kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägypten: Toxische Mischung aus Kultur und Religion 19. August 2016

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 00:30

Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen haben dabei verschiedene Gesichter!

 

 

Teilweise finden sie innerhalb der Familien statt, fadenscheinig legitimiert durch Traditionen und religiöse Vorstellungen; teilweise werden Verbrechen auch durch Vertreter des Staates begangen oder geduldet. Vor allem aber sind Gewalt und Diskriminierung fest in den Köpfen von Männern und Frauen verankert.

Die bekannte ägyptische Kolumnistin Mona Eltahawy brachte diese Tragödie auf den Punkt: „ Wir haben [den früheren Diktator] Mubarak aus unserem Präsidentenpalast geworfen. Aber den Mubarak, der in unseren Köpfen und Schlafzimmern lebt, haben wir immer noch. (…) Wir Frauen brauchen eine doppelte Revolution. Eine gegen die verschiedenen Gewaltherrscher, die unser Land ruiniert haben, und eine weitere gegen die toxische Mischung aus Kultur und Religion, die unser Leben als Frauen ruiniert“.

 

Die Probleme von Frauen in der gesamten islamisch geprägten Welt sind so vielschichtig, dass der folgende Beitrag sie nur anreißen will – und zwar beispielhaft am bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt: Ägypten.

 

Weibliche Genitalverstümmelung

Kinderehefrauen

Ehrenmorde

Häusliche Gewalt

Vergewaltigung und sexuelle Belästigung

Gewalt, Folter und Geiselnahme durch staatliche Autoritäten 

 

Frauen und Führungspositionen

MEHR: http://www.igfm.de/aegypten/aegypten-toxische-mischung-aus-kultur-und-religion/

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

 

Wir kommen nicht umhin, auch unsere Kirche zu kritisieren. Wer obigen Bericht gelesen hat, erfährt die Alltagssituation in Ägypten. Diese ist vergleichbar mit vielen anderen islamischen Staaten. Da der Islam auch die kulturellen Vorgaben im Umgang mit Frauen bestimmt, ist die rechtliche Situation der Frauen auch in Ägypten katastrophal. Viele islamische Verhaltensweisen erkennen wir in diesem Bericht wieder. Daran ist leider nichts übertrieben dargestellt, sondern realistisch.

Dass die Koptische Kirche in Ägpyten  und ihre Gläubigen einen schweren Stand haben, dürfte mehr als bekannt sein. Im Gegensatz zu anderen islamischen Ländern hat sich unsrige Kirche eine gewisse Selbstständigkeit bewahren dürfen. Unsere Kirche ist aber letztlich auf Gedeih und Verderb von islamisch staatlichen Regierungsstellen abhängig, was letztlich den minderberechtigten Dhimmistatus im Islam ausmacht. Dessen sind wir uns bewusst.

 

 

Wir jedoch meinen, dass gegen die Beschneidung von Mädchen, welches ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt, klar seitens der Koptischen Kirchenleitung Stellung bezogen werden sollte, zumal sie auf ihrer Seite  auch hochrangige islamische Gegner dieser Beschneidung auf ihrer Seite hätte und diese Beschneidung durch ägyptisches Gesetz verboten ist. Durch Mursi hat die Genitalverstümmlung wieder großen Auftrieb erfahren.

Die vielen koptischen Gemeinden, die sich gegen die Genitalverstümmlung von Mädchen aussprechen und die Eltern in ihren Gemeinden von dieser brutal-grausamen Tradition abhalten wollen, erfahren von der Kirchenleitung zwar  Unterstützung, die ihnen sicherlich hilft, dieses verbrecherische Tradition in den Gemeinden auszumerzen, zumindest bei ihren gläubigen Gemeindemitgliedern. Aber eine öffentliche Bekanntmachung zu dieser Frage zumindest was die christlichen Frauen anbelangt, sollte von der Kirchenleitung erfolgen.

 

 

Wir können nur erahnen, warum die Koptische Kirche in ihrer Führung da nicht offiziell klarer Stellung nimmt. Sie sollte die Verstümmlung von Mädchen und Frauen als schwere Sünde deklarieren, was sie auch ist.

Eine Sünde gegen die wunderbare Schöpfung Gottes.

 

 

 

Der große Einfluss der Tradition, der Einfluss der Muslimbruderschaft und der Nichtwille der Regierung, dieses Unrecht gegen Mädchen und Frauen zu bestrafen, lässt die Kirchenführung offensichtlich davor zurückschrecken, diese Stellungnahme öffentlich auszusprechen. Möglicherweise unterlässt sie es, um nicht weitere Zielscheibengründe den Muslimbrüdern zu liefern, wieder Kopten und Kirchen anzugreifen. Im Innern der koptischen Kirche ist die Sachlage klar: Durch Gemeindearbeit soll den christlichen Mädchen und Frauen dieses Trauma erspart bleiben.

 

 

Wir wissen auch nicht, ob gegenüber der Regierung diese Forderung der Koptischen Kirche auf Abschaffung der Verstümmlung von Frauen und Mädchen ohne Öffentlichkeit eingefordert wird.

Es ist nicht Schuld des Islams, diese unselige Tradition aus Afrika erschaffen zu haben. Es ist die Schuld des Islams, diese Tradition aufrechterhalten zu haben und zumindest bei den radikalen Kräften noch immer Zustimmung zu finden, nur damit die Frau noch rechtloser dasteht und damit die eigenen patriarchalischen Vorstellungen der Machterhaltung aufgrund koranischer Verse und mohammedanischem Vorleben aufrechterhalten und gesichert werden können. 

 

 

 

Dennoch sollte hier ein klares öffentliches Statement der Kirche zu dieser grausamen Frage erfolgen. Die Zeit ist reif für eine solche Erklärung. Dass sich dieses öffentliche Statement selbstverständlich nur auf koptische Gläubige beziehen könnte, sollte klar sein.

Oder schreckt sie davor zurück, weil auch christliche Gläubige diese Verbrechen ebenfalls begehen und dies als moralisch-ethisch gerechtfertigt ansehen?

 

 

 

Leider sind die islamischen Strukturen auch in Ägypten noch immer so stark, dass die oben beschriebenen Problematiken der Kinderehe, der Ehrenmorde, der häuslichen Gewalt, der Vergewaltigung und sexuellen Fremdbestimmung an der Frau kaum abgestellt werden können, solange es im Koran noch Verse gibt, die den Männern eine solch leichte Scheidung, die Polygamie und das Bestrafendürfen von Ehefrauen und die Vergewaltigung der Kinderehefrauen und Ehefrauen  gestatten und sie in Mohammed ihr bestes Vorbild in Sachen Kinderehe ansehen dürfen. Aus diesem Grunde sind solche für Frauen und Mädchen durch den Islam manifestierten Rechtlosigkeiten in den Köpfen der islamischen Männer noch heute vorhanden und haben solche fest eingebrannten Traditionen gebildet, die kaum geändert werden können.

 

 

Der Bericht erwähnt  zwar religiöse Einflussnahmen und Traditionen, spricht aber wie immer nie den Islam und seine Lehre direkt an, die er aus dem Koran, den Hadithen und der Sunna schöpft, als das große Hemmnis auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Daran mangelt es diesem Bericht, der zwar die reale Lebenswelt der Frauen in islamischen Ländern bestens beschreibt, aber eben nicht die Grundursache dieser  seit Jahrhunderten festgeschriebenen Unrechts (und hier ist nicht nur die Verstümmelung von Mäcdhen und Frauen gemeint) nennt. 

Von Frauen in Führungspositionen wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht reden.

 

 

 

Aber bei jeder Problembewältigung ist es wichtig, die Ursachen klar zu benennen und zu bekämpfen und nicht nur die Symptome. Alle Zwischenüberschriften des Berichts können aus der Lehre des Korans und dem Leben des Mohammed entweder wörtlich übernommen (Kinderehe, Gewalt in der Ehe, häusliche Gewalt), mittelbar entnommen werden (Ehrenmord im Zusammenhang mit den islamischen Apostasieregeln) oder aber mittels Ableitung des absoluten Gehorsams gegenüber der Obrigkeit/Gott (Gewalt, Folter und Geiselnahme durch staatliche Autoritäten)  ausgemacht werden.

 

 

Diese Rechtlosigkeit von Frauen ist es ja gerade, die die Überbevölkerung der Erde, die bevorzugt in islamischen Ländern, so auch in Ägypten, geradezu fördert und so zu Ressourcenknappheiten auf Erden führen wird. Der Kampf um Wasser und Land wird in den nächsten Jahrzehnten zunehmen.

 

 

Übrigens: Die Flüchtlingskrise ist eine Folge dieser unverantwortlichen islamisch-religiösen Vorschriften und damit auch deren religiös zu verantwortenden  Traditionen. Das will nur niemand aussprechen. Die Bevölkerungsentwicklung allein in Ägypten, einem wüstenreichen Land, in dem nur ein kleiner Teil für Menschen lebenswert ist, ist beängstigend.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/261548/umfrage/gesamtbevoelkerung-von-aegypten/

 

 

2006 ca. 72 Millionen Einwohner:

2016: ca. 90 Millionen Einwohner, in 10 Jahren ein Zuwachs von 18 Millionen Einwohnern.

 

 

 

Der HEILIGE GEIST möge der koptischen Führung die Kraft und auch den Mut schenken, dieses Unrecht, was noch immer an ägyptischen Frauen und Mädchen begangen wird, zu benennen und möglicherweise dadurch den Anstoß zu geben,  eine Änderung dieser blutigen Tradition auf Kosten der Frauen und Mädchen herbeizuführen.

 

One Response to “Ägypten: Toxische Mischung aus Kultur und Religion”

  1. thomas Says:

    1
    Zehn populäre Argumente des Sozialen Evangeliums
    und die biblische Antwort darauf
    Rudolf Ebertshäuser
    Immer öfter begegnet man heute Evangelikalen, die b
    etonen, die Gemeinde müsse „die
    Welt verändern“ und sich sozialpolitisch engagieren
    , um eine „Gesellschafts-
    transformation“ zustande zu bringen und das „Reich
    Gottes“ schon hier und jetzt auf
    der Erde auszubreiten. Solche Lehren und Ansichten
    haben ihre Wurzel in dem über 100
    Jahre alten „Sozialen Evangelium“. Diese von bibelk
    ritischen Liberaltheologen
    entwickelte Verführungslehre betont, die Aufgabe de
    r Gemeinde Jesu Christi sei es
    nicht, die Errettung von Menschen aus der ewigen Ve
    rdammnis zu fördern, sondern
    vorrangig die Lebensbedingungen und die gesellschaf
    tlichen Verhältnisse hier und jetzt
    zu verbessern und „christlich“ umzugestalten. Diese
    Lehren prägten jahrzehntelang die
    ökumenische Weltbewegung; in den letzten 30 Jahren
    sind sie zunehmend auch unter
    Evangelikalen populär geworden. Dazu veröffentliche
    n wir einen Auszug aus dem jetzt
    erschienenen neuen Buch von Rudolf Ebertshäuser:
    „Soll die Gemeinde die Welt
    verändern?“
    (Steffisburg: Edition Nehemia, 276 S.; Preis € 6,50
    / SFr 8,20)
    1. „Es gibt über 2.000 Bibelstellen, die davon rede
    n, daß Gott soziale Gerechtigkeit fordert und sich
    mit den Armen solidarisiert. Deshalb müssen auch wi
    r uns mit den Armen solidarisieren und für
    soziale Gerechtigkeit kämpfen.“
    Die allermeisten dieser 2.000 Stellen stehen im AT
    und sind an das Volk Israel gerichtet,
    das ein Königreich auf Erden nach den Maßstäben Got
    tes sein sollte. Gott forderte die
    Israeliten auf, an ihren Brüdern in diesem Reich Ge
    rechtigkeit zu üben, nicht an allen
    gottlosen Armen dieser Welt. Gott wird die gottlose
    n, in Sünden lebenden Armen ebenso
    richten wie die sündigen Reichen. Das wird heute ve
    rschwiegen bzw. verfälscht
    wiedergegeben. Auch im NT sollen sich die Gläubigen
    in erster Linie der Armen in der
    Gemeinde Gottes annehmen; wo möglich, sollen sie au
    ch an Ungläubigen in ihrer Umgebung
    gute Werke tun. Das ist etwas völlig anderes, als „
    Gerechtigkeit“ zum sozialpolitischen
    Programm für eine Weltverbesserung zu machen. Wir k
    önnen diese böse Welt nicht besser
    machen, solange die Menschen in ihren sündigen Begi
    erden leben. Erst Christus wird in
    Seinem Reich Gottes Gerechtigkeit auf Erden verwirk
    lichen.
    2. „Gott will diese Welt heilen und erlösen, und wi
    r sollen an dieser heilenden und erlösenden
    Mission Gottes teilnehmen.“
    Nach dem übereinstimmenden Zeugnis von AT und NT st
    eht diese böse Welt (die
    Heidenvölker) unter dem nahenden Zorngericht Gottes
    , dem „Tag des HERRN“. Gott wird
    erst einmal diese gesetzlose, verdorbene Welt bluti
    g richten, wie es u.a. Matthäus 24 und
    25, der 2. Thessalonicherbrief und die Offenbarung
    bezeugen. Das ist „Gottes Mission in
    dieser Welt“. Erst danach wird Gott mit den zur Buß
    e gekommenen Heiden und Juden unter
    2
    der Königsherrschaft Seines Messias ein Reich des F
    riedens und der Gerechtigkeit
    aufrichten. Die Gemeinde kann in dieser Welt nichts
    „heilen“ oder „erlösen“; sie kann nur
    suchende Sünder zu Christus weisen, damit sie aus d
    ieser gerichtsreifen Welt
    herausgerettet werden.
    3. „Es gibt auch strukturelle und soziale Sünde in
    der Welt, gegen die wir kämpfen müssen. Wir
    dürfen nicht bei den persönlichen Sünden stehen ble
    iben.“
    Natürlich gibt es „strukturelle Sünden“, weil die g
    anze Lebensweise der Heidenvölker (auch
    derer im „christlichen Abendland“) von Sünde und Ge
    setzlosigkeit geprägt ist. Doch diese
    Sünden kann und soll die Gemeinde nicht bekämpfen o
    der zu überwinden suchen. Sie ist
    eine herausgerufene Fremdlingsschar in dieser Welt,
    die einzelne Menschen zu Christus
    rufen soll und hier kein politisches Mandat hat. Di
    e Gläubigen werden im NT nirgends
    aufgefordert, hier und jetzt die Welt zu verbessern
    und die gesellschaftlichen Übel zu
    verändern. Das wird besonders in der Haltung des NT
    zur Sklaverei deutlich. Die
    Überwindung dieser Sünden kann und wird erst das me
    ssianische Reich bringen, das Christus
    selbst nach Seinem Weltgericht aufrichten wird.
    4. „Mit dem Kommen von Jesus auf diese Erde ist doc
    h das Reich Gottes angebrochen. Wir haben als
    Jünger den Auftrag, es immer weiter in der Welt aus
    zubreiten und zu verwirklichen.“
    Mit dem Kommen des Messias war das Reich Gottes
    nahe herbeigekommen
    , nicht
    angebrochen. Israel verwarf seinen Messias, Er wurd
    e, wie von den Propheten vorausgesagt,
    verworfen und abgeschnitten. Er ist nun verherrlich
    t im Himmel, und auf der Erde herrscht
    weiterhin der Fürst dieser Welt, das Böse und der g
    ottlose Mensch. Das ist von Gott auch so
    verordnet; die Sünde des Menschen muß mit dem Antic
    hristen erst ihr Vollmaß erreichen,
    bevor Gott eingreift, das Gericht durch Christus se
    ndet und danach Sein Reich in dieser
    Welt aufrichtet. Die Lehre vom „gegenwärtigen Reich

    in dieser Welt
    ist daher Verführung
    und Betrug. Die Gemeinde soll nicht das Reich Gotte
    s in der Welt ausbreiten, sondern
    Menschen durch das Evangeliumszeugnis in die Gemein
    de führen, die heute die verborgene
    Form des Reiches ist, d.h. der Bereich, in dem Gott
    es Herrschaft wirklich anerkannt wird.
    5. „Christus ist gekommen, um den Armen eine gute B
    otschaft zu bringen (Lukas 4,18). Wir müssen
    das Evangelium ganzheitlich verkünden wie er und un
    s auch um die materiellen Nöte kümmern.“
    Hier wird das herrliche Wort unseres Herrn von sein
    em geistlichen Sinn ins Materialistische,
    Äußerliche verfälscht. Christus hatte nicht die mat
    erielle Besserstellung der Armen in
    Israel oder in der Welt im Sinn, sondern die Sünden
    not der geistlich Elenden und Armen,
    wie auch die weiteren Aussagen („zerbrochenen Herze
    ns“, „Gefangene“, „Blinde“,
    „Zerschlagene“) im Licht der anderen Aussagen des H
    errn in den Evangelien geistlich zu
    verstehen sind. Das wird von irdisch gesinnten Verf
    ührern mißachtet, die eine marxistisch
    gefärbte Agenda für irdische Besserstellung verfolg
    en (vgl. Phil 3,18-19). Armut, Krankheit
    und Unterdrückung wird in dieser Welt sein, solange
    die Sünde herrscht; wir haben den
    Auftrag, den Sündern die ewige, geistliche Errettun
    g zu verkündigen, ohne die sie ewig
    verlorengehen (was durch begrenzte Hilfe in äußeren
    Nöten ergänzt werden kann). Wenn
    sie gläubig geworden sind, wird Gott sich auch ihre
    r irdischen Bedürfnisse annehmen, aber
    die wirkliche Lösung der sozialen Frage kann nur de
    r Messias in Seinem künftigen Reich
    bringen. Der Herr Jesus hat Lahme und Blinde geheil
    t als messianische Zeichen, nicht weil
    Er sich in erster Linie um diese äußeren Nöte kümme
    rn wollte (vgl. Mk 9,43), sondern weil
    Seine Macht über diese Krankheiten hinweisen sollte
    auf Seine Vollmacht, Sünden zu
    vergeben (vgl. Mk 2,1-12).
    3
    6. „Christus hat doch das Evangelium vom Reich Gott
    es gepredigt; beim Evangelium geht es um das
    Reich Gottes, nicht darum, daß Sünder Vergebung bek
    ommen und in den Himmel kommen.“
    In der Tat hat der Messias bei Seinem Kommen auf di
    e Erde dem Volk Israel das verheißene
    Königreich als nahe herbeigekommen (aber nicht als
    angebrochen!) verkündet. Als aber
    Israel Ihn verwarf, wurde dieser Anbruch des Reiche
    s zurückgestellt bis zu Israels
    Bekehrung am Ende der Zeit. Gott wandte sich den He
    iden zu und schuf die Gemeinde.
    Christus selbst gab dem Apostel Paulus das Evangeli
    um der Gnade und der ewigen
    Errettung, das durch die Gemeinde bezeugt werden so
    ll. Das missional-emergente
    „Reichsevangelium“ vom angeblich hier und jetzt in
    der Welt gegenwärtigen Gottesreich
    hat mit der von Christus verkündigten Botschaft nic
    hts gemeinsam; es ist ein irdisch
    verfälschtes anderes Evangelium, eine Spielart des
    falschen Sozialen Evangeliums, das
    niemanden errettet und unter dem Fluch steht (Gal 1
    ,6-10).
    7. „Wir müssen uns in dieser Welt engagieren und un
    s ihr anpassen, statt weltfremd zu sein, damit
    wir ihr ein glaubwürdiges Zeugnis von Christus brin
    gen können.“
    Die Anhänger des Sozialen Evangeliums verkünden ein
    en falschen sozialreformerischen
    „Christus“ und brauchen daher das politische Engage
    ment als Glaubwürdigkeitsnachweis.
    Die wahre Gemeinde verkündigt Christus als den gege
    nwärtigen Retter aus Sünde und
    Verdammnis und als den kommenden Richter; für sie w
    ürde es einen Verlust der
    Glaubwürdigkeit bedeuten, wenn sie sich in die poli
    tischen Kämpfe und Geschäfte dieser
    Welt verstricken oder an die sündige Lebensweise de
    r Welt anpassen würde. Die
    Evangeliumsbotschaft von der ewigen Errettung setzt
    voraus, daß die Gemeinde in
    Heiligung für Gott und Absonderung von der Welt ihr
    en Priesterauftrag lebt; nur so ist sie
    ein glaubwürdiges Zeugnis für das wahre Evangelium.
    8. „Wir Christen machen uns schuldig, wenn wir bill
    ige Waren aus Entwicklungsländern kaufen, die
    dort mithilfe von Kinderarbeit, schädlichen Arbeits
    bedingungen und zu niedrigen Löhnen hergestellt
    werden.“
    Wenn die Kinder Gottes an nichts teilnehmen könnten
    , was von Sünden, Ausbeutung oder
    Unrecht befleckt ist, dann müßten sie wahrlich aus
    dieser Welt hinausgehen. Gott
    verpflichtet uns nicht, keine billigen Waren aus En
    twicklungsländern zu kaufen, was unter
    den heutigen Bedingungen auch keine Hilfe für diese
    Menschen wäre. Mit der Herstellung
    der Waren, die damals in Rom, Korinth und Ephesus a
    ngeboten wurden, waren vermutlich
    mindestens ebenso schlimme Mißbräuche verbunden; de
    nnoch lesen wir kein Gebot im NT,
    uns davon zu enthalten. Wer die finanziellen Mittel
    hat und es so will, kann ja „fair
    gehandelte“ Waren kaufen; nur hat er in dieser böse
    n Welt auch nie eine Garantie, daß
    diese wirklich so fair hergestellt wurden, wie es v
    ersprochen wird. Das zum Gebot zu
    machen, propagiert eine neue sozialpolitische Geset
    zlichkeit und Pharisäertum im Fair-
    Trade-Gewand.
    9. „Der ursprüngliche Auftrag, die Welt zu regieren
    und die Schöpfung zu bewahren ist doch auch
    uns Christen gegeben, deshalb müssen wir uns politi
    sch und ökologisch engagieren.“
    Der ursprüngliche Auftrag in 1. Mose 1,28 war Adam
    als Haupt der ganzen Menschheit
    gegeben worden. Durch den Sündenfall hat die Mensch
    heit auch diesen Auftrag völlig
    verfehlt und verdorben, wie nicht zuletzt die Umwel
    tschädigung und die anhaltende
    Ungerechtigkeit und Unterdrückung in der Welt bewei
    sen. Die Gemeinde als Gott geweihte
    Priesterschar hat diesen Auftrag nicht in unmittelb
    arer Weise, denn sie ist von der
    4
    Regierung dieser Welt ausgeschlossen und hat hier k
    ein Bürgerrecht auf Erden. Wir können
    diesen Auftrag ebensowenig eigenmächtig heute verwi
    rklichen, wie wir berufen sind,
    eigenmächtig die Todesstrafe an Mördern zu vollzieh
    en, wenn die Welt das Gebot an Noah
    in 1. Mose 9,6 nicht mehr ernst nimmt. Alle diese A
    ufträge wird erst der Friedefürst, der
    Messias, für die Menschen wieder herstellen, wenn E
    R regiert. Das können wir nicht
    vorwegnehmen, auch wenn jeder Gläubige sich in der
    Gesellschaft den Gesetzen
    entsprechend und möglichst umweltschonend verhalten
    sollte.
    10. „Der heutige postmoderne Mensch will keine dogm
    atischen Evangeliumspredigten mehr hören;
    wir müssen ihn durch bedeutungsvolle Erzählungen, G
    emeinschaftserlebnisse und authentisches
    Leben gewinnen.“
    Der erste Satz ist leider sehr wahr, denn wir leben
    wirklich in der Zeit, wo die Menschen
    „die gesunde Lehre nicht ertragen“, sondern sich „n
    ach ihren eigenen Lüsten Lehrer
    beschaffen“, wo sie „ihre Ohren von der Wahrheit ab
    wenden und sich den Legenden
    zuwenden“ (2Tim 4,3-4). Aber gerade für diese Zeit
    steht geschrieben: „Verkündige das
    Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelege
    n; überführe, tadle, ermahne mit aller
    Langmut und Belehrung!“ (2Tim 4,2). Der echte Glaub
    e kommt auch heute nicht aus
    beliebigen postmodernen „Erzählungen“, auch nicht a
    us Gemeinschaftserlebnissen, sondern
    aus der kompromißlosen klaren Verkündigung, die auf
    Gottes Wort gründet (Röm 10,17).
    Nur das Wort Gottes, das biblische Evangelium ist d
    er Same, der zur Neuzeugung aus dem
    Geist führt. Deshalb kennen die falschen postmodern
    en „Christen“ auch keine wirkliche
    Neugeburt von oben; sie sind natürliche, seelische
    Menschen, die den Geist nicht haben und
    von Verführungsgeistern einen schlimmen Irrweg gefü
    hrt werden.
    Auszug aus:
    Rudolf Ebertshäuser,
    Soll die Gemeinde die Welt verändern?
    (Steffisburg: Edition Nehemia 2014),
    S. 169-175


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