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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Warum das Schwulsein schon immer zum Islam gehörte 23. Juni 2016

Filed under: Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 00:24

Im November waren diese Männer verurteilt worden

Männer in einem ägyptischen Gefängnis.

Im vergangenen November wurden acht junge Männer in Kairo wegen „Veröffentlichung unzüchtiger Aufnahmen“ zu jeweils drei Jahren Gefängnis verurteilt.

 

 

 

 

 

 

Islam und Schwulsein gehen nicht zusammen, behaupten viele.

Dabei ist gleichgeschlechtliche Liebe Teil der islamischen Geschichte. Und die religiös begründete Prüderie leicht datierbar.

 

 

 

 

Sex ist eigentlich keine sonderlich komplizierte Angelegenheit, sollte man meinen. Solange die Wissenschaft keine erheblichen Fortschritte erzielt, ist Sex unumgänglich, um den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten.

Sobald Sex aber anfängt, Spaß zu machen, wird er in der Logik diverser religiöser Auslegungen – jüdisch, christlich wie auch muslimisch – zur verdammungswürdigen Sünde: Wer Lust empfindet, gehört am besten in die Hölle und zwar schnell. Das gilt um so mehr, wenn es sich um schwulen Sex handelt.

 

 

Homophobe Ausfälle gibt es in allen Religionen und den Kulturen. Besonders präsent und nicht nur ideologisch sehr folgenreich sind sicherlich zur Zeit diejenigen, die im Namen des Islam geschehen. „Die Frage ist“, sagt zum Beispiel Yusuf al-Qaradawi, einer der einflussreichsten islamischen Gelehrten und ein ziemlicher Fundamentalist, in einem seiner populären YouTube-Videos, „ob wir Schwulsein als illegal bewerten. Und ja, das müssen wir in jedem Fall tun.“

Was das auf rechtlicher Ebene bedeuten kann, zeigt sich in vielen arabischen und islamischen Ländern, wo ausgelebtes Schwulsein nicht nur theoretisch strafbar ist, sondern diese Strafen auch praktisch exekutiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Provokante homoerotische Literatur

 

 

Qaradawi spricht, gemessen an der islamischen Geschichte, für eine relativ junge Tradition. Schwulenhass ist noch recht neu in der islamischen Geschichte: Mehr als tausend Jahre lang ist der Islam tolerant mit Homosexuellen umgegangen.

Dass es heute in nicht wenigen muslimisch geprägten Ländern handfeste Schwulenverfolgungen gibt, fußt also nicht auf einer langen religiösen oder kulturellen Tradition – ganz im Gegenteil.

Wenn man die islamische Literatur von 850 bis 1850 durchstöbert, das also, was man klassisch nennt, wird man eine muntere Reihe von Texten finden, die sich mit Erotik und Sex befassen.

Da ist zum Beispiel Abu Nuwas, einer der berühmtesten Dichter und Religionsgelehrten der arabischen Welt. Im neunten Jahrhundert befasste er sich ausschweifend mit dem Lob von Wein, Gesang und schönen Knabenkörpern, vorzugsweise unbehaart und unbekleidet.

Mit Versen wie diesen wurde er zum Star: „Im Bade wird dir das sonst durch die Hosen Verborgene sichtbar. Auf zum Betrachten! Gucke mit nicht abgelenkten Augen!“ … „Sie flüstern sich gegenseitig: ‚Gott ist groß‘ und ‚Es gibt keinen Gott außer Allah‘ zu.“ Das ist nicht nur homoerotisch gemeint, sondern zudem noch ziemlich witzig und provokant. Und vor allem war es über Jahrhunderte enorm populär.

 

 

 

 

 

 

 

 

Scared young girl with an adult man's hand covering her mouth

 

 

 

 

 

 

Der verklemmte Westen wusste gar nicht wie ihm geschah

 

Die Zwanghaftigkeit und Aufgeregtheit, die man in vergleichbaren Texten europäischen Ursprungs findet, geht den arabischen völlig ab. Als die ersten Europäer sich an Übersetzungen versuchten, fielen die denkbar verklemmt aus. Die schwulen Adressaten so mancher arabischer Liebesschwüre wurden da zu Frauen umgedichtet, der beginnende Bartwuchs der Angehimmelten wurde dezent verschwiegen.

Nicht nur die Poesie war betroffen, die Verklemmtheit des europäischen Publikums wurde auch in anderen Genres herausgefordert. So gibt es eine ganze Reihe historischer sexualhygienischer Ratgeber, die völlig sachlich Auskunft über den Zusammenhang zwischen Sex und Ernährung geben. Als der Westen im Laufe des 19. Jahrhunderts diese Ratgeber entdeckte, erregten sie dort als pornografische Werke großes Aufsehen.

Kein Wunder. Gemessen an der viktorianischen Sexualmoral, die man den Völkern des 19. Jahrhunderts predigte, war das spektakulär. Der Westen war zu dieser Zeit industriell und politisch mächtig genug geworden, um die eigenen Sexualitätsdiskurse in die islamische Welt und den Nahen Osten zu exportieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwulenhass ist eine moderne Einstellung

 

In diese Zeit fällt auch eine der ersten bekannten Zensurmaßnahmen gegen erotische arabische Dichtung. Die Werke von Safijaddin al-Hilli, eines berühmten Poeten des 13. Jahrhunderts und Verfassers diverser frivoler Gedichte, sollten Ende des 19. Jahrhunderts in Damaskus neu aufgelegt werden. Die Gedichte mit erotischem Inhalt wanderten in die hinteren Teile des Buches, damit der Leser sie zur Not entfernen konnte. Als das Buch wenige Jahre später in Beirut nochmals gedruckt werden sollte, wurden die inzwischen umstrittenen Stellen gänzlich gelöscht.

 

 

Das alles geschah unter dem Einfluss der Kolonialmächte. An der Geschichte der nahöstlichen Homophobie hat der Westen also kräftig mitgeschrieben – und zwar so lange, bis vielen Muslimen die eigene Geschichte unangenehm wurde.

Natürlich ist es von den Zensurvorschriften der Kolonialmächte bis hin zur Ideologie heutiger Islamisten ein sehr weiter Weg. Die islamisch-fundamentalistischen Strömungen der Moderne funktionieren wie jeder Extremismus, der ein traditionelles Familienbild vertritt und auf patriarchalen Machtstrukturen beruht.

 

 

 

Homosexuelle Verbindungen bringen die Strukturen durcheinander, ein schwuler Mann ist in der Logik der Hardliner kein starker, kämpfender Mann. Nach diesem Muster funktioniert der Islamische Staat, nach diesem Muster funktioniert Schwulenhass in allen Gesellschaften.

Wenn Yusuf al-Qaradawi und andere Gesinnungsgenossen Homosexualität unter drakonische Strafen stellen, dann fußt das nicht auf einer jahrhundertealten Tradition, sondern ist eine moderne Entstellung.

http://www.welt.de/politik/ausland/article156194107/Warum-das-Schwulsein-schon-immer-zum-Islam-gehoerte.html

 

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