kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Hahaha akbar! 29. September 2016

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 23:35

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Eine Stimmungkanone gegen den Islam!

 

 

 

 

Im Saarland gibt es an einigen Grundschulen seit dem vergangenen Schuljahr Islam-Unterricht. Muslimische Kinder sollen so „die eigene Glaubenstradition gemeinsam mit erfahrenen und bewährten Lehrkräften auch im geschützten Raum der Schule unter staatlicher Aufsicht“ kennenlernen, sagt Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD). Das saarländische Schulordnungsgesetz sieht vor, dass ab fünf Kindern einer Glaubensgemeinschaft in einem Jahrgang Religionsunterricht für sie angeboten werden soll.

 

Der Unterricht kommt wohl gut an. Commerçon sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) Ende vergangener Woche, das Angebot solle ausgebaut werdenDie „Saarbrücker Zeitung“ berichtet darüber heute sehr kurz auf ihrer Titelseite. Und verweist auf eine „Glosse“ im Inneren.

 

Die geht so:

uli hua akbar!

Uli hua akbar, fürwahr Ulrich ist größer, da er nun den Ruhm des Propheten derart zu mehren sucht. Gepriesen sei er, beim Barte eben des Propheten und auch bei seinen eigenen Stoppelhärchen. An der Haarlänge gemessen braucht es zur prophetischen Weisheit bei ihm allerdings wohl noch etliche Jährchen. Doch wandelt er auf dem rechten Wege. Verlangt es den Großwesir Commerçon doch danach, den Islamunterricht in den Grundschulen mächtiger noch anschwellen zu lassen, als die Ströme des Nils zur Regenzeit. Auf dass wir alle uns bald gen Mekka neigen mögen. Längst aber ist das noch nicht alles, was der Wesir schaut, wenn er beim Freitagsgebet um Eingebung bittet: Hinfort mit der weltlichen Frankreich-Strategie des Landes, her mit dem wahren Glauben! Macht alle Windrotoren zu Minaretten! Und spätestens, wenn Anke Rehlinger als Scheherazade rote Märchen aus 1000 und einer Wahlkampfnacht säuselt, sagen wir alle: Uli hua akbar!

(Anke Rehlinger (SPD) ist stellvertretende Ministerpräsidentin im Saarland.)

 

 

 

 

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Wo anfangen?

Vielleicht zuerst bei der Unterstellung, die in diesen Zeilen nicht sehr subtil mitschwingt, dass es bei einem solchen Unterricht in Wahrheit darum geht, Ungläubige zum Islam zu bekehren. Das ist natürlich völliger Unsinn (schon weil der Unterricht nur für muslimische Kinder ist), ist aber ein Ressentiment, das sich auf diese Weise effektiv bedienen lässt.

Die „Glosse“ stellt den Islam-Unterricht als Teil einer Eroberungs- und Unterwerfungsstrategie dar, die sämtliche Bewohner des Abendlandes zu Moslems zwangskonvertieren will, „auf dass wir alle uns bald gen Mekka neigen mögen“.

 

 

 

 

Wenn ein deutscher Bildungsminister sich für islamischen Religionsunterricht einsetzt, so die Logik des Textes, dann kann er eigentlich nur im Dienst eines islamischen Herrschers stehen. Er müsse den Islam auch den anderen Religionen als überlegen empfinden, ihn als „wahren Glauben“ propagieren.

Dabei geht es gerade nicht darum, dem Islam eine Sonderbehandlung zukommen zu lassen, sondern, im Gegenteil, muslimischen Kindern ab einer bestimmten Zahl dasselbe Angebot zu machen wie ihren christlichen Mitschülern. Insofern ist es auch sinnlos, wenn die „Glosse“ dem Minister unterstellt, die „weltliche Frankreich-Strategie des Landes“ wegfegen zu wollen, denn dessen strengem Laizismus widersprechen schon der evangelische und katholische Religionsunterricht in Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wenn die „Saarbrücker Zeitung“ schreibt, dass der Minister „den Islamunterricht in den Grundschulen mächtiger noch anschwellen lassen“ will „als die Ströme des Nils zur Regenzeit“, hilft vielleicht der Hinweis, dass es im Augenblick genau zwei (2) Lehrer gibt, die im Land Islam-Unterricht erteilen, ein dritter soll bald dazukommen. Von diesem Schuljahr an werden rund einhundert Kinder der ersten und zweiten Klassen unterrichtet. Einhundert von mehr als 9000 Kindern muslimischen Glaubens, die Schulen im Saarland besuchen.

 

Natürlich gibt ein solches Angebot Anlass für kritische Nachfragen:

Die Landeselterninitiative etwa hat kürzlich Sorgen über die Rolle Islamverbände geäußert. Die „Glosse“ der „Saarbrücker Zeitung“ aber ist bloß zum Text geronnenes Ressentiment; frisches Öl für das Feuer derjenigen, die den Islam in jeder Form ablehnen.

 

 

 

 

 

Selbstverständlich ist das alles überspitzt gemeint und bewusst überdreht von dem Redaktionsmenschen, der sich, hihi, hinter dem Namen „Hadschi Halef Oli“ verbirgt. Es ist aber eben nicht überspitzt, sondern irreführend und besinnungslos in seiner Islamfeindlichkeit.

Lustig gemeint ist es sicher auch, und man kann froh sein, dass es in der aktuellen Debatte nicht darum geht, schwarze Schüler irgendwie besser zu integrieren: Der diensthabende Komiker der „Saarbrücker Zeitung“ hätte sicher alle Klischees und Vorurteile von der Kolonialzeit bis zur Schokokussdebatte zusammengekratzt für diese Möchtegernwitzecke auf der Meinungsseite des Blattes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Leitartikel unmittelbar über der „Glosse“ trägt übrigens die ungewollt treffende Überschrift „Stimmung statt Fakten“. Er handelt davon, wie die „Trumpisierung“ die Demokratie auch bei uns bedrohe. Vielleicht wollte die „Saarbrücker Zeitung“ mit ihrer Glosse einfach auch einen Beitrag dazu leisten.

 

3 Responses to “Hahaha akbar!”

  1. thomas Says:

    Hier nochmal die Verursachernation, im Auftrag des Teufels !


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