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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Koptischer Millardäer Naguib Sawiris: „Staaten wie Katar und die Türkei sind doppelzüngig“! 7. September 2015

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 23:15

Die Golfstaaten unterstützen Schutzsuchende aus Syrien kaum, sagt der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris im Gespräch – und will helfen: mit einer Insel für Flüchtlinge.

 

 

ZEIT ONLINE: Herr Sawiris, Sie haben angeboten, Italien oder Griechenland eine Insel abzukaufen, um syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Welche Gefühle haben Sie, wenn Sie die Tragödie sehen, die sich gerade in Europa abspielt?

 

 

Naguib Sawiris: Das Ganze geht ja schon länger. Doch dieser kleine Junge, der ertrunken am Strand lag, das hat mich tief erschüttert. Auch die Art und Weise, wie die Flüchtlinge in Ungarn behandelt werden, finde ich unmöglich. Die Leute flüchten, weil es um ihr Leben geht. Und sie werden behandelt wie die Tiere. Auf der einen Seite werden sie vom IS bedroht, deren Fanatiker alle umbringen wollen. Auf der anderen Seite steht Assad, der sie permanent aus der Luft mit Fässerbomben angreift. Egal, ob die Menschen Christen oder Muslime sind, sie alle werden verfolgt und bedroht.

 

 

 

 

 

 

ZEIT ONLINE: Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Sawiris: Ganz spontan. Ich saß vor dem Fernseher und habe dieses tote Kind gesehen. Ich bin nicht ein Mensch, der einfach nur dasitzt, zuschaut und sagt, das geht mich alles nichts an. Warum eine Insel? Warum Italien und Griechenland? Das sind die beiden Länder, wo die Leute als Erstes mit ihren Booten landen. Und diese Staaten haben Inseln, auf denen niemand wohnt.

 

ZEIT ONLINE: Wie wollen Sie das konkret anpacken?

Sawiris: Wenn mir Italien oder Griechenland eine Insel verkauft, dann werde ich dort provisorische Häuser bauen, einen kleinen Hafen anlegen. Die Flüchtlinge werde ich dort alle beschäftigen, sie bauen Schulen und ein Krankenhaus und Supermärkte. Andere können in der Landwirtschaft arbeiten. Wenn der Krieg in Syrien eines Tages vorbei ist, können die Leute entscheiden, ob sie zurückgehen oder bleiben wollen. Ich mache keine leeren Worte. Ich habe in meinem Leben immer verwirklicht, was ich versprochen habe.

 

 

 

 

 

 

ZEIT ONLINE: Ihr Vater wurde in den sechziger Jahren enteignet und ist mit der Familie von Ägypten nach Libyen gegangen. Haben Sie sich damals als Flüchtling gefühlt?

Sawiris: Nein, damals nicht. Ich habe mich nur einmal aus meiner Heimat Ägypten verjagt gefühlt, als die Muslimbrüder 2012 an die Macht kamen. Unter diesen Leuten wollte ich nicht leben.

 

ZEIT ONLINE: Gab es schon Reaktionen auf Ihre Inselidee?

Sawiris: Sie kennen ja die Bürokraten – die Behörden reagieren immer sehr langsam. Aber es haben sich viele Menschen bei mir gemeldet. Leute haben mir Adressen von möglichen Inseln geschickt. Ich habe Hunderte E-Mails bekommen, mein Telefon steht nicht mehr still, mein Twitter-Account ist völlig überwältigt. Andere wollen mithelfen und Geld spenden. Das Beste wäre, wenn Angela Merkel jetzt die Premierminister von Italien und Griechenland anruft und denen sagt, das ist eine gute Idee. Herr Sawiris hat das Geld, warum lasst ihr ihn nicht machen. Dann sorgt er für 100.000, vielleicht auch 200.000 Menschen.

 

 

 

 

 

 

 

ZEIT ONLINE: Das ist eine sehr große Zahl. Mit welchen Kosten rechnen Sie?

Sawiris: Das werden Hunderte von Millionen Euros sein. Aber ich glaube nicht, dass das Geld alles verloren ist. Die Häuser bleiben. Auch wenn die Kosten hoch sind, ich will etwas Gutes tun – ganz einfach.

 

ZEIT ONLINE: Tun die arabischen Länder genug, vor allem die Golfstaaten?

Sawiris: Die Golfstaaten tun nichts, überhaupt nichts. Länder wie Katar und andere finanzieren den „Islamischen Staat“ und andere Terroristen. Die Türken haben zwei, drei Jahre nichts gegen den IS getan. Diese Staaten sind alle doppelzüngig. Die Einzige, die etwas tut, ist Frau Merkel.

 

 

 

 

 

 

 

 

ZEIT ONLINE: Was denken Sie, wenn Sie die derzeitige Entwicklung im Nahen Osten sehen?

Sawiris: Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass sich die Lage in der arabischen Welt so katastrophal entwickeln würde. Diese IS-Terroristen sind die Soldaten des Teufels. Es geht nicht nur um staatliches Chaos. In der Region hat sich eine regelrechte Terrorarmee festgesetzt. Wir alleine werden mit dieser Gefahr nicht mehr fertig werden. Denn unsere Region hat noch nie alleine etwas zustande gebracht.

{Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-09/naguib-sawiris-aegypten-fluechtlinge-insel-golfstaaten}

 

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