kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bedrängt, verfolgt, geschmäht 18. Januar 2020

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 21:41

Islamisten und Nationalisten verstärken den Druck auf die religiöse Gruppe. Das treibt viele Gläubige zur Flucht. 

 

 

 

 

In einigen Ländern droht, Jahrtausende altes Erbe verloren zu gehen.

Die beunruhigenden Bilder lieferte die Überwachungskamera. Unbekannte Männer schlichen um das Auto und inspizierten Haus und Umgebung. Die Familie von Margrit Bonja war ins Visier geraten. Vermutlich spähten potenzielle Entführer das Anwesen in Aleppo aus. „Wir standen auf der Liste“, sagt die 64-jährige Syrerin. Ihr Mann war Richter, sie Anwältin, beide wohlhabend und: Christen. Im Kriegsland Syrien potenziert das das Risiko. Welche der beiden Zuschreibungen schwerer wiegt, ist kaum zu sagen. „Auf jeden Fall haben Christen mehr Gründe, um ihre Sicherheit zu fürchten. Wir hatten Angst“, sagt Margrit Bonja.

 

 

 

 

 

 

Selbst im christlichen Viertel der Stadt nahm die Bedrohung zu: Bewaffnete Männer patrouillierten, griffen unverschleierte Frauen an. Die jahrelange Nähe vieler Christen zum Regime Assad war in den Augen sunnitischer Muslime anstößig. Erst rechneten sie die Privilegien der Christen auf und – im Krieg – dann mit der Minderheit ab. Margrit Bonja und ihr kranker Mann wollten nicht länger in Syrien bleiben. 2012 holte sie ihr Sohn nach Baden-Württemberg. Der Rest der Familie ist über die ganze Welt zerstreut. „In unserem Viertel gibt es niemandem mehr, den wir kennen.“ Freunde und Nachbarn sind geflohen oder während des Krieges umgekommen. „Christen haben in Syrien keine Chance mehr. Das ist heute ein muslimisches Land“, sagt Margrit Bonja. Der Satz kommt ihr nur schwer über die Lippen.

 

 

 

 

Auch 2019 hat sich die Situation von Christen weiter verschärft. Gerade an christlichen Feiertagen wie dem bevorstehenden Weihnachtsfest leben sie in vielen Ländern in Angst. In Kairo ging 2016 die Weihnachtsfreude in einem Blutbad unter. Beim Anschlag auf die Peter und Paul Kirche wurden 28 Menschen getötet. In Sri Lanka rissen am Ostersonntag dieses Jahres Bombenanschläge auf Christen mehr als 250 Menschen in den Tod. Hunderte wurden schwer verletzt.

„Der Druck auf Christen ist groß“, sagt Bulis Khalil. Der koptische Christ hat bis vor drei Jahren in Kairo gelebt. Dann konnte er im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner Frau und seiner Tochter nach Stuttgart ziehen. „Unter Machthaber Husni Mubarak haben alle Ägypter gelitten“, sagt Bulis Khalil. Nach dessen Absetzung spielten die Muslimbrüder ihren neuen Einfluss aus. „Radikalisierte Muslime träumen von einem großen islamischen Land. Da ist kein Platz mehr für Christen.“ Kirchen gingen in Flammen auf oder wurden geschlossen. Mädchen wurden entführt und zur Konversion gezwungen. Übergriffe sind geblieben, ebenso der feindselige Ton. Christen werden als Ungläubige beschimpft, als schmutzig angefeindet. „Die Staatsmacht schützt uns nicht“, beklagt der 42-Jährige. Wie er haben viele Kopten dem Land den Rücken gekehrt. Das fast 2000 Jahre alte christliche Erbe droht sich aufzulösen.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Christen sind gegenwärtig die religiöse Gruppe, die in der Welt am meisten schikaniert und eingeschüchtert wird. In einigen Teilen der Welt drohen ganze religiöse Gemeinschaften zu verschwinden“, insbesondere in Nordafrika und dem Nahen Osten. Die Bestandsaufnahme, die das Europäische Parlament im Dezember 2016 formulierte, hat an Dringlichkeit nichts eingebüßt. Erhebungen des Hilfswerkes „Kirche in Not“ oder des US-Forschungsinstituts Pew Research Center kommen zu einem ähnlichen Befund. Die Religionsfreiheit werde in vielen Ländern empfindlich verletzt. Das drohe Gesellschaften entlang der religiösen Grenzen aufzuspalten.

Auch das evangelikale Hilfswerk Open Doors ist alarmiert. Nach seinen Analysen werden Christen in 73 von 150 untersuchten Ländern stark verfolgt. Sie müssen im privaten und gesellschaftlichen Leben, aber auch als Staatsbürger, erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Auch Gewalttaten nehmen ihnen gegenüber überproportional zu. Nach dem aktuellen Bericht von Open Doors haben sich dokumentierte Morde an Christen von 2782 im Jahr 2017 auf 4136 Tote im Jahr 2018 erhöht.

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem Nigeria nimmt bei den Gräueln einen Spitzenplatz ein. Ganz unterschiedliche Faktoren tragen nach Ansicht des Hilfswerkes zur Verschärfung der Lage bei:

  • Die islamistische Bewegung: Gewaltbereite Gruppen wie die Terrormiliz IS, Boko Haram, Al Shabaab gehen mit ihrem Drang nach immer größerem Einfluss gegen nicht-muslimische Minderheiten vor.

  • Radikale Auslegung des Islam: Es ist nicht der Islam selbst, es ist die radikale Auslegung des Koran nach saudi-arabischer Lesart, die in vielen Ländern die Beziehung zwischen Muslimen und Christen vergiftet und auch gemäßigte Muslime unter Druck bringt.

  • Religiös motivierter Nationalismus: Vor allem in hinduistischen und buddhistischen Ländern Asiens nehmen die Vorbehalte gegen religiöse Minderheiten zu. So gilt in Indien unter der hindu-nationalistischen Regierung von Narendra Modi nur derjenige als wahrer Inder, der dem Hinduismus angehört. Christen dagegen werden als Fremdkörper diffamiert oder als vom Westen – gemeint ist die USA – gesteuerte „ausländische“ Kräfte. Auch in Myanmar verschärfen sich die Spannungen. Im Visier staatlicher Organe ist neben den muslimischen Rohingya auch der christliche Volksstamm der Karen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerade totalitäre Staatslenker dulden keine anderen Götter neben sich. So in Nordkorea, das auf Platz eins der Unterdrückerstaaten steht. Jede Abweichung von der Verehrung des obersten politischen Führers gilt als Verbrechen. Auch in China hat Staatschef Xi Jinping die Daumenschrauben angezogen. Religion habe sich „an die sozialistische Gesellschaft anzupassen“, fordert seine Regierung. Überall dort, wo Politik Religion als Machtmittel missbraucht, kommen Minderheiten schnell unter die Räder. Beispiele dafür gibt es leider viele.

 

2 Responses to “Bedrängt, verfolgt, geschmäht”

  1. Thomas Says:

    Also in Syrien hat es sich absolut beruhigt, der größte Teil des Landes ist befriedet auch in Ägypten
    ist es ruhig, seit Abd al-Fattah as-Sisi dort für Ruhe sorgt. Auch dort erfüllt JAHWE sein Endzeitprophtien.

    Jesaja 19

    Ägypten und Assur mit Israel im zukünftigen Friedensreich
    16 An jenem Tag werden die Ägypter wie Frauen sein. Sie werden zittern und beben vor dem Schwingen der Hand des HERRN der Heerscharen, die er gegen sie schwingen wird. 17 Und das Land Juda wird für Ägypten zum Schrecken werden. Sooft jemand es bei den Ägyptern erwähnt, werden sie[12] beben vor dem Ratschluss des HERRN der Heerscharen, den er über sie beschlossen hat. 18 An jenem Tag werden fünf Städte im Land Ägypten sein, die die Sprache Kanaans reden und dem HERRN der Heerscharen schwören werden[13]. Eine wird Ir-Heres[14] heißen. 19 An jenem Tag wird mitten im Land Ägypten dem HERRN ein Altar geweiht sein und ein Gedenkstein für den HERRN nahe an seiner Grenze. 20 Und er wird zu einem Zeichen und zu einem Zeugnis für den HERRN der Heerscharen im Land Ägypten werden: Wenn sie zum HERRN schreien werden wegen der Unterdrücker, dann wird er ihnen einen Retter senden; der wird den Streit führen und sie retten. 21 Und der HERR wird sich den Ägyptern zu erkennen geben, und die Ägypter werden an jenem Tag den HERRN erkennen. Dann werden sie dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden dem HERRN Gelübde tun und sie erfüllen. 22 Und der HERR wird die Ägypter schlagen, schlagen und heilen. Und sie werden sich zum HERRN wenden, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen. 23 An jenem Tag wird es eine Straße von Ägypten nach Assur geben. Assur wird nach Ägypten und die Ägypter nach Assur kommen, und die Ägypter werden mit Assur dem HERRN dienen. 24 An jenem Tag wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und mit Assur, ein Segen inmitten der Erde. 25 Denn der HERR der Heerscharen segnet es[15] und spricht: Gesegnet sei Ägypten, mein Volk, und Assur, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil!

  2. Walter Says:

    Wer oder was ist im heutigen Jahrhundert der Herrn Israel.
    Doch wohl nicht der zionistische Rothschildstaat oder???


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s