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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Erdogan setzt auf Gewalteskalation 18. August 2015

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 22:31

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Seinen Krieg gegen Verteidiger der christlichen und yezidischen Minderheiten im Irak und Syrien nicht unterstützen!

 

 

 
Offener Brief an
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier

 
 
Göttingen, den 18. August 2015

 

Sehr geehrter Herr Minister,
 
unsere Menschenrechtsorganisation begrüßt die Entscheidung der deutschen Bundesregierung, den Einsatz der Bundeswehr in der Türkei zu beenden und die „Patriot-Raketen“ abzuziehen. Dennoch sind wir darüber empört, dass Sie genauso wie andere EU-Politiker die türkische Regierung weiterhin unterstützen wollen und sogar „Verständnis für die türkische Militäroffensive gegen die PKK“ äußern.

 

Sie wissen, dass die aktuelle Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht auf Sicherheit, Stabilität, Frieden und Versöhnung abzielt, sondern auf Krieg und Eskalation. De facto geht Erdogan nicht nur gegen die PKK, sondern auch gegen die Kurden in der Türkei, im Irak und in Syrien vor. Denn die türkische Luftwaffe führt seit etwa zwei Wochen gnadenlos Krieg gegen die Kräfte, die die Minderheiten in Syrien, aber auch im Irak unter Einsatz ihres Lebens vor dem „Islamischen Staat“ (IS) schützen. In beiden Ländern sind die mit der PKK ver­bündeten YPG-Einheiten und kurdische Peschmerga-Kämpfer die wichtigsten Partner im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS). Sie verteidigen hundert­tausende unbewaffnete Zivilisten – christliche Assyrer/Chaldäer/Aramäer Arme­nier und Yeziden.

 

 

 
Es kann nicht sein, dass ein deutscher Außenminister Verständnis für die Politik des türkischen Präsidenten äußert: Denn Erdogan unterstützt oder duldet die Terrormilizen in den Grenzregionen Syriens und im Irak, die Massenmord an assyro-chaldäischen Christen und Yeziden begehen, die Frauen vergewaltigen oder zwangsverheiraten, die Kinder in die Sklaverei verkaufen und die Männer enthaupten oder erschießen.
 
Im Übrigen stimmen wir mit der in der Türkei demokratisch gewählten prokurdi­schen HDP-Partei völlig überein, dass die Kurdenfrage dort militärisch nicht zu lösen ist. Die HDP fordert eine föderale Verfassung nach bundesdeutschem Vor­bild, die den rund 15 Millionen Kurden in der Türkei die Möglichkeit gibt, sich regional selbst zu verwalten, und die die Verfolgung und Unterdrückung der Kurden und anderer Volksgruppen endlich beendet.
 
Mit freundlichen Grüßen

Tilman Zülch, Generalsekretär Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

 

4 Responses to “Erdogan setzt auf Gewalteskalation”

  1. teoma Says:

    Den Brief muß er nach Washington weiterleiten, oder an die Us Botschaft, dort sitzen die Befehlsgeber
    von Herrn Steinmeier.

  2. Kreationist74 Says:

    Herr, erbarme dich über diese Situation!

  3. Andre Says:

    – es ist mir absolut rätselhaft, wie ein aus bodenständigen, volksnahen Verhältnissen stammender SPD-Mensch (ohne nennenswerte Kritik seiner „Genossen“!!) die Fascho-Regierung in der Ukraine u. den Kriegstreiber, Terrorverbreiter u. Quasi-Diktator Erdogan die Stange hält – völliger Verrat sozialdemokratischer Prinzipien u. verpflichtender friedenspolitischer Aussenpolitik der BRD.

    Eins ist allerdings auch klar: die völlige Abhängigkeit Europas, insbesondere Deutschlands von der militärischen „Schutzmacht“ USA, die während des kalten Krieges über viele Jahrzehnte unsere Sicherheit garantierte (die Sowjets waren ja damals in der Tat eine mögliche Bedrohung), hält trotz Natoverbund bis heute an! Im Ernstfalle könnte sich die BRD selbst gegen eine Türkei nur mit Schwierigkeiten behaupten, geschweige denn gegen einen Angriff aus Russland (so deeskalierend, nervenstark u. besonnen wie Putin dürften nicht alle Russen handeln, so sie in höchste Machtpositionen gelangen).
    Mit diesem Super-Hebel können die USA ihre Politik in Europa durchsetzen, die Ukraine-Krise war/ist da eindeutig Mittel zum Zweck, Europas Schwäche u. Abhängigkeit vorzuführen sowie den Nato-Gefolgsamsbund weiter zu legitimieren.

    Jetzt erst recht wird niemand Verantwortlicher mehr riskieren wollen, den militärischen Nato-„Schutzschirm“ in Frage zu stellen, wo es in Osteuropa o. Nahost jederzeit zur völligen Eskalation kommen könnte. Das bedeutet auch, das die aussenpolitischen Pläne u. Stategien Washingtons auf Gedeih u. Verderb mitgetragen werden müssen, zumal die Europäer Amerikas Interessen u. Absichten scheinbar immer erst realisieren, wenn die Dinge schon irreversibel in die Katastrophe geführt haben bzw. Europa den Scherbenhaufen serviert bekommt. Im Falle Irak, Libyen u. Syrien waren/sind auch GB u. Frankreich tief verstrickt, im Ukraine-Kriminalfall war Deutschland stark involviert.
    Ohne amerikanische Rückendeckung/Anstiftung hätte es aber diese EU-Mittäterschaft wohl kaum gegeben – „mitgehangen, mitgefangen“?! Spätens seit dem sind wir in die aggressive US-Politik der letzten Jahre tief verstrickt, hat Amerika gezielt u. gekonnt die Schuld u. Verantwortung über mehrere „Köpfe“ verteilt. Unsere Regierung hat die Schlinge um den Hals, sie ist längst mitverantwortlich für all die Desaster, die das Obama-Team weltweit anrichtet.


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