kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste 23. April 2020

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 00:10

Kopten-Papst Tawadros II. feierte TV-Osterliturgie in Wüstenkloster Anba Bischoi.

 

 

 

 

 

Vorsitzender des Medienkomitees des ägyptischen Kirchenrates P. Rafic Greiche: Coronakrise hat Christen und Muslime in Ägypten einander nähergebracht.

 

 

 

 

 

 

Kairo (kath.net/KAP): Auch in Ägypten hat es in der Osternacht und am Sonntag wegen der Corona-Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste gegeben. Die koptischen Osterfeiern wurden aber in Fernsehen und Radio sowie über Livestreaming-Dienste im Internet übertragen. Papst-Patriarch Tawadros II., Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, feierte die Osterliturgie im Wüstenkloster Anba Bischoi mit nur einigen assistierenden Klerikern. Auch die rund 200 Mönche des Klosters konnten den Gottesdienst nur in der TV-Übertragung mitfeiern.

 

 

 

 

 

Der Vorsitzende des Medienkomitees des ägyptischen Kirchenrates, P. Rafic Greiche, betonte unterdessen im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“, dass die Corona-Krise Christen und Muslime in Ägypten einander nähergebracht habe, wie der Informationsdienst der Stiftung „Pro Oriente“ berichtete. „Die Nachbarn helfen einander, die Familien telefonieren miteinander oder sind über die ‚Social media‘ in Kontakt, der Wert der Solidarität wird wiederentdeckt“, so P. Rafic. Vor allem die jungen Leute – Christen wie Muslime – seien bereit, für die Älteren einkaufen zu gehen und Medikamente zu besorgen.

 

 

 

 

P. Rafic – ein griechisch-katholischer Priester – würdigte die Entschlossenheit der ägyptischen Regierung im Kampf gegen das Corona-Virus. Schon zwei Tage nach Verkündigung des Pandemie-Status sei die ägyptische Gesundheitsministerin nach China gereist, um die Methoden zur Bekämpfung der Pandemie zu studieren. Die Armee habe Feldspitäler für die von der Krankheit Betroffenen eingerichtet. Auch die großen Infrastruktur-Vorhaben – wie der Bau der neuen Verwaltungshauptstadt Neu-Kairo östlich von Kairo – sei zu 90 Prozent gestoppt, weil die Baustellen „Brutstätten der Ansteckung“ seien.

 

 

 

 

Die Behörden hätten nicht nur eine Ausgangssperre verhängt, sondern auch die Schließung der Gotteshäuser veranlasst – der christlichen wie der muslimischen. P. Rafic würdigte, dass diese Maßnahmen auch anlässlich des bevorstehenden Auftakts des islamischen Fastenmonats Ramadan in Kraft bleiben, öffentliche Versammlungen – auch solche religiösen Charakters – seien weiterhin untersagt. Die ägyptische Bevölkerung respektiere die Maßnahmen, betonte der Vorsitzende des Medienkomitees des ägyptischen Kirchenrates.

 

 

 

 

Auch wenn die Kirchen geschlossen bleiben müssen, werde in Ägypten tagtäglich die Heilige Messe zelebriert, betonte P. Rafic. Die Gottesdienste der verschiedenen Konfessionen – koptisch, orthodox, katholisch, anglikanisch, evangelisch – würden als Livestream im Internet verbreitet und auch von den Migranten in Europa, Nord- und Südamerika, Australien aufmerksam verfolgt. Zu Ostern konnten die Gläubigen die Messübertragungen auf sechs koptischen Kanälen miterleben, einem ökumenischen Kanal und einem Kanal, der ausschließlich die Gottesdienste von Papst Franziskus verbreite.

 

 

 

In den Gotteshäusern seien immer wieder Gläubige zu sehen, die entweder auf ihren angestammten Plätzen verharren oder einfach beten und eine Kerze entzünden wollen, berichtete P. Rafic. Aber es gebe auch Leute, die beichten oder die Heilige Kommunion empfangen wollen. Für viele sei das Fehlen der Gottesdienste eine große Last, betonte der Priester. Aber wie viele seiner Mitbrüder bemühe er sich, mit den Gläubigen wenigstens telefonisch in Kontakt zu bleiben: „Jeden Tag bemühe ich mich, zehn bis 15 Familien anzurufen“.

Auch bei den Muslimen gehe die Seelsorge weiter, stellte P. Rafic fest. Die Muezzine verkündeten fünf Mal pro Tag vom Minarett die Einladung zum Gebet („Adhan“). In den Medien gebe es Übertragungen aus den – ebenfalls leeren – Moscheen, um den Menschen das Gebet zu Hause zu ermöglichen.

 

 

 

 

 

 

Politische Signale

Unmittelbar vor den Ostertagen wurde bekannt, dass die staatliche Prüfungskommission für 74 weitere christliche Gotteshäuser die Übereinstimmung mit den für eine „Legalisierung“ geltenden Auflagen bestätigt hat. Damit steigt die Zahl der „legalisierten“ christlichen Gotteshäuser – die in der Vergangenheit unter Umgehung der Vorschriften eines osmanischen Gesetzes (das in den 1930er-Jahren von islamistisch gesinnten Beamten zusätzlich verschärft worden war) errichtet worden sind – auf 1.568. Die Liste der neu „legalisierten“ christlichen Gotteshäuser wurde am Montag der orthodoxen Karwoche veröffentlicht.

Der Prozess der „Legalisierung“ von Kirchen, die in der Vergangenheit ohne die erforderlichen Genehmigungen errichtet worden sind, wurde durch ein am 30. August 2016 vom ägyptischen Parlament beschlossenes Gesetz in Gang gebracht. Ein Regierungskomitee prüft jetzt, ob die in den letzten 90 Jahren errichteten christlichen Kirchen den vom Gesetz aus dem Jahr 2016 festgelegten Standards entsprechen. Der „illegale“ Bau von Kirchen war in den letzten Jahrzehnten immer wieder von islamistischen Gruppierungen als Vorwand für die Inszenierung von antichristlichen Pogromen verwendet worden.

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

 

 

Der Berichtsinhalt ist korrekt wiedergegeben. Unter Päsident Al Sisi werden nun nach und nach die Genehmigungen schon gebauter christlicher Kirchen erteilt, so dass ein letztlich vorgeschobener Grund wegfällt, den islamische Terroristen gern zum Anlass nehmen, christliche Kirchen anzugreifen und Christen und auch Muslime, die Christen helfen,  zu töten. Das Coronavirus scheint wohl überall diese Wirkung zu entfalten: Gegenseitige Hilfe. Ja, und das ist auch gut so.

Auch für uns Kopten ist es mehr als schwierig, mit der Situation umzugehen, nur am TV den Gottesdienst mitverfolgen zu dürfen.

 

 

 

 

Wegen der hl. Eucharistie, der Vereinigung des HERRN JESUS CHRISTUS mit den Gläubigen in der hl. Kommunion, welches durch Einnahme des verwandelten Brotes in den für uns real gegenwärtigen Leib CHRISTI ist es für Christen besonders schwer, die Gottesdienste nur virtuell übertragen zu empfangen. Ja, wir alle sind dankbar, dass die Technik diese Übertragungen heute möglich macht, eben auch besonders in einem islamischen Land, doch es ist eben ein Unterschied, ob der Leib CHRISTI physisch-seelisch-geistig empfangen werden darf oder eben nicht.

JESUS hat SEINEN LEIB und SEIN BLUT den damaligen Aposteln in der Gestalt des Brotes auch in physischer Form überreicht.

Würde ein Gottesdienst nur aus Gebeten entstehen, so fehlte den Gläubigen das persönliche Erleben des gemeinsamen Gebetes. Dies ist schon schmerzlich genug. Christen jedoch fehlt dieser Gottesdienst eben in doppelter Weise.

 

 

 

 

 

Aber lamentieren hilft nichts. Dankbarkeit überwiegt und auch um die geistliche Kommunion dürfen wir als Ersatz für die hl. Eucharistie Gott auch zuhause vor den Bildschirmen bitten: 

Dazu 3 Textbeispiele: 

1. Gebetbeispiel

Der Text eines Gebetes, das auf den hl. Pater Pio zurückgehen soll:

Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist. Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir. Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir! Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen[18]

2. Gebetbeispiel

Zu deinen Füßen, o mein Jesus, werfe ich mich nieder und bringe Dir die Reue meines zerknirschten Herzens dar, das sich mit seinem Nichts in Deiner heiligen Gegenwart verdemütigt. Ich bete Dich an im Sakrament Deiner Liebe, der unfassbaren Eucharistie. Ich sehne mich danach, Dich in der armen Wohnstatt meines Herzens zu empfangen. Während ich das Glück der sakramentalen Kommunion erwarte, möchte ich Dich im Geist besitzen. Komm zu mir, o mein Jesus, da ich zu Dir komme! Die Liebe umfange mein ganzes Sein im Leben und im Tod. Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Amen.[19]

3. Gebetbeispiel

Herr, allmächtiger Vater
ich danke Dir für alle Deine Wohltaten und ganz besonders dafür, dass Du mich mit dem kostbaren Leib und Blut Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, geistig speisen möchtest.

 

 

 

 

 

Ich bitte Dich, lass dieses Heilige Sakrament mir zur Quelle des Erbarmens und zum ewigen Heil gereichen.

Die Heilige Eucharistie sei für mich, Rüstung des Glaubens und Schild des guten Willens; sie möge mich von meinen Fehlern reinigen und alle Tugenden vermehren; mich gegen alle Nachstellungen  meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde schützen, mich innig und unzertrennlich mit Dir, dem einen und wahren Gott, verbinden und mir so helfen, mein letztes Ziel zu erreichen.

Schenke mir armen Sünder, zu jenem unaussprechlichem Gastmahl zu gelangen, wo Du mit Deinem Sohn und dem Heiligen Geist Deinen Heiligen das wahre Licht bist, die ewige Freude, der vollendete Friede und die vollkommene Seligkeit.

 

 

 

 

 

Das waren die 3 Beispiele um eine gelungene geistliche Kommunion. Mögen die Christen reichlich Gebrauch von dieser Form der geistlichen Kommunion in dieser Zeit machen. Die trifft ebenso zu für diejenigen, die als Alters- und Krankheitsgründen die hl. Eucharistie nicht empfangen können. Die Eucharistie nimmt JESUS ernst und nimmt IHN eben wörtlich, als er die Einsetzungsworte sprach:

Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib + und Blut deines Sohnes, unseres HERRN JESUS CHRISTUS.

 

 

 

 

 

Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach:

Nehmet und esset alle davon:
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach:

Nehmet und trinket alle daraus:
Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle[2] vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Tut dies zu meinem Gedächtnis.

https://de.wikipedia.org/wiki/Einsetzungsbericht

Dieses Versprechen gilt eben auch heute noch.

 

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