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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Martin Scorsese verfilmt Christenverfolgung in Japan 16. Oktober 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 23:42

Der Filmemacher Martin Scorsese plant einen Film über die Verfolgung von Christen in Japan. Basis des Films ist die Novelle „Chinmoku“ (Stille) von Shusaku Endo. Sie erzählt die Geschichte eines jungen portugiesischen Missionars in Nagasaki.

 

Martin Scorsese nimmt sich endlich Zeit für sein Wunschprojekt. „Ich will so sehr, dass ‚Silence‘ jetzt klappt. Ich versuche es schon seit zehn Jahren“, erklärt der Regisseur. „Eigentlich wollte ich das Buch von Shusaku Endo im Anschluss an ‚Gangs of New York‘ verfilmen, doch dann kamen andere Filme dazwischen“. Die Geschichte des japanischen Romans ist wie gemacht für Martin Scorsese. Die Hauptfiguren in „Silence“ sind zwei portugiesische Missionare, die im 17. Jahrhundert nach Japan reisen. Im Jahr 1638 reist der junge Jesuit Sebastian Rodrigo nach Nagasaki, um als Priester geheime Missionsarbeit zu leisten – das Christentum war seit 1614 in Japan verboten. Folterungen, Kreuzigungen, unmenschliche Demütigungen lassen den Priester oft an seiner Aufgabe verzweifeln. Die Geschichte beschreibt die harte Verfolgung von Japanern, die zum christlichen Glauben konvertierten, zumeist verarmte Dorfbewohner, die sich in der Folge an geheimen Orten aufhielten. Die beiden Missionare sind entsetzt. Bei all dem Leid, das ihren Glaubensbrüdern zustößt, wundern sie sich, wo Gottes Hilfe bleibt. Schließlich stellt sich die Frage, ob die Verfolgten ihren Glauben nach außen hin ablegen dürfen, um den Qualen zu entgehen.

Japanischen Kirche ausgelöscht: Der künstlerische Direktor Dante Ferretti besuchte das Museum für Geschichte und Kultur in Nagasaki, um für den Film zu recherchieren. Das Christentum wurde 1549 von dem spanischen Jesuiten Francis Xavier nach Japan gebracht, war aber über Jahrhunderte verbannt, bis Japan sich in den 1860er Jahren aus der selbstauferlegten Isolation vom Rest der Welt löste. Die herrschende Schicht ging hart gegen den europäischen Einfluss vor. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt den Christen, die sie mit grausamen Mitteln vertreiben. Im Machtkampf der einheimischen Feudalherren (Shogun), die vom Einfluss der „fremden“ Religion und der westlichen Handelsmächte eine Unterminierung ihrer Stellung befürchteten, kam es nach einem kurzen Aufblühen der japanischen Kirche zu ihrer fast vollständigen Auslöschung. Rund 50‘000 japanische Christen, so Schätzungen, sollen während der fast drei Jahrhunderte währenden Christenverfolgung in Japan ums Leben gekommen sein. Am schlimmsten waren die Gewaltakte zwischen 1603 und 1639, dem Zeitraum, in dem Shusaku Endos Roman handelt. Die Verfolgung dauerte bis 1873 an, bis der Druck der westlichen Nationen für die Anerkennung der Religionsfreiheit in Japan einen Wandel bewirkte. Die Dreharbeiten mit renommierten Hollywoodstars wie Daniel Day-Lewis, Benicio del Toro und Gael Garcia Bernal sollen im August in Neuseeland beginnen, der Streifen wird 2010 in die Kinos kommen.

Scorsese wollte Priester werden: Martin Scorsese gilt als einer der einflussreichsten Regisseure des US-Kinos. Mehrmals griff Scorsese auch religiöse Stoffe auf. Sein religiöses Interesse hat biografische Wurzeln: 1950 zog die Familie Scorsese nach Little Italy in New York, wo Scorsese erstmals mit der Kirche in Berührung kam und beschloss, Priester zu werden. Nach dem Rauswurf aus der Jesuitenschule strebte er eine Ausbildung als Lehrer an, entschied sich an der New York University 1960 jedoch für die Filmkunst.

{Quellen: Livenet UK – Christian Today – Unsere Kirche von Bruno Graber www.jesus.ch}

Religion in Japan – das Christentum

Die christliche Religion ist in Japan bis heute eher eine Randerscheinung. Etwa ein Prozent der Bevölkerung bekennt sich zu ihr. Angesichts des früheren Spannungsverhältnisses zwischen der japanischen Staatsmacht und dem Christentum ist das allerdings auch kaum verwunderlich. Als kurz vor der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts erstmals portugiesische Schiffe an der japanische Küste anlegten, zog besonders eines die Aufmerksamkeit der Einheimischen auf sich: Feuerwaffen. Vor allem durch sie sah man die seltsamen Fremden als interessante Handelspartner an. Schließlich wurde das Land von schweren militärischen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Daimyo (Territorialfürsten) geplagt, und diese konnten jede Neuerung in ihrem Arsenal gut gebrauchen.

Die ersten Besucher aus dem fernen Westen waren sicherlich Kaufleute. Doch der Anlass einer folgenreicheren Begegnung lag nicht in militärischen, sondern vor allem in seelsorgerischen Erwägungen: Der spanische Geistliche Francisco de Xavier, ein Mitbegründer des Jesuitenordens, war 1547 als Missionar in Südasien tätig. Dort begegnete er einem Japaner, dessen Berichte ihn zu dem Entschluss führten, das Christentum nach Japan zu bringen. Am 15. August 1549 legte sein Schiff in Kagoshima an. Seine Bemühungen waren von wenig Erfolg gekrönt. Der Daimyo, in dessen Gebiet er seine Arbeit beginnen wollte, war über die Portugiesen sehr erzürnt, weil diese einem früheren Versprechen, ihn wieder aufzusuchen, nicht nachgekommen waren. Auch andernorts wurde er nicht mit offenen Armen empfangen. Ihm gelang die Gründung einer Gemeinde, bevor er das Land 1551 verließ, um andere Geistliche anzuwerben, die sein Werk fortführen sollten. Diese waren bedeutend erfolgreicher. 1564 standen in Kyoto bereits sieben Kirchen, um 1580 bezeichneten sich ungefähr 150.000 Japaner als Christen. Viele Daimyo hatten allerdings den Glauben gewechselt, um die Portugiesen als Verbündete gegen die auch politisch bedeutsame buddhistische Priesterschaft zu gewinnen.

Nachdem Toyotomi Hideyoshi in den 1580er Jahren das Reich geeint hatte, betrachtete er die Fremden zunehmend als Gefahr, da viele Daimyo mit ihnen Handel trieben und daher vom Shogunat wirtschaftlich weitgehend unabhängig waren. Er verbannte alle Ausländer aus Japan. Wenige Jahrzehnte später wurde das Christentum gänzlich verboten. Bis zur erzwungenen Öffnung des Landes ab 1853 waren Christen ständiger Verfolgung ausgesetzt, ihre Bücher und Symbole waren verboten, viele Gläubige wurden hingerichtet. Nur die Kakure Kirishitan (Verborgene Christen) behielten einige Riten und Gebete bei, die aber, weil Unterweisung und Bibelstudium fehlten, bald nur noch wenig mit dem eigentlichen Christentum gemeinsam hatten. Erst 1873 wurde das Verbot auf internationalen Druck hin endgültig aufgehoben. Dennoch hielt die Staatsführung seitdem konsequent am Shintoismus fest.

Nach dem Ende der über 250 Jahre währenden Isolation Japans begannen zunächst Katholiken und Protestanten (letztere vor allem aus den USA) mit der erneuten Missionierung. Ab 1861 folgten orthodoxe Geistliche nach. Auch die Zeugen Jehovas, denen allerdings zwischen 1939 und 1945 das Missionieren verboten war, konnten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Gemeinschaft stetig vergrößern (derzeit ungefähr 200.000). Jedoch kann keine Glaubensströmung auf mehr als 750.000 Anhänger verweisen – bei einer Gesamtbevölkerung von über 130 Millionen Menschen. So gibt es beispielsweise etwa 450.000 Katholiken, die damit die größte Einzelkirche bilden. Dem stehen mehr als 700.000 Protestanten gegenüber, darunter viele Evangelikale. Die orthodoxe Kirche stellt mit ungefähr 30.000 Gläubigen gerade drei Prozent aller japanischen Christen.

Christliche Bräuche spielen daher in Japan außerhalb der Kirchen eine denkbar untergeordnete Rolle. Manche, wie zum Beispiel Weihnachten, wurden erst in jüngster Zeit im großen Stil übernommen und eher auf weltliche Art als religiös begangen. Dazu kommt, dass viele zwar Weihnachten feiern, das Fest aber auf den 23. Dezember, den Geburtstag des Kaisers, vorverlegen. Ansonsten ist der japanische Alltag zumeist buddhistisch-shintoistisch oder gänzlich säkular geprägt. {Quelle: www.japan-infos.de}

 

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