kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Pfingsten – Der Geist Gottes bringt in Bewegung 21. Mai 2018

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 13:54

Bildergebnis für Pfingsten

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer. Und er setzte sich auf einen jeden von ihnen. Und sie wurden erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen“.

(Apostelgeschichte 2, 1-4)

 

 

 

So lauten die Worte in der Bibel, die von dem erzählen, was die Freunde Jesu einige Wochen nach Karfreitag und Ostern am „Pfingsttag“ erfahren haben.

Wie Ostern geht Pfingsten auf ein jüdisches Fest, das Siebenwochenfest, zurück. An dem Tag trafen sich wahrscheinlich die Anhänger Jesu in Jerusalem und erlebten etwas, das sie von verängstigten Anhängern eines gescheiterten Propheten zu mutigen Predigern des Evangeliums machte. Die Apostelgeschichte (2. Kapitel) berichtet, daß ein Brausen das Haus erfüllte, in dem sich die Anhänger Jesu versammelt hatten. Zungen wie von Feuer lassen sich auf die einzelnen nieder. Die Bevölkerung von Jerusalem eilt zusammen und hört die Jünger in verschiedenen Sprachen reden. Petrus hält seine erste öffentliche Predigt, 3000 Menschen lassen sich überzeugen. Die Christen verstehen sich weiterhin als Teil des Judentums, sie nennen Ihre Bewegung den „Neuen Weg“.

Der Inhalt ihrer Predigt muß die jüdische Obrigkeit verunsichern. Die Anhänger Jesu behaupten, daß dieser von Gott als der verheißene Messias erwiesen wurde – durch die Auferstehung. Zugleich sagen die Prediger des Neuen Weges, daß Jesus von Gott zum Herrscher und Weltenrichter eingesetzt ist. Wenn Jesus tatsächlich der Messias wäre, müßte er von der religiösen Obrigkeit nachträglich anerkannt werden. Genau das verlangen die Apostel. Bis heute ist das strittig zwischen Juden und Christen und führte im Verlauf der ersten Jahrhunderte zu der Trennung.

 

 

Pfingsten hat trotz dieser Trennung vom Judentum die Tradition des Siebenwochenfestes weitergeführt. An dem Tag gedenken die Juden der Gesetzgebung am Sinai, die durch ähnliche Phänomene begleitet wurde. Moses empfängt auf dem Berg Sinai das Gesetz aus der Hand Gottes. Der Berg ist in Wolken, Gott fährt im Feuer herab, er spricht zu Moses im Donner (Ex 19,16-19). In den Targumen (den rabbinischen Kommentaren) wird der Zusammenhang von Gottes Reden und dem Feuer betont, die Worte Gottes sind wie brennende Pfeile und Feuerflammen, die Stimme ist als Feuer sichtbar, das sich in Zungen verteilt. Auch die Aussage, daß jedes Volk die Worte in seiner Sprache versteht, wird herausgestellt. Das Gesetz wurde am Sinai bereits allen Völkern verkündet und auf der ganzen Welt gehört. So sind unter den Zuhörern nicht nur Jerusalemer Bürger, sondern Menschen aus vielen Nationen. Der Bericht zählt 16 Nationen bzw. Sprachen auf.

Die Ausgießung des Geistes auf alle, nicht nur auf Propheten und andere ausgewählte Menschen, ist selbst ein Zeichen der messianischen Zeit und wird von den christlichen Predigern als Beweis für ihre Behauptung gesehen, daß Jesus der Messias ist. Die Begabung mit dem Geist ist dann auch das Neue, was jeden Christen ausmacht. Der Geist wohnt in ihm, er ist „Tempel des Heiligen Geistes“. In der Firmung bzw. Konfirmation wird das ausdrücklich gemacht. Der Christ ist zu einem geistlichen Leben berufen, Spiritualität ist das lateinische Wort. Er ist befähigt, die guten von den schlechten Geistern, d.h. die Einflüsterungen, die ihn vom Weg abbringen, von denen zu unterschieden, die ihn auf seinem Weg weiterbringen. Der göttliche Geist hilft dem Menschen, sein Lebensziel zu erkennen und sich nicht von diesem Ziel ablenken zu lassen. Dieses Ziel zu erkennen und die Unterscheidung der Geister einzuüben, ist Inhalt der Exerzitien, der geistlichen Übungen des Ignatius von Loyola, der diesen Weg dem von ihm gegründeten Orden, den Jesuiten, mitgegeben hat. 
Pfingsten gilt als Gründungstag der Kirche und hat in der Ökumene neue Bedeutung gewonnen.

 

 

 

 

 

 

 

Bildergebnis für Pfingsten

 

 

 

 

Die Taube ist ein Symbol für Pfingsten.

Umfragen heutzutage zeigen aber, dass nur noch wenige Menschen diese Erzählung mit dem Pfingstfest in Verbindung bringen. Das mag vor allem daran liegen, dass diese Geschichte sagenhafte Züge trägt.
Das Pfingstfest der christlichen Kirchen geht terminlich zurück auf ein schon existierendes jüdisches Fest, das Wochenfest. Dabei handelte es sich um ein sieben Wochen bzw. fünfzig Tage nach Passah gefeiertes Erntefest, an dem man Gott für die ersten Feldfrüchte Dank sagte. Es hatte unter den griechisch sprechenden Juden den Namen pentekoste („der fünfzigste [Tag]“) erhalten. Durch die Pfingsterzählung aus dem Neuen Testament wurde pentekoste dann ein christliches Fest. Über die althochdeutsche Bezeichnung fimfchustin (fünfzig) leitet sich der heutige Name Pfingsten her.

In den ersten Jahrhunderten der Kirche ist mit pentekoste (Pfingsten) ein auf Ostern folgender 50tägiger Zeitabschnitt gemeint, der festlich gefeiert wurde. Im 4. Jh. n. Chr. wird Pfingsten dann ein eigenständiges Fest des Heiligen Geistes, das – gleichrangig neben Weihnachten und Ostern – immer am siebten Sonntag nach dem Auferstehungsfest begangen wird. Weil aber der Ostertermin variabel ist und immer auf den dem ersten Frühlingsvollmond folgenden Sonntag fällt, variiert auch der Termin des Pfingstfestes von Jahr zu Jahr.
Pfingsten ist oft als Geburtstag der Kirche bezeichnet worden. Und genau das ist auch der Sinn der Erzählung: Die Kirche lebt nicht aus eigener Kraft. Die Anwesenheit Gottes macht sie fähig, ihren Auftrag zu erfüllen. Dabei kann es durchaus stürmisch zugehen wie in der Erzählung geschehen. Die Gegenwart Gottes wirbelt manche fest gefügten Strukturen durcheinander.

 

 

Bildergebnis für Pfingsten

 

 

Das Zeichen des Feuers erinnert an Läuterung und Verwandlung. Und die spontane Fähigkeit in anderen Sprachen zu sprechen, verheißt die Begabung, über normale Grenzen und Hemmnisse hinweg mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Pfingsten meint, Gott sprengt die engen Grenzen, die wir unserem Leben oftmals gesetzt haben und führt es in die Weite. Das kann auch heute noch geschehen, wenn wir bereit sind, uns als Teil der Kirche zu verstehen, deren Auftrag es ist, zu reden und zu handeln als Nachfolger von Jesus Christus.
Die liturgische Farbe Rot am Pfingstfest steht für das Feuer des heiligen Geistes aus der biblischen Erzählung.

 

 

 

 

Warum kommt der Herr denn nicht?

Blickt man in die Gemeinden, so sieht es nicht überall rosig aus. Es gibt manche Beeinträchtigungen: Zum einen persönliche Sorge, persönliche Not, da sind manche, die sehr leiden, es ist manches, was bedrückt und bedrängt. Zum anderen der Gedanke: Wie geht es in der Zukunft in den Gemeinden weiter? Die Gemeinden dünnen aus, es fehlt vielleicht an Zuwachs. Hier und da mangelt es an Amtsträgern.
Die Frage steht im Raum: Warum kommt der Herr denn nicht? Das ist eine Dimension, die sich uns Menschen nicht erschließt.

Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig

Den Worten Jesu ist zu entnehmen, dass es sich lange hinziehen kann, bis er wiederkommt.
In seiner Endzeitrede (Matthäus 24 und 25) spricht der Herr vom „Anfang der Wehen“. Dann spitzen sich die Verhältnisse zu. Manches wird aufgezählt und es folgt ein markantes Wort: „Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig werden“ (Matthäus 24,13). Wir brauchen uns also nicht über Verhältnisse zu wundern, die es uns schwer machen.

Im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen wird ganz deutlich gesagt: „Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein“ (Matthäus 25,5). Das bedeutet, um wach zu bleiben, müssen wir kämpfen.

 

 

 

 

 

Es kommt auf den Glauben an!

In all den beschwerlichen Verhältnissen ist der Glaube ganz wichtig. Der Glaube an Gott ist mehr oder weniger noch selbstverständlich. Schwieriger wird es beim Glauben an Jesus Christus als den Sohn Gottes. Da wird relativiert in dem Sinne: Warten wir mal ab, schauen wir mal, wie sich alles entwickelt!
Wer Jesus als Sohn Gottes anerkennt, für den ist jedes Wort wichtig, das der Herr gesprochen hat. Das gilt insbesondere für das Wort: „Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen“ (vgl. Johannes 14,3). Und wer Jesus als Sohn Gottes anerkennt, der glaubt, dass der Herr damals Apostel erwählte.

 

 

Lasst uns wandeln im Licht des Heiligen Geistes!

Das Grußwort enthält zwei Botschaften: Zum einen in den Lichtkegel der Heiligen Geistes hineinzutreten und zum anderen in diesem Lichtkegel entsprechend zu handeln.

Wer in den Lichtschein des Heiligen Geistes hineintreten will, muss negative Haltungen zurücklassen. Es gilt, nicht abwartend – im Extremfall ungläubig – zu sein, sondern gläubig. Zu Thomas sagte der Sohn Gottes: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ (Johannes 20, aus 27) Wir sollen auch nicht ablehnend, abwehrend, zaudernd oder passiv sein, im Licht des Heiligen Geistes ist man bereit zur Mitarbeit.
Im Lichtschein des Heiligen Geistes wird man tiefer hineingeführt in Erkenntnisse, die einem sonst verborgen bleiben. Man erkennt die Größe der Gnade, erkennt, dass der Herr vollenden möchte, dass er die eigene Seele zubereitet durch die verschiedenen Verhältnisse, in die man geführt wird. Und man erkennt auch, welche Aufgabe man zu erfüllen hat.

 

 

 

 

 

Heiliger Geist, du Tröster mein

1) Heilger Geist, du Tröster mein,
hoch vom Himmel uns erschein
mit dem Licht der Gnaden dein.

2) Komm, Vater der armen Herd,
komm mit deinen Gaben wert,
uns erleucht auf dieser Erd.

3) O du sel’ge Gnadensonn,
füll das Herz mit Freud und Wonn
aller, die dich rufen an.

4) Ohn dein Beistand, Hilf und Gunst
ist all unser Tun und Kunst
vor Gott ganz und gar umsonst.

5) Lenk uns nach dem Willen dein,
wärm die kalten Herzen fein,
bring zurecht, die irrig sein.

6) Gib dem Glauben Kraft und Halt,
Heilger Geist, und komme bald
mit den Gaben siebenfalt.

7) Führ uns durch die Lebenszeit,
gib im Sterben dein Geleit,
hol uns heim zur ewgen Freud.

 

3 Responses to “Pfingsten – Der Geist Gottes bringt in Bewegung”

  1. Amen.
    Und die Muslime feiern in dem Ort wo meine Eltern wohnen mit. Mit Kopftuch und verschleiert. Bei uns ist gleichzeitig Volksfest und Schützenfest. Da sind sie alle da. Und das ist schön 🙂 Mir ist klar das sie keine Ahnung über die eigentliche Bedeutung von Pfingsten haben. Aber das sie kommen zeigt ja das der Heilige Geist auch zu ihnen kommt ohne das sie es wissen. Friedlich feiern ist immer gut. Der Heilige Geist hat dafür gesorgt und das ist so schön. So feiern die Muslime die christlichen Feste mit uns. Danke lieber Gott.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s