kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Das Coronavirus und wir 30. März 2020

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 16:13

„Ich weiß nicht, an welcher Stelle der göttlichen timeline wir stehen, aber egal wo wir uns gerade befinden, sehe ich keinen Anlass dafür, nervös zu werden.“

 

 

Gastbeitrag von Rainer Harter/Gebetshaus Freiburg

 

 

 

Freiburg (kath.net/Gebetshaus Freiburg): Eigentlich habe ich mich dagegen gesträubt, etwas zu der aktuellen Viruskrise zu schreiben. Es gibt bereits so viele öffentlich gemachte Meinungen und Interpretationen des Geschehens in der christlichen Szene, dass es die meine nicht auch noch braucht, dachte ich. Nun aber muss ein guter Freund von mir am kommenden Sonntag in einer Gemeinde predigen und soll dort explizit zum Corona-Virus eine theologische Stellung beziehen. Das ist keine leichte Aufgabe und ich habe ihm versprochen, ihm meine persönlichen Gedanken darüber zukommen zu lassen.

 

 

 

 

 

Dann überlegte ich mir, dass sie vielleicht auch anderen eine Hilfe sein oder Gedankenanstöße geben könnten, so dass die Leser zu einer eigenständigen und reflektierten Haltung gegenüber Covid 19 kämen. Deshalb veröffentliche ich sie nun doch.

Ich finde es nicht leicht, als Christ von heute eine Stellung zum aktuellen Geschehen zu finden. Vor wenigen Jahrhunderten war es dagegen noch ganz einfach: Eine Plage wurde als von Gott gesandt angesehen. Sie war eine Strafe und sollte zur Umkehr bewegen. Heute jedoch gibt es so viele Auslegungen und Verhaltensempfehlungen, dass man schwindlig werden könnte. Man fragt sich, was denn bloß stimmt und wie man sich positionieren soll. Wie soll man beten, was soll man denken und wie soll man sich verhalten?

 

 

 

 

Einige der geläufigsten Interpretationen bezüglich des Ausbruchs von Covid 19 möchte ich hier aufführen und zugleich infrage stellen:

Manche behaupten, es handelt sich um einen dämonischen Angriff, der christliche Großveranstaltungen und eine daraus resultierende Erweckung im Jahr 2020 verhindern soll.

Als aufmerksamem Bibelleser fällt mir beim Nachdenken allerdings kein einziges Beispiel dafür ein, dass der Satan die Macht dazu hätte, eine Plage von nationalem oder internationalem Maß auszulösen. Was er aber bestens kann, ist Panik zu verbreiten.

 

 

 

In 1. Petrus 5,8-9 finde ich dafür eine deutliche Bestätigung und zugleich auch einen Handlungshinweis:

„„Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht standhaft durch den Glauben, da ihr wißt, daß dieselben Leiden sich an eurer Bruderschaft in der Welt vollziehen.““

Der Teufel brüllt also laut, um uns in Panik zu versetzen. Wen die Panik dann ergreift, den lähmt sie. Dem gilt es zu widerstehen. Durch den Glauben. Was soviel wie Vertrauen bedeutet.

 

 

 

 

 

Andere wiederum sagen, dass wir als Christen doch unter dem Schutz Gottes stehen und uns deshalb der Corona-Virus gar nicht befallen kann. Allerdings verbinden sie den Schutz Gottes oft mit der Bedingung „richtig“ zu glauben oder entsprechende Bibelworte proklamieren zu sollen.

Auch zu dieser Annahme finde ich keinen biblischen Beleg. Im Gegenteil: Christen werden krank und leiden. Das war immer so und das wird auch so bleiben.

Für Paulus beispielsweise war das gar kein Problem. Er schaffte es, die biblischen Verheißungen zum Thema Krankengebet und die Tatsache, dass manche Menschen trotz Gebet nicht gesunden unter den „Hut“ des Vertrauens in Gott zu bringen. So schreibt er ganz selbstverständlich in 2. Tim 4,20, dass er seinen Gefährten Trophimus krank in der Stadt Milet zurücklassen musste. Offenbar gab es für ihn kein Schwarz-Weiß-Denken.

Mir fällt ein, dass die Bibel davon spricht, dass erst im Himmel jede Träne abgewischt und erst dort gar kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird. Das Thema Leid und Krankheit wird heute jedoch in vielen christlichen Strömungen völlig dualistisch gehandhabt: der Gedanke, dass Gott Krankheit zulassen könnte, ist sakrosankt, Heilung wird als Erbe und Besitz angesehen und soll sogar von Gott eingefordert werden können.

 

 

 

 

Auch unter Christen gibt es Verschwörungstheoretiker. Ihre spekulativen und plakativ dargestellten YouTube-Videos und sonstigen posts in der Welt des social media treffen leider genau ins Zentrum der Angst von vielen Gläubigen.

Es macht mich traurig, wie schnell wir Christen bereit sind, den immer wieder auftretenden Sensationsbehauptungen zu glauben, die im Internet kursieren. Oft habe ich schon erlebt, wie sich entsprechende Nachrichten und Theorien rasend schnell auch unter seriösen Menschen ausbreiten und dann in sich zusammenfallen, wenn sich schließlich jemand die Mühe macht ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ich frage mich, warum nur wir so schnell bereit sind, wildfremden Menschen mehr Glauben zu schenken, die unbewiesene und zum Teil unhaltbare Behauptungen veröffentlichen, als den Worten Jesu und eigener seriöser Recherche.

 

 

 

 

Natürlich wird im Kontext von Covid-19 auch die Endzeit erwähnt und das Kommen einer großen Erweckung prophezeit, sobald das Virus bezwungen sein wird.

Ich weiß nicht, an welcher Stelle der göttlichen timeline wir stehen, aber egal wo wir uns gerade befinden, sehe ich keinen Anlass dafür, nervös zu werden. Kriege, Umweltkatastrophen, Pandemien und Seuchen gab es in den letzten Jahrtausenden immer wieder. Massenhaft Menschen sind gestorben, ohne dass das Ende kam. Niemand weiß, und niemand wird je wissen, wenn es soweit ist.

Erstaunlich ist, dass Jesus uns angesichts von Katastrophen und Zeichen, die auf die Endzeit hindeuten nicht zur Panik rät, sondern uns das Gegenteil verordnet:

„Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen hören werdet, so erschreckt nicht! Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.“ Lukas 21,9 & 28

 

 

 

 

 

Angesichts der oben beschriebenen Punkte, die nur eine kleine Auswahl darstellen, musste ich für mich selbst eine Umgangsform mit dem Thema und eine eigene Sicht gewinnen. Nachdem ich mir also Gedanken gemacht habe, bin ich irgendwo in der Mitte der uns umgebenden Interpretationen gelandet.

Mein Herz ist ruhig. Weder verfalle ich in Panik und gehe nicht mehr auf die Straße oder zur Arbeit, noch gehe ich zu sorglos mit empfohlenen Hygienevorschriften um. Ich würde jemanden allerdings auch dann nicht umarmen, wenn es Covid 19 gar nicht gäbe und er „nur“ einen dicken Schnupfen hat. Also ändert sich nicht viel in meinem Alltagsverhalten.

Obwohl ich keine eigene Interpretation zum Ausbruch des Corona-Viruses gefunden habe, ist mein Vertrauen in Gott unerschüttert, denn in den Rahmen meines Gottesbildes passt ein großer weißer Fleck, den ich „Nichtwissen“ nenne. Es ist der gar nicht einmal so kleine Bildausschnitt, dem ich nur eines entgegenzusetzen habe: Vertrauen. Und das genügt. Mir. Und Gott.

 

 

 

Alles was ich über Gott weiß und mit ihm erfahren durfte, lässt mich ihm auch in den Bereichen vertrauen, in denen ich keine Antworten habe. So ist es auch mit Covid-19.

Ich habe keine Ahnung, ob die Entstehung und Ausbreitung des Virus einen geistlichen Hintergrund oder ein geistliches Ziel hat, aber das macht mir nichts aus. Das Virus wird wieder gehen und andere globale Herausforderungen werden kommen. Was aber sicher bleiben wird, ist Gott. Also fokussiere ich mich auch in dieser Krise auf ihn und versuche, ihm so nahe wie möglich zu sein. Meiner Erfahrung nach ist dies der sicherste Ort – auch dann, wenn ich am Coronavirus sterben müsste. Ich hoffe, früher oder später sowieso bei ihm sein zu dürfen.

Vielleicht klingen meine abschließenden Worte fatalistisch in den Ohren mancher, aber das macht nichts. Sie stammen vom Apostel Paulus, und zu seiner Gesellschaft lasse ich mich gerne zählen:

„Denn sei es auch, dass wir leben, wir leben dem Herrn; und sei es, dass wir sterben, wir sterben dem Herrn. Und sei es nun, dass wir leben, sei es auch, dass wir sterben, wir sind des Herrn.“ Römer 14,8

Diese Aussage gilt auch für mich. Sie schenkt mir Frieden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

 

Ein ausgewogener und dem Coronavirus angemessener Artikel aus christlicher Sicht. Wir schließen uns dem Inhalt voll an. Wir dürfen unser Vertrauen auf den DREIEINEN GOTT, ob wir an diesem Virus sterben oder es überleben, nicht verlieren, wenn wir bewusst Christen bleiben wollen.

Wenn wir im Gottesdienst die 1. Strophe des folgenden Liedes singen, zeigt es sich wohl in diesen turbulenten Zeiten, ob wir dieses ohne oder mit Herzblut gesungen haben und singen:

JESUS, DIR leb ich, JESUS, DIR sterb‘ ich. JESUS, DEIN bin ich im Leben und im Tod.

 

 

 

 

 

http://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=1344.0

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JESUS, DIR LEB ICH,
Jesus, dir sterb ich,
Jesus, dein bin ich
im Leben und im Tod!

O sei uns gnädig,
sei uns barmherzig;
führ uns, o Jesus,
in deine Seligkeit!

 

 

 

Als Kind habe ich sie bewundert, die Männer und vor allem
Frauen, die, wie unsere Mutter, nach dem Kommunion-
empfang, das Gesicht in Händen, noch einige Zeit in ruhiger
Konzentration verharrten. Manche wiederholten dabei wohl
lautlos das Gebet: „Jesus, dir leb ich! Jesus, dir sterb ich! Jesus,
dein bin ich im Leben und im Tod“, wie sie es als Kinder gelernt
hatten. Wir haben es nicht mehr gelernt.

„Jesus, dir leb ich! Jesus, dir sterb ich! Jesus, dein bin ich im
Leben und im Tod.“ Nicht wenige Angehörige der älteren Ge-
neration verbinden mit diesem Gebet oder Lied intensive Erin-
nerungen, Erinnerungen an  Momente der Innigkeit, der Stille,
des inneren Hörens.

 

 

 

 

Das Bekenntnis des Liedes, Jesus zu leben, ihm zu sterben,
ihm zu eigen zu sein im Leben und im Tod, hat tiefe biblische
Wurzeln. Der Apostel Paulus spricht davon, daß die Taufe ein
Existenzwechsel ist, ein Mitsterben und Mitauferstehen mit
Christus, so daß er sagen kann: „Nicht mehr ich lebe, Christus
lebt in mir“ (Gal 2,20). Darum können wir diese Worte mit-
sprechen: „Jesus, dir leb ich! Jesus, dir sterb ich! Jesus, dein bin
ich im Leben und im Tod.“

Dieses Bekenntnis, gesprochen, geflüstert oder gesungen,
laut, leise, lautlos, ist einerseits unbestritten ein christlicher
Spitzensatz, andererseits und ebenso unbestreitbar ist es ein
christlicher Grundlagensatz, ein christlicher Grund-satz. Auf
diesem Grund stehen wir, auf ihm ruht unser Glaube auf. Fester
Grund und Boden, und zugleich schwindelerregend, ein Ab-
grund. „Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir.“ Und darum
ist das Unmögliche möglich, wirklich: „Jesus, dir leb ich! Jesus,
dir sterb ich! Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod.“

 

 

 

 

Das Undenkbare, das wir immer von uns fernhalten, fernhal-
ten müssen, unsere Endlichkeit, Sterblichkeit, Verderblichkeit,
es ist hier gedacht. Nicht nur gedacht, sondern gesetzt, und
nicht nur unsere Sterblichkeit im allgemeinen – ja, gewiß, alle
Menschen sind sterblich – sondern unser konkreter Tod, unser
wirkliches Sterben, mehr noch, unser Gestorbensein. „Ich bin
mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, Christus
lebt in mir.“ (Gal 2,19-20)

Das vermeintlich Feste, Gewisse, die Tatsache, daß ich lebe,
wird erschüttert, und das Erschütterndste, mein Sterbenmüs-
sen, mein Sterben, mein Gestorbensein, wird gewiß. Doch der
immer gefürchtete und abgewehrte Tod ist im Zeichen des Kreu-
zes nicht, wofür wir ihn hielten, das Ende von allem, sondern
ein Aufbruch, ein Durchbruch zu ungeahntem Leben, zum Ge-
schenk einer von Todesangst befreiten Lebendigkeit.

 

 

 

„Jesus, dir leb ich! Jesus, dir sterb ich! Jesus, dein bin ich im
Leben und im Tod.“ Schwindelerregendes Bekenntnis und zu-
gleich Bekenntnis, das allen Schwindel aufdeckt, das von allen
allen Schwindel nimmt. Das Lied weiß von dem Gewicht dieses
Bekenntnisses, dieses Versprechens, und darum ist die zweite
Strophe eine einzige an Jesus gerichtete Bitte um Gnade, Barm-
herzigkeit, um Führung und Beistand auf dem Weg in das durch
ihn selbst eröffnete ewige Leben.

„Jesus, dir leb ich! Jesus, dir sterb ich! Jesus, dein bin ich im
Leben und im Tod.“ Ich habe sie immer bewundert, die Männer
und Frauen, die sich nach dem Empfang des eucharistischen
Brotes eine kurze Zeit der Stille und der Abgeschiedenheit nah-
men. Stille, um zu hören, Abgeschiedenheit, um die Gemein-
schaft zu spüren, die ihnen und uns allen geschenkt worden
war, denn „nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir“.

Susanne Sandherr
Quelle: MAGNIFICAT

 

 

 

Heiliger DREIEINER GOTT, auf DICH richten wir unser Leben aus, in DEINE Hände legen wir unser Leben. Wir wollen versuchen, DEIN Geschenk des Lebens an DICH ohne Murren zurückzugeben, wenn wir zu DIR heimkommen sollen.

 

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