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Rassismus-Debatte erreicht Hechingen 30. August 2020

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 11:38

"Wo bin ich?", fragt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer provokant. Die richtige Antwort lautet: in Hechingen.

OB Palmer provoziert mit Foto vor dem Hechinger „Mohren“

 

 

 

 

 

Boris Palmer ist immer für eine Überraschung gut. Inmitten der Rassismus-Debatte sorgt der Tübinger OB jetzt mit einem Foto vor dem Hechinger Gasthof Mohren auf Facebook für Furore.

 

 

 

 

 

Der Tübinger Oberbürgermeister und Grünen-Politiker Boris Palmer weiß zu polarisieren. Sein neuester Coup ist – mitten in der Rassismus-Debatte – ein Selfie vor dem Hechinger Hotel-Gasthof Mohren.

„Wo bin ich?“, fragt Palmer auf Facebook provokant. Hinter dem Konterfei des Polit-Rebellen weht die Deutschland-Fahne und ist der der Schriftzug „Hotel Mohren“ deutlich zu lesen. Und Palmer liefert auch postwendend die richtige Antwort auf seine Frage: Das Foto habe er in Hechingen aufgenommen. „Ich lief da vorbei und genau so sieht es dort aus; wenige Meter vom Rathaus“, schreibt Boris Palmer.

 

 

 

 

 

 

Der Facebook-Post wäre kein „echter Palmer“, wenn es sich nur um einen Schnappschuss von einem Urlaubsausflug handeln würde. Der selbst ernannte „Anti-Anti-Rassist“ zielt mit dem Foto natürlich mitten in die gerade entbrannte Rassismus-Debatte.

Palmer hat auf dem Foto ein breites Grinsen im Gesicht. Offenbar weiß er schon, was ihm jetzt wieder blühen wird: ein Aufschrei der Empörung, ein Shitstorm. Deshalb nimmt der Talkshow-Dauergast auch die allzu leicht vorhersehbaren Reaktionen vorweg. Palmer stellt klar: Nein, er sei nicht „bei Nazis“, nicht „in der AfD“, auch nicht „am geistigen Abstieg“ und auch kein „Rassist“. Palmer schreibt: „All die Kommentare mit diesem Duktus gehören in die Kategorie ,entspannt euch’“.

In einem Gastbeitrag in der F.A.Z. plädierte Boris Palmer erst kürzlich für „eine unverkrampfte Emanzipation“. Seiner Meinung nach braucht es „im Kampf für die Gleichberechtigung von Minderheiten keinen Aktionismus und keine übertriebene politische Korrektheit“.

 

 

 

 

 

 

„Mohrenköpfle“ ruft „Bundesverband der Schwarzen“ auf den Plan

Palmer liefert ein Beispiel für das Reaktionsmuster, das seiner Meinung nach „viele emanzipatorische Strömungen mittlerweile an den Tag legen“: In seiner „schönen Wirkungsstätte Tübingen“, schildert der OB, habe vor einigen Jahren ein „unverdächtiger Konditor“ eine Schokoladenkreation mit dem Namen „Tübinger Mohrenköpfle“ auf den Markt gebracht. „Sicher nicht sensibel im Umgang mit der Kolonialgeschichte und für viele Menschen mit schwarzer Hautfarbe eine verletzende Namensgebung. Gute Gründe also, den Schokokuss umzutaufen, was der Konditor bereitwillig tat. Mittlerweile heißt die Süßspeise Chocolino“, führt der Autor weiter aus. So weit so gut, doch nicht genug. Weil er als Oberbürgermeister nicht offiziell gegen Konditor und Mohrenkopf eingeschritten sei, sei ihm vom „Bundesverband der Schwarzen in Deutschland“ öffentlich vorgeworfen worden, er billige Rassismus. „Eine Reaktion, die für die große Mehrheit der Gesellschaft unverständlich und kaum geeignet ist, Unterstützung zu generieren“, so Palmers Fazit.

 

 

 

 

 

1000 Facebook-Kommentare binnen weniger Stunden

Das Facebook-Foto vor dem Hechinger Mohren verfehlt seine Wirkung natürlich nicht. Binnen weniger Stunden kassierte Palmer 1000 Kommentare. Hier einige Beispiele: „Da wird man in der Berliner Parteizentrale mal wieder hyperventilieren“, posten Fans in Vorfreude auf die Welle der Empörung. „Bisschen provokant sind se schon. Bin schon auf den Shitstorm gespannt“, schreibt Alex. „Aber bloß kein Schnitzel essen mit der bösen Soße“, geht Yvonne sogar noch einen Schritt weiter. „Zur Abwechslung mal am Schlossplatz und nicht im Nägelehaus?“, stellt Jo die Gegenfrage – natürlich in Anspielung auf die „Servicewüste“-Debatte, die Palmer vor Jahren mit seiner Beschwerde über das Onstmettinger Nägelehaus ausgelöst hatte. In der Gaststätte hatte man dem prominenten Gast verweigert, sein Apfelschorle im Freien zu trinken, mit der Begründung: die Terrasse sei noch geschlossen.

 

 

 

 

 

 

Hechinger treten für das Traditionsgasthaus ein

Freilich kassiert Palmer für das Foto wieder reichlich Häme und Kritik: „Das Haus wird jetzt sicher umbenannt in Palmers Clubhotel. Für mich ein weiterer Beleg, wie gerne sich Tübingens OB inzwischen selbst inszeniert, keine Gelegenheit verpassend“, stellt Roland fest. Vom Absender „WeLikeHechingen“ kommt die Feststellung: „Für uns Hechinger ist der Mohren keine Debatte wert, da er seit Jahrzehnten Programm ist“. Und Facebook-User Andreas fragt: „Wofür muss man das Hotel jetzt in diese sinnlose Debatte werfen? Da können die Besitzer sich jetzt freuen auf die Diskussion.“

https://www.swp.de/suedwesten/staedte/hechingen/rassismus-debatte-erreicht-hechingen-ob-palmer-provoziert-mit-foto-vor-dem-hechinger-_mohren_-50863947.html

 

2 Responses to “Rassismus-Debatte erreicht Hechingen”

  1. Johannes Says:

    In Berlin – und nicht nur dort – gibt es eine Mohrenstraße. Dort ist auch ein U-Bahnhof. Das ist natürlich eine rassistische Bezeichnung, weil es ja Mohren nicht mehr geben soll.
    Damit die Straße nun nicht von faschistischen Links-Grünen einen sozialistischen Namen erhält – z.B. „Ernst-Thälmann-Straße“ – die gibt es nämlich schon, haben helle Berliner zu einem harmlosen Mittel gegriffen und einfach zwei Punkte benutzt. Nämlich zwei Punkte in das „o“ oder über das „o“ gesetzt: Nun heißt die U-Bahnstation: Möhrenstraße. Veganer können hier nun in aller Ruhe ihre Möhren knabbern.
    Angie wird´s freuen und der linke Berliner Senat kann nun nicht mehr meckern!

    Problematischer wäre jedoch die Umbenennung einer Mohren-Apotheke. Würde daraus eine Möhren-Apotheke, könnten manche (Schild)Bürger glauben, dass es dort nur noch Möhren gäbe. Das wäre schlecht für den Apotheker, der doch schließlich ein bisschen mehr verdienen möchte.

    So ließen sich viele politische Zwistigkeiten leicht aus der Welt schaffen.

  2. Johannes Says:

    Auch in Berlin gibt es seit Jahrzehnten Mohren-Apotheken, eine Mohrenstraße und einen U-Bahnhof Mohrenstraße. Das ist rassistisch! Fällt aber erst jetzt auf, weil die Suche nach rassistischen Symbolen erst jetzt so richtig an Fahrt aufgenommen. Dafür schulden wir unseren links-grünen Weltverbesserern (Antifa) großen Dank!

    Damit nun nicht alle verdächtigen Symbole des Rassenhasses aufwändig durch sozialistische Namensänderung den Steuerzahler viel Geld kostet, haben pfiffige Berliner zwei einfache Punkte benutzt, um den verdächtigen U-Bahnhof Mohrenstraße politisch korrekt einfach umzubenennen: Sie setzten die beiden Punkte in das „o“ bzw. über das „o“. Nun heißt der U-Bahnhof Möhrenstraße. So einfach können manchmal Lösungen sein!

    Anders verhält es sich mit der Mohren-Apotheke. Würde sie zu einer Möhren-Apotheke, könnte manch einfältiger Bürger glauben, dass es dort nur Möhren gäbe. Das würde dem Apotheker sicher nicht so gefallen – wegen des etwas geringeren Verdienstes beim Möhrenverkauf.

    Dieses Problem ließe sich vermutlich nur mit einem Bundestagsuntersuchungsausschusses klären. Den Vorsitz sollte dabei der erfahrene 77jährige Wolfgang Schäuble – selbstverständlich unter Ausschluss der AfD – haben.
    Hoffentlich dauert es bis zu einer Lösung nicht ebenso lange wie die schon seit Jahren andauernden Überlegungen zur Verkleinerung des Bundestages!


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