kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Fall Böhmermann 17. April 2016

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 21:51

Nach Entscheidung der Bundesregierung„Erdogan lacht sich ins islamistische Fäustchen“

 

Auf der einen Seite haben wir einen gestörten Moderator, der ein Schmähgedicht unter der Gürtellinie gegen Erdogan aus Konkurrenzgründen zu dem  Parallelsender der Öffentlich Rechtlichen (Extra-3) verfasst und  veröffentlicht hat.

Er ist allerdings von Merkel politisch zum juristischen Abschuss freigegeben worden, und das mit der öffentlich in Aussicht gestellten Option, dass der umstrittene § 103 StGB spätestens 2018 fallen wird. Eine mehr als wankelmütige Entscheidung dieser „Sowohl-als-auch-Kanzlerin“. Das gibt der Justiz ja genug Zeit und die Möglichkeit, Herrn Böhmermann genau nach dieser Vorschrift zu verurteilen oder eben nicht.

Was Merkel sich dabei gedacht hat, bleibt wohl ihr persönliches Geheimnis. Von klarer Entscheidungskompetenz ist da wenig zu spüren. Sie tut dies aus politischem Kalkül heraus, den Flüchtlings-Türkei-Deal nicht zu gefährden. Da ist ihr jedes Mittel recht. Die Diskussion darüber, ob dies richtig oder falsch gewesen sei, wird in der Presse breitgetreten. Es wäre schön, wenn sich die Presse und die Medien genauso intensiv um die Situation von verfolgten Christen nicht nur in der Türkei beschäftigen würden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der anderen Seite haben wir einen „Beleidigten“, der sich zu einem islamischen Despoten in der Türkei entwickelt hat, der dünnhäutig gegen jede Beleidigung seiner Person in seinem übersteigerten Ehrgefühl strafrechtlich vorgeht. Ein Mann, dessen Geisteshaltung in Bezug auf Demokratie mehr als defizitär ist. „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

 

 

Dieses Gedicht von Gökalp hat dieser Präsident zitiert und ist dafür sogar nach türkischem Recht bestraft worden. Aber genau dieses Zitat macht die Seele dieses Mannes aus. Die kurze Haftstrafe, die er dafür abgesessen hat, hat dieses  Zitat nur noch stärker in seine Seele einbrennen lassen. Er sieht im Islam das Non-plus-ultra seiner Politik. Menschenrechte der allgemeinen Art, die nach Freiheit riechen, ignoriert er korangemäß standhaft.  Er führt militärische und psychologische Kriege gegen Kurden, gegen Assad, gegen Christen, gegen Minderheiten.

 

 

 

 

 

 

Nur dem IS sieht er sich auf geheimnisvolle Weise verbunden, wie er sich damals auch dem Muslimbruder Mursi, als dieser Ministerpräsident Ägyptens war, geistlich verbunden sah. Offensichtlich hat das mit dem zitierten Gedicht zu tun. Denn der IS verkörpert genau das: Moscheen als Kasernen, Minarette als Waffen, Minarettkuppeln als Helme der in den Krieg gegen Ungläubige ziehenden muslimischen Soldaten. All diese Voraussetzungen erfüllt der IS, der jede „demokratischen Ansätze“ im Keim erstickt.

Das bringt dem IS Sympathien eines Menschen ein, der  die Türkei wieder in ein großosmanisches Reich verwandelt will. Seine Erpressung gegen  Merkel, die sich als sein Schoßhündchen erwiesen hat, hat gewirkt. 6 Milliarden für einen mehr als dubiosen Flüchtlingsaustausch, bei dem die türkischen Flüchtlinge ab Juli 2016 per Visa in die EU einreisen dürfen und können.

 

 

Die „innerfreiheitlichen“ Entscheidungen  des Herrn Erdogan sind Journalisteneinfangen, regierungskritische Zeitungen auflösen und Frauen-Demos mit Wasserwerfern niederwalzen, Zwangsversetzungen von Richtern und Staatsanwälten, die wegen Korruption gegen seine Regierung ermitteln. Ein Diktator reinsten Wassers.

http://www.n-tv.de/politik/Erdogan-beseitigt-weiter-Widersacher-article12123126.html

 

 

Ein Mann, der Verbrecher des IS unterstützt und sich selbst dünnhäutig beleidigt fühlt bei als Satire gekennzeichneten Sendungen des ÖR  löst ein politisches Possenspiel in der BRD aus, welches einem Schmierentheater gleicht.

 

 

Was aber hat dieses Schmierentheater für Auswirkungen auf  den Journalismus in der Türkei? Welche Botschaft sendet die Kanzlerin an die diskriminierten politischen Verlierer, nämlich an die Erdogan-kritischen Journalisten, von denen sich nicht wenige in Haft befinden,  in der Türkei aus?  Allein die Entscheidung der Kanzlerin, einen Berufs-Satiriker zum Strafverfahren freizugeben, lässt die Stellung Erdogan-kritischer Jounalisten ins Bodenlose sinken. Wenn schon in der BRD Satire, auch wenn sie mehr als schlecht gemacht ist, bestraft werden kann, wie viel mehr dann ein türkischer Journalist in der Türkei, der echte und ernstgemeinte Kritik an Erdogan in der ihm verwehrten Pressefreiheit veröffentlicht sehen will.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Mann, der Alle und Jeden, sogar Kinder verklagt, die sich irgendwie kritisch zu seiner Person äußern, ist kein souveräner Staatenlenker, sondern eher ein Mensch, der unter Zwangsstörungen leidet.

https://deutsch.rt.com/international/37826-uber-steine-und-hauser-aus/

 

Wenn schon Satire gegen Erdogan im fernen Deutschland, welches sich ab Juli noch mehr  als türkische Kolonie wird verstehen müssen, bestraft werden kann, wie viel mehr dann Erdogan-kritische Journalisten in der Türkei selbst. Diese Argumentation spielt dem Despoten vom Bosporus in die Hände.

 

 

Aber was schert die Kanzlerin ihr Handeln, welches diese fatale Botschaft an die Meinungsfreiheitsverfolgten in der Türkei aussendet? Natürlich nichts. Da sie aber gleichzeitig die Abschaffung des § 103 StGB für 2018 in Aussicht stellte, könnte dies als Hinweis an die Justiz verstanden werden, Herrn Böhmermann mit Samthandschuhen anzufassen. Und dieses Verhalten ist der Justiz hier nicht unbekannt.

Wenn die Justiz auch in diesem Fall nach der Devise „Täterschutz = Böhmermann“ vor Opferschutz = Erdogan“ handeln würde, wäre uns das in diesem Falle durchaus recht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Egal aber, wie die Justiz hier mit Böhmermann verfährt: Merkel hat diesen Fall in dem Moment zu einem Politikum aufgebauscht, als sie  sich für diese Sendung bei Davutoglu öffentlich entschuldigt hat und hat dem jetzt folgenden Prozess eine unnötig aufgeblähte politische Dimension gegeben, die er absolut nicht verdient hat.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/angela-merkel-haelt-boehmermanns-erdogan-gedicht-fuer-verletzend-14160031.html

 

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