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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Predigt zum 1. Advent 28. November 2015

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 23:56

Advent, die Vorbereitung auf Weihnachten

 

 

 Die Adventzeit ist die Vorbereitungen auf Weihnachten, für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr.
 Advent gilt auch als die stillste Zeit im Jahr. Der erste Adventsonntag fällt zwischen dem 27. November und 3. Dezember eines Jahres und endet am Heiligen Abend. Mit dem ersten Advent beginnt in den katholischen und evangelischen Kirchen das neue Kirchenjahr.

 

 

Woher stammt der Name „Advent“ ?

 

AdventkerzenDer Name „Advent“ stammt aus dem lateinischen (adventus) und bedeutet übersetzt „Ankunft“.  Im 5. Jahrhundert wurde im Gebiet um Ravenna in Italien erstmals Advent gefeiert. Die Adventsliturgie wurde im 6. Jahrhundert von Papst Gregor dem Großen festgesetzt. Er bestimmte auch die Anzahl der Adventsonntage. Davor gab es eine wechselhafte Anzahl von bis zu 6 Adventsonntagen.
 Die 4 Wochen deuten symbolisch auf 4000 Jahre, die die Menschheit nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten musste. Der Papst Pius V. verfasste später endgültig die römische Adventsliturgie für die Kirche. In früheren Jahren war die Adventszeit eine kirchliche Fastenzeit.

 

 

Adventstraditionen

 

Abbildung AdventkranzAdventkranz: Die meisten Familien feiern den Advent mit einem Adventkranz, festlich geschmückt mit vier Kerzen. Adventkränze werden meist aus dünnen Tannenzweigen gebunden.  Ein noch sehr junger Brauch, der erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den meisten Familien in Deutschland und Österreich übernommen wurde. Der Adventkranz soll Symbol für den Kampf der Christen gegen das Dunkle des Lebens sein.

 

Der erste Adventkranz in Deutschland wurde von Johann Hinrich Wichern (Abbildung rechts) im Jahr 1839 vor der Betreuungsanstalt für Waisenkinder „Rauhes Haus“ aufgestellt. Auf einem Holzreifen wurden damals 23 Kerzen angebracht. Vier große, weiße Kerzen symbolisierten die Sonntage bis zum Christtag, 19 kleine rote Kerzen die Werktage bis Weihnachten. Jeden Tag wurde von den Kindern eine Kerze angezündet und am Heiligen Abend brannten alle Kerzen. Tannengrün Kränze verwendete Johann Hinrich Wichern ab dem Jahr 1860 Christstollen: Typisch für die Adventzeit ist auch das Backen von  Christstollen, die wohl älteste Weihnachtsbäckerei
 Urkundlich wurde der Christstollen bereits anno 1330 erwähnt.

 

 

AdventsingenAdventsingen: Als Einstimmung auf die stille Adventzeit findet in vielen Regionen Österreichs und teilweise auch Deutschland das traditionelle Adventsingen statt. Das Salzburger Adventsingen wurde 1946 als kleine, private Feier aus der Taufe gehoben und avancierte mit jährlich 40.000 Zuschauern im Großen Festspielhaus als drittwichtigste kulturelle Veranstaltung des Landes.
 Im Wiener Rathaus wird jährlich ein internationales Adventsingen abgehalten.

 

 

 

 

Alte Adventsbräuche

 

In Deutschland wurden früher ab dem 24. August mit der Zurüstung für die weihnachtliche Festtafel begonnen. An diesem Tag (Bartholomäustag) wurden die Karpfen in den Teichen und die Gänse gemustert und mit der besonderen Mast begonnen. Der frühe Beginn hatte den Vorteil, einen Teil der Weihnachtsfreude in die festlose Zeit mitzunehmen und rechtzeitig für das Weihnachtsfest vorzusorgen.  Das Leben unserer Vorfahren wurde durch die Ordnung des Kirchenjahres bestimmt.

http://www-weihnachten.de/weihnachten-infos/advent-advent.htm

 

 

 

 

 

 

 

Predigt zum 1. Advent:

2. Lesung: 1 Kor 1,3-9
Evangelium: Mk 13,33-37

 

Wir stehen im Advent. Advent ist Zeit der Ankunft.

 

Erwartest du jemand? Erwartest du etwas?

Es kommt jemand! Freust du dich darauf?

Oder ist es dir lieber, wenn er an deinem Haus vorbeigeht?

Wenn alles dabei bleibt, wie es ist?

Wenn keiner die geordnete Welt durcheinander bringt, in der du dich eingerichtet hast?

Wenn du aber zusammen mit mir und vielen anderen den, der da kommen soll, aufnehmen willst, dann geh mit uns vier Schritte auf Weihnachten zu. An jedem Adventssonntag gehen wir einen Schritt, der eine Anregung sein will für die ganze Woche. So wirst du einen guten Weg der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest gehen.

Die Symbole für den 1. Advent sind das Stopp-Schild und die Lupe.

 

 

 

 

1. Das Stopp-Schild

 

Jesus mahnt uns im Evangelium dreimal: „Seht euch vor, und bleibt wach! Seid wachsam!“ Was meint er damit? Sollen wir die Zeit, die wir zum Schlafen nutzen, verkürzen und länger aufbleiben? Nein! Wir sollen das in einem geistigen Sinn verstehen und uns fragen: Wo bin ich denn nicht wach genug? Wo lasse ich mich einlullen und in Sicherheit wiegen, wo jedoch größte Aufmerksamkeit gefordert wäre und ein kritischer Geist? Wo lasse ich mich treiben, wo es nötig wäre, ein Stopp-Schild zu erheben und zu sagen: „Stopp! So nicht!“?

Der Advent ist eine Zeit der Vorbereitung, denn Gott möchte kommen. Wir dürfen das nicht zu sehr an der Advents- und Weihnachtszeit zum Ende des Jahres festmachen. Was wir in diesen Wochen besinnlich und feierlich begehen, das ist ein immer gültiges Geheimnis des Reiches Gottes: Gott will jederzeit in unser Leben treten mit seiner aufrichtenden Gerechtigkeit, mit seiner annehmenden Liebe und mit seiner befreienden Wahrheit. Und wir sind jeden Tag herausgefordert zu wählen. Wir können uns von Erwartung und Druck, von Leistungsanforderung und Stress, von Hektik und Betrieb so in Beschlag nehmen lassen, dass wir meinen, wir können gar nicht mehr anders. Dann sind wir eingeschlafen, dann ist es vorbei mit unserer Wachsamkeit, dann schwimmen wir wie betäubt im großen Strom mit, ohne vielleicht genau zu wissen, warum und wohin.

Wachsam sein, bedeutet hier: Stopp-Schilder erheben.
 

Ein Stopp-Schild dem Immer-noch-Mehr.

Ein Stopp-Schild dem „Streng dich mehr an, du bist nicht gut genug“.

Ein Stopp-Schild dem „Beweise dich in Erfolg und Karriere, damit du dazugehörst“.

Ein Stopp-Schild dem Alles-Haben-Müssen, um andere zu beeindrucken.

Ein Stopp-Schild dem rasanten Tempo, das dich nicht mehr zu Atem kommen lässt.

 

Die erste Botschaft des 1. Advent ist: Sage Stopp!

 
2. Die Lupe

Jesus erzählt im Evangelium von einem Mann, der auf Reisen ging und seinen Dienerinnen und Dienern verschiedene Aufgaben übertrug. Sie sollten wachsam sein und die Rückkehr des Herrn erwarten. Was meint er damit? Der Reisende ist Jesus selbst. Weil er physisch greifbar nicht mehr unter uns ist, hat er jeder und jedem von uns Aufgaben anvertraut, damit wir an seiner Stelle die Liebe, die er uns geschenkt hat, für unsere Mitmenschen konkret erfahrbar machen, jede und jeder nach den gegebenen Fähigkeiten. Es geht um die Verwirklichung des Reiches Gottes, darum, dass wir uns für Gerechtigkeit, für Versöhnung und für eine geschwisterliche Gemeinschaft einsetzen.

Wachsam sein, bedeutet hier: die Lupe hernehmen.

 
  • Die Lupe hernehmen, um zu schauen, was im alltäglichen Geschäft unter die Räder gekommen ist und klein gemacht wird.

  • Die Lupe hernehmen, um die Botschaft Jesu zu vergrößern, die gegenüber den gigantischen Werbeplakaten der heutigen Zeit wie unwichtiges Kleingedrucktes erscheint.

  • Die Lupe hernehmen, die uns wieder die Feinheiten des Lebens, der Beziehung, der Liebe entdecken lässt, die wir im inszenierten Spektakel von Konsumieren und Produzieren aus dem Blickfeld verloren haben. Genauer hinschauen, ob der Weg, den wir gehen, zum Leben führt oder ob er uns der Prozession derer zuführt, die sich von Blinkreklame und Konsumanreiz verleiten lassen, Beziehungen zu vernachlässigen, es mit der Wahrhaftigkeit nicht ernst zu nehmen, Dankbarkeit und Zufriedenheit zu verlieren.

 

 

Die zweite Botschaft des 1. Advent ist: Schau hin mit der Lupe auf das, was zu kurz kommt!

 

Wir haben den Advent bitter nötig. Denn ohne Stopp-Schild und ohne Lupe sind wir in großer Gefahr, dass wir uns leben lassen, anstatt selber zu leben. Ohne Stopp-Schild und Lupe kommt das Leben unter die Räder. Gott aber hat für uns nicht vorgesehen, dass wir ein beliebig ersetzbares Zahnrad in einer unmenschlichen Maschinerie werden. Ständig müssen wir beweisen, wie leistungsfähig wir noch sind, damit wir nicht ausgemustert werden. Nein! Gottes Plan für uns ist ein viel froheres und freieres Leben.

Dieser Advent gibt uns die Möglichkeit, die Weichen neu zu stellen, damit wir am Leben Gottes der Fülle Anteil haben. Der 1. Advent sagt uns: Du hast die Wahl. Du kannst dich zu einem Zahnrad machen lassen, dich mitdrehen, immer schneller, in der Hoffnung, dass etwas Glück für dich abfällt. Du kannst der Botschaft von Leistung, Erfolg und Belohnung glauben, mit der die Wirtschaft dich für ihre Zwecke ködern will.

Du kannst aber auch das Stopp-Schild erheben und sagen: Halt!

Ich nehme mir jetzt Zeit, zu überdenken wie ich lebe. Ich nehme mir jetzt Zeit zu spüren, was mich wirklich glücklich macht. Und du kannst die Lupe hernehmen, ein spirituelles Buch lesen oder die Bibel, an einem Besinnungstag teilnehmen, die Familie zum Gebet versammeln, damit die Stimme des Lebens aus Gott wieder groß wird, klar und verständlich für deine Lebensrealität.

 

P. Thomas Heck SVD

 

3 Responses to “Predigt zum 1. Advent”

  1. Andre Says:

    Papst Franziskus:
    (…)
    Überall, auch und vor allem dort, wo Gewalt, Hass, Ungerechtigkeit und Verfolgung herrschen, sind die Christen aufgerufen, Zeugnis von diesem Gott zu geben, der die Liebe ist. Indem ich den Priestern, den gottgeweihten Personen und den Laien, die in diesem Land die christlichen Tugenden manchmal sogar in heroischer Weise leben, Mut zuspreche, gebe ich zu, dass der Abstand, der uns von dem so anspruchsvollen Ideal des christlichen Zeugnisses trennt, zuweilen groß ist. Darum übernehme ich in Form eines Gebetes jene Worte des heiligen Paulus: Liebe Brüder, »euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen« (1Thess 3,12). In diesem Zusammenhang muss das Zeugnis der Heiden über die Christen der Urkirche wie ein Leuchtturm an unserem Horizont gegenwärtig bleiben: »Seht, wie sie einander lieben, sie lieben sich wirklich« (Tertullian, Apologetik, 39,7).

    Und schließlich hat das angekündigte Heil Gottes den Charakter einer unbesiegbaren Macht, die allem überlegen ist. Nachdem Jesus nämlich seinen Jüngern die schrecklichen Zeichen angekündigt hat, die seinem Kommen vorausgehen werden, schließt er: »Wenn [all] das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe« (Lk 21,28). Und wenn der heilige Paulus von einer Liebe spricht, die »wachsen und reich werden« soll, dann tut er das, weil das christliche Zeugnis diese unwiderstehliche Kraft widerspiegeln muss, um die es im Evangelium geht.

    Jesus will also auch inmitten nie dagewesener Umwälzungen seine große Macht, seine unvergleichliche Herrlichkeit (vgl. Lk 21,27) und die Macht der Liebe zeigen, die vor nichts zurückweicht, weder vor den erschütterten Himmeln, noch vor der brennenden Erde, noch vor dem wütenden Meer.

    Gott ist stärker als alles. Diese Überzeugung gibt dem Gläubigen Gelassenheit, Mut und die Kraft, angesichts der schlimmsten Widrigkeiten im Guten durchzuhalten. Auch wenn die Kräfte des Bösen sich entfesseln, müssen die Christen sich mit erhobenem Haupt zur Stelle melden, bereit, in diesem Kampf standzuhalten, in dem Gott das letzte Wort hat. Und dieses Wort wird ein Wort der Liebe sein!

    An alle, die zu Unrecht die Waffen dieser Welt gebrauchen, richte ich einen Appell: Legt diese Instrumente des Todes ab; bewaffnet euch vielmehr mit Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit, den echten Garanten des Friedens. Jünger Christi, Priester, Ordensleute oder engagierte Laien in diesem Land mit dem so eindrucksvollen Namen im Herzen Afrikas – diesem Land, das aufgerufen ist, den Herrn als wirkliches Zentrum alles Guten zu entdecken –, eure Berufung ist es, inmitten eurer Mitbürger das Herz Gottes zu verkörpern.

    Gebe Gott, dass wir alle »gefestigt [sind,] ohne Tadel […], geheiligt vor Gott, unserem Vater, wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen kommt« (1Thess 3,13). Versöhnung, Vergebung, Liebe und Frieden! So sei es!

  2. Ludwig Says:

    Adventszeit, Wartezeit

    Nun sind wir wieder in der Adventszeit. „Advent“ – übersetzt heißt das „Ankunft“. Es geht um die Ankunft von Jesus Christus, dem Heiland der Welt. Advent ist die Zeit des Wartens und der Erwartung bis Weihnachten, dem Fest, an dem wir Jesu Geburt feiern.

    Als vor 2.000 Jahren Jesus in Bethlehem geboren wurde, waren damit die Verheißungen Wirklichkeit geworden, die Gott gegeben hatte. „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn“, so schlicht drückt es die Bibel aus. „Advent“, die Ankunft von Gott, dem Sohn, dem Heiland, hat sich ereignet, und das Warten hat sein Ende gefunden.

    LG
    Ludwig


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