kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Betrachtungen über die Epiphanie 18. Januar 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 12:48

Der Monat „Januar“ bringt etliche Festtage mit sich: Anbruch des neuen Jahres, Weihnachten (in der orthodoxen Kirche), das Fest der Beschneidung Jesu und das Fest der Taufe Christi. Wir danken dem Herrn dafür, dass er uns den Segen all dieser Festtage und deren Wirkung in unserem Leben schenkt. Und wo wir das Fest der Taufe Christi feiern, erfreut es uns, jenes Ereignis näher zu betrachten.

       Es handelt sich um das Fest der Taufe Christi, oder wie es bei den Kopten „Al-Ghetas – Eintauchen“ heißt. Dieses Fest ist ebenfalls als „das Fest der göttlichen Erscheinung – Theophanie“ bekannt. Denn bei der Taufe des Herrn erschien die Heilige Dreifaltigkeit: Der Sohn wurde im Jordan getauft – Gottvater sagte vom Himmel aus: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“ (Mt.3:16,17) – Der Heilige Geist erscheint in Gestalt von einer Taube. Insofern wird die Dogmatik der Trinität anhand der Taufe Christi deutlich offenbart. Somit wird die Taufe immer im Namen der Trinität vollzogen.

       Dies geschieht gemäß dem Gebot des Herrn, das er seinen Jüngern, den reinen Aposteln, gab, bevor er in den Himmel emporstieg. „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt.28:19). Er sagte nicht auf die Namen, weil die Drei Eins sind. Demgemäß sagte der Apostel Johannes: „Drei sind es, die Zeugnis im Himmel ablegen: der Vater, das Wort und der Heilige Geist. Diese drei sind eins“ (1Joh.5:7).

       Unaussprechlich ist es, dass die koptische Kirche diese Feierlichkeit als Fest des „Eintauchens – Al-Ghetas“ bezeichnete. Dadurch pflegt sie die Gläubigen an dem Tag daran zu erinnern, dass Christus durch Eintauchen getauft wurde. Denn es steht geschrieben: „Kaum stieg er aus dem Wasser“ (Mt.3:16). Ebenfalls ruft die Kirche ihren Kindern ins Gedächtnis, dass die Gläubigen in dem neuen Testament bzw. in der frühen Kirche durch das Eintauchen getauft wurden {und nicht durch Begießen, wie es bei manchen Konfessionen üblich ist}. Auf diese Weise empfing der äthiopische Kämmerer die Heilige Taufe durch den Apostel Philippus, was sich zu Beginn der apostolischen Ära ereignete. „Als sie aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist Gottes Philippus“ (Apg.8:39).  (more…)

 

Parteiischer Mubarak

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 12:45

Als Mubarak den durch Erhängen verstorbenen Diktator Saddam Hussein im Irak besuchte, um ihn zu überreden, den Kuwait nicht anzugreifen, sagte Saddam ihm: „Du bist eigentlich der Letzte, der über Recht und Unrecht sprechen darf. Wenn du so gerecht wärst, hättest du den Kopten Ägypten überlassen, weil sie die Urbewohner dieses Landes sind. Wer hat dich von ihnen gewählt. Überdies verfolgst du sie erbarmungslos“. Dies wurde kürzlich von einem Exil-Iraker veröffentlicht, der viele arabischen Könige und Staatschefs anprangerte.

       Mubarak vergoss bittere Tränen wegen des palästinischen Kindes „Mohamed Eldora“, der von den israelischen Soldaten erschossen wurde. Er entschädigte seine Familie und ließ eine Straße in Kairo nach ihm benennen. Über den Tod der Kopftuchträgerin, die in Dresden wegen ihrer scharfen Zunge erstochen wurde, schaltete er sich ein. Aus den Staatskassen sind über drei Millionen Doller geflossen, um Rechtsanwälte in Deutschland zu bezahlen. Sowohl die Medien als auch die Politiker haben Ägypten auf den Kopf gestellt. Sie wurde von dem demokratischen Deutschland entschädigt. In Alexandria wurden eine Straße und ein Sportclub nach ihr benannt. Außerdem bekam ihr Mörder die Höchststrafe gemäß dem deutschen Recht.

       Im November 1997 flog Mubarak nach Luxor, als die islamischen Terroristen über 90 Menschen (darunter 67 Deutsche) in dem Tempel „Hatsch-Psut“ erschossen und zerstückelten. Vor laufender Kamera schrie er den Gouverneur und den Polizeichef an. Später feuerte er viele der Verantwortlichen im Innenministerium und Sicherheitsstab. Persönlich besuchte er die Touristen, die das Massaker überlebten, und machte Spaß mit ihnen, um sie zu besänftigen.

       Alle Kopten in Ägypten und im Ausland sprachen ihm ihr aufrichtiges Beileid aus, als sein Enkel starb. Hingegen schweigt er wie die Sphinx von Giza (ägyptisches Sprichwort), wenn die Kopten von dem islamischen Terror heimgesucht werden, was aber in seiner Ära (seit November 1981) zum Alltag aller Kopten wurde. Das Blutbad am Heiligabend 2010 ist nicht das erste Massaker, bei dem die Kopten etliche Märtyrer verloren. Damit keiner über die Länge des Artikels meckert, erwähne ich nur ein einziges Beispiel: Die Unruhen in Ain-Schams im November 2008 anlässlich der Einweihung der dortigen Kirche. (more…)

 

Der einzige koptische Gouverneur fällt den Kopten in den Rücken

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 12:41

Magdy Ajob heißt der amtierende Gouverneur des Bundeslandes Kena. Er ist dem Namen nach eich koptischer Christ. Jedoch ist er der erste, der die Kopten benachteiligt und regelrecht verfolgt. Es klingt unlogisch. Es ist aber leider Fakt. Aus diesem Grund griff ihn die Senatorin „Georget Kalliny“ im Parlament bei einer Setzung an. Herr Ajob meldete: „Der Verbrecher und Mörder „Hammam Elkamuny“ hatte kein religiöses Motiv, als er die Christen vor einer Kirche am Heiligabend erschoss. Es handelte sich dabei um einen Racheakt, weil er mit dem im vergangenen November vergewaltigten Mädchen verwandt ist. Im Internet wurden pornographische Bilder von muslimischen Mädchen mit christlichen Männern. Überdies hat einer der drei Mörder einen Kopten gesehen, der einer Muslimin die Verhüllung herunterzog“. 

  Daraufhin wurde die Koptin „Kalliny“ wütend, sodass sie die Setzung verließ, während sie sagte: „Dieser Gouverneur lügt wie gedruckt und er wird in der Hölle schmoren“. Ihrer Ansicht nach ging der koptische Gouverneur nicht in die Kirche am Heiligabend, damit die Moslems ihm nicht vorwerfen, dass er sich auf die Seite der Christen stellt. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an die Worte seiner Heiligkeit Papst Schenuda, der seine Enttäuschung von diesem koptischen Gouverneur äußerte. Papst Schenuda verbrachte lange Zeit in Amerika, als er gesundheitlich angeschlagen war. Alle erdenklichen Politiker und Würdenträger haben ihn in Amerika oder in Ägypten (nach seiner Rückkehr) angerufen oder besucht. Nur Magdy Ajob nicht. Daher sagte seine Heiligkeit: „Er ist der Gouverneur, der nur seinen Posten im Sinn hat“! (more…)

 

Koptische Christen fordern

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 12:34

Wir sind heute zu dieser Kundgebung zusammen gekommen, weil wir trauern. Der Anlass für unsere Trauer ist ein brutaler Mord an acht koptischen Christen in Ägypten. Wieder einmal haben fanatische Muslime in Oberägypten zugeschlagen. Dieses Mal war es, als unsere Glaubensbrüder nach der Weihnachtsmesse ihre Kirche verließen.

       Aus einem fahrenden Auto heraus schoss man mit automatischen Waffen auf die Kirchgänger. Drohungen hatte es bereits vorher gegeben. Die ägyptischen Behörden reagieren bei solchen Terroranschlägen auf die Christen immer auf die gleiche Weise:

       Sie verfolgen die wehrlosen Opfer und lassen die Täter ohne Strafe davon kommen. Die Polizei knüppelt friedliche Proteste der Kopten mit Gewalt nieder und wirft sie ins Gefängnis. Erst vor wenigen Jahren wurden 21 koptische Christen zur Weihnachtszeit vor ihrer Kirche in Elkoscheh regelrecht hingerichtet. Sie starben für ihren Glauben. Sie sind Märtyrer. (more…)

 

Pater Johannes Elbaramosy – Zehnter Jahrestag

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 12:29

Gergis Boktor Gayed, der später nach seinem Eintritt ins Kloster den Namen „Johannes Elbaramosy“ erhielt, wurde am 01. Februar 1947 in Assiut geboren. Sein Vater arbeitete als Schriftführer bei der Polizei. Gergis erhielt in seiner Kindheit einen besonderen Segen vom Heiligen Bischof Abraham von Faium. Seine Mutter liebte von ganzem Herzen die gnadenvollen Tätigkeiten, die freigiebigen Gaben und die wahrhaftige Fürsorge für die Bedürftigen. Demgemäß wuchs er schon als Kind in einer gesegneten Atmosphäre auf.    

       Als er später etwas älter wurde, war er nach seiner Weihe zum Ministranten als Kirchendiener in der Kirche des Heiligen Markus in Heliopolis tätig. Nachdem er seine Reife-prüfung abschloss, widmete er sich dem Studium der deutschen Sprache an der Sprachen-fakultät und später dem Studium der Theologie. Er betreute Studenten der Sprachwissenschaft, welche sich als Gruppe des Heiligen Johannes Goldmund bezeichneten. Er war ein exzellenter Student und schloss sein Studium der Sprachwissenschaften im Jahre 1969 mit großartigem Erfolg ab. Herr Gayed erhielt aufgrund seiner hervorragenden Leistungen ein Auslands-stipendium vom Staat (mit einer Laufzeit von einem Jahr) nach Deutschland für ein Praktikum in dem Sozialleben, um dort seine Kenntnisse der deutschen Sprache zu perfektionieren.

       Gergis Gayed machte sich während seines Studiums oft auf den Weg, um nach dem Wohlbefinden seiner Freunde zu fragen. Dabei kümmerte es ihn nicht, welcher Religion diese Freunde angehörten, oder auf welchem sozialen oder wissenschaftlichen Niveau sie standen. Er ergriff eine gewisse Zeit im Laufe seines Lebens den Beruf des Touristenführers für deutschsprachige Touristen. Im Zuge dieser Tätigkeit, baten ihn einige dieser Touristen um ein Zusammentreffen mit dem damaligen Papst Kyrillos VI [dem 116], um dessen Segen zu erlangen. Daher begleitete er diese Besucher zum Heiligen Papst Kyrillos VI. Als dieser ihn sah, blickte er zu einem seiner Jünger und sagte zu diesem, dass dieser Bruder (er meinte damit Gergis) zum Priester geweiht würde, und dass man ihn Zachäus nennen und nach Deutschland schicken würde. Später erfüllte sich tatsächlich diese Prophezeiung des Papstes. (more…)

 

Was bringen Presskonferenzen und Massenkundgebungen?

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 12:23

Ein aufgebrachter Kopte, der verzweifelt ist und einen dicken Hals hat, stellte mir diese Frage. Daraufhin erklärte ich, warum wir Kopten zu diesen Maßnahmen greifen müssen.

       Wenn unser Ägypten ein demokratisches Land wäre, hätte man sich auf die Medien zumindest verlassen können. Aber gerade sie verdrehen die Fakten und setzen Lügen in die Welt. Jedes Mal liest man in den Zeitungen provozierende Schlagzeilen, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Im ägyptischen Fernsehen wird die Führung unserer koptischen Kirche dazu gezwungen, das Gegenteil von dem zu verbreiten, was wirklich geschah. Ein Bischof oder ein Priester gibt einem Scheich die Hand und die beiden umarmen sich als Zeichen dafür, dass alles in bester Ordnung wäre. Somit wird die ganze Welt veräppelt und für blöd verkauft.

       Keiner kümmert sich um die Rechte der Kopten, die mit Füßen zertreten werden, solange die Mörder und ihre Auftraggeber unbestraft davon gelaufen sind. Durch unsere Demos und Pressekonferenzen liefern wir unseren Verbündeten in dem Land, in dem wir eine zweite Heimat fanden, die eigentlichen Infos. Überall auf der Welt haben die Kopten mehr als genug Menschenrechtler und Organisationen auf ihrer Seite, die gerne dazu bereit sind, die Kopten zu unterstützen. In Europa, Amerika, Kanada und Australien leben viele Kopten, welche die Presse, verschiedene Ministerien und die Öffentlichkeit erreichen können. Eine Demo allein ist ein effektives Mittel, durch das man die Passanten ansprechen kann, ohne mit ihnen ein Wort wechseln zu müssen. Die Plakate, Bilder und die Parolen durch Lautsprecher ziehen die Aufmerksamkeit. Und was ein Passant auf der Straße sah, liest er am nächsten Tag in den Zeitungen. Es kann auch sein, dass man in irgendeiner TV-Sendung einen Beitrag sieht. Daher ist es angebracht, die Stimme zu erheben und nicht die Schreie in der Brust zu ersticken. (more…)

 

Lautes Klagen in dem alten Dom

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 12:16

Eine der gallebitteren Szenen, die sich innerhalb der koptischen Kirche abspielten, war das massenhafte Klagen und das laute Heulen im alten Dom des Heiligen Markus in Azbakya (Kairo). In seiner wöchentlichen Zusammenkunft verurteilte der furchtlose Erzpriester Makary Jonan das Blutbad vom Heiligabend 2010, bei dem acht junge Männer zwischen 16 und 26 den Märtyrertod erlitten. Am Freitag, den 08. Januar 2010, waren viele Kopten von der Wut und der Trauer überwältigt. Sie hörten aber die Stimme ihres Heilands: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt.11:28). Sie versanken im Gebet und hörten die Worte Paters Makary. Der traurige Priester schlug eine der Tageszeitungen auf und sagte: „Was lese ich da? Die ägyptische Bevölkerung verabschiedet sich mit heißen Tränen vom muslimischen Sicherheitsbeamten! Was soll das heißen? Wo sind die wahren Märtyrer? Was der Sicherheitsstab und die Medien da leisten, ist schlicht und ergreifend ein gezieltes Komplott. Das, was hier in Ägypten geschieht, findet nirgends auf der Welt statt. Wo sind wir eigentlich? In unserem Land? Oder wo denn? Wir haben es ja satt“!

      Unter grenzenlosem Jubel der Anwesenden, die den Dom überfüllten, und unter denen bärtige Männer und verschleierte Frauen waren, fuhr Pater Makary fort: „Vor mir liegen Fragen vieler verbitterten Kopten. Sie bitten um die Erlaubnis, Gewehre zu tragen, um sich und ihre Familien verteidigen zu können. Ich sage allen aber, dass wir Christen vergeben und keine Rache kennen. Wir haben keine materielle oder weltliche Waffe. Wir haben einen wahren und lebendigen Gott, der uns schützt. Weder Heere, Medien noch irgendwer auf dieser Welt können uns schützen. Nur unser Vater im Himmel behütet uns. Er ist bestimmt unter uns jetzt“. (more…)