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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kein Lebenszeichen von entführten Bischöfen aus Aleppo seit 2 Jahren 20. April 2015

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 21:57

Bitte helfen Sie, das Schicksal der beiden zu klären!

 

 

Offener Brief an
Bundespräsident a. D. Christian Wulff
                                                             

                                

Göttingen, den 20. April 2015
 

 

Seit zwei Jahren kein Lebenszeichen:

Bitte helfen Sie, das Schicksal der beiden entführten Bischöfe aus Aleppo zu klären!
 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Wulff,
 
am 22. April jährt sich der Tag der Entführung von zwei Bischöfen aus dem nordsyrischen Aleppo zum zweiten Mal. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von Mor Gregorius Yoanna Ibrahim, Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, und Boulos Yazigi, Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche. Wir sind in großer Sorge um die beiden christlichen Würdenträger, wollen aber die Hoff­nung nicht aufgeben, sie lebend wiederzusehen. Die Bischöfe hatten sich damals auf den Weg gemacht, um über die Freilassung eines entführten Priesters zu verhandeln. Doch sie gerieten in einen Hinterhalt. Ihr Fahrer, ein Diakon, wurde von den Entführern erschossen. Sie selbst wurden verschleppt. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt.

 

 

 
Die Bischöfe haben sich wiederholt für ein friedliches Miteinander verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen in ihrem Land ausgesprochen. Beide haben immer wieder zu Versöhnung, Ver­gebung und zum Dialog aufgerufen und versucht, Wege zur Beendigung der Gewalt in Syrien auf­zuzeigen. Auf Vorschlag der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Stadt Weimar die bei­den Bischöfe mit ihrem Menschenrechtspreis 2014 ausgezeichnet und sie so für ihren Einsatz als Vermittler, Botschafter und Kämpfer für die Menschenrechte in dem anhaltenden Bürgerkrieg ge­ehrt. Heute appellieren wir an Sie, uns bei der Aufklärung ihres Schicksals zu helfen.

 

 

 
Wie deutsche, türkische und internationale Medien berichten, hat die Regierung der Republik Türkei einen großen Einfluss auf die in Nordsyrien operierenden bewaffneten Gruppen. In dieser Region wurden die Bischöfe auch entführt. Daher bitten wir Sie, sich bei der Regierung in Ankara und persönlich bei dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan dafür einzusetzen, dass die türkischen Behörden bei der Aufklärung dieser Entführung helfen.
 
Sehr geehrter Herr Wulff, mit Ihren konstruktiven öffentlichen Erklärungen zur Rolle des Islam in der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft haben Sie sich in der Türkei und weit darüber hinaus einen Namen gemacht. Bitte nutzen Sie Ihr Ansehen dort und helfen Sie den Christen und allen Menschen in Syrien. Die beiden Bischöfe von Aleppo waren als Friedensbotschafter unterwegs. Die Menschen in dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land brauchen dringender denn je Lichtgestal­ten wie diese beiden Erzbischöfe!

 

 
Mit herzlichen Grüßen
 
Tilman Zülch, Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker International
Stefan Wolf, Oberbürgermeister der Stadt Weimar

 

 

 
Der Appell wird unterstützt von:
 
Anba Damian, Generalbischof der Koptischen Kirche in Deutschland
Mor Julius Dr. Hanna Aydin, syrisch-orthodoxer Bischof
Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland
Mehmet Tanriverdi, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland – BAGIV
Daniyel Demir, Bundesvorsitzender, Bundesverband der Aramäer in Deutschland
Telim Tolan, Zentralrat der Yeziden in Deutschland
Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäischen Sektionen Komkar, Verband der Vereine aus Kurdistan in Deutschland
Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland
Assyrisch Demokratische Organisation (ADO)

 

3 Responses to “Kein Lebenszeichen von entführten Bischöfen aus Aleppo seit 2 Jahren”

  1. Hofnarr Says:

    Die beiden Bischöfe leben noch. Sie wurden von Schiiten in Syrien entführt und sind derzeit im Irak bei Schiiten (nicht bei IS-Leuten!), welche der Regierung Iraks angehören. Sie werden allenfalls später freigelassen, wenn die Schiiten, bzw. die Regierung Iraks die Hilfe der Christen des Westens benötigen… Derzeit aber braucht die Regierung Iraks noch keine solche westliche Hilfe im Tausch gegen Geiseln, denn die westliche Hilfe kommt ohnehin, auch ohne Druck mit Hilfe der beiden weltbekannten, koptischen Geiseln.

    Man müsste die Regierung des Iraks der beiden Bischöfe wegen angehen und seitens des Westens Druck auf die Regierung Iraks ausüben. Die Regierung der Türken und der Syrier haben nichts damit zu tun… aber die derzeitige Regierung Iraks ist durchaus orientiert darüber. Die Bischöfe werden als Geiseln derzeit durchaus gut versorgt…

    Die Situation bleibt so, denn der Bundespräsident AD. Wulff kann durchaus nicht helfen, der derzeitige Bundespräsident Deutschlands Joachim Gauck könnte aber schon helfen… Schreibt diesen an oder die ganze deutsche Bundesregierung, zB. auch den Aussenminister etc.

  2. Hofnarr Says:

    Wendet Euch an das Menschenrechtsminister-Amt Iraks, um nähere Auskünfte darüber zu bekommen, wo sich die Bischöfe befinden und dass sie frei gegeben werden sollen. Die Menschenrechtsministerin ist eine Christin und hat dies Amt zusammen mit einem Asyrer und dieser heisst Wijdan Mikhail Salim. Unter Regierung Iraks sind alle Parlamentsangehörigen mit ihren Minister-Posten aufzufinden. Es gibt dort auch einige wenige Frauen und einige wenige Christen in den Regierungsämtern.

    Die Christin in diesem Amt könnte sich schlau machen, wo die Bischöfe wirklich gefangen gehalten werden und sich einsetzen, die beiden wieder von den parlamentarischen Schiiten frei zu bekommen, aber sie sind gefährdet, nach Freilassung von Sunniten oder gar der IS getötet zu werden. So lange sie in Geiselhaft sitzen, sind sie jedenfalls vor solchen Uebergriffen geschützt.

  3. Hofnarr Says:

    Korrektur: Es kann sein, dass der heutige Menschenrechtsminister von Irak ein anderer ist als die obenerwähnte Christin, welche ab dem Jahr 2004 in diesem Amt sass, aber auch dieser kann sich durchaus schlau machen, bei welchen Schiiten des Parlaments von Irak die beiden Bischöfe festgehalten werden. Der Aussenminister Steinmeier hatte mit beiden Menschenrechtsminister durchaus auch schon persönlichen Kontakt, aber es könnte auch eine Delegation von kirchlichen Obrigkeiten, die obenstehenden Leserbrief verfassten, sein, die sich in Irak in diesem Amt einfinden, um die Angelegenheit dort mit dem heutigen Minister zu besprechen.

    Die syrischen Schiiten, die die Bischöfe entführten, taten dies, um die Geiseln danach an Interessierte gegen massiv Geld zu verkaufen, welche diese Geiseln nutzen könnten, um irgendeinen politischen Druck auszuüben, weswegen natürlich zuerst Regierungsleute angefragt wurden, demnach auch die Schiiten des Parlaments von Irak, welche die geforderte Summe der Entführer bereit waren zu zahlen. Darum sind die beiden Bischöfe heute in irakischer Hand der schiitischen Parlamentarier. Diese aber wollen auch verhindern, dass die beiden Bischöfe den IS in Syrien in die Hände fallen, denn sie waren ja durchaus ohne Weiteres entführbar, weil sie zu wenig geschützt unterwegs waren. Im Einflussgebiet der IS kann es nicht genügen, als Christen und schon gar als derart namhafte Bischöfe nur und ausschliesslich auf Gottes Schutz zu vertrauen. Die Parlamentarier, in deren Hand die beiden Bischöfe sind, wollen aber jedenfalls die beiden Bischöfe lebend erhalten, bis in Syrien und Irak die politische Lage etwas sicherer und ruhiger ist, um sie dann wieder in ihrem einstigen Wirkungskreis einzusetzen.


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