kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Heilige Verena 29. September 2010

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Von frommen Frauen jener Zeit ist uns durch Sage und Legende am ausführlichsten der Lebenslauf der Heiligen Einsiedlerin Verena bekannt geblieben.

Verena, eine Jungfrau von adeliger Abkunft, kam mit der Thebäischen Legion, welche von Kaiser Maximinian zum Kriegsdienste ausgehoben wurde, und deren Oberst Mauritius ihr Verwandter war, nach Mailand. Ihr Vormund, der ehrwürdige Greis Viktor, hatte die verlassene Waise bei einer angesehenen christlichen Familie untergebracht. Dort besuchte die fromme Jungfrau während der grausamen Christenverfolgungen voll des innigsten Mitleids die Gefangenen in ihren schauerlichen Gefängnissen, tröstete, ermutigte sie im Glauben an Christus und erquickte sie mit Speise und Trank. Bald aber erlaubte man dem Engel des Trostes nicht mehr, die Gefangenen zu besuchen. Der christliche Familienvater Maximus, bei dem Verena mehrere Jahre gewohnt hatte, wurde gefangen genommen, sie selbst als eine Fremde aus der Stadt vertrieben. Um sich eine stille Zufluchtsstätte zu suchen, überstieg sie die Alpen, kam in das Rhonetal, in die Gegend von Martinach (Martigny), und vernahm, daß hier die Thebäische Legion, mit ihr auch ihr geliebter Vormund Viktor, wegen ihres christlichen Glaubens von den heidnischen Soldaten des römischen Kaisers ermordet worden sei. Verena benetzte den blutgetränkten Boden mit ihren Tränen und pries die starkmütigen Märtyrer glücklich.

Von den Heiden vertrieben, zog Verena weiter über die Waadt nach Bern und kam an die Aare bei Solothurn. Hier verbarg sie sich in einer Felsenhöhle. Niemand wusste ihren Aufenthalt, außer einer christlichen Witwe, die sie von Zeit zu Zeit mit Speisen versah und dafür Handarbeiten entgegennahm, in denen Verena sehr geschickt war. (more…)

 

Unsere Heiligen sind keine Legende 26. Juli 2010

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Der Heilige Christophorus – Der Träger Christi


Zunächst einmal danke ich seiner Eminenz Kardinal Christoph Schönborn, dem Kardinal Österreichs, den ich sehr schätze, für seinen kurzen Artikel in dem Gratis-Blatt „Heute“ über den Heiligen Christophorus. Ein Wort aber hat mich dermaßen entsetzt, und zwar „Legende“!

Wir Christen sollen von der Welt nichts übernehmen, sondern der Welt geben, was sie nicht kennt und sehnsüchtig darauf wartet, etwas von uns zu bekommen. Wenn ich das in manchen Zeitungen lese, schüttele ich den Kopf und sage: „Verzeih ihnen, barmherziger Gott. Denn sie wissen nicht, was sie tun“! Wenn die Kirche diesen Begriff sogar verwendet, dann gibt sie zu, dass der ganze Glaube auf Legenden fußt. Was ich über die Heiligen drei Könige (Sterndeuter sind keine Legende) schrieb, wird bis jetzt gelesen, weil die Menschen sich von dem Gegenteil überzeugen möchten und eine Bestätigung suchen. Ich bekomme „Gänsehaut“, wenn ich im Radio oder Fernsehen höre und sehe, wie denselben Begriff verwendet wird, wenn es über die Geburt, Taufe, Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi gesprochen wird.

Unsere Heiligen sind ein Faktum und Realität. Ich war persönlich im Kloster des Heiligen Antonius am roten Meer und sah seine Klause, die er ganz oben ausgehöhlt hatte. Überall in Ägypten von Kairo bis Assyot kann man die Spuren mit eigenen Augen sehen, welche die Heilige Familie hinterlassen hatte, als sie dreieinhalb Jahre bei uns verbracht hatte. Heute erzähle ich etwas über den Heiligen Christophorus, den ich in meiner Kindheit kennenlernen durfte, als mein Vater mir ein silbernes Kreuz schenkte, auf einer dessen Seiten diesen Heiligen abgebildet war. Durch die Sonntagsschule in Alexandria erfuhr ich mehr über ihn. Er erinnert mich an den Heiligen Bischoy und den Heiligen Moses, den Schwarzen (beide finden Sie unter der Rubrik „Heilige der koptischen Kirche“). Der Heilige Bischoy durfte den Schöpfer und Heiland der Welt tragen, weil er sichdachte, sich über einen Greis erbarmt zu haben. (more…)

 

Der Wüstenkämpfer – der Heilige Bischoy 14. Juli 2010

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Am 08. des koptischen Monates Abib feiert die koptische Kirche den Gedenktag des Heiligen Bischoy. Dieser Heilige genießt in Ägypten eine besondere Berühmt- und Beliebtheit, weil der Herr, Jesus Christus, ihm etliche Male erschien. Daher sieht man ihn, wie er dem Herrn die Füße wusch oder ihn auf seinen Schultern trug. In Schi-Hats Wüste lebten Tausende von Mönchen und es gab Hunderte von Klöstern, bis die Araber im 8. Jahrhundert Ägypten eroberten und allmählich das Land islamisierten. Abertausende Kirchen und Klöster wurden dem Boden gleich gemacht oder in Moscheen verwandelt. Schi-Hat (Waage der Herzen) ist heute als Natrontal (Wadi Alnatron) bekannt und bietet uns Kopten nur vier Klöster (Kloster der Heiligen Jungfrau Maria, welches als Elbaramos bekannt ist – Kloster der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Johannes Kama, welches als Syrer-Kloster bekannt ist – Kloster des Heiligen Bischoy – Kloster des Heiligen Makarius). Wer mal das Kloster des Heiligen Bischoy besuchen wird, kann den Segen des bis jetzt unversehrten Leichnams des Heiligen Bischoy erhalten, der in einem zylinderförmigen Behälter verwahrt wird. Man sieht seine kleine Höhle, die man geduckt betreten muss, egal wie klein man ist. Dort lebte er und verbrachte die Zeit in Gebet und Fasten. Damit er nicht von der Schläfrigkeit überwältigt wurde, während er betete, band er sein Haar mit einem Seil, das er an der Decke befestigte.

Bevor ich Sie mit ein paar Zeilen über den Planeten der Wüste und vollkommenen Mann, den Christus liebte, wie er genannt wird, lasse, erzähle ich Ihnen etwas über den Leichnam des Heiligen Bischoy, der im Jahr 488 n. Chr. entschlief. Die Geschichte findet man leider nicht in der Biographie des Heiligen. Jedoch kennen sie viele Mönche und Laien. Ich hörte sie von meiner Großmutter, als ich ein kleiner Bengel war. Vor ein paar Minuten telefonierte ich mit einem Mönch, der sie mir bestätigte. Dasselbe tat ich mit etlichen Laien und Theologen. Alle kennen sie! Bis zur Zeit der Dynastie Mohamed Alis war es ein Brauch, dass die Menschen zum Kloster des Heiligen kamen, um seinen Segen zu erhalten. Der Sarkophag, in dem der Leichnam verwahrt war, hatte eine Öffnung an der rechten Seite, durch die er seine rechte Hand ausstreckte, um einen Gläubigen zu segnen. Eines Tages kam ein muslimischer Prinz ins Kloster und wie üblich verhöhnte er den christlichen Glauben. (more…)

 

Der Heilige Mose, der Schwarze 30. Juni 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 02:18

Hl. Mose, der Schwarze

Wenn der Monat Juni sich dem Ende zuneigt, erinnere ich mich an den Heiligen Mose, den Schwarzen, dem die koptische Kirche gedenkt. Damit unsere protestantischen Geschwister in Christus keinen Anstoß nehmen, sage ich vom Anfang an, dass wir nur den Herrn, Jesus Christus, verherrlichen und anbeten. Wir gedenken der Heiligen, um von ihren Taten und guten Eigenschaften zu lernen, was dazu führen sollte, dass wir etwas für unser geistiges Wachstum gewinnen. Dabei hält man sich an den biblischen Ratschlag, den Christus jedem von uns durch den Heiligen Paulus gibt: „Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben; schaut auf das Ende ihres Glaubens und ahmt ihren Glauben nach“ (Heb.13:7). Von jedem und jeder der Heiligen lernt man eine Tugend.

Wenn es sich um die Buße handelt, dann ist der Heilige Mose, der Schwarze, das beste Vorbild. Nicht umsonst nennt die koptische Kirche ihn „den Starken“. Seine Stärke sieht man nicht nur an der jähen Wende in seinem Leben, sondern an seiner Entschlossenheit. Wie kann ein Räuber, der jede erdenkliche Sünde beging, ein Mönch werden, der zum irdischen Engel wurde? Wie konnte er fasten und sich mit wenig Wasser und Brot begnügen, nachdem er ein ganzes Schaf und jede Menge Wein an einer einzigen Mahlzeit zu sich nahm?

Das ist die Buße, welche die Gnade Jesu Christi wirken lässt. Über die Buße sagte der Heilige Isaak, der Syrer: „Wer schätzt dich nicht, du Buße, außer dem Teufel, weil du ihn dauernd bekämpfst. Keinem Menschen, der dem Bösen zum Opfer fiel, bist du nicht zur Hilfe geeilt. Keinen Menschen, den der Teufel verschlang, und der nach dir schrie, hast du im Stich gelassen. Den Bauch des Satans hast du aufgeschlitzt, um ihn zu befreien. Der dich erbat, während er zwischen den Zähnen des Teufels war, hast du dem Widersacher die Zähne zerschlagen, um den Zerknirschten zu erretten. Du eilst  jedem zur Hilfe, den der Böse gefangen hielt, obwohl er sich von dir fernhielt, um ihn loszueisen. Keiner nahm dich als einen Verbündeten im Kampf, du teuere Buße, ohne dass du ihm seine Feinde zu Füßen gelegt hast“. Ich lasse Sie jetzt mit einem dünnen Hauch der Biographie des Heiligen Mose, des Schwarzen. Nehmen Sie sich ein Beispiel an ihm und handeln Sie schnell, bevor es zu spät wird. (more…)

 

Zum Gedenktag des Heiligen Markus 8. Mai 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 05:34

Der Schauer Gottes – Der Heilige Markus
Der Apostel, der Evangelist und der Märtyrer

       Wir schulden diesem großen Heiligen unseren Glauben, der in unserem Land den Namen Christi verkündete. Er vergoss sein reines Blut auf unserem Boden, damit das Wort des Herrn uns erreichen konnte. Wir schulden diesem Heiligen ebenfalls vieles. Denn er war der Erste, der uns das Evangelium niederschrieb, in dem er das Leben Christi, seine Werke und seine Erlösung für die Menschheit aufschrieb.

       Wir stehen in der Schuld dieses Heiligen, nach dessen Namen die erste Kirche in unserem Land benannt wurde. In dieser Kirche wurde sein reiner Leib begraben. Bei diesem Leib und von seinem Grab aus wurden die Päpste gewählt, deren erste Tätigkeit darin bestand, an seinem Grab um seinen Segen zu bitten. Sie nahmen sein reines Haupt in die Arme und bekleideten es mit einer neuen Hülle. Diesem großen Heiligen sind wir verpflichtet, der den Namen Christi in Ägypten, Libyen, Zypern, in einigen Ländern Asiens, in Rom und in einigen Ländern Europas verkündete. In der Stadt Venedig wird der Heilige Markus besonders verehrt. Zahlreiche Städte und Länder erbitten seinen Segen. Er ist der Apostel, Missionar, Evangelist, Märtyrer und der Seher Gottes, dessen Haus die erste Kirche auf der Welt war (Apg.12:12).

       In seinem Hause gründete der Herr das Sakrament der Eucharistie. Dort kam der Heilige Geist auf die Jünger herab. Das ist der Heilige, der viele Wunder wirkte. Durch einen Löwen wird er symbolisiert, der wiederum ein Sinnbild für sein Evangelium und die Wesensart seines Evangeliums ist. Wie sehr haben wir diesen Heiligen in der Vergangenheit vernachlässigt. (more…)

 

Mutter Dolagy, die Märtyrerin, und ihre vier Kinder 19. März 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 04:00

Mutter Dolagy und ihre Kinder

In der Stadt Essna (Bundesland Kena) wuchs die Heilige Mutter Dolagy heran. Diese Stadt war der bischöfliche Sitz zur Ära des Bischofs Ammonius, des Märtyrers. Sie gilt als eine der bekanntesten Heiligen Oberägyptens. Ihr starker Glaube und die Weise, auf die sie den Märtyrertod erlitt, machte sie zur Schutzpatronin dieser Stadt und des ganzen Süden Ägyptens. Höchstwahrscheinlich war sie eine Witwe, die vier Kinder hatte: Sorous, Herman, Abanova und Schantas. Diese kolossale Frau lebte nach den Geboten der Heiligen Schrift, wo sie das Wort Gottes und die Liebe gegenüber allen Menschen in ihrem Herzen bewahrte. Zu sich und ihren Kinder war sie im Bezug auf den christlichen Glauben ehrlich und überaus entschlossen.

       Daher verzagten ihre Kinder nicht, als sie mit starkem Glauben und beispiellosem Mut vor dem Statthalter standen. Die Überlieferung berichtet uns darüber, dass sie wohlhabend war. Ihr ganzes Vermögen verteilte sie überzeugt unter den Bedürftigen, Witwen und Waisen.

       Diokletian, der Tyrann, schickte den Statthalter Arianus von Anssina (Dorf Scheich Ebadda bei Malawy – Minya) in den Süden Ägyptens, um alle Christen dort zu vernichten, und um ihre Priester und Mönche zu schlachten. Die Stadt Essna war sehr reich an ihren Heiligen, ob Klerus oder Laien. Als der Statthalter die Stadt betrat, die Christus anbetete und ihm die Treue hielt, traf er auf vier Jugendliche, welche eine mit Wassermelonen beladene Kutsche führten. Arsanius hielt sie auf, um zu prüfen, wie das Christentum in dieser Stadt verankert war. Da befiel er ihnen, sich vor die Götzen niederzuwerfen. Entschlossen lehnten sie alle das ab. Dabei bekannten die vier jungen Männer ihren christlichen Glauben. Jedoch versuchte er, sie durch alle möglichen Verführungen davon abzubringen, was doch misslang.

       Wütend schwor der Statthalter den vier Jugendlichen, sie erbarmungslos zu foltern und dann zu enthaupten. Trotzdem lehnten sie strengst ab, den Götzen zu huldigen. Beharrlich äußerten sie, dass sie den einen dreifaltigen Gott anbeteten. (more…)

 

Papst Kyrillos und Gamal Abd Elnasser 16. März 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 20:06

Papst Kyrillos mit Nasser

Wenn ich ehrlich sein soll, war die Ära Nassers viel erträglicher als die beiden von Saddat und Mubarak, obwohl die Letzte die Schlimmste ist; vielleicht weil er seit fast 30 Jahren an der Macht ist. Als Nasser Ägypten regierte, haben die Kopten nicht diese Unruhen erlebt, die sie jetzt fast jede Woche unterschlucken müssen. Wenn man die Bilder seiner Heiligkeit Papst Kyrillos mit Nasser ansieht, fällt man auf, wie Nasser diesen Giganten ehrte. Ihn und noch den äthiopischen Kaiser Heile Selasie führte Papst Kyrillos wie kleine Kinder an der Hand. Von dieser Szene existieren jede Menge Fotos, die in allen Büchern zu finden sind, die über Papst Kyrillos verfasst wurden. Wie und wann begann diese innige Beziehung?

       Man liest die Geschichte in den unzähligen Büchern über Papst Kyrillos, der für eine geistige Erweckung innerhalb der koptischen Kirche sorgte. Denn er war ein Mann des Gebets und besaß die Früchte und Gaben des Heiligen Geistes (Gal.5:22 – 2Kor.6:4-10). Was der Heilige Sarabamon (bekannt als der Verschleierte) mit der Tochter des muslimischen Herrschers Mohamed Ali (Prinzessin Zohra) tat, wirkte Papst Kyrillos mit der Kraft Jesu Christi an der Tochter des muslimischen Staatschefs Gamal Abd Elnasser. Das Ganze begann folgendermaßen:

       Zu Beginn seines Dienstes als Papst der koptischen Kirche im Jahr 1959, bat Papst Kyrillos mehr als zehn Mal um einen Termin bei Nasser, damit er mit dem Präsidenten einige Probleme der Kopten besprechen konnte. Alle Anrufe brachten Nichts! Ein Parlamentarier (ein Moslem), dessen Sohn Papst Kyrillos heilte, besuchte seine Heiligkeit oft und verehrte ihn. Bei einem dieser Besuche bat er seine Bereitschaft an, ein baldiges Treffen mit Nasser zu organisieren. Tatsächlich holte er seine Heiligkeit mit seinem Auto ab, und führte ihn zum republikanischen Palast (heißt so in Ägypten). Sehr unfreundlich empfing Nasser den koptischen Papst. (more…)

 

Die Heilige Damiana, die Märtyrerin 15. März 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 19:07

Hl. Damiana, die Märtyrerin

Sie war die Tochter des Statthalters Markus, der über Borollos herrschte. Als Damiana ein Jahr alt war, nahm ihr Vater sie zur Kirche, wo er Opfergaben darbrachte. Da bat er den Herrn, seine Tochter zu behüten. Mit 15 wollte ihr Vater, dass sie heiratet. Dies lehnte sie ab, und verriet ihrem Vater, dass sie ein Gelübde ablegte, ihr Leben dem Herrn, Christus, zu widmen. Als sie zusah, wie ihr Vater damit einverstanden war, bat sie ihn, ihr ein Schloss erbauen zu lassen, damit sie darin mit ihren 40 Freundinnen den Herrn anbeten konnte.      .

       Ihr Vater erfüllte ihr diesen Wunsch und sie verbrachte mit den 40 Jungfrauen die meiste Zeit beim Lesen der Heiligen Schrift und Gebet. Nach einiger Zeit ließ Kaiser Diokletian ihren Vater zu sich kommen und befahl ihm, die Götzen anzubeten. Anfangs weigerte Markus sich, dies zu tun. Jedoch gab er nach, nachdem der Kaiser ihn besänftigte. Als Damiana davon hörte, eilte sie zu ihm. Sie tadelte ihn mit den Worten: „Wie konntest du deinen Gott verleugnen, der dich aus dem Nichts erschuf und dir seine Liebe am Kreuz erwies? Es ist besser, den Märtyrertod zu erleiden, als die Götzen zu verehren und Christus zu verleugnen. Als Märtyrer wirst du im Himmel mit Christus weiterleben. Wenn du aber ihn verleumdest, wirst du mit dem Teufel in die Höhle gestürzt“. Bitterlich weinte Markus und kam zum Entschluss, zu Diokletian zu gehen und seinen Glauben an Christus zu bekennen. Demzufolge ließ der Tyrann den Statthalter enthaupten. Allerdings erfuhr er, dass dessen Tochter Damiana dahinter steckte.

       Zu ihr schickte der Kaiser einen Prinzen, der 100 Soldaten und Martergeräte mitnahm. Er sollte sie von ihrem Glauben abbringen, und wenn sie nicht auf ihn hörte, sollte er sie enthaupten. Anfangs versprach er ihr im Auftrag des Kaisers alles zu schenken, was ihr Herz begehrte, wenn sie die Götzen verehrte. Folglich verfluchte die Heilige Damiana seine aus Menschenhänden geformten Götzen und bekannte ihren christlichen Glauben. (more…)

 

Nonnen in Männergestalt 14. März 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 16:52

Hl. Maria, die Ägypterin

Im Laufe der Geschichte und besonders in den ersten Jahrhunderten wurden viele Fälle von der Tarnung bekannt, welche um der Erlösung der Seele willen begangen wurde, da die Erlösung das Wichtigste im Leben eines Menschen ist, für die man alles opfert. Es ging dabei nicht nur um die Verkleidung einer jungen Frau als männliche Person, sondern auch um viele der Heiligen, welche unter einem Decknamen und in fremden Orten lebten. Dies taten sie, um dem vergänglichen Ruhm zu entfliehen, und um sich zu sichern, dass sie ungestört ihrem geistlichen Kampf nachgehen konnten, was sie unter ihren Leuten vermissten. Als Beispiel nennt man den Heiligen Befnotius, der sich als einen Laien ausgab. Er zog ins Kloster des Heiligen Pachomius im Süden Ägyptens und verließ sein Kloster bei Port-Saaid. Als man seine wahre Identität erkannte, floh er erneut und hielt sich in der Höhle des Heiligen Gerom in Betlehem auf. 

       Bestimmt war es keineswegs leicht, dass eine junge Frau als Mann für lange Zeit leben konnte. Denn dies kostete sie doppelt soviel an Mühe und Bürde. Dennoch nahmen die Bräute Christi das alles dem Bräutigam ihrer Seelen zuliebe hin. Einigen von ihnen wurde Unzucht zu Unrecht vorgeworfen. Ohne sich zu verteidigen, lebten sie als Frevler bis ihrem Tod. Was man allerdings beachten sollte, wie die übrigen Mönche gar nicht bemerkten, dass eine Frau jahrelang unter ihnen weilte!?! Jeder von ihnen interessierte sich lediglich für die Erlösung seiner Seele. Laut monastischer Grundsätze gehört es sich nicht, dass einer den anderen anstarrt. Ebenso hat ein Mönch das Schwatzen, viele Besuche und Freundschaften zu vermeiden, damit die Liebe und Ehrfurcht zu Christus im Herzen nicht dadurch allmählich schrumpfen. (more…)

 

Berühmte Frauen in der Bibel und der Geschichte 12. März 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 22:11

Hl. Repekka und ihre 5 Kinder

Auf allen Gebieten erwies sich die Frau als erfolgreich und begabt. Was die Weisheit anbelangt, nennen wir Abigajil als hervorragendes Beispiel dafür. Denn es gelang ihr, dem Propheten und König David eine Lektion zu erteilen. Er sagte zu ihr: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der dich mir heute entgegengeschickt hat. Gepriesen sei deine Klugheit und gepriesen seist du, weil du mich heute daran gehindert hast, Blutschuld auf mich zu laden und mir selbst zu helfen“ (1Sam.25:32). Bei der Führung kommt uns Debora in den Sinn. Sie war eine der Richter Israels. „Barak sagte zu ihr: Wenn du mit mir gehst, werde ich gehen. Wenn du aber nicht mit mir gehst, werde ich nicht gehen. Sie sagte: Ja, ich gehe mit dir. Aber der Ruhm bei dem Unternehmen, zu dem du ausziehst, wird dann nicht dir zuteil. Denn der Herr wird Sisera der Hand einer Frau ausliefern. Da sagte Debora zu Barak: Auf! Denn das ist der Tag, an dem der Herr den Sisera in deine Gewalt gegeben hat. Ja, der Herr zieht selbst vor dir her“ (Ri.4:8-14).

       Wenn es um Tapferkeit geht, erwähnt man die Heilige Damiana. Sie war tapferer als ihr Vater Markus, der Statthalter. Sie ermutigte ihn, bis er den christlichen Glauben bekannte und den Märtyrertod erlitt, nachdem er Christus zuvor verleugnete. Bei dem Gespräch über hingebungsvolle Treue werden die Marien ins Gedächtnis gerufen. Sie folgten Christus bis zum Kreuz und blieben an seiner Seite. Mit den anderen Frauen gingen sie in der Frühe zum Grab. Zu jener Zeit verschanzten sich die Jünger aus Angst vor den Juden in dem Obergemach. Bezüglich der Hingabe erinnert uns sowohl die Bibel als auch die Geschichte an zahlreiche Frauen, welche ihre Häuser zur Verfügung stellten, damit sie in Kirchen verwandelt wurden. Davon erwähnen wir Maria, die Mutter des Evangelisten Markus (Apg.12:12), deren Haus in die erste Kirche im Christentum verwandelt wurde. Dazu gehörten Priska (Röm.16:4) und Lydia, die Purpurhändlerin (Apg.16:14).
 
       Auf dem Gebiet von Mönchtum und Anachoretentum sind die Namen unendlich. Davon nennen wir: {Heilige Sara, Heilige Milanja, Heilige Hilaria und Heilige Marina, die sich als Männer verkleideten} (more…)