kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Angst vor dem „König Abdullah Zentrum“ 12. Juli 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 16:49

Einheimische – Ausländer – Menschenrechtler

 

 

 
Beim künftigen Forum für interreligiösen Dialog

kommt es nicht auf den Namen und Geldgeber an,

sondern was Gesprächspartner daraus machen.

 

Der Regierungsparteien gaben im Nationalrat grünes Licht für das „König Abdullah Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“, das im November in Wien eröffnet werden soll. Die Idee kommt schräg daher, denn dass ausgerechnet Saudi-Arabien, wo alle Religionen außer dem Islam verfolgt werden, mit Österreich und Spanien zum religiösen Dialog einlädt, könne doch nur einer der übelsten Propagandatricks sein. So lassen die Kritiker bereits von sich hören, manche sehr heftig. Ganz unrecht haben sie nicht. Aber die Vertreter zwölf bedeutender Religionen haben das Gesprächsangebot angenommen. Im Directory Board sind der von der österreichischen Bischofskonferenz nominierte Michael Weninger, Oberrabbiner David Rosen, Anglikaner, Buddhisten, Hinduisten und islamische Repräsentanten zu finden.

 

Eine gelassene Antwort ist am ehesten außerhalb aller akuten Probleme zwischen Islam und Christenheit sowie Orient und Okzident zu finden. Dialog hat in den vergangenen Jahrzehnten nie geschadet, solange die teilnehmende Mehrheit nicht einem Rattenfänger nachgelaufen ist. Auch eine gute österreichische Tradition war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geboren worden und ist dank vieler Reformschübe bis heute aktuell: „Alpbach“ funktioniert als offenes Forum bester Köpfe. Das größte Dialogspektakel während des Kalten Krieges war die 1973 in Helsinki eröffnete „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (KSZE). An ihr nahmen die USA, die Sowjetunion und alle europäischen Staaten mit Ausnahme Albaniens teil. Sie ging auf einen vieljährigen Wunsch Moskaus zurück, das heißt, dass der Westen Fallen nicht nur witterte, sondern auch erkannte. Deshalb schickten Nato- und neutrale Staaten ausgezeichnete Spitzendiplomaten ins Gefecht mit den Absolventen kommunistischer Parteischulen. Sie rangen zäh um Zugeständnisse einschließlich größerer Informationsfreiheit und humanitärer Erleichterungen. Als Sowjetparteichef Leonid Breschnew, US-Präsidenten Gerald Ford und die übrigen Staats- oder Regierungschefs die Schlussakte von Helsinki unterzeichnet hatten, brach zwar nicht die Demokratie aus, aber die wachsende Dissidentenbewegung in Osteuropa fand in der KSZE-Schlussakte eine willkommene Argumentationsbasis. Auch die (west-)deutsche Ostpolitik vor allem des Bundeskanzlers Willy Brandt ist zu erwähnen, die viele Skeptiker auf den Plan rief, aber zur Auflockerung führte, zumal sie schließlich einer ihrer Bekämpfer, der zum Bundeskanzler gewordenen Helmut Kohl nicht in „Verzichtpolitik“ münden ließ, sondern zur deutschen Einheit vollendete.

 

 

Ein umfassender Dialog der Religionen in einem von den Saudis finanzierten Forum wird nur dann in einem Desaster enden,

wenn Christen, Juden, Buddhisten, Hindus und so weiter

naive Hasenfüße aufs Podium schicken.

Wenn Saudis einen Religionsdialog finanzieren,

sollte man sie aber nicht nur einmal,

sondern fortwährend fragen, wie es um die Religionen in Saudi-Arabien und Umgebung steht.

{Quelle: www.wienerzeitung.at –  Von Engelbert Washietl}

 

 

 

Bandion-Ortner verteidigt „König-Abdullah-Zentrum

 

 

Ex-VP-Justizministerin Bandion-Ortner

verteidigt ihre umstrittene Position im „König-Abdullah-Zentrum“.

FPK-Chef Scheuch rät sie indes zum Rücktritt.

 

 

Die ehemalige VP-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner hat ihre umstrittene Position als stellvertretende Generalsekretärin des internationalen „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“, dessen Gründung in Wien zwischen Österreich, Saudi-Arabien und Spanien vertraglich vereinbart wurde und das am 26. November eröffnet wird, verteidigt. Das Dialogzentrum sei kein saudisches Zentrum, sondern ein internationales, das zu Dialog führen solle, sagte sie in der „ZiB 24“ am Mittwoch. Im Direktorium der Einrichtung werden Vertreter mehrerer Religionen repräsentiert sein, einschließlich des Judentums.

 

 

Zentrum wird von Saudi-Arabien finanziert

 

Umstritten ist das Zentrum vor allem, weil es von Saudi-Arabien finanziert wird. Der arabische Staat steht immer wieder wegen seiner Haltung in Religionsfragen in der Kritik. In Saudi-Arabien darf lediglich die wahhabitische Auslegung des sunnitischen Islam frei ausgeübt werden; der „Abfall vom Islam“ wird mit der Todesstrafe bedroht. Auch auf andere Vergehen steht die Todesstrafe. Für Frauen ist das Tragen von langen Gewändern und schwarzen Kopftüchern Vorschrift. Im islamischen Königreich ist ihnen zudem das Autofahren streng untersagt. Sie werde das Amt interimsmäßig bis November ausführen, dann werde weiter entschieden, so Bandion-Ortner. Das Zentrum werde von einer saudischen Stiftung für die nächsten drei Jahre finanziert. Diese würde dann wohl auch ab November für das Gehalt der Ex-Ministerin aufkommen. „Das ist eine riesige Herausforderung für mich und wahnsinnig interessant“, so Bandion-Ortner. „Ich bin auch gegen die Todesstrafe (…), aber ich bin auch für Dialog.“ Saudi-Arabien habe die Initiative gestartet und man müsse dem entgegenkommen. Das Zentrum könne zum Dialog beitragen.

 

 

„Als Politiker soll man Konsequenzen ziehen“

 

Zur Causa des FPK-Chefs Uwe Scheuch meinte die ehemalige Justizministerin, „als Politiker soll man schon Konsequenzen ziehen“, wenn es zu einem rechtskräftigen Urteil kommen sollte. Der FPK-Politiker war vor dem Wochenende zu sieben Monaten bedingter Haft und 150.000 Euro Geldstrafe nicht rechtskräftig verurteilt worden, ein automatischer Amtsverlust tritt erst ab einer unbedingten Haftstrafe von zwölf Monaten ein. Bei bedingten Verurteilungen gibt es überhaupt keine Konsequenzen. Bandion-Ortner meinte, dass die Grenze von zwölf Monaten bleiben solle, „vom moralischen Aspekt“ sollte ein Politiker „schon vorher seinen Hut nehmen“, weil Politiker Vorbildfunktion hätten. {Quelle: diepresse.com}

 

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