kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kopten informierten in Jona-Gemeinde über ihre Glaubensrichtung 21. August 2017

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 14:41

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 Das Kreuz unter der Hand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Roland Scheitz

 

 

 

Auf einer Info-Veranstaltung in der evangelischen Jona-Gemeinde an der Eislebener Straße beleuchtet der Historiker Wilhelm Tacke in Wort und Bild einem kleinen Publikum Entstehung und Geschichte sowie die derzeit eher bedrohliche Lage für die Kopten, deren Wurzeln bis in den alten Orient reichen. Im Gemeindehaus in der Eislebener Straße hält die koptisch orthodoxe Kirche St. Antonius in Bremen seit April 2017 an jedem ersten Sonntag des Monats ihren Gottesdienst ab. Jedes Mal kommt eigens ein Priester aus Hamburg angereist.

 

 

 

Einen typischen koptischen Christen erkenne man schon, wenn er seine unbekleideten Unterarme hochhalte. Denn unterhalb der Hand sei fast jedem ein Kreuz in die Haut tätowiert. Als der Historiker Wilhelm Tacke dies sagt, zeigen einige der Gäste demonstrativ ihre Hände her und so, dass sie dazugehören.

 

 

 

 

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Etwa zehn Millionen Anhänger habe die koptisch-orthodoxe Kirche weltweit, fährt Tacke fort. Überwiegend leben diese in Ägypten, in anderen Ländern bestehen demnach nur kleinere Gemeinden, etwa in Libyen oder dem Sudan. 350 Kopten leben auch in Bremen. Ins Licht der Öffentlichkeit traten die Kopten in den letzten Monaten durch traurige Schlagzeilen: Islamistische Gruppen verübten in Ägypten mehrere Selbstmord-Attentate in koptischen Kirchen, auch während Gottesdiensten, sodass es zahlreiche Todesopfer gab. Erst Ende Mai dieses Jahres gab es einen Anschlag auf einen Bus mit koptischen Pilgern, bei dem 28 Menschen ums Leben kamen.

 

 

 

 

Bedingt durch die zunehmende Gewalt islamistischer Terroristen habe sich die Lage der Kopten verschlechtert, führt Wilhelm Tacke aus, sie seien aber auch unter der jetzigen ägyptischen Regierung von Gleichberechtigung weit entfernt, und ihre Diskriminierung halte bis heute an. Kirchen müssten mit Mauern und Polizei geschützt werden. Ihnen drohe Schändung und Zerstörung.

 

 

Der Historiker Wilhelm Tacke, der fünf Jahre in Ägypten gelebt und dort auch als Lehrer unterrichtet hat, gibt einen kurzen Abriss der Kopten-Geschichte, der es an Leiden demnach nicht mangelt: Kopten sind die getauften Nachfahren der pharaonischen Ägypter. Als Gründer ihrer Kirche gilt der Evangelist Markus, der im ersten Jahrhundert in Ägypten gelebt haben soll. Dessen Reliquien wurden demnach später von den Kreuzfahrern geraubt und nach Venedig gebracht.

 

 

 

Koptisch habe sich als Sprache aus der ägyptischen Sprache entwickelt, wie sie um 700 vor Christus gesprochen wurde, erzählt Tacke. Doch schreibe man mit den griechischen Buchstaben, wobei das Alphabet um acht neu erfundene Zeichen ergänzt wurde. Die Geschichte der Kopten und ihr Glauben habe damit begonnen, dass sich schon die Heilige Familie – Jesus, Maria und Joseph – in Ägypten aufgehalten haben sollen, zum Beispiel zur Rast an entsprechenden Plätzen.

 

 

In der Folge seien viele Ägypter in Kontakt mit Jesus gekommen, der schon als Kind Wundertaten vollbracht haben soll: So gab das Christuskind dem Glauben nach im Ort On einer Palme den Befehl, ihren Stamm zu neigen, um an ihre Früchte zu gelangen, was die Palme auch bereitwillig tat.

 

 

 

 

In Ägypten stieß das Christentum auf fruchtbaren Nährboden, weil schon die Religion des Pharaos Echnaton an einen Gott über allen anderen Göttern glaubte, und weil bereits Varianten der Dreifaltigkeitslehre kursierten. Es gab in Ägypten auch bereits in vorchristlicher Zeit taufeartige Rituale und auch ein kreuzähnliches Zeichen, das sogenannte Anch-Kreuz, das fast so aussah wie das christliche Kreuz.

Doch der Leidensweg der koptischen Christen, wie ihn Tacke beschreibt, begann schon, als Ägypten unter die Herrschaft der Römer geriet: Denn die frühen Christen weigerten sich, den römischen Kaiser als Gott anzuerkennen und provozierten damit Kaiser Diokletian. Der machte sich zum Vorsatz, so viele Christen töten zu lassen, dass ihr Blut ihm bis ans Knie reiche.

WEITER: https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-suedost_artikel,-das-kreuz-unter-der-hand-_arid,1634394.html

 

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