kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Breite Solidarität zum Weihnachtsfest der Kopten 6. Januar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 01:09

Berlin/Kairo: Zeichen der Solidarität: Eine Woche nach dem Anschlag auf eine koptische Kirche in Ägypten wollen Politiker und Kirchenführer in Deutschland die Weihnachtsgottesdienste koptisch-orthodoxer Christen besuchen.

 

Grünen-Chef Cem Özdemir, der selbst Muslim ist, und CDU- Generalsekretär Hermann Gröhe kündigten am Mittwoch an, am Festgottesdienst der koptischen Gemeinde in Berlin-Lichtenberg teilzunehmen. Das anschließende Festessen hat die Gemeinde aus Trauer um die Opfer des Anschlags in Alexandria abgesagt, bei dem ein Selbstmordattentäter 23 Menschen mit in den Tod gerissen hatte.

In Ägypten kam es derweil bei Protestaktionen von Christen erneut zu kleineren Zusammenstößen mit Polizei und Muslimen. Die Weihnachtsgottesdienste der Kopten in Ägypten sollen in der Nacht zum Freitag von Polizeiteams bewacht werden, zu denen auch Sprengstoffexperten zählen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sprach dem Oberhaupt der Kopten in Deutschland sein Mitgefühl aus. „Ich kann diesen feigen und hinterhältigen Gewaltakt nur aufs Schärfste verurteilen“, schrieb er an Bischof Anba Damian. CSU-Chef Horst Seehofer forderte die Muslime zu einer klaren Distanzierung von Anschlägen gegen Christen auf. Die katholische Kirche wird beim zentralen Weihnachtsgottesdienst der Kopten in Höxter (Nordrhein-Westfalen) vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker vertreten. An einem ökumenischen Gebet zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags nimmt am Samstag in Frankfurt am Main der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst teil.

 

Nirgendwo in der Welt werden Christen so stark verfolgt wie in Nordkorea, dem Iran und Afghanistan. Nach dem Weltverfolgungsindex 2011 des christlichen Hilfswerks Open Doors hat sich die Lage für Christen im Irak aber am stärksten verschlechtert. Seit 1991 hätten rund zwei Drittel aller Christen das Land verlassen, erklärte die Organisation. Im Iran nahmen die Sicherheitskräfte mehrere Personen wegen angeblicher christlicher Missionierung fest. Der Gouverneur der Provinz Teheran, Mortzea Tamadon, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, sie hätten einen „religiösen und kulturellen Angriff“ auf den Iran geplant und einer „verdorbenen Gruppe christlicher Missionare“ angehört. Weitere Einzelheiten nannte er nicht, kündigte aber weitere Festnahmen an. In der Islamischen Republik Iran sind Christentum, Judentum und der von Zarathustra gestiftete Zoroastrismus als Religionen anerkannt und dürfen praktiziert werden. Muslimen, die zu einem anderen Glauben konvertieren, droht im Iran jedoch die Todesstrafe.

{Quelle: http://www.stuttgarter-nachrichten.de}

 

Kopten feiern trotz Terror

 

Ein derartiges Interesse an ihrer Religion haben die koptischen Christen Stuttgarts gewiss nicht erwartet. Allein am gestrigen Vormittag informierten sich rund 200 Menschen auf ihrer Internetseite. Üblich sind weniger als 100 – und zwar pro Jahr. Anlass der Neugier ist selbstredend der Terroranschlag auf die koptische Gemeinde im ägyptischen Alexandria. Im Internet kursieren auch Morddrohungen gegen Kopten in europäischen Ländern, unter anderem in Deutschland. Sie stammen von der Terrororganisation „Islamischer Staat Irak“. Aus Furcht vor Anschlägen wird beispielsweise die koptische Gemeinde in Frankfurt – die größte Deutschlands – ihr Weihnachtsfest am morgigen Donnerstag unter dem Schutz eines Polizeiaufgebots feiern. Andernorts sind Veranstaltungen abgesagt worden.

 

Anders in Stuttgart: Die hiesige Gemeinde hat „keine Furcht vor Anschlägen“, sagt ihr Oberhaupt, Vater Johannes Ghali, „wir feiern wie geplant“. Unter anderem wird heute Abend um 19 Uhr in der ehemaligen Heilig-Geist-Kirche in Degerloch eine Messe gelesen. Die Michaelsgemeinde hatte den Kopten ihr Gotteshaus an der Wurmlinger Straße im Jahr 2005 auf unbegrenzte Zeit vermietet. Seitdem ist sie die Kirche der Stuttgarter Kopten. Die haben sie in Sankt-Georg-Kirche umbenannt. Die Gemeinde hat rund 600 Mitglieder, in ganz Deutschland leben etwa 6000 koptische Christen.

 

Ebenso wenig wie Ghali glaubt die Stuttgarter Polizei, dass die Gefahr eines Anschlags besteht. „Es gibt keinerlei Erkenntnisse, dass es gefährlich werden könnte“, sagt Olef Petersen von der Polizei-Pressestelle, „trotzdem halten wir aufgrund der aktuellen politischen Lage Kontakt zu der Gemeinde“. Dies allerdings unauffällig, allein schon, „weil wir die Gäste der Weihnachtsfeier nicht verunsichern wollen“. Dazu bestehe kein Grund.

{Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de}

 

2 Responses to “Breite Solidarität zum Weihnachtsfest der Kopten”

  1. bazillus Says:

    ich finde es super, dass endlich auch einmal katholische Bischöfe die koptische Kirche beachten und die Weihnachtsgottesdienste besuchen. Das sollte Tradiiton werden. Muss es erst zu Terroranschlägen kommen?
    Ich will jetzt keine Kritik üben. Dieses zarte Pfänzchen der Zusammenkunft, der lockeren Kontaktaufnahme möchte ich weiß Gott nicht durch dummes Gerede und Geschreibsel zerrreden.

    Ich hoffe, es entwickelt sich eine enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit allen Kirchen, die in der Frage der Einhaltung der Menschenrechte und selbstverständlcih auch in menschenlichen Fragen allgemein an einem Strang ziehen sollten. Denn das ist dringender erforderlich, denn je.

  2. Janchen Says:

    Logo der EKD Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, nimmt heute Abend (6. Januar) am Weihnachtsgottesdienst der koptischen Christinnen und Christen in Düsseldorf teil.

    http://www.ekd.de/presse/pm4_2011_rv_koptischer_weihnachtsgottesdienst.html


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