kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Lebensmüder schwarzer Jesus erzürnt Südafrika 6. Juli 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 16:12

 
Ein afrikanischer Jesus, der sich erhängt:

Dieses umstrittene Online-Video hat in Südafrika alte Wunden aufgerissen.

Die Menschenrechts-Kommission ermittelt.

 

Ein letztes Gebet, ein Abschiedsbrief, und dann ist Jesus tot. In Südafrika zieht derzeit ein Trickfilm alle Aufmerksamkeit und zugleich den Groll Tausender Gläubiger auf sich. Im Mittelpunkt steht ein Jesus mit schwarzer Hautfarbe. Als er erfährt, dass seine DNA nicht mit der von Gott übereinstimmt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er sieht keinen anderen Ausweg, als sich zu erhängen. Auf YouTube zählt das Video bereits über 100 000 Zugriffe. Aus dem Spass wurde aber schnell Ernst. Denn in Südafrika hat der zweiminütige Clip alte Wunden wieder aufgerissen: Jesus ist in dem Video nicht nur schwarz, sondern auch ein Angehöriger der Shangaan. Diese Volksgruppe ist eine von mehr als zehn Ethnien in dem Vielvölkerstaat. Viele sehen Jesus‘ Entsetzen als Angriff auf sich und ihre Familie.

 

 

Gegen die Verfassung?

 

Konservative Christen waren die ersten, die gegen einen schwarzen Messias und seinen Selbstmord protestierten. Bald regten sich aber auch die Stimmen der Shangaan oder Tsonga, von denen rund 1,5 Millionen in Südafrika leben und etwa dreimal so viele in den Nachbarländern Mosambik, Simbabwe und Swasiland. Ein Teil der Volksgruppe sieht Artikel II der südafrikanischen Verfassung verletzt, der jede Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion oder Geschlecht verbietet. Für viele gilt es im Südafrika nach dem Ende der Apartheid 1994 als Tabu, öffentlich über eine Ethnie zu scherzen. Für die 32-jährige Caroline Sithole aus der Hauptstadt Pretoria ging der üble Scherz so weit, dass sie eine Klage bei der Menschenrechts-Kommission einreichte. Die Institution wurde 1995 geschaffen, um Diskriminierungen aufzudecken. Sithole sieht sich persönlich angegriffen: Nicht nur weil Jesus zweifelt, dass jemand die Auferstehung eines Shangaan ernst nehmen könnte, auch weil er versucht, sich seine «Shangaan-Heit» mit Orangen abzuschrubben. Als dieser Versuch fehlschlägt, schreibt Jesus einen Abschiedsbrief an Gott, in dem er ihn bittet, sich um sein Hausschwein zu kümmern, und seine Habseligkeiten an David und Gabriel vermacht.

 

 

«Großmütter verbrennen»

 

Die Zeichner des Kurzfilms verteidigen ihr Werk. Der Gründer von Mdu Comics sagte in einem Statement, das Video sei nicht beleidigend. «Jede Volksgruppe macht sich über die andere lustig – so ist es eben.» Schon in der Vergangenheit produzierte die kleine Agentur in Johannesburg Videos, die manchem aufstiessen. In einem zieht Jesus in die Provinz Limpopo – die Heimat der meisten Shangaan in Südafrika. Bald merkt er, dass er verhext ist, und will deshalb «möglichst viele Grossmütter in Limpopo verbrennen». Wenige Tage nach der Veröffentlichung schrieb die Bloggerin Amanda Masuku: «Frag irgendjemanden in Afrika, zu welcher anderen Ethnie er gehören will, und du bekommst die Antwort: Bloss nicht die Shangaan.» Die Ressentiments gegenüber den Shangaan sind uralt und existieren bis heute, wenn auch unterschwellig. Oft werden sie in Hinblick auf ihre Geschichte als Bürger zweiter Klasse behandelt. Der Stamm lebte einst führerlos, dafür in Frieden. Erst um 1820 vermischten sich die schwarzen Bantu-Völker an Afrikas Südspitze, und ein Zulu-General übernahm die Macht über die Shangaan.

 

 

Rachegefühle und Verständnislosigkeit

 

Caroline Sithole versetzte das Video nach eigenen Angaben in ihre schmerzliche Kindheit zurück. Damals sei sie von anderen Kindern wegen ihrer Zugehörigkeit gehänselt worden, und auch ihr jugendlicher Sohn leugne seine Abstammung. Ein Kommentator in einem Webportal schrieb an die Adresse des Zeichners: «Du hast uns verletzt. Ich hoffe, du legst das nicht als deine Freiheit auf Meinungsäusserung aus.» Während ein Leserbrief fragt, weshalb man auf der «unantastbaren Religion» herumtrampeln müsse, wundert sich ein weiterer: «Weshalb kommt der Produzent so einfach davon? Wäre es eine Mohammed-Karikatur gewesen, hätte er es nicht gewagt.» Die Menschenrechts-Kommission bestätigte inzwischen, dass eine zweite Klage gegen den Zeichner eingereicht wurde. {Quelle: www.20min.ch – von Markus Schönherr, Kapstadt}

 

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