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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Somalische Islamisten schlugen in Uganda zu 13. Juli 2010

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 01:07

Das mörderische WM-Finale


Während des Endspiels um die Fußball-WM sprengen sich in der Hauptstadt Ugandas drei Attentäter in die Luft. Mindestens 74 Menschen sterben.

Kampala: Es war während der Halbzeit, um 22.25 Uhr Ortszeit. In der ugandischen Hauptstadt Kampala hockten die Leute dicht gedrängt in Restaurants, Bars und Gärten, um das WM-Endspiel Spanien gegen Holland zu gucken. So auch der Amerikaner Kris Sledge. Mit fünf Freunden aus seiner Heimat Pennsylvania saß der 18-Jährige in einem äthiopischen Gartenrestaurant. Stuhl an Stuhl drängten sich fast hundert Menschen vor die Leinwand. Er wollte sich an seinem vorletzten Abend vor seiner Heimreise das Finale ansehen – dann explodierte die erste Bombe. Sledge steht noch unter Schock, als er in der Notaufnahme des zentralen Krankenhauses Mulago erzählt. Sein gelbes Uganda-Trikot ist blutverschmiert, sein linkes Auge zugeschwollen: „Die Bombe explodierte direkt vor mir“, erzählt er. Das rechte Knie ist offen bis auf die Knochen, die Haut am linken Bein verbrannt. Er liegt auf einem Rollbett, daneben steht ein Infusionsständer, ein Arzt schiebt ihn in den Operationssaal.

In der Notaufnahme des Mulago-Krankenhauses herrscht Chaos. Für solch eine Notsituation ist auch das größte Hospital Ugandas nicht vorbereitet. Wie viele Verletzte eingeliefert werden, das kann niemand sagen. Die Zahl der Toten ist bis zum frühen Morgen unklar. Krankenschwestern leisten erste Hilfe, legen Druckverbände, verabreichen Schmerzmittel. Ein Mann liegt in einer Blutlache im Flur – ein Arzt fühlt den Puls und gibt dann einem Pfleger einen Wink, den Leichnam wegzuräumen.

Das äthiopische Restaurant, in dem Sledge verletzt wurde, liegt mitten in Kampalas Kneipenviertel Kabalagala. Eine Stunde nach der Explosion hat die Polizei den Tatort bereits abgesperrt. Polizeichef Kale Kayihura verriegelt das Tor zur Hofeinfahrt des Restaurants „Ethiopian Village“. Er guckt entsetzt. 14 Leichen hat er gezählt. Sein Mobiltelefon klingelt. In einem Rugby-Club im Stadtzentrum, in welchem Großleinwände aufgestellt waren, sind weitere Sprengsätze hochgegangen. „Das sieht nach koordinierten Anschlägen aus“, nickt er und eilt zu seinem Wagen. Gibt es Vermutungen, wer die Attacken verübt hat?, rufen ihm die Journalisten hinterher. Kurz bevor er den nächsten Anruf beantwortet, zählt er auf: „Ja, es gibt verdächtige Gruppen: ADF, Al-Shabaab oder Al-Kaida“, dann braust er davon.

Auf dem Rasen des Rugby-Feldes im Stadtzentrum herrscht gespenstische Stille. Militärs und Polizisten haben Schaulustige vertrieben. Es riecht nach verbranntem Fleisch. Hier gingen um 23.15 – in den letzten Spielminuten – zwei Sprengsätze fast gleichzeitig hoch. Fast tausend Fußballfans hatten sich vor der Leinwand zusammengedrängt. Direkt zwischen ihnen explodierte eine Bombe. Der andere Sprengsatz ging im Klubhaus neben der Theke hoch.

Noch vor Morgengrauen kommt ein Transporter vorgefahren. Die Scheinwerfer erhellen den Boden. Erst dann wird das ganze Drama der Nacht sichtbar: Leichen, Körperteile, Kleidungsstücke und Handtaschen liegen zwischen den Stühlen zerstreut. 49 Tote zählt der verantwortliche Kommissar, der nicht zitiert werden möchte. Doch wahrscheinlich seien es noch mehr, nickt ein Mann in Zivil neben ihm, vermutlich vom Geheimdienst. Er schnappt sich ein Mobiltelefon. Zwischen den Plastikstühlen kniet er nieder und macht Bilder: Ein abgetrennter Kopf und Gliedmaßen – von dem Torso ist nichts zu sehen. „Das waren zwei Selbstmordattentäter“, sagt er überzeugt, „der Kopf sieht aus wie ein Somali“. Diese Vermutungen will Regierungssprecher Fred Opolot bei der Pressekonferenz am Montag nicht bekräftigen. Er bestätigt lediglich: drei Sprengsätze und 64 Tote. Die Zahl steigt später weiter auf 74 Getötete. Am Morgen sind die sonst staugeplagten Straßen Kampalas wie leergefegt. Die Präsidentengarde hat nur wenig zu tun, die Fahrbahnen für Präsident Yoweri Museveni frei zu machen. Polizisten und Leibwächter sind nervös. Selbst der amerikanische Botschaftswagen mit einem FBI-Agenten wird nicht durchgelassen – dabei unterstützen die US-Behörden die ugandische Polizei bei den Ermittlungen. Aus dem Dachfenster seines Geländewagens heraus spricht Museveni schließlich zu den schockierten Ugandern, die am Rand entlang der Hauptstraße stehen. Betroffen bekundet er Beileid. Dann wirkt er entschlossen: „Warum greifen die Attentäter einfache Leute an, die sich amüsieren? Warum suchen sie nicht Soldaten, um zu kämpfen“? Dann warnt er: „Wir werden nach ihnen suchen und sie finden“. Die Umstehenden jubeln. Von Simone Schlindwein – http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/das-moerderische-wm-finale/

Selbstmordattentäter vermutet


Bei den zwei Anschlägen in der Hauptstadt Ugandas, Kampala, bei denen 74 Fußballfans während der Live-Übertragung des Endspiels getötet wurden, vermutet die Polizei islamistische Selbstmordattentäter aus Somalia. Die Orte des Verbrechens waren ein äthiopisches Restaurant und ein Rugby Club, in dem eine Menschenmenge das WM-Spiel Spanien gegen die Niederlande verfolgte.

Bei einem Doppelanschlag in Uganda sind mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen, die in zwei Lokalen die Fernsehübertragung des Fußball-WM-Finales verfolgten. Etwa 60 weitere Personen wurden verletzt. Hinter dem Anschlag werden islamische Extremisten aus Somalia vermutet; nach ersten Ermittlungen der Polizei verübten möglicherweise zwei Selbstmordattentäter die Anschläge. Unter den Toten ist auch ein Entwicklungshelfer einer christlichen Organisation aus den USA. Die Sprengsätze explodierten am Sonntagabend in der Hauptstadt Kampala in einem äthiopischen Restaurant und in einem Rugby Club. Den größten Blutzoll forderte der Anschlag in dem Club, in dem eine größere Menschenmenge das Finale zwischen Spanien und den Niederlanden auf einer Großleinwand verfolgte. 49 Menschen kamen bei der Explosion dort ums Leben. Am Tatort wurden auch der abgetrennte Kopf und die Beine einer Leiche gefunden, was laut Polizei auf einen Selbstmordattentäter hindeuten könnte.

Stunden nach dem Anschlag lagen an den Tatorten noch immer Leichenteile auf dem Boden, Blutflecken waren zu sehen, überall waren umgestürzte Stühle. „Mir wurde schwarz vor Augen, ich hörte Leute schreien und davonlaufen“, erinnerte sich der 18-jährige Amerikaner Kris S. am Montag an die schrecklichen Stunden zurück. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern einer Kirchengruppe aus den USA hatte er das Restaurant besucht. „Ich liebe diesen Ort hier, ich frage mich nur, warum das passiert ist und wer das getan hat … Momentan sind wir einfach nur froh, dass wir überlebt haben“. Er wurde bei dem Attentat verletzt, sein Bein ist bandagiert, sein Gesicht verbrannt.

Der Polizeichef der Stadt, Kale Kaihura, vermutet die somalische Extremistengruppe Al-Schabab hinter der Tat, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahesteht. Es wäre der erste Anschlag der muslimischen Extremisten außerhalb Somalias. Ein Kommandeur der Rebellen, Scheich Yusuf Sheik Issa, sagte der AP in Mogadischu, Uganda sei einer der Feinde seiner Gruppe. Er freue sich über die Anschläge. Ob seine Organisation für die Anschläge verantwortlich ist, wollte er weder bestätigen noch dementieren. „Uganda ist einer unserer Feinde. Was sie zum Weinen bringt, macht uns glücklich“, sagte Issa.

Extremisten hatten zu Anschlägen aufgerufen: Vor zwei Wochen hatte Al-Schabab zu Anschlägen in Uganda und Burundi aufgerufen. Beide Länder stellen Soldaten für die Friedenstruppe der Afrikanischen Union in Somalia. Äthiopien ist ein langjähriger Feind von Al-Schabab und von anderen Extremistenorganisationen. Die äthiopische Regierung hatte zwischen Dezember 2006 und Januar 2009 Truppen nach Somalia geschickt, um die schwache Regierung im Kampf gegen die islamistischen Aufständischen zu unterstützen. Später zog die Regionalmacht ihre Soldaten unter einem von der UN vermittelten, komplizierten Friedensvertrag wieder ab.

http://www.focus.de/panorama/vermischtes/anschlag-in-uganda-selbstmordattentaeter-vermutet_aid_529405.html

 

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