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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

CSU nennt Islam-Verfassungspläne eine Provokation 28. April 2016

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 00:01

Ob der Machtmensch vom Bosporus wieder klagt?

Holländische Zeitung verhöhnt Erdogan als Affen

 

 

 

 

 

Der türkische Parlamentspräsident will eine islamische Verfassung für sein Land.

 

 

 

Der türkische Parlamentspräsident will eine islamische Verfassung für sein Land. In Deutschland sieht sich die CSU in ihrer Ablehnung einer EU-Mitgliedschaft bestärkt – mit solchen Plänen schlage die Türkei mit einem lauten Knall die Tür nach Europa zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die CSU ist gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU. Allenfalls eine privilegierte Partnerschaft kann sich die Partei von Horst Seehofer vorstellen. Ähnlich sieht es die CDU, doch stärker noch als die Schwesterpartei sträubt sich die CSU gegen eine Aufnahme der EU.

Was derzeit aus Ankara zu vernehmen ist, bestärkt sie in ihrer Auffassung, die Türkei gehöre nicht in die EU. Der Grund ist die Aussage des Präsidenten des türkischen Parlaments, Ismail Kahraman: Der führende Politiker der islamischen AKP-Partei von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan fordert die Abschaffung des Säkularismus in der Verfassung. Kahraman will stattdessen eine islamische Verfassung.

 

 

 

 

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer reagierte mit einer scharfen Erklärung auf die Aussage des türkischen Parlamentspräsidenten. „Wenn die Türkei eine islamische Verfassung einführen will, schlägt sie mit einem lautem Knall selbst die Tür nach Europa zu. Das wäre die vollkommene Abkehr von der Politik von Kemal Atatürk, der vor knapp hundert Jahren die Türkei zu einem säkularen Staat reformierte“, sagte Scheuer am Dienstag zu SPIEGEL ONLINE.

„Die Provokationen aus der Türkei nehmen zu“, reihte Scheuer die Ansage des Parlamentspräsidenten in eine Reihe jüngster Vorfälle ein. Die aktuellen Schikanen gegen Journalisten und Künstler zeigten, dass Erdogan nicht nur in der Türkei Presse- und Meinungsfreiheit mit Füßen trete, sondern auch Europa seine Vorstellungen aufzwingen wolle, so der CSU-Generalsekretär.

 

 

 

 

Erst am Montag war einem US-Journalisten die Einreise in die Türkei verweigert worden, vergangene Woche durfte auch ein ARD-Korrespondent nicht durch die Türkei reisen, eine niederländische Journalistin war kurzzeitig festgehalten worden und darf derzeit das Land nicht verlassen.

Scheuer sieht die Linie seiner Partei bekräftigt. „Die CSU war schon immer gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei. Inzwischen muss doch wirklich jedem Europäer klar geworden sein, dass die Erdogan-Türkei nicht zum aufgeklärten Europa passt“, erklärte der Vertraute von CSU-Chef Seehofer.

Mehr: http://web.de/magazine/politik/akp-parlamentspraesident-csu-nennt-islam-verfassungsplaene-provokation-31521622

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

 

 

Was besorgniserregend ist: Herr Kahraman ist nicht irgendwer. Er ist immerhin der türkische Parlamentspräsident. Er ist der Mitläufer von Herrn Erdogan, der Vorsitzender der AKP ist. Es mag sein, dass dieser Vorstoß in die Öffentlichkeit ein Versuchsballon gewesen sein mag, der die Reaktion der türkischen Bürger austesten wollte. Erdogan selbst betreibt nicht erst seit seinem Zitat, welches hier schon zu oft veröffentlicht wurde, die Reislamisierung seines Landes. Er pflegte beste Beziehungen zu den Muslimbrüdern in Ägypten. Er ließ das Kopftuchverbot in öffentlichen Gebäuden kippen. Er will durchsetzen, dass jeder Universität seines Landes eine Moschee zugeordnet wird.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-eine-moschee-in-jeder-universitaet-a-1004370.html

 

 

 

 

Die Kirchenenteignungen in jüngster Zeit verhärten den Verdacht der Reislamisierung der Türkei noch weiter. Die offensichtliche Unterstützung des von der noch freien Welt geächteten IS durch die Regierung der Türkei lässt Arges befürchten. Der Kampf gegen Kurden, die als einzige Bodentruppen gegen den IS stellen, ist offensichtlich und der Kampf gegen den laizistischen Assad lässt augenscheinlich den Schluss zu, dass die Türkei unter Erdogan drauf und dran ist, die Scharia einzuführen, wenn dem Land eine islamische Verfassung aufoktroyiert wird.

 

 

Ein solches öffentliche Statement ist mit Sicherheit intern mit Erdogan abgesprochen worden. Es passiert in der Türkei nichts Politisches ohne Wissen des Herrn Erdogan. Herr Kahraman wurde nur ausgewählt, um nach außen hin diesen Testballon platzen zu lassen. Hätte Erdogan dieses Ansinnen öffentlich geäußert, wäre der Tumult in der Türkei mit Sicherheit noch größer gewesen. Letztlich muss dieses Statement als eine konzertierte Aktion, die mit inneren Führung der AKP abgesprochen wurde, angesehen werden.

 

 

Da Herr Erdogan eh seine Machtbefugnisse durch Verfassungsänderung gestärkt sehen will, kommt der Vorschlag von Kahraman nicht zur Unzeit, sondern der Zeitpunkt ist wohlüberlegt. Steht eine Verfassungsänderung an, wird sich dieser Blickwinkel des Parlamentspräsidenten in den Kontext der Verfassungsänderung durchaus in Stellung bringen können.

Die Türkei des Attatürks gerät offensichtlich zunehmend durch diesen Vorschlag und durch konkludentes Handeln des Herrn Erdogan  ins Wanken. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine solche Türkei gehörte nie zu Europa, gehört nicht zu Europa und wird aber möglicherweise durch die Identitätslosigkeit der gesamten EU-Elite bald zu Europa gehören. Die Intensität des islamischen Sendungsbewusstseins  des Herrn Erdogan wird die Türkei noch in einen islamischen Staat verwandeln. Die besten Voraussetzungen wie Unterstützung des IS, Kampf gegen die Kurden und Kampf gegen den Säkularismus des Assad sowie die eklatante Beschneidung der Meinungsfreiheit sind Vorboten einer Auseinandersetzung, die in der Türkei durchaus bürgerkriegsähnliche Zustände auslösen könnten oder eben auch nicht. Denn der Boden für eine islamische Verfassung ist in der Türkei durchaus vorhanden. Denn die Türkei ist auch lange Zeit nach dem Tode Attatürks ein zu 98 Prozent muslimisches Land. Die besten Voraussetzungen, sich eine islamische Verfassung zu geben, sind vorhanden und warten lediglich auf Umsetzung.

 

Auch wenn Herr Erdogan dementiert und Herr Kahraman von einer „perönlichen Meinung“ sprach, so glauben wir deren Worten nicht so recht. Denn er ist auch der EU gegenüber ein gewiefter Taktierer. Nach den massiven Protesten scheinen die beiden von ihrem Vorhaben vorerst Abstand zu nehmen.

http://web.de/magazine/politik/recep-tayyip-erdogan-distanziert-forderung-islamischer-verfassung-31522938

 

Denn in diesem verlinkten Artikel säuselt er folgendes: Der türkische Staat halte die gleiche Distanz zu allen Religionen. „Das ist Säkularismus.“

Allein diese Äußerung ist einfach nur Lüge. Aber was soll es. Die Zeit wird es zeigen, wohin es die Türkei treibt.

 

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