kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Stadt Brünn bittet um Vergebung für Kriegsverbrechen 27. Mai 2015

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 22:34

 

 

Am Dienstag, dem 19. Mai 2015, veröffentlichte die Stadt eine Erklärung, in welcher der Stadtrat die Verantwortung der mährischen Hauptstadt am sogenannten Brünner Todesmarsch eingesteht und die Deutschen dafür um Vergebung bittet. Oberbürgermeister Petr Vokřál gab sich erfreut, dass es diesmal “geklappt habe”.

 

 

 

 

 

 

 

Offenbar gab es bislang stets zu großen Widerstand gegen eine solche Erklärung. Beim erneuten Versuch kam die benötigte Mehrheit zusammen. 34 von 55 Stadträten stimmten für die Erklärung, die damit erstmals das Stadtparlament passierte. Bürger- und Sozialdemokraten enthielten sich der Abstimmung, die Abgeordneten der kommunistischen Partei stimmten dagegen.

Von 27.000 durch die Brünner Tschechen vertriebenen Deutschen kamen zwischen Ende Mai und Anfang Juni 1945 mindestens 5.200, vermutlich aber mehr Deutsche ums Leben. Sie starben an mangelnder Hygiene und daraus resultierenden Krankheiten, an Entkräftung, sie verdursteten, wurden erschossen oder erschlagen. Nicht nur Polizei und Militär, auch einfache tschechische Bürger hatten sich an den Gewaltausbrüchen beteiligt. Brünn war nicht die einzige Stadt, in der den Deutschen solche Grausamkeiten widerfuhren. Auch in Prag hat sich unvorstellbares abgespielt.

 

 

In Schreie aus der Hoelle berichtet der Ungar Sandor Kovacs:

»Im hitlerischen KZ sah ich Sachen, die ich nicht für möglich gehalten hätte, dass sie von Menschen anderen Menschen angetan würden. Als ich im Mai 1945 auf dem Rückmarsch in meine Heimat in Prag vom Ausbruch des tschechischen Wahnsinns überrascht wurde, erlebte ich ein Inferno menschlicher Armseligkeit und moralischer Tiefe, gegen das meine KZ-Zeit fast eine Erholung gewesen war. Frauen und Kinder wurden bei lebendigem Leib mit Petroleum übergossen und angezündet, Männer unter unvorstellbaren Qualen ermordet. Dabei musste ich ausdrücklich feststellen, dass sich die gesamte Bevölkerung an diesem Verbrechen beteiligte, nicht nur der übliche Mob. Ich sah hochelegante junge Tschechinnen, die vielleicht noch vor kurzem mit den deutschen Offizieren geflirtet hatten, und die nun mit Revolver und Hundspeitschen durch die Straßen liefen und Menschen quälten und mordeten, ich sah offensichtlich höhere tschechische Beamte gemeinsam mit tschechischem Straßenmob johlend Frauen vergewaltigen und qualvollst umbringen. Ich fürchtete mich vor einem deutschen Wiedererwachen. Denn was den Deutschen geschah, ist unbeschreiblich«!

 

 

 

Wir wollen deshalb diese Geste Brünns ganz besonders würdigen. Denn sie ist das erste Eingeständnis ihrer Art, die erste Bitte um Vergebung, die in den sieben Jahrzehnten nach Kriegsende an die Deutschen gerichtet wurde. Siebzig Jahre – drei Generationen lang – musste Deutschland warten, bis sich einer fand, der einmal nicht verdammend nur auf die Deutschen wies, sondern die eigene Schuld eingestand. Dieser eine ist die Stadt Brünn. Beim Lesen der Nachricht trieb uns das die Tränen in die Augen, denn wir sind beruflich sehr oft in Tschechien unterwegs und finden das Land sehr sympathisch.

(Sympathie gegenüber Deutschland in seiner gegenwärtigen Verfassung zu empfinden, ist dagegen fast unmöglich).

 

Deutschland leidet inzwischen 15 mal länger unter dem 2 Weltkrieg, als jener überhaupt währte. Deutschland leidet seit 101 Jahren, seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges, an der ungerechtermaßen auferzwungenen “Alleinverantwortung”, die dieses Land finanziell zur Ader ließ, wie wohl kaum je ein Land. Die es seiner Identität fast vollkommen beraubte, ihm psychologisch unvorstellbare Gewalt antat, es zum ewigen und größten Fanal des Bösen schlechthin machte und den Deutschen beinahe jede Hoffnung auf eine gerechte Zukunft nahm.

 

 

 

Den Deutschen ist es nicht offiziell, jedoch ideologisch verboten, der eigenen Opfer zu Gedenken – seien es Opfer der alliierten Bombenangriffe gegen die deutsche Zivilbevölkerung, die von maßlosem Leid und Tod begleitete Vertreibung aus Ostpreußen, die Grausamkeiten unter Benes oder die Millionen Toten, welche Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges in den alliierten Gefangenenlagern zu beklagen hatte. Nie durfte dieses Land um sich selbst trauern. Nie durfte es darauf hinweisen, selbst Opfer von Kriegsverbrechen, von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ja von (versuchtem) Völkermord geworden zu sein.

 

Die Stadt Brünn hat diesen Fluch mit einer Zäsur durchbrochen; sie hat sich und den Deutschen einen in der Tat glorreichen, historischen Moment geschaffen, indem sie als erste auf der Welt auf die eigenen Verbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung blickte und dafür um Vergebung bat. Stellvertretend für Brünn wird vermutlich ganz Tschechien die Ehre zuteil, den Deutschen erstmalig die Legitimation zur Trauer über die eigenen Verluste gegeben zu haben. Geschenkt zu haben. Denn die Deutschen wollten sich diese nie mit Gewalt nehmen – wussten sie doch um die Wirkung. Es gibt Dinge, die sind nur dann gut, wenn man sie freiwillig überreicht bekommt. Die Brünner Bitte um Vergebung gehört ganz ohne Zweifel dazu.

Es ist noch viel aufzuarbeiten. Aber es ist ein Anfang!

{Quelle: http://brd-schwindel.org/stadt-bruenn-bittet-um-vergebung-fuer-kriegsverbrechen/}

 

2 Responses to “Stadt Brünn bittet um Vergebung für Kriegsverbrechen”

  1. wolfsattacke Says:

    Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt…wenn doch nur alle, auch Polen so handeln würden, wie die Stadt Brünn. Damit lassen sich gutnachbarschaftliche Verhältnisse zwischen den Völkern aufbauen. Sorgen wir alle gemeinsam dafür, daß solche Dinge nicht wieder geschehen.

  2. wahrheit Says:

    Bömen und Mären sind uhralter Germanicher und Deutscher Siedlungsraum für Völkermord Vertreibung und Vergewaltigungen
    zu glauben nur ein liepenbekentnis ala es tut mir ja leit ist pure euchelei.Das ist nicht ausreichet Tschechen das ist nicht euer Land.


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