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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kommentar: „Exportschlager Opium – Afghanistan vor neuer Rekordernte“ 26. April 2013

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 18:48

Seit Ende 2001 ist der Drogenanbau am Hindukusch enorm gestiegen

 

 

 

Kurz vor dem Einmarsch der westlichen Soldaten, sprich, während des Höhepunkts der Taliban-Herrschaft stammten fünf bis zehn Prozent des weltweiten Schlafmohns aus Afghanistan. Mittlerweile sind es mehr als neunzig Prozent, für dieses Jahr erwartet ein Bericht der UN eine Rekordernte. Während man sich hauptsächlich auf Taliban, Warlords und korrupte Politiker konzentriert, wird gerne außen vor gelassen, dass der Westen beim Anstieg der afghanischen Drogenproduktion eine maßgebliche Rolle spielt. Afghanistan war einst bekannt als Land der Granatäpfel, Melonen und Trauben. Weltweit wusste man, dass bestes Obst aus Afghanistan stammt. Auch andere Waren wie Lapislazuli, der berühmte blau glänzende Stein, gehörten zu den wichtigsten Ausfuhrgütern. Der gegenwärtige Exportschlager des Landes hat jedoch nichts mit gesunden Früchten oder schönen Mineralgesteinen zu tun. Heutzutage weiß man vor allem, dass der „schwarze Afghane“ aus Afghanistan stammt und das Land zu den größten Schlafmohnproduzenten der Welt gehört. Diese Entwicklung ist dramatisch und in keinster Weise schön zu reden. Genau aus diesem Grund muss man auch die Gründe dafür sehen. Hasnain Kazim von Spiegel Online etwa sieht in Taliban, korrupten Politikern und mafiösen Warlords die Hauptverantwortlichen. Kurz und nebensächlich wird hierbei auch die Rolle der Briten erwähnt. Diese seien am Kampf gegen den Drogenanbau gescheitert, wie es Kazim, der aus Islamabad berichtet, aus dem Guardian entnommen hat. Allerdings wird darauf nicht näher eingegangen. (1)

 

 

 

 

 

 

Von den Mogul-Herrschern bis zu den Taliban

 

Der Drogenanbau hat in Afghanistan eine lange Geschichte. Schon die süchtigen Mogul-Herrscher Indiens bezogen ihren Schlafmohn aus einigen Teilen des heutigen Afghanistans. Später, während der Anglo-Afghanischen Kriege, zeigten auch die Briten Interesse an der Droge. Dass diese damals viel vom Drogenhandel hielten, bewiesen der Erste sowie der Zweite Opiumkrieg, der zwischen Großbritannien und dem Kaiserreich China ausgetragen wurde. Beide Male verließen die Chinesen das Schlachtfeld als Verlierer und wurden dazu gezwungen, den Opiumhandel zu dulden. Da es jedoch nie zu einer erfolgreichen Kolonialisierung Afghanistans kam, mussten die Briten ihre Pläne ändern und sich zurückziehen. Nun, im 21. Jahrhundert, kann man Zeuge werden, wie der Drogenanbau und Handel in Afghanistan unter westlicher Besatzung regelrecht blüht.

 

Anfang der 90er, während der Regierungszeit Burhanuddin Rabbanis, wuchs der Schlafmohnanbau in Afghanistan maßgeblich. Die Regierung Rabbanis bestand hauptsächlich aus Kriegsverbrechern und Warlords. Auch der einstige Präsident, der 2011 durch ein Selbstmordattentat getötet wurde, wurde von Human Rights Watch für zahlreiche Menschenrechtsverbrechen verantwortlich gemacht. Es ist nicht verwunderlich, dass die damaligen Akteure sich durch den Drogenanbau bereicherten. Da der Westen sich nach dem Sieg gegen die Sowjets zurückgezogen hatte, musste eine andere Geldquelle her, damit man sich weiterhin Waffen beschaffen und gegenseitig bekriegen konnte. 1996 wurde die Warlord-Regierung aus Kabul verjagt, und die Taliban unter Mullah Omar rissen die Macht an sich. Der Drogenanbau ging jedoch weiter, die Taliban-Regierung war wie jede andere Regierung auf Steuern angewiesen. Da viele dieser Steuern von Drogenbaronen stammten, zog man es vor, den Opiumanbau vorerst nicht zu verbieten, obwohl er den Regeln des Islams widersprach. Erst nachdem die Staatskasse etwas gefüllt war und die Handelsrouten im Norden des Landes ebenfalls unter Taliban-Kontrolle standen, erklärte man den Drogenbossen den Kampf. Im Sommer 2000 ging daraus eine der erfolgreichsten Anti-Drogen-Kampagnen der Welt hervor. Mullah Omar, der damals auch auf Andrang der UN handelte, erklärte den Drogenanbau offiziell für „unislamisch“ und verbannte ihn. Dieses Verbot bewies sich innerhalb kürzester Zeit als äußerst effektiv. So schrumpfte zum Beispiel die Drogenproduktion in Helmand, der ertragreichsten Provinz des Landes, auf Null. (2)

 

 

 

 

 

Nach westlichem Einmarsch: Opiumexport floriert

 

Ein Jahr später begann der Einmarsch der westlichen Soldaten. Die Taliban wurden verjagt und plötzlich florierte der Drogenanbau am Hindukusch ein weiteres Mal. Gegenwärtig stammen mehr als neunzig Prozent des weltweiten Opiums aus Afghanistan. Die wichtigsten Produzenten befinden sich in den südlichen Provinzen Kandahar und Helmand. Der Drogenanbau in Kandahar liegt fest in der Hand des Karzai-Clans. Es ist kein Zufall, dass ein Angehöriger dieses Clans im Präsidentenpalast residiert. Mittlerweile weiß jedes Kind auf den Straßen Kabuls, dass die Familie des afghanischen Präsidenten am Opiumanbau beteiligt ist. Es ist auch ein offenes Geheimnis, dass mit den immens hohen Einnahmen unter anderem Luxusimmobilien in Dubai und anderswo gekauft werden, während das eigene Volk großteils immer noch hungert und in Armut lebt. Jener Mann, der sich mit diesen schmutzigen Geschäftigen weit über die afghanischen Grenzen hinaus einen Namen machte, war Karzais jüngerer Bruder Ahmad Wali, der 2011 bei einem Attentat getötet wurde. Ahmad Wali Karzai gehörte zu den mächtigsten und einflussreichsten Drogenbossen Afghanistans. Selbst greise Stammesälteste küssten seine Hände und wussten, dass mit diesem Mann nicht zu spaßen ist. Abgesehen davon war der Bruder des Präsidenten für seine engen Verbindungen zur CIA bekannt. Laut New York Times stand er auf deren Gehaltsliste (3). Ein weiterer Bruder Karzais, Qayum, ist ebenfalls ein führender Mann im Drogengeschäft. Qayum Karzai gehört gegenwärtig zu jenen Männern, die aus dem Hintergrund die Fäden ziehen. Manche Experten wie der afghanische Journalist Hanan Habibzai vermuten sogar, er könnte 2014 Hamid Karzais Nachfolger werden.

 

Unabhängig davon stellte die britische Zeitung Independent im Januar 2010 fest, dass die CIA jene Flugzeuge, die hauptsächlich für die Entführung sogenannter Terrorverdächtiger benutzt wurden, auch für den Transport von Drogen verwendet hat. Unter anderem fand man im Wrack eines solchen Flugzeugs, welches 2004 in Nicaragua abgestürzt war, eine Tonne Kokain. (4) Vor kurzem wurde außerdem bekannt, dass die afghanische Fluggesellschaft Kam Air mit ihren Maschinen Opium ins benachbarte Tadschikistan geschmuggelt haben soll. Die Fluggesellschaft bestreitet die Vorwürfe und meint, dass es dafür keinerlei Beweise gebe. (5) In der Provinz Helmand sind hauptsächlich britische Soldaten stationiert. In den ländlichen Gebieten dominieren die Taliban, weshalb es auch immer wieder zu Kampfhandlungen kommt. In der Vergangenheit wurden schon mehrmals Tonnen von Schlafmohn konfisziert und verbrannt. (6) Dennoch wächst der Opiumanbau. Mittlerweile werden allein in Helmand mehr Drogen produziert als in Kolumbien, Marokko oder Burma. Demnach hat das meiste Heroin auf den Straßen Europas, vor allem in Großbritannien, seinen Ursprung in dieser Region. Yousef Ali-Waezi, ein Regierungsbeamter und Berater Karzais, warf im Dezember 2011 den britischen Besatzern eine Mitbeteiligung am afghanischen Drogenhandel vor. Ali-Waezi meinte unter anderem, dass der Opiumanbau in Helmand von den Briten nicht nur toleriert, sondern auch gefördert werde (7). Diesbezüglich gab es keine Stellungnahme seitens der Regierung in London. Großbritanniens ehemaliger Premierminister Tony Blair hatte einst behauptet, dass der Kampf gegen den Drogenanbau einer der Hauptgründe für die Intervention gewesen sei (8).

 

 

 

Wichtige politische Akteure profitieren vom Opiumanbau

 

Tatsache ist, dass der Drogenanbau in Afghanistan weiterhin florieren wird. Alle wichtigen politischen Akteure in Afghanistan sind am Anbau interessiert, denn jeder profitiert davon. Die Taliban, die einst strikt gegen den Schlafmohnanbau vorgingen, haben gegenwärtig keine andere Wahl, denn irgendwie muss ihr Widerstand gegen die afghanische Armee und gegen die Besatzer finanziert werden. Die Warlords, die großteils in der Regierung sitzen und hohe Ämter bekleiden, achten stets auf ihre persönliche Bereicherung. Wie sie in den 1990er Jahren den Opiumanbau förderten, tun sie es heute noch. Das Problem ist, dass sie aufgrund der westlichen Unterstützung weiterhin unantastbar bleiben werden. Zudem zeigt ein Rückblick in die Geschichte, dass Großbritannien schon seit eh und je eine besondere Verbindung zum Drogenhandel pflegte. Das Gleiche gilt in etwa für die USA, die dieses Spiel nicht nur in Afghanistan spielen, sondern in nahezu ganz Südamerika.Die genannten Protagonisten zwingen den einfachen afghanischen Bauer, Opium anzubauen. Denn solange die Lebensgrundlage der Bauern nicht gesichert ist, solange er aufgrund von billigem, ausländischem Getreide nicht konkurrenzfähig ist, solange wird sich auch nichts ändern. {Quelle: www.hintergrund.de}

 

Anmerkungen

(1) http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-erwartet-in-afghanistan-rekordernte-bei-opium-a-894440.html

(2) http://www.chelseagreen.com/bookstore/item/killing_the_cranes

(3) http://www.nytimes.com/2009/10/28/world/asia/28intel.html?pagewanted=all&_r=1

(4) http://www.independent.co.uk/news/world/americas/us-waves-white-flag-in-disastrous-war-on-drugs-1870218.html

(5) http://tolonews.com/en/afghanistan/9205-kam-air-rejects-drug-smuggling-accusations

(6) http://www.tolonews.com/en/afghanistan/5530-21-tonnes-of-drugs-torched-in-helmand

(7) http://www.presstv.ir/detail/215748.html

(8) http://www.dailymail.co.uk/news/article-2102158/Heroin-production-Afghanistan-RISEN-61.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

Wenn der Inhalt dieses Artikels stimmt – und warum sollte er nicht stimmen, da Quellenverweise vorhanden – könnten wir versucht sein zu meinen, dass der Westen keine Terroristen in Afghanistan gejagt hat, sondern sich eine sichere Einfuhrquelle von Opiaten sichern wollte und will. Die Verbrennung von einzelnen Tonnen Kokain und anderer Drogen ist ja dann wohl nur ein heuchlerischer Akt – gestartet für die Öffentlichkeit, sich den letzten Rest von Moralität nach außen hin zu ergaunern.  Erstaunlich, dass die Taliban den Drogenhandel zumindest versucht haben, einzuschränken und dies auch wie bei Menschenrechtsverletzungen besonders gegen Frauen auch geschafft haben.  Es lässt tief blicken, dass ein Präsident dort im Sattel sitzt, dessen Bruder intensivste Verbindungen zum Drogengeschäft hielt und diese kriminell aufrecht erhielt.

 

Gibt es in Afghanistan nur die Pest (Taliban) oder die Cholera (Westen mit seiner Drogenförderung und seiner Unterstützung korrupter Politiker)?

Wo bleiben in Afghanistan die Politiker, die eine gesunde Gesellschaft ehrlich vertreten können?

 

Der Westen kann sich einfach nur noch schämen. Er hat aus Afghanistan ein Land gemacht, in dem der Drogenhandel seit seiner Besatzungsanwesenheit blüht. Der Westen sollte sich endlich einmal aufraffen, sich selbst zu fragen, welche moralisch-ethischen Werte er vertritt. Das Christentum hat er abgelegt, somit die Grundlage einer hochwertigen Ehtik. Dem sog. atheistischen Humanismus hat er sich verschrieben, welcher Abtreibungs- und Euthansielegitimierung zunehmend im Gepäck hat, einhergehend mit moralischem Verfall der Förderung des Genderismus und der moralischen Beliebigkeit. Am Beispiel Afghanistan jedenfalls sind alle Werte, die es wert wären, verteidigt zu werden wohl allein durch diese Aktion über Bord geworfen worden. Die Bundesregierung hilft somit mit ihrem Bundeswehreinsatz tatkräftig mit, den Drogenhandel in Afghanistan zu fördern und damit den weltweiten Drogenhandel.  Ja, sie beschützt mit der Anwesenheit der deutschen Soldaten den Drogenanbau. Wenn das unter die Formel:“Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt“ fällt, so verteidigt die Bundeswehr wohl auch das florierende  – Jugendliche hier in die Drogensucht führende und haltende  Drogengeschäft am Rande dieser Gesellschaft. Die Bundeswehr hilft somit mit, die Grundlage des Drogenhandels aufrecht zu erhalten, damit auf Kosten des hiesigen Steuerzahlers kostenintensive Therapien für Drogenkranke mit der gesamten Palette der Mitarbeiter der Sozialindustrie finanziert werden können und müssen.

 

Welche mehr als dubiose Rolle spielt hier der Westen?

 

Wer den Drogenanbau so fördert, indem er ihn zulässt und sogar durch Militärpräsenz auch noch schützt, gehört auf die Anklagebank. Letztlich betätigt sich auch unser Staat in Afghanistan als Rahmenbeschaffer für Drogendealer. Ist denn derjenige, der den Rahmen für den Drogenanbau schafft besser als derjenige, der sich seine Taschen mit dem Drogengeschäft füllt, ethisch-moralisch besser? Meines Erachtens haben dieser Staat und die übrigen Staaten des Westens die größere Schuld auf sich geladen, weil sie es zuließen und noch zulassen, dass dieses Giftzeug erst durch ihre Mithilfe in die Lage versetzt wird,  Menschen in aller Welt in die Drogensucht mit all ihrer sie begleitenden Beschaffungskriminalität und anderen zutiefst Menschen verachtenden Begleiterscheingungen  wie Prostitution aus Not, Kinderverkauf und Kindermissbrauch massiv zu treiben und somit die Kriminalität in ihren eigenen Ländern fördert. Somit verhalten sie sich nicht besser als die Taliban, die Frauen unterdrücken. Der Westen fördert die Frauenunterdrückung ebenfalls, indem er Frauen im Drogenmilieu zur Prostitution zwingt und somit die AIDS-Erkrankung und andere Erkrankungen billigend in Kauf nimmt. Zwangsprostitution gehen vielfach einher mit Drogenhandel. Die Regierungen fördern somit mafiaähnliche Strukturen – und das ist das Perfide – in ihren eigenen Ländern.

 

Die Staaten des Westens solten sich entscheiden, welchem Herrn sie dienen wollen. Dem Drogengott, der die Menschen in tiefste Abgründe und in den Tod führt oder aber dem dem Gott der Bibel, der für den Menschen genau das Gegenteil bereit hält, nämlich geistig-seelische Freiheit, die dem Menschen schon auf Erden  echte Hochgefühle ohne Drogen bescheren  kann. Der hl. Franziskus hatte auch eine Droge, nämlich Jesus selbst. Ich glaube, er hatte wahre Freiheit gefunden im Gegensatz zu den vielen  „staatlich geförderten“  Drogensüchtigen, zu denen auch leider Kinder zählen, die auf diese perfide Weise von Staaten in ihre Abhängigkeit geführt wurden und noch immer werden. Die Staaten des Westens sollten das „Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa“, das „Durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld“ wieder in den Blickpunkt des eigenen Handels stellen. Ich kann nicht den Drogendealer und Drogenbenutzer vor Gericht zerren, wenn ich als Rechtsstaat, der ich sein will, den Drogenhandel durch Wegsehen oder sogar durch Unterstützung und durch Ebnung des Weges in Afghanistan zum Blühen bringe. Diese Rechtsauffassung ist zutiefst fragwürdig und schon nicht mehr grenzwertig, sondern hier sind Grenzen weit überschritten worden.

 

Und wieder einmal ist es unser Fazit,

dass die Gesellschaft, je weiter sie sich von der Lehre Jesu entfernt,

dem Verfall preisgegeben ist.

 

Eine Gesellschaft, die  als Lebenssinngebung nur noch Geld und Reichtum  und dem alternativlosen Wirtschafts- und Eurogott als Gott und Religionsersatz den Menschen anbieten kann, verliert jede Hemmung, sich vor der Einführung  der anarchischen Moral, bei der alles in beliebigkeitshöriger und relativistischer gleichmacherischer Weise erlaubt und möglich ist, zu schützen. Denn eine solche Gesellschaft fördert den egoistischen Narzissmus eines jeden Einzelnen, dem zunehmend die Wichtigkeit des uneigennützigen  „DU“ abhanden kommt.

 

 

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