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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Werden die Christen Syriens vertrieben? 16. Juni 2011

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 21:48

Radikal-islamische Kräfte setzen religiöse Minderheit unter Druck

 

Damaskus (idea): In Syrien – wie in anderen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens – begehren Oppositionelle gegen das herrschende Regime auf, das mit Gewalt zurückschlägt. Insgesamt sind seit März rund 600 Personen getötet worden; mindestens 8.000 wurden festgenommen oder sind verschwunden. Am 6. Mai veranstaltete die Opposition einen „Freitag des Trotzes“.

 

Die Christen in Syrien halten sich hingegen zurück: Sie fürchten, von radikal-islamischen Kräften des Volksaufstands unterdrückt und vertrieben zu werden. Unter dem sozialistischen System der seit 1963 regierenden Baath-Partei von Präsident Baschar al-Assad genießt die christliche Minderheit relative Freiheit. Von den rund 20 Millionen Einwohnern Syriens sind etwa 15 Prozent Christen, meist Orthodoxe und Katholiken. Auch unter den rund 1,2 Millionen Flüchtlingen aus dem Irak, dem Libanon und den Palästinensergebieten sind Tausende Christen. Etwa drei Viertel der Bevölkerung sind sunnitische Muslime; hinzu kommen Alewiten, Schiiten und Drusen.

 

Christen fürchten Terrorismus: Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation International Christian Concern (Washington) sind Christen bereits von radikal-islamischen Regierungsgegnern angegriffen und unter Druck gesetzt worden: Wenn sie sich nicht den Protesten anschlössen, müssten sie das Land verlassen. Christen fürchten, dass bei einem Umsturz auch etwa Salafisten an die Macht kommen könnten, die sie unterdrücken oder vertreiben wollen. Es habe bereits blutige Übergriffe gegeben: In einem von Christen bewohnten Dorf nahe Daraa – einer Hochburg der Regierungsgegner – hätten etwa 20 bewaffnete und maskierte Männer das Feuer auf ein christliches Haus eröffnet. Auch Christen wollten für Demokratie demonstrieren, aber sie hätten Angst vor dem drohenden Terrorismus radikal-islamischer Kräfte. Über Ostern hatten mussten Kirchen wegen der blutigen Unruhen geschlossen bleiben. Christen riefen zu Gebet und Fasten auf.

 

CDU-Politiker fordern Schutz für Christen: Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder, und die Fraktionsbeauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Maria Flachsbarth, forderten den Schutz religiöser Minderheiten in Syrien. Wörtlich heißt es in ihrer gemeinsamen Erklärung: „Der Machtkampf zwischen der alewitischen Herrscherklasse und der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit in Syrien darf nicht zu Lasten der Christen und anderer Minderheiten ausgetragen werden.“ Verbrechen an Christen wie auch an anderen religiösen Minderheiten müssten als schwere Menschenrechtsverletzungen weltweit geächtet werden.

 

Islamwissenschaftler: Umsturz kann Christen gefährden: Nach Ansicht des deutschen Islamwissenschaftlers Prof. Udo Steinbach (Berlin) müssen die syrischen Christen einem Umsturz des Regimes Assad mit großer Besorgnis entgegensehen. Dies könne „ernsthafte Konsequenzen für die Sicherheit der Christen“ haben, sagte er der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ (Würzburg). Steinbach würde nicht ausschließen, dass es zu einer ähnlichen Welle der Brutalität wie im Irak nach dem Fall Saddam Husseins (1937-2006) kommen könnte. Dieser Diktator habe während seiner Herrschaft die Hand über die christliche Minderheit gehalten. {Quelle: www.ead.de}

 

Patriarch aus Syrien: „Wir Christen sind in Gefahr“!

 

Die Medienberichte aus Syrien sind düster: Panzer rollen durch Innenstädte, Demonstrationen werden niedergeschlagen, Familien flüchten über die Grenze zur Türkei. Der melkitisch-katholische Patriarch von Antiochien, der in Damaskus residiert, ärgert sich maßlos über diese Berichte: Keiner habe das Recht, sich in Syriens Angelegenheiten zu mischen. Das sagte Gregorios III. Laham uns an diesem Montag, als wir bei ihm im Patriarchat anriefen.

 

„Es brennt nicht überall, sondern einmal hier, einmal da. Also, in Damaskus leben wir ein ganz normales Leben: Bis zur Grenze nach Jordanien ist alles in Ordnung. Vor kurzem war der Bischof von Aleppo bei mir, und auch er hat mir bestätigt, dass in Aleppo alles in bester Ordnung ist. Also, meine erste Bemerkung ist: Es brennt nur in einigen bestimmten Gebieten. Zweitens: Was man immer wieder in der europäischen Presse sagt, ist einseitig und stimmt überhaupt nicht oder höchstens teilweise. Es gibt zum Beispiel mehr Angriffe auf Polizisten als Angriffe der Armee auf Zivilisten! Da bin ich ganz sicher.“

 

Nun sollte man sicher berücksichtigen, dass sich der Patriarch vielleicht angesichts eines möglichen Abhörens seines Telefons nicht zu jedem Punkt mit der gebotenen Freiheit äußern kann. Liegt es vielleicht daran, dass er die Demonstrationen der letzten Wochen als von Ausländern gesteuert darstellt?

 

„Das sind Fremde, die mit Waffen demonstrieren. Kann man in einem zivilisierten, demokratischen Land in Europa etwa eine Kundgebung mit Waffen abhalten, oder ohne Erlaubnis? Das wollen die Medien in Europa – sogar der „Osservatore Romano“ nicht verstehen. Das ist ungerecht! Ich kenne mein Dorf und spreche mit vielen Priestern, die sagen: Es ist zu achtzig Prozent falsch, was man in der europäischen Presse schreibt. Die Armee reagiert auf bewaffneten Widerstand gegen die Polizisten – die Armee muss ja auch die einfachen Menschen, die Zivilisten verteidigen. Also, Sie können verstehen: Als Patriarch und Hirte sage ich, das ist eine übertriebene Sache, die von Europa ausgeht.“

 

Nun hat allerdings in den letzten Tagen auch der Papst darauf hingewiesen, dass Syrien echte Reformen brauche. Und zwar in einer Audienz für den neuen Botschafter aus Damaskus im Vatikan.

Es sei „sehr zu wünschen, dass diese Entwicklungen ohne Intoleranz, Diskriminierung und Konflikt verlaufen und erst recht ohne Gewalt, stattdessen in absolutem Respekt vor der Wahrheit, vor dem Zusammenleben, vor den legitimen Rechten der Personen und Gemeinschaften und in einem versöhnlichen Geist“. Die Behörden sollten „die Wünsche der Zivilgesellschaft“ ebenso berücksichtigen „wie die Wünsche internationaler Instanzen“, so der Papst.

 

„Man darf ruhig (die syrische Regierung) ermahnen und mehr Freiheit fordern, mehr Gerechtigkeit und Entwicklung der Wirtschaft, auch Reformen. Aber man darf nicht (Konflikte) schüren und behaupten, es gebe Hunderte von Toten usw. Der Heilige Vater hat mit Recht gesagt, man müsse die Würde der Menschen achten. Europa hat ein Recht, Syrien zu ermahnen, aber es sollte auch versuchen, das Land zu verstehen! Es geht nicht um Reformen, die haben wir in Fülle. Ich bin seit zehn Jahren Patriarch, in dieser Zeit habe ich eine ungeheure Entwicklung erlebt. Es gibt nur eine Partei, das stimmt allerdings; aber wir haben Wasser, Licht, Wirtschaft, neue Universitäten und Schulen – und wir Christen haben Freiheit!“

 

Die Unruhen in einigen Teilen Syriens haben aus der Perspektive von Gregorios III. Laham vor allem mit dem arabischen Frühling in anderen Ländern der Region zu tun: Libyen, Ägypten und Jemen.

 

„Aber es ist keine echte Revolution. Ich kann Ihnen versichern, dass ich viel Erfahrung habe im Alltag dieses Landes: Erbarmen Sie sich unser! Wohin gehen wir?“

Der Patriarch will nicht, dass sich sein Land so entwickelt, wie der Irak in den letzten Jahren. „Europa muss verstehen, dass das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Gefahr ist, wenn es so weitergeht! Syrien kann den neuen Weg einschlagen, da bin ich sicher; es hat ja auch schon damit angefangen. Aber man muss dem Zeit geben…“

 

Und hier deckt sich die Analyse des zornigen Patriarchen in Damaskus mit der des Vatikans: Auch an der Kirchenspitze fürchtet man, dass sich die Stimmung gegen die christlichen Minderheiten Syriens richten könnte. Die Unruhen öffneten „in der aktuellen Verwirrung die Tür zur Gewalt“, gibt der Sprecher von Papst Benedikt, Pater Federico Lombardi, zu bedenken.

 

„Es wird versucht, einen Krieg zwischen den Religionsgemeinschaften zu provozieren, mit dem großen Risiko der Spaltung der Gesellschaft.“ In einer solchen Lage müsse man sich „zum Dialog der Versöhnung und des Friedens bekehren“, so Pater Lombardi. „Für die syrischen Christen ist die Einheit des Landes eine Lebensbedingung. Sie müssen und wollen Brücken für einen echten und ernsthaften Dialog im Land sein.“

 

Patriarch Gregorios III. ist aufgebracht darüber, dass sich im Ausland jetzt Stimmen mehren, die dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad die Legitimität absprechen. „Wer hat ein Recht dazu? Niemand, weder Nato noch UNO! Wir sind ein freies Land, keine Sklaven, wir können unsere Probleme selbst lösen! Die Türkei war so herzlich willkommen hier in Syrien, gute Bedingungen usw. – und jetzt auf einmal sprechen sie gegen Syrien und wollen unter Umständen sogar dort einmarschieren. Das ist einfach nicht erlaubt! Kann denn Deutschland etwa einfach in Frankreich einmarschieren? Wieso kann der türkische Präsident einfach sagen: Ich bin bereit, in Syrien einzumarschieren? Das ist gegen alle Regeln der Gesellschaft heute!“

 

Dasselbe gelte auch mit Blick auf Frankreich, „unseren Freund“, wie der Patriarch sagt. „Wie kommt der französische Außenminister dazu zu sagen, der syrische Präsident sei nicht mehr legitim? Da kommt dann die Gegenreaktion der Muslime gegen die Christen… Wir sind in Gefahr! Denn wir Christen sind die ersten Opfer, wenn es zum Chaos kommt – und wenn es so weitergeht, dann kommt es zu einem Chaos!“ {Quelle: www.radiovaticana.org}

 

Irakische Christen fliehen aus Syrien zurück nach Hause

 

Religionsfreiheit – Nach erneuten Gewaltausbrüchen in Syrien rechnet der irakische Erzbischof Avak Asadourian mit der Rückkehr von Christen, die dorthin geflohen sind, in den Irak. Die Situation in Syrien sei derzeit schlechter als im Irak, sagte der armenisch-orthodoxe Bischof in einem epd-Gespräch bei der internationalen Friedenstagung des Weltkirchenrates in Kingston (Jamaika). Am Freitag hatten syrische Sicherheitskräfte Medienberichten zufolge bei Protesten gegen die Regierung erneut mehrere Dutzend Demonstranten erschossen.

 

„Wenn die Situation in Syrien sich weiter verschlechtert, werden etliche ehemals aus dem Irak geflohene Familien in den Irak zurückkehren“, sagte Asadourian weiter. In den vergangenen Jahren sind nach Angaben des Bischofs rund eine halbe Million Christen aufgrund blutiger Übergriffe aus dem Irak geflohen. Der Bischof verwies auf die weiterhin kritische Sicherheitslage in seinem Land. Viele Christen hätten Angst, sagte er. Erst in der vergangenen Woche wurde die Ermordung eines katholischen Christen in der nordirakischen Stadt Kirkuk bekannt.

 

Trotz dieser dramatischen Situation im Irak rief der Bischof seine Glaubensbrüder zum Bleiben auf: „Der Irak ist die Heimat von Christen seit dem 2. Jahrhundert nach Christus“, sagte Asadourian. Historisch gesehen sei der Irak, in dem heute die Mehrzahl der Bevölkerung muslimisch ist, ein christliches Land. Mit der Flucht gehe auch ein Identitätsverlust einher. Heute leben nach Angaben des in Bagdad lebenden Bischofs noch etwa 750.000 Christen im Irak, die meisten davon im kurdischen Nordirak und in der Niniveh-Ebene bei Mosul.

 

Bischof: Keine Religionsfreiheit im Irak: Der Bischof, der als Generalsekretär des irakischen Christenrates Sprecher von 14 Kirchen des Landes ist, äußerte jedoch auch Verständnis für die Flucht aus dem Irak: Es fehlten Gesetze, die die Christen vor Übergriffen schützten. Die Religionsfreiheit sei nicht gewährleistet. Ehen zwischen Muslimen und Christen seien nicht erlaubt. Darüber hinaus verwies Asadourian auf die schlechten Lebensbedingungen in seinem Land wie etwa die kaum vorhandene Infrastruktur, der Mangel an sauberen Wasser und Elektrizität.

 

Seit Jahren sind viele Hunderttausend Menschen, darunter viele Christen und andere Minderheiten, aus dem Irak geflohen und halten sich seither in Flüchtlingscamps vor allem in Syrien und Jordanien auf. 2009 hat Deutschland 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen, darunter zahlreiche Christen. {Quelle. www.evangelisch.de}

 

3 Responses to “Werden die Christen Syriens vertrieben?”

  1. Karl-Heinz Reinartz Says:

    Der oben geschilderten Einschätzung der syrischen Kirchenoberen möchte ich widersprechen, weil ich sie für kurzsichtig halte. Als ausführlichere Begründung verweise ich auf den folgenden Kommentar von Elie Elhadj. Er wurde in Syrien geboren und promovierte an der London University’s School of Oriental and African Studies. Elie Elhadj ist heute Publizist zum Thema Mittlerer Osten und Islamstudien.
    Karl-Heinz Reinartz, Wettringen, 18.6.2011

    ARABDEMOCRAY, SUNDAY, MAY 22, 2011
    http://WWW.ARABDEMOCRACY.COM/2011/05/WHY-SYRIAS-CHRISTIANS-SHOULD-NOT.HTML

    Why Syria’s Christians Should Not Support the Assad Regime by Elie Elhadj*

    (…) Those among Syria’s Christian clerics and civic leaders who publicly support the Asad regime are short sighted. They are courting long-term disaster for themselves and their congregations. Why? Because, the Asad regime will not remain in power forever; it is immoral to support non-representative unjust rule; the Asad clan’s exploitation of Sunni Islam has emboldened Islamism and thwarted the development of secularism in Syria; and because scaremongering for blackmail legitimacy will not work forever. The following explains each reason.

    The Asad regime will not remain in power forever

    Since the March 8, 1963 military coup d’état against the democratically elected parliament and government of President Nazim al-Qudsi, an unelected minority of the Alawite Asad clan has been ruling Syria with an iron fist; notwithstanding, those seven uncontested referendums for the two Asad presidents.

    In addition to impoverishing Syria; despite billion of dollars in oil revenues, the regime has committed horrific atrocities—extra-judicial killings of hundreds of Muslim Brothers detainees in the Palmyra prison in 1980, mass murder in 1982 of between 3,000 citizens, according to the regime’s apologists, and 38,000 in the city of Hama, let alone the torture of residents at the slightest suspicion and the disappearance of opponents. The killing of more than 1,000 demonstrators during the seven weeks since the March 26, 2011 popular uprising adds to the regime’s grim catalogue of human rights violations.
    Such a system of governance is unsustainable. It cannot last forever. When the day of reckoning will come, the support that certain priests and civic leaders had given to the regime will place all Christians in danger.

    It cannot be predicted when the Asad regime might fall. However, should the demonstrations become larger and spread to downtown Damascus and Aleppo, the demonstrators could overwhelm the security forces; rendering a Hama or a Palmyra type atrocity impossible. If the demonstrations get bigger, more Sunni clerics would join the uprising. Ultimately, even the Sunni palace ulama could turn against their benefactor president.

    There is no love lost between Sunnis and Alawites on a religious level. Accommodation between the Asad regime and Sunni palace ulama is a matter of convenience. Orthodox Sunnis regard Alawites as heretics. Ibn Taymiyya (1263-1328), condemned the Alawites as being more dangerous than the Christians, and encouraged Muslims to conduct jihad against them. Likewise, Alawites despise Sunnis. To Alawites, the howls of jackals that can be heard at night are the souls of Sunni Muslims calling their misguided co-religionists to prayer.

    If parts of the army, which is a conscripted institution, would refuse killing demonstrators or if the army would stand up to the republican guards and the intelligence brigades, then the regime might very well collapse.

    It is immoral to support non-representative unjust rule

    That leading priests of certain Syrian churches publicly support the Asad dictatorship does not reflect well on the sense of justice, morality, or benevolence of the priests. It is not very Christian for priests to abandon their duty to stand up to oppression, corruption, and injustice.

    There might be an argument in favour of tolerating an illegitimate dictatorship if the dictator were benevolent. But, Mr. Asad’s dictatorship is neither legitimate nor benevolent.

    For some priests and civic leaders to publicly embrace short-term convenience and abandon long-term security and defense of justice and human rights can be very expensive for the Christian community as a whole. Syria’s Sunni majority will forever remember Christians’ support of Mr. Asad’s misrule. A thousand years later, the memories of Christian and Alawite support of the Crusades are still vivid in the collective consciousness of Sunnis.

    The Asad clan’s exploitation of Sunni Islam emboldened Islamism and impeded the development of secularism in Syria

    Islamism has been gaining strength over the recent decades, thanks to the Asad clan’s strategy of exploiting Sunni Islam to prolong their hold on power.

    That the regime and its apologists and propagandists describe Mr. Asad’s rule as ”secular” is an exaggeration, if not false. The Asad regime is neither secular nor sincere in its promotion of the Sunni creed. Since their seizure of absolute power more than four decades ago, the Asad government did not secularize Syria in the slightest. Syria of 2011 is no less Islamic than Syria of 1963.

    Exploiting Sunni Islam, together with the excesses of the ruling elite, corruption, abuse of human rights, poverty, and unemployment have been driving increasing numbers of young men and women to extremism. The longer this situation continues, the more fertile the ground will become for Islamism to grow.

    Here is how the Asad dynasty has been impeding the development of secularism in Syria and exploiting Sunni Islam.

    Article 3.1 of the Syria constitution makes Islam the necessary religion of the president. Christians are barred from the country’s highest political office. Article 3.2 makes Islam as “a main source” of legislation.

    Seventh century Shari’a laws and courts are in force in personal status, family, and inheritance affairs (Christians follow their own archaic religious courts). Shari’a law is the antithesis of the liberal laws of the modern age. It denies women legal rights compared with Muslim men. It impinges on women’s human rights. Shari’a law reduces the status of women to that of chattel—a Muslim man can marry four wives, divorce any one of them without giving reason (with limited child custody rights, housing, or alimony), a Muslim woman is prohibited from marrying a non-Muslim man while the Muslim man is allowed to marry non-Muslim women, a woman cannot pass her nationality on to her foreign husband and children while the man can, “honour killing” of a woman by a male relative results in a light sentence for murder, and two women equal one man in legal testimony, witness, and inheritance. Such maltreatment of one half of Syria’s society is in spite of the regime’s energetic attempts to project an image of secularism, modernity, and equality between the genders.

    The Islamic curriculum in Syria’s elementary, middle, and high schools teaches Muslim Sunni Islam regardless of the Islamic sect to which they belong. The textbooks are discriminatory, divisive, and intolerant of non-Muslims.

    More mosques, bigger congregations, and more veiled women than ever before have become the order of the day in Syrian cities. To flaunt his Islamic credentials, President Bashar Asad even ordered a special rain prayer throughout Syria’s mosques performed on December 10, 2010 in order for God to send rain.

    Following the March 2011 violent demonstrations, Mr. Asad acted to gain support from the Sunni palace ulama and mollify the Sunni street. The popular Sunni cleric Muhammad Saiid al-Bouti praised Mr. Asad’s response to many of the requests submitted by a number of Sunni clerics. In his weekly religious program on April 5, 2011 on Syrian government television, Sheikh al-Bouti applauded Mr. Asad’s permission to allow niqab-wearing (black face cover) female teachers; transferred in July 2010 to desk duties, to return to classrooms. Sheikh al-Bouti had attributed the drought in December 2010 to the transfer from classrooms of the niqab-wearing female teachers. Sheikh al-Bouti also praised Mr. Asad for the formation of the Sham Institute for Advanced Shari’a Studies and Research, and for the establishment of an Islamic satellite television station dedicated to proclaiming the message of true Islam. Also, the first and only casino, which had enraged orthodox clerics when it opened on New Year’s Eve, was closed as well.

    Why exploit Islam and fight secularism?

    To rule Sunni dominated Syria, it would be helpful to the Asad clan to uphold the influence of Sunni Islam instead of wading in the muddy waters of Shari’a reform and secularization, even if that meant throwing the Baath Party’s constitution away.
    Islam is helpful to Muslim rulers. Not only in Syria, other Arab regimes (except Lebanon and Tunisia) exploit Islam to stay in power. Islam demands obedience of Muslims to the Muslim ruler.

    The Quran, the Prophetic Sunna, and opinions of famous jurists enjoin Muslims to obey the Muslim ruler blindly. In 4:59, the Quran orders: “Obey God and obey God’s messenger and obey those of authority among you.” Answering how a Muslim should react to a ruler who does not follow the true guidance, the Prophet reportedly said, according to Sahih Muslim: “He who obeys me obeys God; he who disobeys me, disobeys God. He who obeys the ruler, obeys me; he who disobeys the ruler, disobeys me.” Abi Da’ud (d. 888) and Ibn Maja (d. 886) quote the Prophet as imploring Muslims to hear and obey the ruler, even if he were an Ethiopian slave. Al-Bukhari (d. 870) quotes similar traditions. The palace ulama invoke one thousand year old opinions of famous jurists such as Al-Ghazali (1058-1111), Ibn Jama’a (1241-1333), and Ibn Taymiyya (1263-1328). These men taught that the Muslim ruler must be obeyed blindly because even an unjust ruler is better than societal unrest.

    Syria’s palace ulama threaten the Muslim faithful with eternal damnation if they fail to obey Mr. Asad (waliy al-amr). In the hands of the Asad clan, Islam has become a psychological weapon supplementing a brutal security machine.

    Scaremongering for Blackmail legitimacy will not work forever

    That certain priests and civic leaders subscribe to unsubstantiated scaremongering regarding future Islamist/salafi persecution of Christians is unwise. Those in the Christian community who warn of the slaughter awaiting Christians if the Asad regime collapses fall for the regime’s Machiavellian practice of blackmail legitimacy. Neither historical precedence nor credible evidence today supports such scare tactics. Blackmail legitimacy, like the crying-wolf syndrome, does not work forever.

    Islamists/salafis who might harbor violent intentions against Christians are a tiny minority of Syria’s 23-million population. There are no accurate statistics or opinion polls to suggest otherwise. Syria’s Islamists/salafis are not representative of Syria’s Sunnis. The great majority of Syria’s Sunnis, around 75% of the population, are moderate Muslims who have lived rather harmoniously with their fellow Christians for centuries.

    During the first 15 years of independence and until the advent of the Asad clan, Syria’s Christians enjoyed peace and shared whatever prosperity was available at that time with the Sunni majority. The suggestion that Syria’s Sunnis would kill Syria’s Christians is malicious misinformation to divide and rule. The regime’s media, apologists, and propagandists who circulate such stories are wicked. Those who believe such tales are naive. Syria’s Christian minority’s best interest could not be separate from the interest of the Sunni majority.

    That the options to Syrians today are reduced to either accepting the current poor state of affairs or contend with an Islamist/salafi rule; even civil war, is blackmail used by the regime to perpetuate its monopoly on power and avoid genuine reform. That genuine reform is not an option does not bode well for the country. That President Asad insisted in his address to the parliament on March 30, 2011 that Syria’s protesters had been “duped” into damaging the nation on behalf of its enemies, and his infamous billionaire cousin, Rami Makhlouf, stated in an interview with The New York Times that, “Syria will fight protests till ‘the end’” spell danger to all Syrians. Like a pressure cooker, the longer a dictatorship stays in power the more violent the end will be.

    Sunnis, like Christians, are threatened by Islamist/salafi ideology, violence, and seventh century way of life. While systematic long-term persecution of Christians by Sunnis will not happen in Syria, acts of revenge by extremist groups might occur during the chaotic days of a popular revolt against; not only Alawites and Christians, but also against non-Christian supporters of the Asad clan altogether.

    To spare Syria a potential catastrophe, Mr. Asad should institute a comprehensive and genuine political reforms, in particular; multi-party parliament and contested presidential elections. Scaremongering priests can help. They must desist from misinformation and hypocrisy. They ought to become honest to the teaching of their churches. They should defend legitimacy, justice, and the rule of law.

    Wise men and women; Alawites, Christians, and Sunnis must council the president and his immediate family that genuine reform; not cosmetic retouches, not the use of the tank, is the only way forward.

    Hafiz Asad and his son, Bashar, have saddled the Alawite community plus the regime’s supporting groups with a terrible burden, a potential disaster. The Asad family must understand that four decades of misrule are kifaya.

    Bashar Asad has a rare opportunity today to become the leader who saved Syria from a frightening future. Would he? Or, indeed, can he?

    *Dr Elie Elhadj, born in Syria, is a veteran international banker. He was Chief Executive Officer of Arab National Bank in Saudi Arabia during most of the 1990s. Upon early retirement, he received a Ph.D. from London University’s School of Oriental and African Studies. He writes on Middle Eastern and Islamic affairs. http://www.daringopinion.com


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