kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Von der Familie verstoßen, von den Behörden verfolgt 26. Dezember 2015

Filed under: Konvertiten — Knecht Christi @ 22:16

Er wollte den Islam verteidigen und wurde dabei zum Christen: Unser Autor hat erlebt, welche Konsequenzen muslimischen Konvertiten in islamischen Ländern drohen.

 

 

Mein Name ist Rachid, ich bin geboren und aufgewachsen in einer konservativen islamischen Familie in Marokko. Mein Vater war der Imam des Dorfes, in dem ich viele Jahre lebte. Von der christlichen Version von Jesus Christus hörte ich das erste Mal in einem Radioprogramm. Der Beitrag provozierte mich als Muslim. Ich wollte meinen muslimischen Glauben gegen den christlichen Glauben verteidigen und begann, über vier Jahre hinweg den Anbietern des Programms zu schreiben. Es endete damit, dass sie mich überzeugten und ich Ende 1989 zum Christentum übertrat. Seitdem habe ich nicht aufgehört, mich mit Islam und Christentum zu beschäftigen.

 

 

 

 

 

 

 

Meine Familie erfuhr erst später von meinem neuen Glauben. Ich wurde von ihnen verstoßen und von den marokkanischen Behörden verfolgt. Unter diesem Druck musste ich nach Jahren des Kampfes mein Land verlassen. Dies ist nicht nur meine Geschichte, es ist die Geschichte von Tausenden Muslimen, die in der islamischen Welt zum Christentum konvertieren. Viele von ihnen leben sehr diskret und wenn jemand ihr Geheimnis lüften würde, verwandelte sich ihr Leben in die Hölle auf Erden.

Als ich in Marokko lebte, lernte ich dortige muslimische Konvertiten über das Radioprogramm kennen, mit dem ich jahrelang korrespondiert hatte. Wir trafen uns heimlich bei uns zu Hause. Wir schmuggelten Bibeln über Spanien ins Land, weil Bibeln in arabischer Sprache hierzulande verboten sind. Sie gelten als Werkzeuge der Missionierung. Wir schlossen die Fenster, um singen und beten zu können, ohne bemerkt zu werden.

 

Einige von uns wurden verhaftet, andere bedroht, drangsaliert, befragt oder zu jahrelangen Gefängnisstrafen verurteilt. Tausende marokkanische Christen leben im Untergrund und fürchten Verfolgung und gesellschaftliche Ächtung.

 

Nicht nur in Marokko leben christliche Konvertiten, sie finden sich überall in der muslimischen Welt, vor allem aber in Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Irak und Iran.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konversion im Radio

 

Ich habe heute eine Call-in-Sendung im arabischsprachigen Fernsehen. Sie wird über Satellit in ganz Nahost und Nordafrika ausgestrahlt, ich nenne sie Gewagte Fragen. In der Sendung debattiere ich donnerstagnachts live mit Muslimen. Dabei bekomme ich Anrufe aus der ganzen muslimischen Welt, viele der Anrufer bezeugen ihren Übertritt live on air. Es ist eine Welle, die jedes Jahr stärker wird.

Diese Konvertiten benötigen Hilfe und Menschenrechtsorganisationen, die ihre Rechte verteidigen. Einige von ihnen befinden sich im Gefängnis: Der marokkanische Konvertit Jamaa Ait Bakrim etwa sitzt seit 2005 in Haft, er ist zu 15 Jahren verurteilt worden. Mohammed Hijazi ist seit Dezember 2013 in Ägypten inhaftiert, er ist zu fünf Jahren verurteilt worden. Andere wurden getötet, wie Rana Sawareh, ein jordanisches Mädchen, das zum Christentum übergetreten war. Das sind nur einige Beispiele dafür, was Konvertiten angetan wird. Ich hatte Glück, weil ich das Land verlassen konnte. Viele haben diese Möglichkeit nicht, sie müssen im Untergrund leben oder Verfolgung ertragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Christen haben keine Rechte

 

Christen mit muslimischem Hintergrund haben keine Rechte in muslimischen Ländern. Sie dürfen weder privat noch öffentlich beten. Sie haben kein Recht auf Bibeln in arabischer Sprache, dürfen ihren Kindern keine christlichen Namen geben und werden gezwungen, im Ramadan zu fasten – essen sie im Fastenmonat in der Öffentlichkeit, werden sie verhaftet.

 

 

Für Frauen ist es noch schlimmer. Wenn sie konvertieren, werden sie weiter als Muslima behandelt und dürfen deshalb auch keinen Christen heiraten. Ich habe nur ein paar der Probleme angesprochen, mit denen wir in der muslimischen Welt konfrontiert werden. Die Realität geht weit darüber hinaus.

{Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-12/christentum-islam-minderheit-konvertiten-verfolgung-Marokko}

 

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