern. Beide Ziele glaubten die USA mit Hilfe des fundamentalistischen Islam zu erreichen: Die Muslim-Bruderschaft stand dazu bereit.

Saudiarabien wird Basis der USA: Die Standard Oil of California und die Texas Oil Company, die später die Aramco (Arabian-American Oil Company) bildeten, erhielten 1933 von den Saudis eine Öl-Konzession. Sie drängten die US-Regierung, die Briten aus Saudiarabien zu verdrängen. Während des Zweiten Weltkriegs erklärte Präsident Roosevelt dem britischen Botschafter Lord Halifax: „Das persische Öl gehört euch. Wir teilen das kuwaitische und irakische Öl. Das saudiarabische Öl gehört uns“. 1943 proklamierte Roosevelt, dass Saudiarabien künftig unter den amerikanischen Verteidigungsschirm falle: „Ich finde, dass die Verteidigung Saudiarabiens lebenswichtig ist für die Verteidigung der USA“. Diese Erklärung wurde nach Roosevelt von allen amerikanischen Präsidenten wiederholt. Erste US-Soldaten wurden 1944 stationiert, und 1945 wurde die militärische Zusammenarbeit zwischen den Saudis und den USA vereinbart und in Dhahran am Persischen Golf ein großer US-Luftwaffenstützpunkt errichtet. Saudiarabien wurde zum Brückenkopf der USA im Nahen Osten.

Muslim-Bruderschaft als Verbündete: Nach dem Zweiten Weltkrieg sahen die USA in der Muslim-Bruderschaft, die für ihre Terrorakte berüchtigt war, einen nützlichen Verbündeten im kalten Krieg gegen die Sowjet­union. Die Muslim-Bruderschaft bekämpfte Marxisten, fortschrittliche Studenten, Gewerkschaften, arabische Nationalisten und Sozialisten, die Baath-Partei sowie alle modernen säkularen Strömungen in der muslimischen Welt. 1953 empfing Präsident Eisen­hower im Weißen Haus Said Ramadan, einen der Führer der Muslim-Bruderschaft.

Muslim-Bruderschaft als Werkzeug westlicher Geheimdienste: Anfang der 50er Jahre gewannen zwei Nationalisten im Iran und in Ägypten großen Einfluss: Mohammed Mossadegh und Gamal Abdel Nasser. Im Iran wurde Mossadegh 1953 demokratisch zum Ministerpräsidenten gewählt. Er verstaatlichte die britische Anglo Persian Oil Compagny (APOC). Das nahmen weder die Briten noch die USA hin. In enger Zusammenarbeit mit den politisch einflussreichsten Ayatollahs organisierten MI 6 und CIA eine Geheimdienstoperation. Unter Führung von Ayatolla Kashani, der im Solde der CIA stand, mobilisierten die schiitischen Mullahs, unter ihnen Ayatollah Ruhollah Komeini, die Massen in den Strassen gegen Mossadegh. Nach dem Sturz von Mossadegh wurde der Schah wieder inthronisiert und die iranische Erdölindustrie erneut privatisiert. Fünf große amerikanische Ölgesellschaften erhielten 40% dieser Erdölindustrie auf Kosten des britischen Anteils. Dieselben Mullahs, die 1953, finanziert von der CIA, den Schah auf den Pfauenthron zurückholten, führten 1979 die Massen zum Sturze des Schahs an.
 
In Ägypten stürzte Nasser als Führer der Freien Offiziere 1952 den anglophilen König Faruk und übernahm die Macht. Dieser Befreiungsschlag gegen das British Empire fand in der muslimischen Welt einen ungeheuren Widerhall, und die Funken der Revolution drohten auf Saudiarabien überzuspringen. Das British Empire und die USA fürchteten um ihren politischen Einfluss und den Zugriff auf das Öl. In einer verdeckten Operation versuchten MI 6 und CIA Nasser zu stürzen. Sie benutzten die ägyptische Muslim-Bruderschaft, die die Strasse gegen Nasser mobilisierte, allerdings ohne Erfolg. Nasser vertrieb die Führer der Muslim-Bruderschaft, die in Saudiarabien Zuflucht fanden. Als Nasser 1970 starb, kam Anwar Sadat an die Macht. Als ehemaliges Mitglied der Muslim-Bruderschaft ging er eine Allianz mit Saudiarabien ein, unterdrückte die ägyptische Linke, holte die Muslim-Bruderschaft nach Ägypten zurück und setzte sich mit Israel und den USA in ein gutes Einvernehmen.

Muslim-Bruderschaft gegen Syrien: Bis in die 70er Jahre weiteten die USA ihren Einfluss im Nahen Osten mehr und mehr aus. Einzig der Irak, Syrien, die PLO und Libyen entzogen sich ihrem Einfluss. Mit Hilfe Israels, Ägyptens, Jordaniens und der Monarchien am Golf versuchten die USA, auch diese Gebiete unter Kontrolle zu bringen. Mit stillschweigender Billigung der USA förderten und unterstützten Israel und der jordanische König Hussein, der auf der Zahlliste der CIA stand, in einer gemeinsamen geheimen Operation die syrische Muslim-Bruderschaft. Diese versuchte die syrische Regierung unter Hafez Assad zu stürzen, allerdings ohne Erfolg.

Israel gründet die Hamas als Werkzeug gegen die PLO: Die Muslim-Bruderschaft in Gaza und Westjordanland bekämpfte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO). Zu Beginn der 80er Jahre unterstützte Israel unter Begin, Premierminister Shamir und Verteidigungsminister Sharon die Muslim-Bruderschaft unter Ahmed Yassin gegen die PLO. 1986 gründete Yassin die Hamas mit der Hilfe Israels. Gemäßigte Israeli wie Yitzhak Rabin, Shimon Peres und Ehud Barak hingegen suchten mit der PLO nach einer Lösung. Immer wenn sie sich einigen konnten und ein großer Schritt in Richtung Frieden bevorstand, brachte die Hamas mit gewaltsamen Angriffen die Friedensverhandlungen zum Stillstand.
Dieses Muster wiederholte sich auch im Jahre 2000. Mit neuen Verhandlungen waren Barak und die PLO dem Frieden ein Stück nähergekommen. Mit seinem Besuch auf dem Tempelberg provozierte Sharon massive Reaktionen der Hamas, und als Folge blieb der Friedensprozess bis heute unterbrochen.

Vom „Islam als Barriere“ zum „Islam als Schwert“: Anfänglich wollten die USA mit einer Barriere islamischer, antikommunistischer Staaten an der sowjetischen Südgrenze den sowjetischen Einfluss eindämmen. Mit dem Afghanistan-Krieg Anfang der 80er Jahre begannen die USA jedoch den fundamentalistischen Islam als Schwert gegen die Sowjets zu benutzen.

Der Heilige Krieg gegen die Sowjets: Der Dschihad gegen die Sowjetunion sollte in den zentralasiatischen Sowjetrepubliken und in Afghanistan geführt werden. Über militante Propaganda von Radio Liberty wollten die USA die islamischen Minoritäten in den zentralasiatischen Sowjetrepubliken gegen Moskau aufwiegeln. Dies zeigte keinen Erfolg. In Afghanistan kam es allerdings zum Dschihad gegen die Sowjets.

In der traditionellen afghanischen Gesellschaft spielte der Islam zwar eine wichtige Rolle als eine Angelegenheit des persönlichen Glaubens. Mit Politik hatte er jedoch wenig zu tun. Dies änderte sich, als Anfang der 60er Jahre afghanische Studenten, die an Kairos al-Azhar-Moschee studiert hatten, nach Afghanistan zurückkehrten. Sie hatten mit der ägyptischen Muslim-Bruderschaft Verbindungen geknüpft und deren Gedankengut übernommen. An der Universität Kabul gingen sie nun mit Gewalt gegen moderne, linke und kommunistische Studenten vor. In den frühen 70er Jahren bildete sich um diesen Kern die Afghanische Islamische Bewegung, welche die Armee zu unterwandern begann.
 
1973 stürzte Prinz Muhammad Daoud den afghanischen König und rief die Republik aus. Dagegen machte die islamische Rechte offene Opposition, unterstützt von Pakistans Zulfikar Ali Butto und Persiens Schah. Auch die CIA unterstützte den islamischen Widerstand.
1978 wurde die Regierung Daoud durch einen sozialistischen Putsch abgesetzt, und die neue Regierung schloss einen Freundschaftsvertrag mit den Sowjets. Im März 1979 begann die afghanische islamische Rechte im Nordosten von Afghanistan mit einem koordinierten Aufstand, der über den pakistanischen Geheimdienst ISI durch die CIA unterstützt wurde. Die USA hofften, dass die Sowjets damit zum Einmarsch in Afghanistan provoziert würden. Ende 1979 kontrollierten die Aufständischen drei Viertel des Landes. Die Sowjets marschierten ein, und der Sicherheitsberater von Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, rieb sich die Hände: «Diese geheime Operation war eine exzellente Idee. ihre Wirkung war, dass die Russen in die afghanische Falle gelockt wurden [?]. An dem Tag, an dem die Sowjets offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich an Präsident Carter: „Wir haben jetzt die Gelegenheit, der UdSSR ihren Vietnam-Krieg zu bereiten“? Während den 80er Jahren wurden Muslime für den Dschihad gegen die Sowjets rekru­tiert, in Ausbildungslagern in der Guerillakriegsführung ausgebildet und nach Afghanistan geschleust. Gemäß CIA standen 300 000 Mudschahedin unter Waffen, unter ihnen 35 000 Kämpfer aus 34 Ländern. Nach dem Abzug der Sowjets war Afghanistan zerstört, und die Bevölkerung hungerte, während die verschiedenen Kriegsherren miteinander um die Vorherrschaft kämpften. Es gab kaum noch gemäßigte Kräfte im Land, denn die Mudschahedin hatten im Dschihad neben den russischen Soldaten auch die linken und die gemäßigten Afghanen umgebracht.
 
Das Erbe des Dschihad: Dreyfuss geht davon aus, dass die USA von ihrem Stellvertreterkrieg gegen die Sowjets so absorbiert waren, dass ihnen der Blick dafür fehlte, welche Kräfte sie mit der Unterstützung des Dschihad entfesselt hatten: Einen bewaffneten radikalen Islam, der nach dem Ende des Krieges weltweit weiterwirken sollte, so zum Beispiel auf dem Balkan. Es lohnt sich, dazu Jürgen Elsässers „Wie der Dschihad nach Europa kam“ zu lesen. Er beschreibt, wie das „afghanische Bündnis“ zwischen den USA und den Mudschahedin in den 90er Jahren auf dem Balkan eine Neuauflage erlebte: „Tausende Mudschahedin haben in den neunziger Jahren in Bosnien und in Kosovo gekämpft. Hochgerüstet vom Pentagon, eingeschleust und unterstützt von US-amerikanischen Geheimdiensten. Der Balkan wurde zum Aufmarschgebiet des heiligen Krieges“.

Der Krieg gegen den Terrorismus: Auch dem Krieg gegen den Terrorismus schenkt Dreyfuss die nötige Aufmerksamkeit. Er zeigt auf, dass die Clash of Civilization-Theorie von Samuel Huntington den Neokonservativen und der Administration Bush als Vorwand dient, den Einflussbereich der USA über den Nahen Osten hinaus auszuweiten nach Pakistan, Zentralasien, ins östliche Mittelmeer, ins Rote Meer und in die Region des Indischen Ozeans. Zudem erweist sich Dreyfuss als profunder Kenner neokonservativer Interessen- und Machtpolitik?

{Quelle: www.zeit-fragen.ch – von Dr. phil. Henriette Hanke Güttinger}

 

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