kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Präsident al Sisi empfängt Patriarch Tawadros – 2. August 2016

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 23:15

Polemik über die Demonstrationen der Kopten in den USA

 

 

 

 

Die ägyptischen Bürger, gleich welcher Religionsgemeinschaft sie angehören, „haben gemäß der Verfassung alle die gleichen Rechte und Pflichten“. Und die ägyptischen Christen haben „Umsichtigkeit und Vaterlandsgeist gezeigt“ in der Art und Weise, wie sie auf die Leiden und Provokationen in den vergangenen Jahren reagiert haben; sie sind vernünftig vereint geblieben auf die Angriffe seitens derer, die „die Religion benutzen wollen um Zwist zu säen und extremistische Ideen zu verbreiten“.

Das sind die wesentlichen Überlegungen, die der ägyptische Staatspräsident Abdel Fatah al Sisi bei seinem Zusammentreffen mit dem koptisch-orthodoxen Patriarch Tawadros II. geäußert hat, als er ihn gestern im Präsidentenpalast zusammen mit einer Delegation mehrerer Bischöfe der Synode der koptisch-othodoxen Kirche empfangen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Al Sisi setzte den Akzent auf den Wert der Brüderlichkeit zwischen Christen und Muslimen in Ägypten, indem er die im Rahmen des Egyptian Family House ergriffenen Initiativen positiv bewertete. Dieses sog. Haus der Ägyptischen Familie ist ein interreligiöses Verbindungsorgan, das vor einigen Jahren als Instrument zur Abwehr und Milderung der sekterierischen Kontraste entstanden war.

 

 

Noch immer wecken jedoch die öffentlichen Demonstrationen einiger Gruppen der koptischen Diaspora Polemik, wie z.B. derjenigen, die in den letzten Tagen in Washington vor dem Weißen Haus gegen die Gewaltakte gegen die Christen in Ägypten protestiert hatte. Die Sprecher des koptisch-orthodoxen Patriarchats wollten keine offiziellen Kommentare zu diesen Demonstrationen abgeben; in den vergangenen Tagen wurden allerdings vom Patriarchat Warnungen gegen mögliche Instrumentalisierung laut ebenso wie die Warnung, im Ausland öffentliche Kampagnen zu mobilisieren, die als „Einmischungsversuche“ von ausländischen Organisationen und Gruppen in die inneren Angelegenheiten Ägyptens angesehen werden könnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der ägyptische Schriftsteller Michel Fahmy hat hart gegen derartige Demonstrationen ausgesprochen, die von Mitgliedern der koptischen ägyptischen Diaspora organisiert waren; er bezeichnete sie als „dumme oder verräterische“, von kleinen Gruppierungen angezettelte Aktionen, und er betonte, dass nur der ägyptische Staat auch die Kopten vor sektiererischen Gewalttaten schützen kann, da diese Gruppen nicht fähig seien die militante koptisch-orthodoxe Diaspora zu schützen noch die Kopten, die im ägyptischen Parlament sitzen.

http://www.fides.org/de/news/60532-AFRIKA_AeGYPTEN_Praesident_al_Sisi_empfaengt_Patriarch_Tawadros_Polemik_ueber_die_Demonstrationen_der_Kopten_in_den_USA#.V51umu1b9oA

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

 

Es mag befremdlich anmuten, dass die offizielle Koptische Kirche sich gegen Demonstrationen von Kopten im Ausland für Christen in Ägpyten ausspricht. Aber die Tatsache bleibt bestehen, dass tatsächlich der ägyptische Staat, der nun einmal ein islamisch geprägter ist,  allein die Koptische Kirche  und deren Gläubige mehr schlecht als recht schützen kann, auch wenn es in der letzten Zeit wieder nach einer Zeit der relativen Ruhe vermehrt zu islamischen Attacken in Ägypten auf koptische Häuser und Kopten gekommen ist. Die Lage der Kopten insgesamt hat sich in der letzten Zeit jedoch verbessert.

 

 

Die Kirche muss ihre Mitglieder schützen und offiziell diese Statements abgeben. Damit bringt sie sich in eine prekäre Lage. Einerseits sollte den Christen im Ausland diese im Grunde aufgezwungene Dhimmistatus-Lage in islamischen Ländern,  so auch in Ägypten nicht gleichgültig sein, anderseits bringen und setzen diese Proteste im Ausland den letztlich gemäßigt islamischen Präsidenten Al Sisi,  der den Mut hatte, die eigene Religion, den Islam zu kritisieren,  unter Druck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kirchen in islamischen Ländern, welche immer mehr unter Druck geraten sind im Irak, in Syrien, wo ein weitgehender Exitus des christlichen Lebens stattfand und noch immer stattfindet, sollten sich zunächst für das Engagement der noch immer viel zu wenigen Christen im Ausland bedanken. Denn das ist nicht selbstverständlich. Im Gegensatz zu Irak und Syrien, in denen die Christen letztlich ohnehin alles verloren haben und die Priester sich dort auch zu Recht gegen islamische Gewaltherrschaft in diesen Ländern aussprechen, ist es dem Militär in Ägypten gelungen, den „Arabischen Frühling“, der besonders die Christen und Jesiden im Nahostraum gebeutelt hat, aufzuhalten. Die Kopten dort sind trotz aller Diskriminierung relativ sicher und geschützt. Wäre der Arabische Frühling auch über Ägypten hinweggefegt, gäbe es wie im Irak keine Kopten mehr.

 

 

Nur im Zuge des Zusammenbruchs des Gesamtislams im türkisch-arabischen-nordafrikanischen Raum wären solche Demonstrationen hilfreich. Die ist jedoch bislang weit und breit nicht erkennbar, im Gegenteil: Wir erleben weltweit die Radikalisierung des Islams. Wir  als Blog danken den Demonstranten in den USA und woanders in der ausländischen Diaspora für ihr Engagement und bitten diese nicht nachzulassen. Aber auch wir bitten die Kopten aus der Diaspora, auf die Kopten, die  in Ägypten leben müssen,  eine gewisse Rücksicht zu nehmen. Sie könnten die Kritik von Päsident Al Sisi auf Transparenten wiederholen, die er bei seinem Antrittsbesuch in der Al-Azhar-Universität so vehement den Religionsführern vorgehalten hat. Das wäre sogar nützlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Dilemma ließe sich leichter lösen, wenn sich die koptischen Gruppen im Ausland ausschließlich gegen islamistische  Gewaltakte in Ägypten wenden würden, die ja auch das gleiche Angriffsziel des ägyptischen Präsidenten sind. Schließlich ist Al Sisi nachweisbar hart gegen die Muslimbrüder vorgegangen und das hat auch den Kopten Erleichterung verschafft. Und diese oder andere radikale Gruppen sorgen halt noch immer wieder für Gewalt gegen Kopten. Wie schwer die Zerschlagung von  islamischen Radikalnestern ist, bekommt auch Europa aufs Schmerzlichste zu spüren.

 

 

Das Kind mit dem Bade ausschütten, hieße in Ägypten alles zu verlieren wie dies die Christen in Syrien und Irak schmerzlich erleiden mussten und noch immer erleiden müssen. Denn es hat sich leider auch bewiesen: Denn den USA, wo die Kopten demonstrieren und dem europäischen und amerikanischen Westen und auch den westlichen Kirchen geht der Christenexitus in Irak und Syrien letztlich rechts hinten vorbei, denn sonst hätten sich sich für Christen und gegen die Christenverfolgung seit Jahrzehnten mehr für ihre Mitgeschwister wesentlich stärker  eingesetzt. Sie haben bewiesen, dass ihre Solidarität mit verfolgten Mitgeschwistern leider weniger als halbherzig war. Trotzdem bedanken wir uns bei allen Menschen in Kirche und Land, die sich immer wieder für die Bewusstmachung des großen Tragödie der Christenverfolgung in heutiger Zeit einsetzen und eingesetzt haben. Leider hat diese Arbeit zu wenig Unterstützung der Gesamtbevölkerung und der Kirchen erhalten.

 

 

Würde die islamische Revolution des „Arabischen Frühlings“ in Ägpyten siegen, würde dieser Staat wie die anderen Staaten Libyen, Irak und Syrien im islamischen Chaos versinken. Christen wären die Großverlierer und schon längst geflohen oder ermordet. Darum muss die Koptische Kirche ein gutes Verhältnis zum Ägyptischen Staat aufrechterhalten, was bei einem solchen Präsidenten, der seine eigene Religion so massiv kritisiert hat, weniger schwer fallen dürfen.  In Ägypten könnte sogar ein Modell entstehen wie Muslime und Christen besser zusammenleben lernen. Auch wenn wir es im Westen ungern hören: Eine Demokratie wird des in islamischen Statten nicht geben können.

 

 

Der Weg für Christen in islamischen Ländern aus der Knechtschaft heraus ist steinig und schwer und ist leider mit taktischen Maßnahmen der betroffenen Kirchen zu begleiten. Man mag das kritisieren, ist aber unter den gegebenen Umständen die einzige Überlebensstrategie, die in der Dhimmistatus-Unterwerfung praktisch möglich ist.

 

 

Wir müssen weiterhin auf JESUS CHRISTUS vertrauen, DER die Koptische Kirche nicht im Stich gelassen hat, bis heute nicht. Beten wir darum, dass dies so bleibt. Wir bitten unseren HERRN JESUS CHRISTUS, dass ER die Christen im Irak und in Syrien schützen möge und sie aus dem Nichts heraus erstarken lassen möge an Anzahl und an Glauben. Lassen wir nicht nach im Gebet für verfolgte Christen und anderenverfolgte Minderheiten.

 

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