kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Angefeindet und bedroht, weil sie Christen sind! 5. November 2015

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 22:49

Evangelische und katholische Seelsorger schlagen Alarm

 

 

Weil christliche Flüchtlinge in Asylbewerberheimen immer häufiger Opfer von Bedrohungen und Gewalt durch radikale muslimische Heimbewohner werden,

fordern sie eigene Unterkünfte für Christen.

 

 

 

Wer morgens um acht die Dreieinigkeitskirche in Berlin-Steglitz besucht, findet eine ungewöhnliche Szenerie vor. Auf der Empore über dem Kirchenschiff räkeln sich Männer aus fernen Ländern auf Matratzen, die behelfsmäßig auf zusammengeschobenen Stühlen lagern. Pfarrer Gottfried Martens kümmert sich seit Jahren um verfolgte Christen aus aller Welt – vor allem aus Ländern, in denen der Übertritt zum Christentum lebensbedrohlich ist, weil nach der Scharia der Abfall vom Glauben mit dem Tod bestraft wird. Es sind überwiegend Männer aus Afghanistan und Iran, die bereits Christen waren oder in Deutschland konvertieren wollen. Rund ein Dutzend wohnen hier und erhielten von der Gemeinde das sogenannte Kirchenasyl, um nicht abgeschoben zu werden.

In jüngster Zeit aber suchen in der Kirchengemeinde vermehrt Menschen Hilfe, die zuvor aus Flüchtlingsheimen in Brandenburg und Berlin flohen, weil sie dort von radikalen islamischen Männern drangsaliert, bedroht oder sogar angegriffen werden. Solche Vorfälle seien – anders als noch vor einem Jahr – keine Einzelfälle mehr, sagt Pfarrer Mertens. Besonders für verfolgte Christen müsse es doch möglich sein, „in Deutschland angstfrei zu leben“, sagt der Seelsorger. „Aber das ist in vielen Heimen längst nicht mehr möglich“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Es geht immer weiter, obwohl schon so viel passiert ist“

 

Einer der jüngsten Betroffenen ist Seyed Bayat. Am 5. Oktober versuchte der 29-jährige Iraner sich im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Massow mit Tabletten das Leben zu nehmen. Er lag drei Tage auf der Intensivstation und begab sich dann in die Obhut der Steglitzer Kirchgemeinde. Bayat berichtet, er sei bereits zu Beginn seines Aufenthaltes in dem Heim von anderen Bewohnern mit einer Bibel in der Hand entdeckt worden. „Da kamen einige andere muslimische Bewohner, die das Freitagsgebet halten wollten. Sie haben zu mir gesagt, dass wir zusammen beten müssen, und ich habe ihnen erklärt, dass ich jetzt Christ bin“, erzählt Bayat. „Dann ist die Situation eskaliert. Die haben mich bedroht. Ich sollte mitbeten. Sie sagten, es ist eine schlimme Sache, dass du konvertiert bist, und die haben mich verbal bedroht“.

 

 

Auf seinem Zimmer hätten die anderen Bewohner Tag und Nacht Korangesänge aus Lautsprechern und Handys abgespielt. Die Bedrohungen hielten über viele Tage an: „Ich war mit den Nerven am Ende.“ Nach seinem Suizidversuch und der erneuten Intervention des Berliner Pfarrers Martens war die Kreisverwaltung bereit, Bayat in ein Heim in Waßmannsdorf zu verlegen – angeblich in ein Zimmer mit anderen christlichen Flüchtlingen. Von dort floh er noch am gleichen Abend wieder in die Kirchgemeinde, weil man ihm als Christen den Zutritt zum Schlafraum verwehrte. Es soll sich dabei um ein Versehen gehandelt haben, denn mittlerweile ist er wieder in Waßmannsdorf. Das zuständige Landkreisamt Dahme-Spreewald teilte dem rbb lediglich mit, man kenne die Vorgänge um den Iraner Bayat und habe ihn entsprechend in ein anderes Heim verlegt.

 

Ein weiterer Bewohner aus Massow, berichtet Pfarrer Martens, sei ebenfalls mehrfach angegriffen worden. „Eine Gruppe von Afghanen hat ihm vorgehalten, dass er Schweinefleisch esse“, sagt Martens. Er sei auch geschlagen worden. „Es geht immer weiter, obwohl schon so viel passiert ist“, empört sich der Pfarrer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Probleme christlicher Flüchtlinge verschärfen sich

 

Nach rbb-Recherchen handelt es sich nicht um Einzelfälle. Auch Pfarrer Paul Klaß von der Phillipus-Nathanael-Gemeinde in Schöneberg erhält häufiger Anrufe von christlichen Flüchtlingen, die ihn fragen, ob er nicht eine Wohnung organisieren könne. Die Christen in den Heimen seien „immens unter Druck“, sagt Klaß. „Erst fliehen sie wegen ihres Glaubens, haben Gewalt erfahren und stehen jetzt in den Heimen wieder vor diesen Konflikten.“ Klaß‘ Gemeinde stellt Dutzenden orthodoxer Flüchtlinge aus Eritrea jeden Sonntag ab sechs Uhr die Kirche für einen Gottesdienst zur Verfügung.

Pfarrer Harry Karcz von der katholischen Gemeinde Vom Guten Hirten in Berlin-Marienfelde kümmert sich seit langem um irakische Christen und beobachtet, dass sich die Probleme christlicher Flüchtlinge verschärfen. Dagegen helfe nur die Vernetzung innerhalb der orientalischen Gemeinden, um Betroffene schnell aus den Heimen zu holen. Karcz fordert wie sein protestantischer Amtskollege Martens die Trennung von Flüchtlingen nach Religionen, um die Situationen zu entspannen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Thema offensiv angehen

 

Derweil sind die betroffenen Kreisverwaltungen in Dahme-Spreewald und Uckermark nicht bereit, die Fälle öffentlich zu erörtern. Immerhin findet sich ein brandenburgischer Landkreis, der die Probleme öffentlich machen will. Lutz Amsel, der für die Heime zuständige Sozialdezernent des Landkreises Märkisch-Oderland, bestätigt die Problematik von Übergriffen durch radikale muslimische Flüchtlinge: „Viele Christen sprechen nicht über das Thema, aus Scham und aus Angst, Schwierigkeiten bei der Anerkennung als Asylbewerber zu bekommen.“ Amsel ist dafür, das Thema offensiv anzugehen und nicht zu verschweigen: „Wir gehen sofort dazwischen, wenn sich Leute so benehmen und setzen sie in andere Heime um“, sagt der Sozialdezernent.

 

Ein Afrikaner habe während der Hitzeperiode auf ein T-Shirt verzichtet, was muslimische Männer bewog, ihn zu verprügeln, weil der Anblick die Frauen beleidige. Die Täter seien umgesetzt worden, so Amsel. Man versuche zudem bei Aufnahmen in ein Heim, präventiv alle neuen Bewohner über Rechte und Pflichten aufzuklären. Vielerorts scheint es aber für präventive Ansprachen an sprachkundigem Personal zu fehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Ängste schüren

 

Pfarrer Martens hat auch den Eindruck, dass die Übergriffe in Brandenburg stärker verbreitet sind als in Berlin. Das könne damit zusammenhängen, „dass die Leute in Berlin sehr viel mehr Möglichkeiten haben, die meiste Zeit des Tages außerhalb des Heimes zu verbringen, als wenn man – wie in Massow – am Ende der Welt sitzt und nicht rauskommt.“

 

Auch wenn nur eine Minderheit der muslimischen Flüchtlinge sich intolerant verhalte, fordert Martens eine intensive Betreuung aller Flüchtlinge und vorerst die Einrichtung von Heimen für christliche Flüchtlinge. Martens ist sich bewusst, wie heikel das Thema in der gegenwärtigen politischen Debatte ist. In einer Predigt im März sprach er sich deutlich dagegen aus, „Ängste à la Pegida zu schüren“. Ihm geht es um seine Glaubensbrüder und -schwestern. Die Christen seien in den allermeisten Heimen zu einer kleinen Minderheit geworden und es sei nicht zu verantworten, „sie zu Versuchskaninchen für irgendwelche Toleranzexperimente zu machen.“

{Quelle: http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/brandenburg/2015/11/angefeindet-und-bedroht–christliche-fluechtlinge-in-heimen-.html}

 

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