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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christliche Flüchtlinge: Vom Regen in die Traufe? 12. April 2016

Filed under: Konvertiten — Knecht Christi @ 21:20

Immer wieder berichten christliche Geflüchtete in Berlin und Brandenburg von Diskriminierung und Übergriffen – durch Mitbewohner in Unterkünften oder den Sicherheitsdienst am Lageso.

 

 

Aber wie oft passiert das?

Wie groß ist das Problem wirklich?

Sind Christen, die vor den Islamisten hierher geflohen sind, tatsächlich im großen Stil Verfolgung wegen ihres Glaubens ausgesetzt?

Sophie Elmenthaler wollte das genauer wissen.

 

 

Samstagabend in Potsdam Babelsberg: 120 Menschen, die meisten von ihnen syrische Christen, haben sich zum Abendessen in der evangelischen Gemeinde versammelt. Die letzten zwei Tage sind sie aus Berlin hierher gewandert.

Der Syrer Rabi’ Kuzam hat das Treffen organisiert: “Bei uns kann jeder Mitwandern, keiner fragt nach der Religion oder der Herkunft. Solche Fragen sind bei den Wanderungen nicht erlaubt. Wir reden nicht über Politik und nicht über Religion. Eher über die Natur und allgemeine Lebensfragen.”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Vor dem Krieg hatten wir keine Probleme miteinander“

 

 

Die Idee der Wanderungen stammt vom niederländischen Jesuitenpater Frans van der Lugt, der in den 1960er Jahren  nach Syrien kam. Er wollte die Menschen aus ihrem Schubladendenken herausholen, Vorurteile  durch echte Begegnung ersetzen. Am 7. April 2014 kam Pater Frans im Gebiet der syrischen Stadt Homs ums Leben, wahrscheinlich ermordet von der islamistischen Al-Nusra-Front. Der Krieg hat das Verhältnis der Religionen beeinflusst, erklärt Ramiz Melhem, ein anderer Teilnehmer: “In Syrien hatten wir vor dem Krieg keine Probleme untereinander. Nach dem Krieg gab es dann natürlich Probleme mit ISIS und den Islamisten, aber nicht alle Muslime hassen Christen.” Er wohnt in einem Heim im brandenburgischen Elstal: “Im Heim lebe ich mit meinem Cousin zusammen, wir sind vier Christen und sonst alles Muslime. Ich habe mein Kreuz übers Bett gehängt, und mein Freund der unter mir schläft, ist Muslim. Wir haben kein Problem.”

 

 

 

 

 

 

Konflikte werden mitgenommen

 

So wie ihm ergeht es offenbar nicht allen christlichen Flüchtlingen in Berlin und Brandenburg. Ende Februar machte ein Vorfall in der Notunterkunft im Flughafen Tempelhof Schlagzeilen, bei der eine Gruppe iranischer Flüchtlinge von afghanischen Muslimen bedroht wurde; die Verantwortlichen schalteten die Polizei ein. Pfarrer Gottfried Martens aus Steglitz, der die Betroffenen aufnahm, sprach von “Pogromstimmung gegen Christen”. Und auch in der St. Elisabeth-Kirche in Schöneberg sind christliche Geflüchtete untergebracht, die sich verfolgt fühlen. Mit ihnen traf sich Ende März der katholische Erzbischof Heiner Koch zu einem nicht-öffentlichen Gespräch: “Sie haben natürlich ihre Geschichte mitgenommen, sie nehmen ihre Geschichte mit, ihre Verletzungen, und diese Angst, und sie haben hier das Gefühl, dass sie auch hier als Christen des mittleren Ostens weiterhin Angst haben müssen. “

 

 

 

 

 

 

 

Je größer die Unterkunft, desto größer die Probleme

 

 

Wer gerade vor islamistischen Terroristen geflohen ist, fühle sich in einer Massenunterkunft mit vielen Muslimen eben nicht sicher, erklärte Priester George Gerges von der koptisch-orthodoxen Kirche in Berlin: “Es ist wirklich schwierig für christliche Flüchtlinge, wenn sie 5 Personen unter 1200 muslimische Flüchtlinge leben müssen. Allein dieses Empfinden mit dem Hintergrund, woher sie kommen, was sie erlebt haben, sie kommen hier nach Europa mit der Erwartungen das, was sie dort verloren haben, hier wiederzufinden, ein christliches Leben führen zu können ohne Angst, und dann kommen sie in ein Heim, was eigentlich überwiegend muslimisch ist.”

Damit haben viele der Geflüchteten anscheinend nicht gerechnet. Es geht aber nicht nur  um das Gefühl, sondern auch reale Erlebnisse. Ein junger Mann, der anonym bleiben möchte, berichtet von Diskriminierung durch den Sicherheitsdienst am LaGeSo:  “Sie haben gefragt, wer Muslim ist, und ich sagte, ich nicht, und dann haben sie mich aus der Schlange geworfen und sich geweigert, mir eine Wartenummer zu geben.”

 

 

 

 

 

 

 

„Es geht nicht um alle Muslime oder alle Christen“

 

Wer die Betreiber oder Koordinatoren von Flüchtlingsunterkünften fragt, wie bedrohlich die Lage für christlich Flüchtlinge aus ihrer Sicht ist, erhält allgemein ähnliche Antworten: “Dass es eher religiös motivierte Übergriffe gibt, kann niemand ausschließen, aber ich denke man wäre gut beraten, doch immer genau hinzuschauen”, sagt zum Beispiel Christina Busch, die Leiterin der Koordination Flüchtlingshilfe bei der Caritas in Berlin. Worüber sich tatsächlich alle einig  sind, ist, dass die schiere Größe von Unterkünften eine zentrale Rolle spielt. Christina Busch: “Je größer eine Unterkunft, je mehr Menschen zusammen leben müssen, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Konflikte, wodurch auch immer sie motiviert sind“.

 

In einem Hangar mit 1200 Leuten ohne richtige Privatsphäre möchte wohl niemand eine Minderheit sein; und auch in den Schlangen vorm Lageso liegen immer wieder die Nerven blank.  Umso besser, wenn man das alles einfach mal vergessen und eine Runde wandern gehen kann, wie die Gruppe in Potsdam, die jetzt erstmal feiert. Rabi’ Kuzam, der Orgnisator, ist bester Laune. Er würde Konflikte einfach nicht überbewerten: “Natürlich gibt es das, in Deutschland, in Syrien, überall. Es gibt vielleicht Muslime, die keine Christen mögen oder umgekehrt, aber eigentlich geht es um ein paar Menschen, die unterschiedliche Ansichten haben. Wenn wir anfangen zu sagen, es geht um alle Muslime oder alle Christen, dann haben wir ein Problem“.

http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/nahaufnahme/201604/13469.html

 

2 Responses to “Christliche Flüchtlinge: Vom Regen in die Traufe?”

  1. Senatssekretär Freistaat Danzig Says:

    Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt und kommentierte:
    Noch schlimmer wird es für Frauen und Kinder, die wieder in die türkei zurück müssen, als abgeschobene Flüchtlinge! Die UNO bekam darüber Berichte! So viel zur internationalen Lage der allgemeinen Rechte für Menschen! Vor Kinderraub und seiner Duldung machen die NWO´Ler auch nicht halt!

  2. Johannes Says:

    Das Thema ist seit langem bekannt. Da die Bundeskanzlerin und ihre Regierungsleute die Islamisierung unseres Landes bewusst vorantreiben, werden die Probleme unter den Teppich gekehrt, bis der Islam sich durchgesetzt hat – so jedenfalls scheint die Hoffnung von CDU bis DIE LINKE zu sein. Dagegen müssen wir uns wehren. Immer wieder wird deutlich, dass Islam und Demokratie nicht kompatibel sind. Wer die Schari´a der Freiheit vorzieht, sollte möglichst so schnell wie möglich dahin zurückkehren, woher er gekommen ist – auf eigene Kosten und ohne Verzögerung durch einen Rechtsverdreher!


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