Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen haben dabei verschiedene Gesichter!
Teilweise finden sie innerhalb der Familien statt, fadenscheinig legitimiert durch Traditionen und religiöse Vorstellungen; teilweise werden Verbrechen auch durch Vertreter des Staates begangen oder geduldet. Vor allem aber sind Gewalt und Diskriminierung fest in den Köpfen von Männern und Frauen verankert.
Die bekannte ägyptische Kolumnistin Mona Eltahawy brachte diese Tragödie auf den Punkt: „ Wir haben [den früheren Diktator] Mubarak aus unserem Präsidentenpalast geworfen. Aber den Mubarak, der in unseren Köpfen und Schlafzimmern lebt, haben wir immer noch. (…) Wir Frauen brauchen eine doppelte Revolution. Eine gegen die verschiedenen Gewaltherrscher, die unser Land ruiniert haben, und eine weitere gegen die toxische Mischung aus Kultur und Religion, die unser Leben als Frauen ruiniert“.
Die Probleme von Frauen in der gesamten islamisch geprägten Welt sind so vielschichtig, dass der folgende Beitrag sie nur anreißen will – und zwar beispielhaft am bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt: Ägypten.
Weibliche Genitalverstümmelung
Kinderehefrauen
Ehrenmorde
Häusliche Gewalt
Vergewaltigung und sexuelle Belästigung
Gewalt, Folter und Geiselnahme durch staatliche Autoritäten
Frauen und Führungspositionen
MEHR: http://www.igfm.de/aegypten/aegypten-toxische-mischung-aus-kultur-und-religion/
Kommentar von „Kopten ohne Grenzen„
Wir kommen nicht umhin, auch unsere Kirche zu kritisieren. Wer obigen Bericht gelesen hat, erfährt die Alltagssituation in Ägypten. Diese ist vergleichbar mit vielen anderen islamischen Staaten. Da der Islam auch die kulturellen Vorgaben im Umgang mit Frauen bestimmt, ist die rechtliche Situation der Frauen auch in Ägypten katastrophal. Viele islamische Verhaltensweisen erkennen wir in diesem Bericht wieder. Daran ist leider nichts übertrieben dargestellt, sondern realistisch.
Dass die Koptische Kirche in Ägpyten und ihre Gläubigen einen schweren Stand haben, dürfte mehr als bekannt sein. Im Gegensatz zu anderen islamischen Ländern hat sich unsrige Kirche eine gewisse Selbstständigkeit bewahren dürfen. Unsere Kirche ist aber letztlich auf Gedeih und Verderb von islamisch staatlichen Regierungsstellen abhängig, was letztlich den minderberechtigten Dhimmistatus im Islam ausmacht. Dessen sind wir uns bewusst.
Wir jedoch meinen, dass gegen die Beschneidung von Mädchen, welches ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt, klar seitens der Koptischen Kirchenleitung Stellung bezogen werden sollte, zumal sie auf ihrer Seite auch hochrangige islamische Gegner dieser Beschneidung auf ihrer Seite hätte und diese Beschneidung durch ägyptisches Gesetz verboten ist. Durch Mursi hat die Genitalverstümmlung wieder großen Auftrieb erfahren.
Die vielen koptischen Gemeinden, die sich gegen die Genitalverstümmlung von Mädchen aussprechen und die Eltern in ihren Gemeinden von dieser brutal-grausamen Tradition abhalten wollen, erfahren von der Kirchenleitung zwar Unterstützung, die ihnen sicherlich hilft, dieses verbrecherische Tradition in den Gemeinden auszumerzen, zumindest bei ihren gläubigen Gemeindemitgliedern. Aber eine öffentliche Bekanntmachung zu dieser Frage zumindest was die christlichen Frauen anbelangt, sollte von der Kirchenleitung erfolgen.
Wir können nur erahnen, warum die Koptische Kirche in ihrer Führung da nicht offiziell klarer Stellung nimmt. Sie sollte die Verstümmlung von Mädchen und Frauen als schwere Sünde deklarieren, was sie auch ist.
Eine Sünde gegen die wunderbare Schöpfung Gottes.
Der große Einfluss der Tradition, der Einfluss der Muslimbruderschaft und der Nichtwille der Regierung, dieses Unrecht gegen Mädchen und Frauen zu bestrafen, lässt die Kirchenführung offensichtlich davor zurückschrecken, diese Stellungnahme öffentlich auszusprechen. Möglicherweise unterlässt sie es, um nicht weitere Zielscheibengründe den Muslimbrüdern zu liefern, wieder Kopten und Kirchen anzugreifen. Im Innern der koptischen Kirche ist die Sachlage klar: Durch Gemeindearbeit soll den christlichen Mädchen und Frauen dieses Trauma erspart bleiben.
Wir wissen auch nicht, ob gegenüber der Regierung diese Forderung der Koptischen Kirche auf Abschaffung der Verstümmlung von Frauen und Mädchen ohne Öffentlichkeit eingefordert wird.
Es ist nicht Schuld des Islams, diese unselige Tradition aus Afrika erschaffen zu haben. Es ist die Schuld des Islams, diese Tradition aufrechterhalten zu haben und zumindest bei den radikalen Kräften noch immer Zustimmung zu finden, nur damit die Frau noch rechtloser dasteht und damit die eigenen patriarchalischen Vorstellungen der Machterhaltung aufgrund koranischer Verse und mohammedanischem Vorleben aufrechterhalten und gesichert werden können.
Dennoch sollte hier ein klares öffentliches Statement der Kirche zu dieser grausamen Frage erfolgen. Die Zeit ist reif für eine solche Erklärung. Dass sich dieses öffentliche Statement selbstverständlich nur auf koptische Gläubige beziehen könnte, sollte klar sein.
Oder schreckt sie davor zurück, weil auch christliche Gläubige diese Verbrechen ebenfalls begehen und dies als moralisch-ethisch gerechtfertigt ansehen?
Leider sind die islamischen Strukturen auch in Ägypten noch immer so stark, dass die oben beschriebenen Problematiken der Kinderehe, der Ehrenmorde, der häuslichen Gewalt, der Vergewaltigung und sexuellen Fremdbestimmung an der Frau kaum abgestellt werden können, solange es im Koran noch Verse gibt, die den Männern eine solch leichte Scheidung, die Polygamie und das Bestrafendürfen von Ehefrauen und die Vergewaltigung der Kinderehefrauen und Ehefrauen gestatten und sie in Mohammed ihr bestes Vorbild in Sachen Kinderehe ansehen dürfen. Aus diesem Grunde sind solche für Frauen und Mädchen durch den Islam manifestierten Rechtlosigkeiten in den Köpfen der islamischen Männer noch heute vorhanden und haben solche fest eingebrannten Traditionen gebildet, die kaum geändert werden können.
Der Bericht erwähnt zwar religiöse Einflussnahmen und Traditionen, spricht aber wie immer nie den Islam und seine Lehre direkt an, die er aus dem Koran, den Hadithen und der Sunna schöpft, als das große Hemmnis auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Daran mangelt es diesem Bericht, der zwar die reale Lebenswelt der Frauen in islamischen Ländern bestens beschreibt, aber eben nicht die Grundursache dieser seit Jahrhunderten festgeschriebenen Unrechts (und hier ist nicht nur die Verstümmelung von Mäcdhen und Frauen gemeint) nennt.
Von Frauen in Führungspositionen wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht reden.
Aber bei jeder Problembewältigung ist es wichtig, die Ursachen klar zu benennen und zu bekämpfen und nicht nur die Symptome. Alle Zwischenüberschriften des Berichts können aus der Lehre des Korans und dem Leben des Mohammed entweder wörtlich übernommen (Kinderehe, Gewalt in der Ehe, häusliche Gewalt), mittelbar entnommen werden (Ehrenmord im Zusammenhang mit den islamischen Apostasieregeln) oder aber mittels Ableitung des absoluten Gehorsams gegenüber der Obrigkeit/Gott (Gewalt, Folter und Geiselnahme durch staatliche Autoritäten) ausgemacht werden.
Diese Rechtlosigkeit von Frauen ist es ja gerade, die die Überbevölkerung der Erde, die bevorzugt in islamischen Ländern, so auch in Ägypten, geradezu fördert und so zu Ressourcenknappheiten auf Erden führen wird. Der Kampf um Wasser und Land wird in den nächsten Jahrzehnten zunehmen.
Übrigens: Die Flüchtlingskrise ist eine Folge dieser unverantwortlichen islamisch-religiösen Vorschriften und damit auch deren religiös zu verantwortenden Traditionen. Das will nur niemand aussprechen. Die Bevölkerungsentwicklung allein in Ägypten, einem wüstenreichen Land, in dem nur ein kleiner Teil für Menschen lebenswert ist, ist beängstigend.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/261548/umfrage/gesamtbevoelkerung-von-aegypten/
2006 ca. 72 Millionen Einwohner:
2016: ca. 90 Millionen Einwohner, in 10 Jahren ein Zuwachs von 18 Millionen Einwohnern.

1
Zehn populäre Argumente des Sozialen Evangeliums
und die biblische Antwort darauf
Rudolf Ebertshäuser
Immer öfter begegnet man heute Evangelikalen, die b
etonen, die Gemeinde müsse „die
Welt verändern“ und sich sozialpolitisch engagieren
, um eine „Gesellschafts-
transformation“ zustande zu bringen und das „Reich
Gottes“ schon hier und jetzt auf
der Erde auszubreiten. Solche Lehren und Ansichten
haben ihre Wurzel in dem über 100
Jahre alten „Sozialen Evangelium“. Diese von bibelk
ritischen Liberaltheologen
entwickelte Verführungslehre betont, die Aufgabe de
r Gemeinde Jesu Christi sei es
nicht, die Errettung von Menschen aus der ewigen Ve
rdammnis zu fördern, sondern
vorrangig die Lebensbedingungen und die gesellschaf
tlichen Verhältnisse hier und jetzt
zu verbessern und „christlich“ umzugestalten. Diese
Lehren prägten jahrzehntelang die
ökumenische Weltbewegung; in den letzten 30 Jahren
sind sie zunehmend auch unter
Evangelikalen populär geworden. Dazu veröffentliche
n wir einen Auszug aus dem jetzt
erschienenen neuen Buch von Rudolf Ebertshäuser:
„Soll die Gemeinde die Welt
verändern?“
(Steffisburg: Edition Nehemia, 276 S.; Preis € 6,50
/ SFr 8,20)
1. „Es gibt über 2.000 Bibelstellen, die davon rede
n, daß Gott soziale Gerechtigkeit fordert und sich
mit den Armen solidarisiert. Deshalb müssen auch wi
r uns mit den Armen solidarisieren und für
soziale Gerechtigkeit kämpfen.“
Die allermeisten dieser 2.000 Stellen stehen im AT
und sind an das Volk Israel gerichtet,
das ein Königreich auf Erden nach den Maßstäben Got
tes sein sollte. Gott forderte die
Israeliten auf, an ihren Brüdern in diesem Reich Ge
rechtigkeit zu üben, nicht an allen
gottlosen Armen dieser Welt. Gott wird die gottlose
n, in Sünden lebenden Armen ebenso
richten wie die sündigen Reichen. Das wird heute ve
rschwiegen bzw. verfälscht
wiedergegeben. Auch im NT sollen sich die Gläubigen
in erster Linie der Armen in der
Gemeinde Gottes annehmen; wo möglich, sollen sie au
ch an Ungläubigen in ihrer Umgebung
gute Werke tun. Das ist etwas völlig anderes, als „
Gerechtigkeit“ zum sozialpolitischen
Programm für eine Weltverbesserung zu machen. Wir k
önnen diese böse Welt nicht besser
machen, solange die Menschen in ihren sündigen Begi
erden leben. Erst Christus wird in
Seinem Reich Gottes Gerechtigkeit auf Erden verwirk
lichen.
2. „Gott will diese Welt heilen und erlösen, und wi
r sollen an dieser heilenden und erlösenden
Mission Gottes teilnehmen.“
Nach dem übereinstimmenden Zeugnis von AT und NT st
eht diese böse Welt (die
Heidenvölker) unter dem nahenden Zorngericht Gottes
, dem „Tag des HERRN“. Gott wird
erst einmal diese gesetzlose, verdorbene Welt bluti
g richten, wie es u.a. Matthäus 24 und
25, der 2. Thessalonicherbrief und die Offenbarung
bezeugen. Das ist „Gottes Mission in
dieser Welt“. Erst danach wird Gott mit den zur Buß
e gekommenen Heiden und Juden unter
2
der Königsherrschaft Seines Messias ein Reich des F
riedens und der Gerechtigkeit
aufrichten. Die Gemeinde kann in dieser Welt nichts
„heilen“ oder „erlösen“; sie kann nur
suchende Sünder zu Christus weisen, damit sie aus d
ieser gerichtsreifen Welt
herausgerettet werden.
3. „Es gibt auch strukturelle und soziale Sünde in
der Welt, gegen die wir kämpfen müssen. Wir
dürfen nicht bei den persönlichen Sünden stehen ble
iben.“
Natürlich gibt es „strukturelle Sünden“, weil die g
anze Lebensweise der Heidenvölker (auch
derer im „christlichen Abendland“) von Sünde und Ge
setzlosigkeit geprägt ist. Doch diese
Sünden kann und soll die Gemeinde nicht bekämpfen o
der zu überwinden suchen. Sie ist
eine herausgerufene Fremdlingsschar in dieser Welt,
die einzelne Menschen zu Christus
rufen soll und hier kein politisches Mandat hat. Di
e Gläubigen werden im NT nirgends
aufgefordert, hier und jetzt die Welt zu verbessern
und die gesellschaftlichen Übel zu
verändern. Das wird besonders in der Haltung des NT
zur Sklaverei deutlich. Die
Überwindung dieser Sünden kann und wird erst das me
ssianische Reich bringen, das Christus
selbst nach Seinem Weltgericht aufrichten wird.
4. „Mit dem Kommen von Jesus auf diese Erde ist doc
h das Reich Gottes angebrochen. Wir haben als
Jünger den Auftrag, es immer weiter in der Welt aus
zubreiten und zu verwirklichen.“
Mit dem Kommen des Messias war das Reich Gottes
nahe herbeigekommen
, nicht
angebrochen. Israel verwarf seinen Messias, Er wurd
e, wie von den Propheten vorausgesagt,
verworfen und abgeschnitten. Er ist nun verherrlich
t im Himmel, und auf der Erde herrscht
weiterhin der Fürst dieser Welt, das Böse und der g
ottlose Mensch. Das ist von Gott auch so
verordnet; die Sünde des Menschen muß mit dem Antic
hristen erst ihr Vollmaß erreichen,
bevor Gott eingreift, das Gericht durch Christus se
ndet und danach Sein Reich in dieser
Welt aufrichtet. Die Lehre vom „gegenwärtigen Reich
“
in dieser Welt
ist daher Verführung
und Betrug. Die Gemeinde soll nicht das Reich Gotte
s in der Welt ausbreiten, sondern
Menschen durch das Evangeliumszeugnis in die Gemein
de führen, die heute die verborgene
Form des Reiches ist, d.h. der Bereich, in dem Gott
es Herrschaft wirklich anerkannt wird.
5. „Christus ist gekommen, um den Armen eine gute B
otschaft zu bringen (Lukas 4,18). Wir müssen
das Evangelium ganzheitlich verkünden wie er und un
s auch um die materiellen Nöte kümmern.“
Hier wird das herrliche Wort unseres Herrn von sein
em geistlichen Sinn ins Materialistische,
Äußerliche verfälscht. Christus hatte nicht die mat
erielle Besserstellung der Armen in
Israel oder in der Welt im Sinn, sondern die Sünden
not der geistlich Elenden und Armen,
wie auch die weiteren Aussagen („zerbrochenen Herze
ns“, „Gefangene“, „Blinde“,
„Zerschlagene“) im Licht der anderen Aussagen des H
errn in den Evangelien geistlich zu
verstehen sind. Das wird von irdisch gesinnten Verf
ührern mißachtet, die eine marxistisch
gefärbte Agenda für irdische Besserstellung verfolg
en (vgl. Phil 3,18-19). Armut, Krankheit
und Unterdrückung wird in dieser Welt sein, solange
die Sünde herrscht; wir haben den
Auftrag, den Sündern die ewige, geistliche Errettun
g zu verkündigen, ohne die sie ewig
verlorengehen (was durch begrenzte Hilfe in äußeren
Nöten ergänzt werden kann). Wenn
sie gläubig geworden sind, wird Gott sich auch ihre
r irdischen Bedürfnisse annehmen, aber
die wirkliche Lösung der sozialen Frage kann nur de
r Messias in Seinem künftigen Reich
bringen. Der Herr Jesus hat Lahme und Blinde geheil
t als messianische Zeichen, nicht weil
Er sich in erster Linie um diese äußeren Nöte kümme
rn wollte (vgl. Mk 9,43), sondern weil
Seine Macht über diese Krankheiten hinweisen sollte
auf Seine Vollmacht, Sünden zu
vergeben (vgl. Mk 2,1-12).
3
6. „Christus hat doch das Evangelium vom Reich Gott
es gepredigt; beim Evangelium geht es um das
Reich Gottes, nicht darum, daß Sünder Vergebung bek
ommen und in den Himmel kommen.“
In der Tat hat der Messias bei Seinem Kommen auf di
e Erde dem Volk Israel das verheißene
Königreich als nahe herbeigekommen (aber nicht als
angebrochen!) verkündet. Als aber
Israel Ihn verwarf, wurde dieser Anbruch des Reiche
s zurückgestellt bis zu Israels
Bekehrung am Ende der Zeit. Gott wandte sich den He
iden zu und schuf die Gemeinde.
Christus selbst gab dem Apostel Paulus das Evangeli
um der Gnade und der ewigen
Errettung, das durch die Gemeinde bezeugt werden so
ll. Das missional-emergente
„Reichsevangelium“ vom angeblich hier und jetzt in
der Welt gegenwärtigen Gottesreich
hat mit der von Christus verkündigten Botschaft nic
hts gemeinsam; es ist ein irdisch
verfälschtes anderes Evangelium, eine Spielart des
falschen Sozialen Evangeliums, das
niemanden errettet und unter dem Fluch steht (Gal 1
,6-10).
7. „Wir müssen uns in dieser Welt engagieren und un
s ihr anpassen, statt weltfremd zu sein, damit
wir ihr ein glaubwürdiges Zeugnis von Christus brin
gen können.“
Die Anhänger des Sozialen Evangeliums verkünden ein
en falschen sozialreformerischen
„Christus“ und brauchen daher das politische Engage
ment als Glaubwürdigkeitsnachweis.
Die wahre Gemeinde verkündigt Christus als den gege
nwärtigen Retter aus Sünde und
Verdammnis und als den kommenden Richter; für sie w
ürde es einen Verlust der
Glaubwürdigkeit bedeuten, wenn sie sich in die poli
tischen Kämpfe und Geschäfte dieser
Welt verstricken oder an die sündige Lebensweise de
r Welt anpassen würde. Die
Evangeliumsbotschaft von der ewigen Errettung setzt
voraus, daß die Gemeinde in
Heiligung für Gott und Absonderung von der Welt ihr
en Priesterauftrag lebt; nur so ist sie
ein glaubwürdiges Zeugnis für das wahre Evangelium.
8. „Wir Christen machen uns schuldig, wenn wir bill
ige Waren aus Entwicklungsländern kaufen, die
dort mithilfe von Kinderarbeit, schädlichen Arbeits
bedingungen und zu niedrigen Löhnen hergestellt
werden.“
Wenn die Kinder Gottes an nichts teilnehmen könnten
, was von Sünden, Ausbeutung oder
Unrecht befleckt ist, dann müßten sie wahrlich aus
dieser Welt hinausgehen. Gott
verpflichtet uns nicht, keine billigen Waren aus En
twicklungsländern zu kaufen, was unter
den heutigen Bedingungen auch keine Hilfe für diese
Menschen wäre. Mit der Herstellung
der Waren, die damals in Rom, Korinth und Ephesus a
ngeboten wurden, waren vermutlich
mindestens ebenso schlimme Mißbräuche verbunden; de
nnoch lesen wir kein Gebot im NT,
uns davon zu enthalten. Wer die finanziellen Mittel
hat und es so will, kann ja „fair
gehandelte“ Waren kaufen; nur hat er in dieser böse
n Welt auch nie eine Garantie, daß
diese wirklich so fair hergestellt wurden, wie es v
ersprochen wird. Das zum Gebot zu
machen, propagiert eine neue sozialpolitische Geset
zlichkeit und Pharisäertum im Fair-
Trade-Gewand.
9. „Der ursprüngliche Auftrag, die Welt zu regieren
und die Schöpfung zu bewahren ist doch auch
uns Christen gegeben, deshalb müssen wir uns politi
sch und ökologisch engagieren.“
Der ursprüngliche Auftrag in 1. Mose 1,28 war Adam
als Haupt der ganzen Menschheit
gegeben worden. Durch den Sündenfall hat die Mensch
heit auch diesen Auftrag völlig
verfehlt und verdorben, wie nicht zuletzt die Umwel
tschädigung und die anhaltende
Ungerechtigkeit und Unterdrückung in der Welt bewei
sen. Die Gemeinde als Gott geweihte
Priesterschar hat diesen Auftrag nicht in unmittelb
arer Weise, denn sie ist von der
4
Regierung dieser Welt ausgeschlossen und hat hier k
ein Bürgerrecht auf Erden. Wir können
diesen Auftrag ebensowenig eigenmächtig heute verwi
rklichen, wie wir berufen sind,
eigenmächtig die Todesstrafe an Mördern zu vollzieh
en, wenn die Welt das Gebot an Noah
in 1. Mose 9,6 nicht mehr ernst nimmt. Alle diese A
ufträge wird erst der Friedefürst, der
Messias, für die Menschen wieder herstellen, wenn E
R regiert. Das können wir nicht
vorwegnehmen, auch wenn jeder Gläubige sich in der
Gesellschaft den Gesetzen
entsprechend und möglichst umweltschonend verhalten
sollte.
10. „Der heutige postmoderne Mensch will keine dogm
atischen Evangeliumspredigten mehr hören;
wir müssen ihn durch bedeutungsvolle Erzählungen, G
emeinschaftserlebnisse und authentisches
Leben gewinnen.“
Der erste Satz ist leider sehr wahr, denn wir leben
wirklich in der Zeit, wo die Menschen
„die gesunde Lehre nicht ertragen“, sondern sich „n
ach ihren eigenen Lüsten Lehrer
beschaffen“, wo sie „ihre Ohren von der Wahrheit ab
wenden und sich den Legenden
zuwenden“ (2Tim 4,3-4). Aber gerade für diese Zeit
steht geschrieben: „Verkündige das
Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelege
n; überführe, tadle, ermahne mit aller
Langmut und Belehrung!“ (2Tim 4,2). Der echte Glaub
e kommt auch heute nicht aus
beliebigen postmodernen „Erzählungen“, auch nicht a
us Gemeinschaftserlebnissen, sondern
aus der kompromißlosen klaren Verkündigung, die auf
Gottes Wort gründet (Röm 10,17).
Nur das Wort Gottes, das biblische Evangelium ist d
er Same, der zur Neuzeugung aus dem
Geist führt. Deshalb kennen die falschen postmodern
en „Christen“ auch keine wirkliche
Neugeburt von oben; sie sind natürliche, seelische
Menschen, die den Geist nicht haben und
von Verführungsgeistern einen schlimmen Irrweg gefü
hrt werden.
Auszug aus:
Rudolf Ebertshäuser,
Soll die Gemeinde die Welt verändern?
(Steffisburg: Edition Nehemia 2014),
S. 169-175