kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Weihnachten aus der Sicht Josephs 24. Dezember 2015

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:42

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes„.

(Die Geburt Jesu: Matthäus 1:18-25)

 

 

„Die jüdische «Verlobung» stellte ein rechtsverbindliches Eheversprechen dar; die eheliche Gemeinschaft wurde aber erst nach der Heimholung der Braut durch den Ehegatten, meist ein oder eineinhalb Jahre später, aufgenommen. Die jüdischen Mädchen heirateten gewöhnlich nach Eintritt der Geschlechtsreife mit 13 bis 14 Jahren. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

Der Name Jesus (Jeschua) wird hier als «Retter», «Erlöser» gedeutet. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, / und man wird ihm den Namen Immanuel geben, / das heißt übersetzt: Gott ist mit uns“. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus“.

 

 

 

 

 

Zweimal macht er sich auf den Weg: zunächst nach Bethlehem der Bürgerpflicht wegen; und dann nach Ägypten auf der Flucht vor Herodes. Zweimal macht er sich auf den Weg, wortlos, und sagt auch sonst kein Wort in der ganzen Geschichte. Nein, ein Vielredner ist er nicht – eher einer im Hintergrund; und dort erscheint er auch auf vielen Weihnachtsbildern.

Da kann es sein, dass er im Halbdunkel fast verschwindet. Oder hinten ein Feuer macht; oder sogar schläft, während alle – Hirten, Könige und wir, die Betrachter – wie gebannt auf das Neugeborene schauen und von ihm zu Maria mit dem wunderschönen blauen Mantel und dann wieder zurück zu dem göttlichen Kind.

 

 

Sicher, eine Krippe, auch ein Krippenspiel ohne ihn – undenkbar! Er gehört zum Inventar, und komplett ist die heiligen Familie nur mit ihm. Und doch ist seine Rolle nicht die begehrteste, hält man sich an das Original. Maria singt. Die Engel verkünden. Die Hirten sagen´s weiter. Joseph: Schweigt – schweigt beharrlich. Aber: Er ist da. Er bleibt da. Er geht den Weg mit Maria und dem Kind.
Und das ist das eigentliche Wunder.

 

Eigentlich hatte er sich sein Leben anders vorgestellt, ganz anders.
Er sah sich als normaler Ehemann einer normalen jüdischen Frau, ein normaler Vater eines normalen Kindes neben einer normalen Mutter – eben eine normale Zimmermannsfamilie.
Und dann das ganz und gar Unnormale, nein, Unvorstellbare, Ungeheuerliche …

 

 

 

 

 

 

Matthäus erzählt davon am Anfang seines Evangeliums:
Als Maria … dem Joseph vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist. Schwanger also vom Heiligen GeistDas ist – gelinde gesagt – einem verliebten Verlobten nur schwer zu vermitteln. Das muss anders ankommen bei ihm – nämlich so: Noch nicht unter der Haube und schon im Bett eines andern! –
Das Vertrauen: missbraucht.
Das Versprechen: gebrochen.
Was für eine Enttäuschung!

 

 

 

Und dann die Erklärungsversuche von wegen „Besuch eines göttlichen Boten mit der Nachricht von göttlicher Vaterschaft“ – eine Zumutung, eine Zumutung auch für den Glauben, gefährlich nah an Gotteslästerung. Als könne es allen Ernstes die Absicht des Königs der Welt sein, gelobt sei Er, den Messias als uneheliches Kind in die Welt zu setzen… –

 

Wenn Joseph auch nichts sagte, so dachte er sich seinen Teil.
Joseph aber, ihr Mann, war fromm
und wollte sie nicht in Schanden bringen,
gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.

 

 

 

 

„In Schanden bringen“ – das war in der Tat jetzt Möglichkeit Nummer Eins.
Also: Den Ehebruch öffentlich machen, zur Anklage bringen, bestrafen; und die gerechte Strafe – nach damaliger Auffassung – würde klar lauten: Steinigung!
Aber: Kann man ernsthaft einem Menschen den Tod wünschen, den man eben gerade noch heiraten wollte? Joseph kann es nicht – und deshalb kommt nur Möglichkeit Nummer Zwei infrage:
verschwinden, sich aus dem Staub machen – und zwar heimlich – und die Sache mit Maria möglichst schnell vergessen …

 

 

 

Als er das noch bedachte,
siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach:
Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen;
denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist.
Und sie wird einen Sohn gebären,
dem sollst du den Namen Jesus geben,
denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden …

 

 

 

Da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum“ Will sagen: Gott wird die Sache ein bisschen zu heiß.
Wenn Joseph sich aus dem Staub macht – wenn auch heimlich aus Rücksicht auf Maria -, dann sitzt die junge Frau alleine da – bei all den widrigen Umständen, die da noch warten auf sie und ihren Sohn in spe. Und außerdem: Joseph ist auch als Joseph wichtig, nicht nur als Mann der Maria. Gott will nicht verzichten auf diesen einfachen, frommen, einfühlsamen galiläischen Zimmermann. Er will gerade ihn mit im Boot und im Stammbaum haben, will die Heilsgeschichte weiterschreiben mit ihm.
Also im Traum eine Botschaft für den verstörten Joseph, der die Welt nicht mehr versteht im Sturm der Gefühle.

 

 

 

„Fürchte dich nicht“!

Es ist wahr, dass durch diese unzeitige Schwangerschaft sich die Zeit erfüllt und Weltbewegendes geschieht und eine neue Zeitrechnung beginnt. Deshalb, Joseph, sollst du bleiben bei Maria und ihr Kind, Gottes Kind, zu deinem machen. Gib ihm den Namen „Jesus“ . Denn dieser Name ist Programm:
„Jesus wird retten.“ In der Muttersprache des Joseph: „Jeschua hoschia“. Gott also versucht´s mit zärtlicher Berührung, mit Ermutigung, mit Verheißung. Gott versucht´s mit einem Traum.

 

 

 

 

Doch damit – Gott weiß es – ist die Sache noch nicht ausgestanden.
Denn wir Menschen lassen uns nur schwer abbringen von dem, was wir uns in den Kopf gesetzt haben. Wir entziehen uns oft der Berührung Gottes, schalten auf Durchzug bei Seinem Wort. Und auch auf Träume geben wir nicht viel. Doch Joseph – Joseph spricht die Sprache der Träume, ahnt zumindest, wer ihn da berührt. Und – er schafft es. Er springt über seinen Schatten – und bleibt der Mensch an Marias Seite; und Gott ist am Ziel für den Augenblick. Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

 

 

 

 

Wie gesagt:

 

Dieser Satz erzählt von einem Wunder.

 

 

Da kann einer „Ja“ sagen zum anderen, obwohl viel, sehr viel dagegenspricht.
Da schafft einer, nicht auf sein Recht zu pochen.

 

Da kann einer vertrauen und die Zweifel hintansetzen. Da lässt einer diese Worte „Fürchte dich nicht!“ vordringen bis zum Herz. Da hält einer fest an Gott, obwohl nicht klar ist, wo der Weg hinführt mit ihm. Da lässt einer sich sagen von Gott: „Ich habe eine Aufgabe, die nur du erfüllen kannst. Ich brauche deine Liebe, deine Solidarität, dein Vertrauen, damit ein Mensch nicht alleine bleibt und mein Heil auf die Welt kommen kann, bewahrt und beschützt und befördert von deinen Händen, von Menschenhänden“.

 

 

 

Joseph bleibt – und zeigt uns, wo Gott hinwill an Weihnachten und wie Er gedenkt, ans Ziel zu kommen, ans Ziel auch mit uns. Wenn Friede herrschen soll auf Erden – dann beginnt er so: mit Vertrauen. Keine Frage: Es ist ein Weg voller Risiken und mit ungewissem Ausgang, den Gott da beschreitet unterwegs zu uns, seinen Menschen. Gott nimmt in Kauf, dass ein Traum nicht reicht, und dass am Ende trotzdem bei diesem oder bei jener alles Werben und Berühren nichts gefruchtet hat. Wer kann wissen, was alles Er schon versucht hat auf seine leise, liebevolle Art bei dir und bei mir?

 

 

 

 

Ja, so ist er nun mal, dieser menschenfreundliche Gott: Hoffnungslos optimistisch will Er mit uns seine Geschichte weitertreiben, will mit uns sein Ziel erreichen, aber will und kann niemanden auf zwingen diesen Weg; denn das würde die Liebe verraten, die sein Wesen ist und bleibt für immer.
Ja, so ist Er, unser Gott: Kommt zur Welt in einem Stall, streckt seine Hand aus zur Versöhnung in einem Kind, erklärt dich und mich ein für allemal zu Menschen Seines Wohlgefallens und hofft:
Wer dies hört, der kann nicht anders als stehenbleiben, sich anrühren lassen – und vertrauen. Der kann nicht anders als lieben und leben der großen Verheißung entgegen vom Frieden auf Erden und der Gerechtigkeit hier für alle Kinder Gottes.

 

 

 

Weihnachten ist das Fest der Freude, sagen, finden wir. Was müsste geschehen, damit Erde und Himmel sich freuen, Gott zusammen mit uns, seinen Menschen?

 

 

 

Nach dem, was wir über Joseph gehört haben, können wir darauf Antworten geben.
Gott freut sich mit uns, wenn wir auch dieses Jahr wieder stehen bleiben bei Joseph, Maria und dem Kind in der Krippe, wenn wir wirklich zur Besinnung kommen in diesen Weihnachtstagen, uns anrühren lassen von der Botschaft des nahen Gottes.

Gott freut sich mit uns, wenn wir achtsam und liebevoll miteinander umgehen, wenn wir uns nicht heimlich aus der Verantwortung stehlen, wenn wir „Ja“, wirklich „Ja“ sagen zu dem Menschen, mit dem wir das Leben teilen und den anderen, die uns anvertraut sind, „Ja“ trotz Belastungen und Krisen. Gott freut sich, wenn wir Konflikte im Geist gegenseitiger Achtung austragen und nicht recht behalten um jeden Preis.

 

 

 

Gott freut sich mit uns, wenn wir „Ja“ sagen können zu uns selber trotz Fehlern, Schwächen und Schuld, „Ja“ aber auch zu der Liebe, die niemanden vergisst.

 

Gott freut sich, wenn wir denen Stimme und Hilfe geben, die verfolgt werden, heimatlos sind, hungern – alles Menschen seines Wohlgefallens, alles Geschwister des heimatlosen, verfolgten, mittellosen Kindes im Stall zu Bethlehem. Also: Gebt dem Gotteskind Raum in eurem Leben! Bietet ihm euren persönlichen Schutz! Lasst es groß werden in eurem Herzen! Vergesst nicht das allen versprochene Leben! Und tut, was ihr verstanden habt von Gott! Dann ist Er, wo er hinwollte. Dann seid ihr, wo Er ist. Dann ist wirklich Weihnachten.

Amen.

 

Pfarrer Rolf Kruse
24.12.2002 in der Ev. Kirche Hohenwettersbach

 

6 Responses to “Weihnachten aus der Sicht Josephs”

  1. Andre Says:

    Prophezeiungen über die Ankunft des Messias im Alten Testament

    Wie groß ist doch der Gegensatz zwischen der heutigen Weihnachtszeit in den einst christlichen Nationen, und den über das Alte Testament verteilten Prophezeihungen der Ankunft des Messias. Dieser Gegensatz markiert den Beginn und das Ende dieser Nationen.
    Die Ankunft Christi, welche von den Juden rund zweitausend Jahre lang vorbereitet worden war, schmiedete durch seine Kirche diese Nationen (der Heiden), um den Gottesdienst aufzugreifen, welchen die Juden auf geheimnisvolle Weise aufzugeben beschlossen hatten.
    Und heute ist das Ende der Zeit dieser Nationen gekommen, weil nun wiederum sie (die „Heiden-Christen“) dabei sind, Gott aufzugeben.

    1. David (1000 vor Christus): Die Juden werden den Messias verleugnen (Psalm 21,7—8). Er wird die Heiden bekehren (Ps. 21,28). Ein Jünger wird ihn verraten (Ps. 40, 10). Er wird in seiner Qual verspottet werden (Ps. 21, 7—9). Seine Feinde werden seine Hände und Füße durchbohren und über sein Gewand das Los werfen (Ps. 21,17 u. 19). Sie werden ihm Essig zu trinken geben (Ps. 68,22).

    2. Isaias (720 v.Chr.): Der Messias wird die Nationen bekehren (2,2—3). Er wird aus einer Jungfrau geboren werden (7,14). Könige werden ihn als Kind anbeten (9,6—7). Er wird einen Wegbereiter haben, welcher das Volk auf ihn vorbereitet (40,3—4). Er wird die Güte in Person sein (42,1—3). Er wird der Mann der Schmerzen sein (53,3). Er wird sein Leben hingeben für unsere Missetaten (53,5). Er wird keinen Klagelaut von sich geben (53,7). Er wird als Verbrecher dargestellt werden (53,12). Er wird über die Welt regieren (55,5). Seine Braut, die Kirche, wird ihm eine Vielzahl von Kindern schenken (66,18—23).

    3. Hosea (600 v.Chr.): Der Messias wird auf Anweisung seines Vaters aus Ägypten zurückkehren (11,1). Er wird die Nationen bekehren (2,19—24). Als Strafe für das Verleugnen von ihm werden die Juden über die ganze Welt zerstreut werden (9,17).

    4. Micha (600 v.Chr.): Der Messias wird in Betlehem geboren werden und Gott und Mensch zugleich sein (5,2). Er wird die Nationen bekehren (4, 2—3). Er wird unsere Versöhnung sein (7,18—20).

    5. Joël (600 v.Chr.): Der Messias wird den Heiligen Geist über seine Kirche ausgießen und die Gläubigen werden prophetisch sprechen (2,28—29). Der Messias wird in großer Macht kommen und die ganze Welt richten (3,2).

    6. Jeremias (600 v.Chr.): Die Geburt des Messias wird bekannt werden über die Tötung unschuldiger Kinder, worüber ihre Mütter wehklagen werden (31,18). Er wird die Nationen bekehren und einen, den ersten Bund weit übertreffenden, Neuen Bund mit dem Volk schließen (31,31—34).

    7. Ezechiel (580 v.Chr.): Der Messias wird aus dem Stamme Davids kommen (17,22). Er wird die Krone des königlichen Hauses Davids empfangen (21,27).

    8. Daniel (500 v.Chr.): In 490 Jahren nach dem Erlaß, Jerusalem nach der Babylonischen Gefangenschaft wiederaufzubauen, wird der Messias kommen. Er wird die Herrschaft der Tugend wiederherstellen; die Juden werden ihn verleugnen und zu Tode bringen; der Tempel und Jerusalem werden zerstört werden; die Juden werden bis zum Ende der Zeit in einem Zustand der Verwüstung sein (9,24—27).

    Beim Lesen dieser (wenigen ausgewählten) Zitate kommt uns in Erinnerung, wie untrennbar der Messias von seinem Volk der Juden gewesen war und wie dennoch seither die Juden von ihm sich getrennt haben. Also erhob Gott durch den Messias ein neues Volk — nicht mehr durch die Rasse, sondern durch den Glauben auserwählt —, doch nun schwelgt auch dieses neue Volk im Materialismus. O Herr, gewähre uns zu dieser Jahreszeit die Erinnerung daran, wie der Messias die Welt verändert hat, und wie heute, abgewandt von ihm, sie auf furchtbare Weise sich zurückverändert (- Neo-Heidentum).

    Kyrie eleison. (aus Kreuznet)

    – wenn man diese kleine Auswahl an Prophezeiungen des A.T. liest: wie kann man da noch traditionell-jüdisch oder gar moslemisch sein???
    Frohe Weihnachten

  2. Andre Says:

    als ich im TV die Weihnachtsmesse in Rom verfolgte, fiel mir (wie jedes Jahr!) ein eklatanter Widerspruch auf, der mich immer wieder aufs Neue beschäftigt und mir keine Ruhe lässt: während der (katholische) Kommentator immer wieder vom Mensch gewordenen Gott (Jesus) sprach, wählte der Papst stets die Formulierung Sohn Gottes o. eingeborener Sohn Gottes, Messias. Ich hatte auch schon des Öfteren bei Gottesdiensten erlebt, dass dort abhängig vom jeweiligen Pfarrer mal von „Gott wurde Mensch“ gepredigt wurde, dann wieder ausdrücklich die Sohnschaft, die abhängige Beziehung Jesu ZU Gott betont wurde.

    Auch wenn ich selbst glaube, das Jesus schon lange vor seinem irdischen (menschlichen) Erscheinen von Gott geschaffen wurde und als Gott nahestehendstes Geistwesen schon Ewigkeiten existierte, Ihm wesensgleich o. wesensähnlich war, so kann ich mir dennoch nur zwei eigenständige, getrennte „Wesen/Personen“ mit dem Vorrang des einen Gottes (Schöpfers) vorstellen.

    hier ein kleiner Artikel zu dem Thema, das sicherlich kontrovers betrachtet wird: Wer war Jesus von Nazareth? Gottes Sohn oder Gott selbst?

    Was berichtet uns die Bibel über Jesus und wie er sich selbst sah?

    „Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden – sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn?“ (Joh. 10, 35-36)

    „Mein Vater, der [sie] mir gegeben hat, ist größer als alle…“ (Joh. 10,29)

    „Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich.“ (Joh. 14,28)

    „Jesus spricht zu ihr: Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott!“ (Joh. 20,17)

    „..dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe [den] Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst.“ (Eph. 1,17)

    „Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.“ (Mk 10, 18)

    Die ganze Bibel, sowohl des Alten als auch des Neuen Testamentes, kennt nur einen Gott in einer Person. Der Vater ist Gott und zwar der alleinige Gott. Keiner der Söhne, weder der Erstgeborene noch die anderen Söhne Gottes, sind Gott.
    Wie hätte Christus, wenn er Gott gewesen wäre, am Kreuze ausrufen können: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46). Gott kann sich doch nicht selbst verlassen!

    Und wenn es in der Heiligen Schrift heißt, durch die Kraft des Vaters sei Christus von den Toten erweckt worden (Kol 2,12), weshalb war denn die Kraft des Vaters dazu nötig, wenn Christus selbst Gott war? Nach seinem irdischen Tode hatte er doch alles Menschliche abgelegt und war nur noch Gott und als solcher dem Vater in allem gleich, wie gelehrt wird. Er hatte also dieselbe Kraft wie der Vater. Warum denn die Kraft von einem anderen benötigen, wenn man sie selbst besitzt? Das sind doch Widersprüche.

    Warum hat Christus nicht ein einziges Mal gesagt: ‚Ich bin Gott – dem Vater in allem gleich.‘ Er hat doch an zahllosen Stellen über sein Verhältnis zu Gott gesprochen, und er sollte nicht ein einziges Mal die Wahrheit gesagt haben, nämlich dass er selbst Gott sei. Aber er nennt sich bloß den „Sohn Gottes“ und beteuert, dass er in allem vom Vater abhängig sei.

    Sind es nicht die Gegner Jesu (Anmerkg.: v.a. Juden u. Moslems), die immer wieder von ihm behaupten, er bezeichne sich als Gott?
    „Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung, und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.“ (Joh. 10,33), worauf er antwortet: „Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: ‚Ich habe gesagt: Ihr seid Götter‘? Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden – sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn?“ (Joh. 10,34-36)

    • Bazillus Says:

      Werter Andre,

      kleine Anmerkung zu „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen“ ist ein Text des Psalms 22. Er zitiert am Kreuz lediglich das AT. Ich denke, dass dies dann doch dem Geschehen eine andere Wende gibt. Ja, auch wenn Jesus selbst sich vom Vater verlassen fühlt, so ist dies glaubwürdig, weil er sich ja als Gott in Menschengestalt unter uns begibt und sich hier auf Erden eben den Abgründen menschlichen Erlebens ausliefert. Er fühlt hier am Kreuz eben wir ein Mensch, obwohl er Gott ist.

      Dass Jesus als Mensch, der er ja zur Zeit seiner Aussprüche nicht die Allmacht Gottes hatte, ist doch im Grunde klar. Er hat sich ja der göttlichen „Allmacht“ in dem Moment entledigt, als er in der Krippe zur Welt kam. Das ist doch die Demut Gottes, die von Muslimen und Juden einfach nicht verstanden wird. Dass er 33 Jahre lang auf Erden nicht über die vollendete Macht Gottes verfügt hat, ist letztlich kein Grund, die Dreieinigkeit infrage zu stellen. Die Aufforderung des Vaters, auf ihn zu hören und sein Liebesbekenntnis zu ihm als Sohn bringt ihn direkt in den „göttlichen inneren Liebeskreis“ Da brauche ich dann keine geistlichen Verrenkungen, um Jesus als Gott zusammen mit Vater u. Hl. Geist zu sehen.

      Ich persönlich habe auch Schwierigkeiten mit dem Begriff des „Mittlers“. Einen Mittler bitte ich um Fürsprache bei Gott. Mein Gebet richtet sich aber direkt an Jesus, dass er dies oder jeden tun, erlauben oder bewirken möge. Ich formuliere meine Gebete zu Jesus so, als ob er Gott ist und für mich ist er das in der Einheit des Hl. Geistes und des Vaters auch.

      Nur um Juden oder Muslimen den Einstieg zu Jesus zu erleichtern, sollten wir nicht auf die Dreifaltigkeit verzichten. Denn nur mit Jesus in und als Gott bekommen wir den einzig wahren echten Zugang zu Gott. Wird Jesus zu einem Propheten degradiert, verkündet er nur einen unter mehreren verschiedenen Zugängen. Das ist m. E. die Gefahr dabei, wenn wir Jesus aus der Dreieinigkeit, also aus der Göttlichkeit geistig herausoperieren.

  3. Andre Says:

    (Auszug aus Wiki) … – Schon aufgrund des Ausspruchs Jesu: Der Vater ist größer als ich. (Joh 14,28) sei eine Gleichrangigkeit zwischen dem Vater und seinem Sohn unmöglich. Irenäus schreibt zu Joh. 14,28: „… dass wir von ihm (Christus) lernen, dass der Vater der Allerhöchste ist. ‚Der Vater ist nämlich größer als ich‘. Deswegen also hat unser Herr gelehrt, dass auch hinsichtlich seiner Erkenntnis der Vater allen überlegen ist.“[4] Gott – der Vater – hat seinen Sohn gesandt, der Sohn aber sendet niemals seinen Vater. Das sei ein klares Zeichen von Unterordnung. Mehrfach bezeugt Jesus, dass der Vater ihn gesandt habe (Joh 5,36; 17,3; 17,18).

    Gott ist unwandelbar, er ist Geist (Johannes 4,24). Justin der Märtyrer (133 – ca. 163) hielt damals Jesus nicht etwa für „wesensgleich“, sondern erkannte ihm nur die zweite Stelle nach dem unwandelbaren und ewigen Gott, dem Weltschöpfer zu. Sein Sohn, der allein im eigentlichen Sinne sein Sohn heißt, der Logos, der vor aller Schöpfung mit ihm war, ist gezeugt worden, als er im Anfang alles durch ihn erschuf und ordnete; er wird Christus genannt, weil er gesalbt wurde und weil Gott durch ihn alles ordnete.[5]

    Jesus ist Gottes Wort, welches auch Logos genannt wird (Johannes 1), und der Mittler zwischen Gott und den Menschen: Denn es ist „ein“ Gott und „ein“ Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus (1. Brief des Paulus an Timotheus 2,5). Der Mittler ist mit dem Vater eins, aber nicht einer (Johannes 10, 30). Novatian (ca. 200 – 258) sagte zu Joh. 10,30: „Er sagt ferner ‚eins‘, und die Häretiker sollen bedenken, dass er nicht ‚einer‘ sagt. Als Neutrum bezeichnet ‚eins‘ nämlich die Harmonie in einer Gemeinschaft und nicht die Einzigartigkeit der Person … die Aussage ‚eins‘ jedoch sollte auf den Einklang untereinander und die Übereinstimmung im Denken und die Verbundenheit in der Liebe gehen. Deshalb bilden wirklich Vater und Sohn eine Einheit durch ihre Einmütigkeit und Liebe.“[6]

    Auch bei dem Apostel Paulus fehle eine Gleichsetzung von „Vater“ und „Sohn“. So schreibt er, „Sobald ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allen“. Paulus spricht vom „Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus“ und nennt Gott „das Haupt Christi“ in demselben Sinne wie Christus das Haupt des Mannes ist. Bezeichnend sei auch, dass Paulus fast durchgängig das Gottesprädikat dem Vater allein vorbehält. Clemens von Alexandria (ca. 150 – 215) schrieb Joh. 17,3 so aus: „Man muss … die größte und wichtigste der zum ewigen Leben führenden Lehren der Seele einprägen, die in der Erkenntnis besteht, dass der ewige Gott der Geber ewiger Güter und der erste und höchste und der eine und gute Gott ist. Daher ermahnt der Herr den, der nach dem wahren Leben strebt, zuerst den kennen zu lernen, den niemand erkennt als der Sohn und wem es der Sohn offenbart‘ (Matth. 11,27), sodann als zweites nach Gott die Größe des Heilandes … zu erfassen“.[7] (…)

    – für mich ist das nicht eine „Kampfansage“ an das trintitarische Dogma, sondern der beste Beweis, wie sehr die Anschuldigungen der Muslime (und Juden!) ins Leere laufen, ihre antichristliche Haltung/Sichtweise einem falsch verstandenem Dogma (auch u. gerade unter den frühen Christen) geschuldet ist. Der zweite entscheidende Streitpunkt ist das Wesen (die „Person“) des Heiligen Geistes, welcher im Islam mit dem Erzengel Gabriel identifiziert wird, der ja bekanntlich Mohamed die Suren eingegeben haben soll (obwohl er laut Koran lange zuvor Maria die Gottessohnschaft Jesus verkündet hatte – und nie Mohamed!!). Den Juden wäre damit ebenfalls ihr antichristlicher Wind aus den Segeln genommen, den Muslimen womöglich ihre ganze Glaubens-Identität. Zum einen, weil der Heilige Geist weder eine reale Person (zumindest die Bibel sagt soetwas nie!) bzw. der personifizierte Erzengel Gabriel ist oder gar Mohamed die Inkarnation des Heiligen Geistes als Person sein kann (was im Islam irrtümlich so angenommen wird).

    Wäre es von Satan nicht teuflisch-schlau, äusserst spitzfindig, hintersinnig und auf verheerende Weise die ganze Welt spaltend, gerade die beiden dogmatisch umstrittensten Streitfragen innerhalb der (frühen) Christenheit gegen sie selbst zu wenden, indem er eine Religion erfindet, die genau diese Fragen, d.h. Spaltungen/Unklarheiten zum Kern der neuen. mohamedanischen Überlegenheits-Religion machten? Ohne des Vorwurfs der „Vielgötterei“ (Jesus ist Gott, der Heilige Geist eine Person/Gott, Maria die Mutter Gottes) hatte/hat der Islam doch dem Christentum nichts Substanzielles entgegenzusetzen, kann er sich nicht „positiv“ abheben u. überlegen-moralisch die Nase über frevelhafte christliche „Lügen-Dogmen“ rümpfen. .
    Wie weiter oben erwähnt spricht selbst die koranische (u. hochgradig unlogische) Inanspruchnahme des Erzengels Gabriel (bzw. des personifizierten heiligen Geistes) GEGEN Mohameds „Führungsanspruch“ – auch im Koran wird Jesus als SOHN GOTTES verkündet (aber eben nicht als Mensch gewordener Gott, was die Bibel auch nie so sagt!!).
    Das Wort, das Evangelium, der Heilige Geist wurde Fleisch – natürlich über den Sohn indirekt auch Gott.
    Ich bin überzeugt, dass nur die Klärung dieses dogmatisches Streitthemas – die wahre Identität Jesu (bzw. Beziehung/Hierachie zu Gott) und die wahre Identität des Erzengel Gabriels bzw. das Wesen des heiligen Geistes dem Islam jegliche Grundlage nehmen würde (und v.a. auch die Feindschaft der Juden überwinden könnte, die es ja auch zu missionieren gilt – trotz „Holocaust u. Vertreibung!)).
    Tatsache ist ja auch: kaum ein Christ konnte/kann das Trinitätsdogma wirklich verstehen o. gar vermitteln, weil es der Logik der Bibel hundertfach widerspricht, kaum ein Christ kann sich den heiligen Geist als Person/Wesen vorstellen, schon gar nicht als „Teil-Person“ Gottes – eine „Idee“, die Mohamed dann real erfüllte, indem er den Heiligen Geist auf sich übertrug u. personifizierte und so den Islam kreierte!!.
    Das Luzifer sich für den Erzengel Gabriel ausgab (oder Mohamed auch nur schlichtweg log) sollte selbst anhand der koranischen Textquellen/Suren leicht zu beweisen möglich sein, ganz ohne die Bibel gegenüberzustellen. Das könnte/sollte doch selbst einfältige Muslime zu tiefem Nachdenken anregen, würde ich meinen…

    • Dirk Grote Says:

      Jesus (Jahshua) sagt von sich: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ Joh 14,9 oder auch „Wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. “ Joh 12,45

      Den Heiligen Geist nennt er Tröster, Beistand oder Ratgeber. Joh 14,26 Die Apostel schreiben in Apg 15 „…es gefiel uns und dem Heiligen Geist…“

      Ein herzliches Shalom!

  4. Garfield Says:

    An euch, unsere Koptischen Brüder und Schwestern…Und an alle Christen dieser Erde…Stille Nacht, heilige Nacht, aus aus dem Katholischen Polen:

    Euer Garfield🙂🙂🙂


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