kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Und welche Antwort gibst Du? 14. September 2017

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 09:25

Es ist unsere ureigenste Entscheidung, Ja zu sagen, wenn die Frage gestellt wird:

Willst du Christus nachfolgen?

 

 

Christus hat kein Rezeptbuch hinterlassen, wie sich seine Anhänger und Nachfolger im Alltag konkret verhalten sollen. Das können wir begrüßen oder bedauern.

 

Auch in den Briefen der Apostel finden wir nur einige verstreute Hinweise dazu. Doch genau in dieser Unbestimmtheit liegt eine Chance:

Wir sind darauf angewiesen, immer wieder zu überlegen, was ist der Wille Gottes?

Wie soll ich mich verhalten?

Es liegt in unserer Verantwortung, über Christsein im Alltag nachzudenken und dann Jesus nachzufolgen.

 

 

 

Der gläubige Christ werde insofern „mit Christus sterben“, als er von persönlichem Verhalten Abschied nehme, das sich mit dem Evangelium nicht vertrage. Das könne auch bedeuten, sich von eigenen Gottesvorstellungen oder einem irrigen Selbstbild zu lösen. Der Tod Christi war unumgänglich, um den Menschen das Heil zu bringen. Die logische Schlussfolgerung sei also, dass auch die Christen „ihm in seinem Tod gleich werden“, um Jesus „auch in der Auferstehung gleich zu sein“, also ohne Sünde in die ewige Gemeinschaft mit Gott eintreten zu können.

 

 

 

So wie Jesus freiwillig entschieden habe, sein Leben für die Menschen hinzugeben, so sei auch die Entscheidung des einzelnen Gläubigen für das Christsein eine freiwillige.

So wie Jesus das Opfer für alle Menschen gebracht habe und Gott wolle, dass allen Menschen geholfen werde, so sei es die Aufgabe eines jeden Christen, keine Unterschiede zu machen, sich wirklich jedem Menschen, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand, Sozialisation, Bildungsstand, ethnischer Zughörigkeit u. Ä. gleichermaßen zuzuwenden.

 

 

 

 

 

 

Die drei Versuchungen, von denen die Heilige Schrift berichtet, waren „Angriffe des Teufels auf die Souveränität Jesu Christi, um ihn von seinem gefassten Entschluss abzubringen“. Jesus habe zum ersten seine Allmacht und Wunderkraft nicht zu seinem eigenen Wohl (gegen seinen Hunger nach dem Fasten) eingesetzt. Bei der zweiten Versuchung entschied sich Jesus dagegen, vom Tempeldach zu springen, weil es ihm „falsche“ Jünger eingebracht hätte, die ihm nur aus Sensationslust gefolgt wären. Der Christenheit heute solle dieses Verhalten Jesu insofern eine Mahnung sein, als ein Glaube, der sich nur durch Erlebnisse und göttliche Wunder nähre, von immer neuem Gotterleben und Wundertaten abhängig mache. Stattdessen sei der Glaube ein schrittweiser Erkenntnisprozess, der langsam wachse, so wie man nach und nach aus dem Dunkel ins Licht trete. Insofern könne der Glaube zu einem Wunder führen, aber nicht umgekehrt.

 

 

 

Jesus hat auch am Kreuz ganz bewusst darauf verzichtet, seine Wunderkraft einzusetzen, obwohl es ihm anders möglich gewesen wäre. Und auch in der Lebensgeschichte von Apostel Paulus versagte Gott diesem trotz seines unbestreitbaren vielfältigen Einsatzes als Gottesmann ein Genesungswunder. Stattdessen verwies ihn Gott auf die Gnade („lass dir an meiner Gnade genügen“, 2. Kor. 12,9). „Denn Heil und Rechtfertigung vor Gott ist immer ein göttliches Geschenk und kein Verdienst“.

 

 

 

 

 

 

Der dritten Versuchung des Teufels setzte Jesus entgegen, dass er nicht gekommen sei, um zu herrschen, sondern um zu dienen. Auch in dieser Aussage Jesu liege eine tiefere Bedeutung und Aufgabe für jeden Christen. „Wer mit den Erkenntnissen aus dem Evangelium lebt, geht keine Kompromisse mit der Sünde ein! Das  macht das Leben manchmal auch schwerer. Christsein ist kein Spaziergang“.

 

Wann immer der Einzelne Niederlagen während seines Bemühens, diesen Tod mit Christus zu sterben, also der Sünde zu entsagen, hinnehmen müsse, gebe es zwei Stützen, zum einen den „Tröster“, den Heiligen Geist, der als Impulsgeber immer anwesend sei und Jesus selbst, der versprochen habe, als Fürsprecher für den in Sünde fallenden Menschen am Thron Gottes aufzutreten.

 

 

 

In den Evangelien begegnet uns Jesu Ruf in die Nachfolge. Bei der Berufung der ersten Jünger, die bis dahin als Fischer gearbeitet haben, sagt Jesus zu ihnen: „Kommt her, folgt mir nach“. Dann heißt es: „Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm“ (Mt 4, 19f.). Und als ein reicher Mann, der alle Gebote hält, das ewige Leben gewinnen will, spricht Jesus zu ihm: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; dann komm und folge mir nach“. Aber dazu kommt es nicht: „Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen“ (Mt 19, 21f.). Wir kennen auch die Stelle bei Lukas, die in manchen Bibelausgaben mit „Vom Ernst der Nachfolge“ überschrieben ist. Hier treten drei Männer auf.

 

 

 

Der erste sagt zu Jesus: „Ich will dir folgen, wohin du auch gehst“ (Lk 9, 57b). Jesus rät ihm ab: „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“ (Lk 9, 58). Nachfolge Christi hat nichts mit Gemütlichkeit zu tun. Nachfolge Christi kann Heimatlosigkeit, vielleicht sogar – nimmt man diese Stelle wörtlich – Obdachlosigkeit bedeuten. Dann kommt jener, den Jesus selbst auffordert: „Folge mir nach!“ (Lk 9, 59a). Dieser erwidert: „Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben“ (Lk 9, 59b). Der dritte bietet sich wieder selbst zur Nachfolge an, sagt aber zugleich: „Zuvor lass mich von meiner Familie Abschied nehmen“ (Lk 9, 61). Jesus weist beide zurück: „Keiner, der nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes“ (Lk 9, 62).

 

 

 

Einer ist Vater und Mutter

für dich und für mich, für alle.

Den nennen wir Gott, den Schöpfer.

Einer ist Bruder und Freund

für dich und für mich, für alle.

Den nennen wir Jesus, den Sohn.

Einer ist Feuer und Flamme

für dich und für mich, für alle.

Den nennen wir Heiligen Geist,

der alles lebendig macht.

Und Gott sagt: Du bist mein Kind.

Und Jesus sagt: Du bist mein Freund.

Und der Heilige Geist sagt: Du bist mein Schatz.

Daran glauben wir.

Und du und ich, wir alle, sind Gottes Haus. Er wohnt in uns.

Und wir wohnen am Ende unseres Lebens bei ihm.

Das glauben wir.

Amen

 

2 Responses to “Und welche Antwort gibst Du?”

  1. walterbeumer Says:

    Die Bergpredigt ist das Rezeptbuch. Seine Gleichnisse sind Rezepte. Sein Auftreten und Wirken, sein Leben und Sterben sind Rezepte für das LEBEN, für das Diesseits. Für das Jenseits verlasse ich mich auf Gottes unermessliche Gnade.

  2. Thomas Says:

    Das ganze neue Testament, ist fast in gänze eine Apotheke für den Sünder.


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