kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kerzen, Blumen, Gebet und Lobpreis für die Märtyrer 24. Januar 2010

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 22:05

Am vorigen Mittwoch, den 20. Januar 2010, versammelten sich 2500 Kopten in dem Dom des Heiligen Markus in Kairo. Sie gedachten der acht Märtyrer von Naag Hamady, und zwar auf eine Weise, welche total neu für Ägypten ist. Auf einer Bühne wurden die Bilder der Märtyrer gestellt. Sie wurden mit einem Meer von Blumen umrahmt. Vor dieser Bühne war ein Herz aus Kerzen auf dem Boden, in dessen Mitte ein Kreuz auch aus Kerzen war. Um dieses Herz herum standen die berühmtesten Sänger, die sich auf Kirchenlieder beschränkten.

       Zahlreiche TV-Sender aus vielen ägyptischen, arabischen und europäischen Ländern sowie Journalisten aus vielen Zeitungen begleiteten die friedliche und schweigsame Demo. In dem Vorhof des Domes standen die 2500 Kopten aus allen Altersgruppen Seite an Seite. Jeder hielt Lilien und eine Kerze in seinen Händen. Getröstet sangen sie spirituelle Lieder, nachdem sie mit Pater Mathias Nassr das Gebet der elften Stunde (Sonnenuntergang) verrichteten. Die Stimmung bereitet einem – ohne jede Spur von Übertreibung – Gänsehaut. Wenn man sich nicht zusammenreißt, wird man heulen. Ob man nicht will oder sich dagegen wehrt, schießen sowieso die Tränen in die Augen. Video auf: Voice of free Christian und www.freecopts.net.  

       Eines haben die zivilisierten Kopten der ganzen Welt gezeigt, und das ist, dass sie die Gewalt und den Hass nicht erwidern. Sie bücken sich nicht, wenn ihnen Unrecht getan wird. Sie schweigen nicht. Aber wenn sie die Stimme erheben, dann durch Gebet und Lobpreis zu ihrem lebendigen und wahren Gott, der sie schützt. Sie erlaubten sich nicht einmal Parolen oder Plakate … nur Lilien und Kerzen … Gedichte und Lobpreise! Sie bewiesen den Hassern, dass sie keine Rache schwören, und dass sie sich an die Lehre Jesu Christi überzeugt halten.

       Eine Unterbrechung der friedlichen Demo wurde unternommen, und zwar als sie in die Kirche gingen, um der wöchentlichen Zusammenkunft seiner Heiligkeit Papst Schenuda beizuwohnen. Danach ging es mit Gebet und Lobpreisung weiter. Das sind die Waffen der Kopten, mit denen sie Terror und Gewalt bekämpfen. Am Ende beteten die 2500 Kopten das Gebet, welches verrichtet wurde, als unsere Vorfahren den Berg Elmokatam versetzt hatten:

Kyrieeleison … O Gott erhöre uns, denn wir sind deine Schöpfung … Kyrieeleison … erbarme dich über uns und vergib uns unsere Sünden, denn wir kennen keinen Gott außer dir. (more…)

 

Zwischen den Zeilen einer Heimsuchung

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 22:01

Sie sind am Zug!

Öfters stellt man sich selbst die Frage, warum Gott ein Unglück geschehen lässt? Diese Frage stellten sich die Familien der jungen Männer, die am koptischen Heiligabend in Naag Hamady erschossen wurden! Dasselbe taten die Erdbebensopfer in Haiti. Warum? Was soll daran gut sein? Um diese Frage beantworten zu können, muss man zwei Fakten berücksichtigen:

{1} „Es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht“ (Joh.14:30 – 12:31).

{2} „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm.8:28).

       Warum soll der Satan, der Böse, unsere Welt beherrschen? Die Antwort auf diese Frage führt uns zu einer langen Geschichte, für die wir jetzt nicht genügend Zeit haben. Man kann sich momentan mit der Antwort begnügen, dass Gott jeden Menschen prüft. Und dann: „Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet“ (Mk.13:13). Wie gelangt einem dann bei einer harten Prüfung, standhaft zu bleiben? Dafür gibt es lediglich eines: der Glaube!

       Hört mal grüblerisch, welche Beispiele (zwanzig) der Heilige Apostel Paulus nennt: „Glaube aber ist: feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht. Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein ruhmvolles Zeugnis erhalten. Augrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist … Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte. Und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde … Aufgrund des Glaubens wurde Mose nach seiner Geburt drei Monate von seinen Eltern verborgen, weil sie sahen, dass es ein schönes Kind war, und weil sie sich vor dem Befehl des Königs nicht fürchteten“ (Heb.11:31). Die Beispiele sind mehr als genug, was man durch den Glauben bewerkstelligen kann. Aber woran soll man glauben? Jeder sollte daran Glauben, dass Gott ihn jeder Zeit hört, wenn er zu ihm zuversichtlich ruft. Jeder sollte wissen, dass Gott ihn liebt und am Kreuz erlöste, und wenn er ihm sein Leben übergibt, segnet Gott dieses Leben und segnet sogar die anderen durch ihn. Zu jedem sagt Gott: „Fürchte dich nicht. Denn ich habe dich ausgelöst. Ich habe dich beim Namen gerufen. Du Gehörst mir“ (Jes.43:1-7) – „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht“ (Josua 1:5). Was soll man dann tun? Christus sagt durch den Propheten und König David: „Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. Ich will ihn schützen. Denn er kennt meinen Namen. Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren. Ich sättige ihn mit langem Leben und lasse ihn mein Heil schauen“ (Ps.91:14-17). Also: „Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt. Ruft ihn an, solange er nahe ist“ (Jes.55:6). Sie sind jetzt am Zug! Gottes Segen!

 

Frohe Botschaft aus Naag Hamady

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 21:58

Trotz der Dürre wächst eine Blume!

Was Sie jetzt lesen, ist kein Artikel, den ich fabrizierte, sondern eine E-Mail, die ich tatsächlich erhielt. Diese E-Mail möchte ich veröffentlichen, weil das der Wunsch des Senders ist, und zwar dass jeder, der bitter um unsere junge Märtyrer weinte, Trost findet, wenn er den Inhalt erfährt. Bei diesem gutherzigen Sender handelt es sich um eine 18jährige junge Dame.

       Sie schrieb mir bzw. uns allen: „wie es bei uns in Ägypten üblich ist, ging ich in drei Häuser, um meine Freundinnen zu trösten, deren Brüder den Märtyrertod am Heiligabend erlitten, und welche in meinem Alter sind. Seltsamerweise fand ich in jedem der drei Häuser Trost und sogar Freude, die ich mit Worten nicht beschreiben kann. Die Familie des Märtyrers „Abanob Kamal“ teilte mir mit, dass sie die Heilige Jungfrau in Gestalt einer großen weißen Taube sah, welche über den Särgen während der Trauerfeier in der Kirche flog. Dieselbe Taube sahen sie, während sie über dem Haus lange hin und her folg. Die Mutter des Märtyrers „Powla Atef“ sah alle acht Märtyrer im Traum. Sie trugen weiße Gewänder und waren sehr glücklich. Powla sagte seiner Mutter: „Sieh her, Mutter! Mein Gewand hat keine Flecken wie die anderen, weil du nicht weinst. Hier erfüllt mich unbeschreibliche Freude“. Das Haus ähnelt einer Kirche, in der es ständig gebetet wird. Seine Mutter erzählte mir, dass sie vor lauter Freude und Trost einen Glücksschrei (Saghruta) von sich gab, nachdem Bischof Kyrillos das Gebet am dritten Tag zelebrierte (gemäß der koptischen Tradition). Sie meinte: Ich jubelte, weil ich das Gefühl hatte, dass ich die Hochzeit meines Sohnes und nicht das Gebet für seine reine Seele erlebe. In dem Haus des Märtyrers „Bischoy Farid“ fand ich alle getröstet, weil er ein Diener in seiner Kirche war. Ein Grund mehr für ihre innerliche Ruhe war, dass er beichtete und an der Eucharistie vor dem Märtyrertod teilnahm. Sowohl seine Mutter als auch seine Schwester erblickten ihn im Schoß Christi. Denn er war führ seine Frömmigkeit bekannt“. (more…)

 

Warum lässt Gott Katastrophen zu?

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:52

Alles verloren ... pure Verzweiflung!

Wie oft bekam ich diese Frage gestellt, als ich mit einem Atheisten über Christus sprach! Nicht nur die einfachen Menschen, sondern sogar gebildete Menschen rechtfertigen ihren Unglauben durch diese These: Wenn es einen gütigen Gott gäbe, der die Menschen liebt und ihnen gute Geben schenkt, dann warum lässt er zu: dass kleine Kinder an Krebs sterben, dass Tyrannen Völker terrorisieren und ausmerzen, dass ein Land von Erdbeben, Hurrikans, Vulkanausbrüche, Epidemien, Waldbrände, Hungersnot, Dürre und Terror heimgesucht wird? 

       Unser Gott und Herr, Jesus Christus, bereitete uns darauf vor: „Ihr werdet von Kriegen hören und Nachrichten über Kriege werden euch beunruhigen. Gebt Acht, lasst euch nicht erschrecken! Das muss geschehen. Es ist aber noch nicht das Ende. Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Doch das alles ist erst der Anfang der Wehen“ (Mt.24:6 – Lk.21:9 – Mk.13:7). Anfang der Wehen? Warum sollen wir leiden, wenn du bei uns bist, Herr?

       Darauf antwortet Christus: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt.28:20). Das Problem aber liegt daran, dass wir uns von Gott abwenden. Wir betrachten seine Gebote als Fessel und Barrieren, welche uns daran hindern, die verbotenen Früchte zu kosten. Wir gleichen einem Kind, das sich von der behütenden Hand seines Vaters losreißt, während sie eine mehrspurige Straße überqueren. Erst dann stellt das Kind fest, dass er einen Fehler beging. (more…)

 

Bereit für die Ewigkeit?

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:41

Die Zeit kann man nicht stoppen!

Ein Wanderer ging einen Weg entlang. In der einen Hand hielt er eine Sense und in der anderen eine Sanduhr. Er ging mit wohlbedachten und gleichmäßigen Schritten. Seine Augen waren nur nach vorn gerichtet. Sie ließen sich durch nichts nach rechts oder links ablenken, sondern schienen konzentriert nur nach vorn zu schauen. Ich fragte ihn: „Wie heißt du“? Er erwiderte: „Mein Name ist Zeit“. Als ich ihn fragte, wohin er geht, antwortete er, dass er in die Ewigkeit geht. Da zeigte er mir ein offenes Buch. Auf der gerade umgeblätterten Seite stand das Datum des neu begonnenen Jahres. Ich folgte ihm dann nach, wohin er ging.

       Ich wusste aber nicht, wie lange ich ihm folgen würde. Ich sah, wie ein Mensch nach dem anderen am Wegesrand stehen blieb, sich hinlegte, um nie wieder aufzustehen. Sie wurden alle zurückgelassen. Denn die Zeit hielt nicht an. Sie ging und ging und ging …

     Ja, lieber Leser. Auch Sie gehen mit diesem Wanderer „Zeit“ auf der Straße des Lebens in das neue Jahr zusammen. Ich wünsche Ihnen vom Herzen alles Gute. Aber haben Sie schon einmal überlegt, was alles passieren könnte? Vielleicht werden Sie gar nicht weit gehen. Vielleicht ziehen die Knospen des Frühlings noch an Ihnen vorüber, aber Sie sehen nicht mehr die Blumen des Sommers. Oder vielleicht sehen Sie die Blätter, wie sie im Herbst zu Boden fallen, aber liegen schon im Winter neben ihnen in der Erde. Doch ob Ihre Tage auf Erden noch viele oder wenige sind, bleibt die entscheidende Frage: Sind Sie bereit für die Ewigkeit? (more…)

 

Kopten demonstrieren in Wien im Großformat

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 21:35

Zum ersten Mal in der Geschichte der koptisch-orthodoxen Kirche Österreichs (1976 durch Pater Johannes Elbaramosy gegründet) demonstrierten die Kopten mit ihren Hirten in dieser Form. Etwa 3000 Astro-Kopten kamen in Wien zusammen, und zwar aus Graz, Linz, Brook an der Mor, Klagenfurt und Wiens Umgebungen. Vorne sah man die Mönche und Priester der koptischen Kirche (Wien, Graz, Linz), neben denen die Hirten der anderen Kirchen mitgingen (Wiener Weihbischof Dr. Franz Scharl, Dr. Emanuel Aydien und Priester der orientalischen Gemeinden). Wieder mal haben die astro-koptischen Jugendlichen eine gewichtige Rolle bei dieser Kundgebung gespielt. Sie trugen einheitliche T-Shirts mit einem Label auf der Brust: „Stoppt die Verfolgung der Kopten durch die Islamisten“. „Wie oft wurde dir Unrecht getan“ hieß das Lied, welches sie während der Demo oft euphorisch sangen. Einige von ihnen griffen zu Mikro und erhitzten die Stimmung durch Parolen, die einen die beißende Kälte vergessen ließen. Auf Deutsch riefen sie und alle mit ihnen: „Was ihr Islamisten – Was bringt der Mord an den Christen / Warum, ihr Islamisten – Warum müsst ihr uns hassen? Könnt ihr uns nicht in Frieden lassen / Christen werden brutal erschlagen – Man hört die Mütter klagen / Christen sterben unter viel Geschrei – Trotzdem sind die Mörder frei“. Auf Arabisch: „Denk nicht, dass ich feige sei – Noch lauter werde ich die Stimme erheben / Wo bist Mubarak gewesen? – Vor deinen Augen erschossen sie unsere Kinder / Wir werden uns weder bücken noch fürchten – Wir haben das Flüstern schon satt“. Trotz der Kälte und des Schneeregens marschierten die Kopten zweieinhalb Stunden: Ältere Menschen, Mütter mit kleinen Kindern und sogar Babys im Kinderwagen und jede Menge Diakone und Ministranten. Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren und ganz besonders an die Polizisten, die sich viele Mühe gaben, uns zu schützen. Vielen herzlichen Dank sagen wir auch den Vertretern der menschenrechtlichen Organisationen, den Österreichern und jedem, der uns auf irgendeine Art unter die Arme griff.    (more…)

 

Demo gegen „Christenermordung in Ägypten“

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 21:32

Der Ring ist am Donnerstagnachmittag wegen einer Großdemonstration gesperrt gewesen. Rund 2800 Teilnehmer versammelten sich, um auf die „Ermordung und Unterdrückung“ von Kopten in Ägypten aufmerksam zu machen. Mit Särgen, Kruzifixen und Bildern des Blutbades vom 6. Januar gegen die „Christenermordung“ in Ägypten.

Wir fordern Glaubensfreiheit„: 15 Tage nach dem Anschlag vor einer Kirche in Oberägypten zum koptischen Weihnachtsfest, bei dem acht Kopten getötet und sieben weitere verletzt wurden, gingen in Wien rund 2800 Demonstranten auf die Straße. Mit Särgen auf den Schultern, Kruzifixen und Bildern des Blutbades marschierten die Demonstranten die Ringstraße entlang und machten ihrem Unmut gegen die Verfolgung der Christen in Ägypten Luft. „Christenermordung in Ägypten“ und „Wir fordern Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung“ war auf den Plakaten zu lesen. Von dem Aufmarsch erhoffen sich die österreichischen Kopten mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung, vor allem aber auch die Aufmerksamkeit der Europäischen Union.

Manifest als Druckmittel erstellt: „Wir haben ein Manifest erstellt, das der EU als Druckmittel gegen die ägyptische Regierung dienen soll“, so William Tadros, Sprecher der koptischen Gemeinde Österreichs. Das Manifest wurde im Rahmen der Abschlusskundgebung vor dem Haus der Europäischen Union an Richard Kühnel, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, übergeben. Die konkreten Forderungen der koptisch-orthodoxen Kirche beinhalten gerechte Strafen für die Täter und Hintermänner der Massaker, die Entschädigung der Opfer und Hinterbliebenen sowie eine Entschuldigung der Regierung und insbesondere des Innenministers das Versagen der Sicherheitskräfte verantwortlich. (more…)

 

Das Prinzip der Entäußerung beim monastischen Leben

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:28

Hl. Marina, die Asketin

Über das Prinzip der „Entäußerung“ sprach Christus, als er sagte: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh.12:24). Das Weizenkorn wächst, ohne dass die Menschen gesehen haben, wie es dies schaffte. Die Person aber, welche sich in Mittelpunkt stellt, damit sie die Blicke auf sich lenkt, wird bestimmt nicht fortkommen. Derjenige, der sich unter Beobachtung der anderen stellt, verbleibt ein Zwerg für immer. Hingegen wachsen die Gerechten, während alle Menschen schlafen. Diese sind doch die Glückseligen, weil sie über einen langen Atem verfügen, und von denen die anderen nichts wissen. Sie wachsen nicht nur gewöhnlich, sondern auch rasant!

       Entäußerung heißt also, dass der Mensch nicht zulässt, ein Thema für die anderen zu sein. Er soll abwehren, dass sie sich um ihn versammeln und ihn anlässlich seiner Fähigkeiten besonders behandeln, was ihm Lob, Verehrung und Ruhm bringt. Uns allen ist es bekannt, wie manche Mönche sich merkwürdig benehmen, welche die anderen erschrecken, damit sie die Blicke von sich ablenken. Dadurch versteckt einer die Gnade, die in sich innewohnt, und entkommt dem Lob der Menschen. Dies gelingt ihm, indem er von dem Rampenlicht abweicht.

       Der Psalmist „David“, der König und Prophet, sagte: „Deinen Spruch berege ich im Herzen, damit ich gegen dich nicht sündige“ (Ps.119:11). Dieses „Bergen“ wurde in der Heiligen Schrift verankert. Jesus Christus, unser Herr, ist das Leitbild eines jeden Mönches. Und wenn man das Leben Jesu Christi betrachtet, stellt man fest, dass es verborgen war! Zum Beispiel sprach er nicht viel, als er ein Knabe war. Er wirkte am Anfang fast keine Wunder, und nur als das notwendig war. Im Alter von 30 Jahren begann Christus seinen Dienst, wo er seine Gottheit in seiner Menschheit verbarg. Als Beispiel dafür erinnert man sich an die Taufe Christi. Der Heilige Geist kam im Jordan auf ihm vom Himmel herab. Glorreich sprach Gott-vater und legte Zeugnis für den Sohn ab. Danach zog Christus in die Wüste und ließ zu, dass der Hunger ihn schwächte, sodass der Teufel es wagte, ihm zu sagen: „Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird“ (Mt.4:3). Er weinte; wie er dies wegen Lazarus (Joh.11:35) und seiner Trauer um Jerusalem (Mt.23:37) tat. Wie ein normaler Mensch wurde er müde und setzte sich an den Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Aus diesem Grund zweifelte der Teufel, ob er – Jesus Christus – tatsächlich der fleischgewordene Herr der Herrlichkeit wäre. (more…)

 

Kirche Tarsus wieder Museum

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 21:23

Kloster Mor Gabriel

Markierte Häuser und bedrohte Christen in Istanbul

 

 

      Nach Ende des Paulusjahres am 29. Juni 2009 erklärten die Behörden die Pauluskirche im Paulus-Geburtsort Tarsus prinzipiell wieder zum Museum. Gottesdienste müssen drei Tage vorher angemeldet, genehmigt und Besucher-Tickets bezahlt werden. Der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz Bischof Luigi Padovese sieht darin eine Verschlechterung gegenüber der Zeit vor dem Paulusjahr. Ein vom 8. Juli 2009 datierter Brief vom türkischen Kultur- und Tourismusministerium hat neue Auflagen erlassen, die insgesamt für die christlichen Pilgerstätten in der Türkei gelten. Der Bamberger Bischof Schick wies darauf hin, dass in jüngster Zeit in Ankara zwei Moscheen, die auch zu Museen erklärt worden waren, für die muslimische Anbetung wieder zurückgegeben worden waren. Es stellt sich daher die Frage, warum dies nicht auch in Bezug auf Kirchen für Christen möglich sei. Die politischen Parteien in Europa und die türkischen Mitbürger in Deutschland sollen sich für die Christen in der Türkei einsetzen, forderte Bischof Schick weiter. 

       Im August 2009 „markierten“ Unbekannte die Häuser armenischer und griechisch-orthodoxer Christen in Istanbul. Die Etikettierung mit grünen und roten Schildern in den Stadtvierteln Feriköy und Kurtulus fällt mit Klagen christlicher Einwohner über vermehrte Belästigungen zusammen und erinnerte an Vorgänge im Vorfeld der Pograme gegen Christen im September 1955. Am 20. Juli wurde ein Deutscher vor der Antoniuskirche in einer belebten Fußgängerzone Istanbuls von einem vermutlich Geistesgestörten umgebracht. Am 3. August wurde ein 35jähriger türkischer Christ in Istanbul als „Missionshund“ mit einem Messer bedroht.

       Es herrscht auch Unklarheit, ob die türkische Regierung das seit 1971 geschlossene griechisch-orthodoxe Priesterseminar auf der Insel Chalki im Marmarameer dieses Jahr wieder öffnet. Wie die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ im Juli 2009 meldete, glaubt die Regierung, ein konsensfähiges Modell für die Wiedereröffnung gefunden zu haben. Es ist die einzige Ausbildungsstätte für griechisch-orthodoxe Geistliche in der Türkei. Man kann den Erhalt des Priesterseminars in Chalki und den Umgang mit der Kirche in Tarsus als Nagelprobe für die Religionsfreiheit in der Türkei sehen. In einem Treffen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomaios am 15. August betonte Ministerpräsident Erdogan seinen Willen zur Stärkung der Minderheitenrechte.  (more…)

 

Der zweite Absatz der Verfassung

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 21:17

Beinahe hätte man Gebrail im Geristssaal erwürgt!

Derjenige, der den Wirbel um die Religionsfreiheit in Ägypten und die Gesetze und Absätze der Verfassung, welche dies gewähren, verfolgt, bemerkt, dass dieser Wirbel in den letzten Jahrzehnten außer Kontrolle geriet. Schuld daran ist das herrschende Klima von Dominanz. Diese Überlegenheit erfüllt die Mehrheit, welche ja glaubt, dass dies ein Privileg sei, das ihnen zugesprochen wurde, was die Minderheit nicht genießen darf. Dies geschah durch die Gesetze, die das Land beschloss, und besonderes durch den zweiten Absatz der Verfassung. Noch zu erwähnen ist der weite Spagat zwischen den Texten der Verfassung und deren praktischer Umsetzung; vornehmlich was § 40 und § 46 anbelangt.

       Der Glanz dieser beiden Absätze schwindet, sobald die Moslems und Nicht-Moslems in Ägypten in Konflikt geraten, und sobald die Letzten es versuchen, Schutz unter den Fittichen dieser beiden Absätze zu suchen. Jene Misere ist damit zu begründen, dass die religiöse Interpretation das allgemeine System in Ägypten überschattet und dominiert.

       In Ägypten und gemäß der Verfassung wird das allgemeine System total anders erörtert. Denn es darf weder Gesetz, Artikel noch ein Urteil geltend gemacht werden, wenn eines davon der islamischen Schariaa widersetzen würde. Das heißt vereinfacht, dass alle Gesetze des Landes sich ausschließlich im Bann der islamischen Schariaa bewegen müssen.

       Aus diesem Anlass wurde die Behandlung unzähliger wichtigen Sachen und vor allem der Religionsfreiheit einseitig, ohne Rücksicht auf die anderen Religionen zu nehmen. Dies bedeutet in der Praxis, dass jeder es bekannt geben kann, von irgendeiner Religion zum Islam übergetreten zu haben. Das Gegenteil davon ist auf gar keinen Fall möglich! Denn das widersetzt dem allgemeinen System Ägyptens, das vom Islam nicht zu trennen ist, und das keineswegs auf den zweiten Absatz verzichten kann. Der Text dieses Absatzes lautet: “ Die offizielle Religion des Staates ist der Islam. Die Grundsätze der islamischen Schariaa sind „die hauptsächliche Quelle “ der Gesetzgebung „. (more…)