kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Missglücktes Attentat führte zum Blutbad 8. Januar 2010

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 17:10

Während die Kopten das Fest der Fleischwerdung am 06. Januar feierten, wurde ihre Freude in unbeschreibliche Trauer verwandelt. In der Stadt Naag Hamady (Bundesland Kena) zelebrierte Bischof Kyrillos die Weihnachtsmesse mit dem koptischen Volk. Seltsam war aber die Abwesendheit der muslimischen Gratulanten. Kein Moslem ließ sich in der Kirche blicken, wie es bei Weihnachten und Auferstehungsfest üblich ist. Niemand vom Rathaus, Parlament oder den verschiedenen Parteien oder Zeitungen; einfach kein muslimischer Verantwortliche seitens der Regierung! Nach der Messe fuhr seine Exzellenz Bischof Kyrillos in seinem Auto weg. Kaum erreichte sein Auto den Nasser-Bank-Platz (Katzensprung von der Kirche des Heiligen Johannes, wo die Weihnachtsmesse gefeiert wurde), versuchte jemand ihn aufzuhalten, bis ein grüner Fiat sich ihm näherte, in dem vier vermummte Männer mit Maschinengewehre saßen. Die Hand des Herrn streckte sich aus und verhinderte, dass sie Bischof Kyrillos töten.

       Dies ist nicht meine Theorie oder einen Text, den ich unrecherchiert übernahm, sondern die Worte seiner Exzellenz, die man auf Youtube als Video sehen bzw. herunterladen kann. Darüber berichteten gestern sogar die islamischen Sender wie Al-Jazeera und Arabia; BBC, Associated Press und Reuters. Die Freude darüber, dass Bischof Kyrillos unversehrt diesen feigen Anschlag überlebte, dauerte leider nur ein paar Sekunden. Die islamischen Terroristen öffneten das Feuer auf die Kopten, welche gerade von der Kirche rauskamen, nachdem sie an der Eucharistie teilnahmen. Binnen wenigen Sekunden starben acht Kopten unter dem Kugelhagel, während weitere 21 Kopten verletzt wurden; fünf von ihnen schweben in Lebensgefahr. Sie können das Video auf unserer Seite sehen, um mit eigenen Augen zu verfolgen, wie die Erschossenen auf Straße lagen, während Männer und Frauen hysterisch schrien. Sie werden zugleich feststellen, dass das Rathaus keinen einzigen Polizisten postierte.

       Warum? Diese Frage stellten nicht nur die Christen in Naag Hamady, sondern alle Christen in Ägypten und im Ausland! Man wird an das Massaker von Elkoscheh erinnert, das sich auch zum Anfang des Jahres ereignete, weil Bischof Wissa sich nicht biegen ließ, als das Innenministerium im Jahr 1998 über Tausend Kopten wegen Racheakt einer muslimischen Familie an zwei Kopten inhaftierte. Bischof Wissa bestand darauf, Gerechtigkeit gelten zu lassen, was der ägyptischen Regierung nicht in den Kram passte. In Januar 2000 wurde die Polizei vom Dorf Elkoscheh herausbefördert, welche alle Wege abschnitten, welche ins Dorf führten, damit niemand von den Kopten das Dorf verlässt (Beweise liegen vor). Dasselbe tat der tapfere Bischof Kyrillos, als er sich nicht versöhnen lassen wollte, bevor man die Kopten entschädigt, deren Hab und Gut bei den letzten Unruhen von Farschut (in November 2009) demoliert oder verbrannt wurde. Seine Stärke erzürnte die ägyptische Regierung, die sich daran gewöhnt hat, dass der Kopte seine andere Wange hinhält, wenn sie ihn auf die Rechte schlägt. Darum mussten die Kopten den Preis ihrer Rebellion teuer bezahlen, damit sie ihren Peinigern aufs Wort gehorchen. Sie müssen schreien und klagen wie Kleinkinder, damit sie in der Zukunft zäh wie Gummi werden. Wie jedes Mal stellen wir dieselben Fragen: Wo war die Polizei? Wo bleibt Mubarak, der niemals die Angriffe gegen Christen verurteilte, wie er und die ganze Nation, das Land und die benachbarten Länder auf den Kopf stellten, als eine Kopftuchträgerin in Dresden von einem Russen-Deutscher erstochen wurde? Ist das Blut eines Kopten so wertlos geworden? Ist es noch nicht deutlich genug, dass die Kopten rausgeekelt werden, damit sie um ihr Leben das Land verlassen müssen? Vor zehn Jahren verloren wir 21 Märtyrer und am Heiligabend weitere 8 Märtyrer. Sie werden nicht die letzten Märtyrer sein.

Unser herzliches Beileid sprechen wir den Familien der Märtyrer aus, und beten zum Herrn, dass er ihnen Trost schenkt. Wie soll es ihnen gehen, wenn wir allein wie Kleinkinder weinten?

 

3 Responses to “Missglücktes Attentat führte zum Blutbad”

  1. Sr, Katharina OP Says:

    Es ist schrecklich, wie wenig die Religionsfreiheit, eines der Grund-Menschenrechte, geachtet wird – und wie wenig offiziellen Protest es dagegen gibt
    Sr Katharina OP

  2. Ingrid Quendler Says:

    Ich bin immer wieder erschüttert über das Leid und die Grausamkeit, die Christen in Ländern mit moslemischer Mehrheitsbevölkerung und von moslemischen Fanatikern
    ertragen müssen.
    Beten wir dafür, dass CHRISTUS als der einzige Friedensbringer
    in der Welt erkannt und angenommen wird!

  3. Liebe koptische Freunde, zunächst darf ich mein tiefes Mitgefühl für Eure Brüder und Schwestern in Ägypten aussprechen. Wenn Ihr auf die Straße geht werden wir mit Euch sein! Bitte gebt uns rechtzeitig Bescheid.
    Der Herr segne und behüte Euch!
    Dr. Rudolf Gehring
    Christliche Partei Österreichs


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