kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

ERNTEDANK 25. September 2017

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 23:23

Das Erntedankfest gehört zu den ältesten Festen, die die Menschen feiern.

 

Traditionell danken die Menschen Gott am Ende der Erntezeit dafür, dass er die Früchte, das Gemüse und das Getreide hat gedeihen lassen.

Heute erinnert das Fest daran, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass sie immer gefüllte Teller haben und in Wohlstand leben.

 

Auf der ganzen Welt bedanken sich die Menschen für ihre Ernten. Sie feiern ein Erntedankfest zu Hause oder in ihren Kirchen, in denen die Altäre mit Lebensmitteln geschmückt werden. Es gibt keinen einheitlichen Tag oder Termin, da die Erntezeit durch die unterschiedlichen Klimazonen verschoben ist. In Deutschland feiern die Menschen das Fest am ersten Sonntag im Oktober.
Bereits vorchristliche Religionen sollen das Erntedankfest gefeiert haben. So feierten die Römer und die Juden die reichen Gaben der Natur und die alten Griechen, sowie die Ägypter dankten ihren Fruchtbarkeitsgöttern mit Opfergaben für die Ernte.

Früher wurde das Fest in Mittel- und Nordeuropa am 23. September mit einer Opfergabe gefeiert. Der 23. September gab auch den Kelten Anlass, jährlich das Kornfest zu feiern. An diesem Tag ist es genauso lange hell wie dunkel, die sogenannte Tagundnachtgleiche.

 

 

Die meisten Feste des alten Bundesvolkes standen im Zusammenhang mit der Ernte. Man dankte Gott für die irdischen Gaben. Dadurch wird deutlich, dass Aussaat, Wachstum und Ernte nichts Selbstverständliches und auch nicht nur Leistung des Menschen sind; vielmehr unterliegen sie dem Wirken Gottes in der Natur. Bedenken wir in diesem Zusammenhang das schöne Psalmwort: „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter“ (Psalm 104,24).

 

 

 

 

 

 

 

Wenn wir Gott schon für die natürlichen Gaben danken, wie viel mehr sollten wir ihm für die geistlichen Gaben, die Heilsgaben danken, die er uns zuteilwerden lässt! Ausdruck dieser von Dankbarkeit geprägten Einstellung sind ein intensives Gebetsleben, der Glaubensgehorsam und schließlich die entsprechenden Taten. Dazu zählen die natürlichen Opfergaben, die wir ins Haus des Herrn bringen. Hier folgen wir in gewisser Weise dem Volk Israel, das in vielfältiger Weise dem Herrn opferte.

 

 

Allerdings hat sich die Bedeutung des Opfers gegenüber dem Alten Bund grundlegend geändert. Wir unterscheiden ganz klar zwischen den Opfergaben, durch die wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, und dem vollgültigen Opfer, das Heil schafft und aus dem wir leben. Dieses Opfer hat Jesus Christus gebracht. Dieser Tat Gottes für uns gilt vor allem unsere Dankbarkeit.

Überlegen wir einmal, wie weitreichend das Opfer Jesu ist. Selbst in der jenseitigen Welt wird verlangenden Seelen daraus noch Heil zuteil. Es kommt denen zugute, die uns im Glauben voraufgegangen sind, und sogar denen, die unerlöst die Erde verlassen haben. Dieser Glaube macht uns froh und dankbar. Von daher ist es sicherlich kein Fehler, bei einem Dankopfer auch unseren Dank für das Heilshandeln Gottes in der jenseitigen Welt mit einzuschließen.

 

 

Konkret wird der Dank allerdings erst dann, wenn wir uns darauf besinnen, was wir selbst an Gutem aus der Hand Gottes empfangen haben. Im engen Sinn ist die Dankbarkeit zu Gott eine individuelle Antwort auf das, was er an uns getan hat und tut. Daraus ergibt sich: Wir können nicht für einen anderen dankbar sein. Letztlich können wir auch nicht für andere ein Dankopfer bringen, unabhängig davon, ob es sich um Tote oder Lebende handelt.

Dieser Gedanke mag zunächst ein wenig verwundern, wenn man an biblische Geschehnisse denkt. In der Tat – im Alten Testament wird bezeugt, dass Opfer für Lebende und Entschlafene dargebracht wurden. Von Hiob wird berichtet, dass er stellvertretend ein Brandopfer opferte, denn er dachte: „Meine Söhne könnten gesündigt … haben“ (Hiob 1,5). Von einem Opfer für Entschlafene lesen wir im 2. Makkabäer 12,39–46. In beiden Fällen handelt es sich aber um Opfer für mögliche oder tatsächliche Verfehlungen, nicht im eigentlichen Sinn um Dankopfer.

 

 

 

„Wer denken kann, der kann auch danken!“ Mit ähnlichen Worten schrieb es Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann. Dem Herrn zu danken für alle empfangene Gabe, das ist der besondere Zweck des Erntedankgottesdienstes. In langer Tradition findet er am ersten Sonntag nach Michaelis (29. September) statt. Zwar hat er im Kirchenjahr nicht den gleichen hohen Stellenwert anderer christlicher Feiertage, doch ist er als Danktag für eine gute Ernte seit langem in vielen christlichen Gemeinden üblich.

Je nach Land heißt dieser Tag „Thanksgiving Day“, „Erntedanktag“ oder „Dank-, Buss- und Bettag“. Er soll uns daran erinnern, dass wir dem, der alles gemacht hat, der alles wachsen und gedeihen ließ, von dem wir Nahrung, Kleidung und Auskommen erhalten haben, danken dürfen. Gerade in westlichen Industrienationen mag der Zusammenhang zwischen der Ernährung der Menschen und dem Ertrag der landwirtschaftlichen Ernten im gesellschaftlichen Bewusstsein ein wenig in den Hintergrund geraten sein.

 

 

 

 

Amerika

Thanksgiving

Traditionell feiern die Menschen in Amerika am vierten Donnerstag im November Thanksgiving. Das amerikanische Erntedankfest erinnert an die Zeit der ersten Pilgerväter und spielt somit eine wichtige Rolle im Leben der Amerikaner. In der Neuen Welt angekommen, mussten die Menschen nach einem harten Winter, lernen, wie sie dort überleben konnten. Sie wandten sich Hilfe suchend an die benachbarten Indianerstämme, die ihnen zeigten, wie man Mais und andere einheimische Pflanzen anbaut. Im nächsten Herbst war die Ernte so reichhaltig, dass die Pilgerväter ein Erntedankfest feierten. Dieses wurde zu einer amerikanischen Tradition.

 

Bis heute kommt die ganze Familie, einschließlich der Großeltern, Tanten und Onkeln, Cousins und erwachsener Kinder zu Thanksgiving zum Essen zusammen. Meist wird das ganze Wochenende gefeiert. Dabei gibt es ähnliche Gerichte wie am ersten Thanksgiving-Fest: gebratenen Truthahn mit Preiselbeersauce, Süßkartoffeln und „pumpkin pie“, ein Kürbiskuchen, der gern als Nachtisch serviert wird.

Die jüdische Erntedankfeier ist das Laubhüttenfest Sukkot. Es beginnt am 15. des Monats Tischri im jüdischen Kalender – 2014 am 9. Oktober. Das „Fest des Einsammelns“ soll für die Ernte danken und an den Auszug aus Ägypten erinnern. Damals mussten die Israeliten während der Wüstenwanderung in Hütten aus Zweigen leben. Das sollen heute die Laubhütten an Sukkot symbolisieren.

 

 

 

 

 

Afrika

Das Kwanzaa-Fest

Kwanzaa ist ein in Afrika und den USA verbreitetes Fest, das zwischen Weihnachten und Neujahr von den Afrikanern und den Afro-Amerikanern gefeiert wird. Das Wort „Kwanzaa“ ist Swahili, bedeutet „erste Frucht“ und kann mit dem Erntedankfest verglichen werden. Es entstand aus der Not heraus, dass die African-Americans keine eigene kulturelle Identität besaßen und teilweise nicht wussten aus welchem afrikanischen Heimatland sie stammen. Ihre eigene Kultur wurde während der Sklaverei, verboten und vergessen. Das Ziel des Kwanzaa ist es, alle schwarzen Menschen als Einheit zusammenzuführen und sich auf ihre Wurzeln zu besinnen.

In jeder der sieben Nächte der Kwanzaa-Feier wird eine Kerze angezündet, die immer unter einem anderen Thema steht: Einheit, Selbstbestimmung, Gruppenarbeit und Verantwortung, kooperative Wirtschaftlichkeit, Sinn und Zweck, Kreativität und Glaube. Drei Kerzen sind grün, drei sind rot und eine ist schwarz. Die Farben repräsentieren Afrika. Es ist ein kulturelles Fest, nicht politisch oder religiös. Somit kann es von allen Menschen gefeiert werden, egal welcher politischen oder religiösen Richtung sie angehören.

 

 

 

 

 

N’cwala

Das traditionelle Fest N’cwala feiert man unter anderem in Swasiland, Sambia und in Simbabwe. Die Bewohner danken den Ahnen für eine gute Ernte und lassen sich das neue Erntejahr nach althergebrachten Riten und Tänzen segnen. Bei dem mehrtägigen Fest werden verschiedene Stationen durchlaufen. Es beginnt mit dem Wasserfest, bei dem die Schaumkronen der Wellen aus dem indischen Ozean abgeschöpft werden, denen man heilende Kräfte nachsagt. Höhepunkt ist die Opferung eines Ochsen. Das Opfertier soll eine gute Ernte garantieren.

 

 

 

 

 

Asien

Thanksgiving in Indien

Indien ist bekannt für seine „Einheit der Vielfalt“. Mit über 1,2 Milliarden Einwohnern ist es nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Somit liegt es auf der Hand, dass dort viele traditionelle Feste gefeiert werden. Mit der Verbreitung der westlichen Kultur wird auch Thanksgiving in wenigen Teilen von Indien gefeiert. Im Bundesstaat Goa zum Beispiel ein christliches Thanksgiving, das nach Beurteilung der Christen vor Ort das wichtigste ist.

 

 

 

 

Pongal

Das andere Extrem weitab der Städte, in denen Thanksgiving gefeiert wird, sind die Dörfer auf denen siebzig Prozent der indischen Bevölkerung leben. Die Menschen sind abhängig von der Landwirtschaft, welche bei vielen Festen im Mittelpunkt steht. „Pongal“ ist ein solches Fest, bei dem für die Erträge der Ernte gedankt und ein besonderer Dank an Gott, die Sonne, die Erde und das Vieh gerichtet wird. „Ponga“ bedeutet so viel wie kochen. Im Mittelpunkt der Festlichkeit steht eine fröhliche Zeremonie, bei der ein Topf mit einer Süßspeise aus Reis und Zuckerrohr zum Überkochen gebracht wird. Gefeiert werden die Haustiere als Helfer bei der Landarbeit. Sie werden gewaschen, geschmückt und mit Gesang und Musik durch die Dörfer geführt. Für das ganze Dorf ist es ein fröhliches und buntes Volksvergnügen.

 

 

In Japan ist Höhepunkt des „Tags des Dankes für die Arbeit“ Niinamesai („Kosten des neuen Reises“) am 23. November eine shintoistische Zeremonie. Dabei opfert der Kaiser den Göttern den ersten Reis der Ernte. Landesweit gibt es Erntefeiern an Shinto-Schreinen und fröhliche Nachbarschaftsfeste.

Auf der Karibik-Insel Barbados feiern die Menschen das Ende der Zuckerrohr-Ernte im Juli ausgelassen mit Kostüm-Umzügen und viel Musik. Sie huldigen dem für die Feiern gewählten Erntekönigspaar.

 

 

 

 

Australien

Apple & Grape Harvest Festival

Dieses Fest wird für 3 bis 4 Tage im März, dem australischen Herbst ausschließlich in Stanthorpe, Queensland, gefeiert. Es enthält verschiedene kulturelle und unterhaltsame Events, die viele Touristen in die Stadt locken. Unter anderem finden Apfel-Wettbewerbe, ein Straßenkarneval und große Paraden statt. Das Highlight ist ein Feuerwerk am Ende der Tage.

Am Erntedankfest danken Christen Gott für die Schöpfung. Sie zeigen auch, dass sie sich ihrer Abhängigkeit von der Natur bewusst sind. Als christliche Feier ist Erntedank seit dem 3. Jahrhundert belegt, der Brauch stammt aber bereits aus vorchristlicher Zeit. Das meist am ersten Sonntag im Oktober begangene Fest spielt besonders im ländlichen Raum eine wichtige Rolle. Viele Kirchen sind zu diesem Anlass mit Erntekränzen oder Feldfrüchten geschmückt. Zum Ausklang des Tages gibt es vielerorts Umzüge mit bunten Erntedank-Wagen, Festessen und Tänzen.

 

 

 

 

 

 

 

1.So fängt alles an: Gott spricht. Alles war noch wüst und leer, da sagt Gott: Es werde Licht und der erste Tag kommt her.

2. Gott macht einen Raum bereit, Wolken ziehen übers Land, drüber hat er blau und weit seinen Himmel ausgespannt.

3. Doch die Welt braucht festen Grund, Erde, die uns trägt und hält, Berge stehn im weiten Rund, enges Tal und weites Feld.

 

4. Gott spricht, und das Land wird grün, Gras bedeckt das Erdenrund. Bäume wachsen, Blumen blühn und die Wiesen werden bunt.

5. Sonne scheint zum ersten Mal, Gott hat sie als Licht gemacht, und es leuchten ohne Zahl Mond und Sterne in der Nacht.

6. Vögel fliegen in der Höh‘, singen Gottes Lob und Ehr und im Bach, im tiefen See schwimmen Fische hin und her
7. Auf dem Land soll Leben sein, da belebt sich die Natur. Viele Tiere groß und klein füllen Feld und Wald und Flur.

8. Gott sagt: Menschen, seid bereit, als mein Bild, als Frau und Mann. Meine Welt, so schön und weit – ich vertraue sie euch an.

9. Frieden hat sich nun gesenkt über Feld und Wald und Haus, Ruhetag ist uns geschenkt, und Gott selber ruht sich aus.

 

One Response to “ERNTEDANK”

  1. Thomas Says:

    Gott sei Dank, gib es auch noch anderer Menschen, als Anhänger einer Gewaltreligion.

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Der-Wildtierretter,hamj60266.html


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s