kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Koptische Familie pflegt Tätowierkunst mit christlichen Motiven 3. April 2015

Filed under: Koptische Kirche im Ausland — Knecht Christi @ 21:01

Tätowierstempel mit christlichen Motiven

Wo Jerusalem unter die Haut geht

 

 

Mitten in der Jerusalemer Altstadt pflegt eine koptische Familie die Tätowierkunst nach christlichen Motiven – seit hunderten von Jahren. Zu Ostern ist Hochsaison.

 

 

 

Eng gedrängt schieben sich die Touristen durch die Christian Quarter Street in der Jerusalemer Altstadt. Zwischen Geschäften, vor denen sich bemalte Keramik, Olivenholzkreuze und Edelsteinketten stapeln, öffnet sich unter der Hausnummer 80 leise surrend eine Metalltür. Ausgetretene weiße Treppen winden sich durch ein enges Treppenhaus, im ersten Stock steht Wazzim Razzouk im Türrahmen. Er muss sich ducken, die Decken in der Wohnung hängen tief.

Wazzim hat schulterlanges Haar, lacht zur Begrüßung und führt ins Tätowierstudio: Ein Fenster in der Gewölbewohnung ist geöffnet, ein Muezzin ruft aus einer nahen Moschee zum Gebet, die Sonne fällt in die weiß gekalkten Räume, auf große Spiegel und eine Liege mit Lederbezug. Davor sitzt Maayana, eine junge Israelin. Auf ihrem Arm kleben zwei kleine Gefäße mit Farbe. Wazzim taucht die Nadel ins Schwarz und wirft seine Maschine an.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Ägypten nach Jerusalem

 

Seit rund 700 Jahren arbeiten die Männer der koptischen Familie Razzouk als Tätowierer. Ursprünglich in ihrem Herkunftsland Ägypten, seit einigen Generationen in der Jerusalemer Altstadt. Sie betreiben das älteste fortlaufende Tätowiergewerbe der Welt, sagt der 44-jährige Wazzim. Er arbeitet bei seiner Kundin Maayana schnell und konzentriert: Auf die Innenseite ihres Oberarms schreibt er aus dem Ersten Korintherbrief, Kapitel 13, das Hohelied der Liebe. Die junge Frau sieht nicht hin, verzieht kaum eine Miene. Nur manchmal sieht man ihr den Schmerz an, den die Stiche verursachen müssen.

Wazzim selbst hat viele Tätowierungen. Auf dem linken Unterarm ist der Gekreuzigte, am Handgelenk das koptische Kreuz eingraviert. So, wie es auch heute noch bei Kopten üblich ist. „Nach unserer Tradition“, sagt er, „dient das koptische Kreuz am rechten inneren Handgelenk dazu, sich gegenseitig zu erkennen.“ Schon seine Vorfahren tätowierten ihren koptischen Glaubensbrüdern und -schwestern das Kreuz. Nur ihnen war es erlaubt, koptische Kirchen in Ägypten zu betreten.

 

 

 

 

Ein Stigma wird zur Identität

 

Ursprünglich ließen sich koptische Christen in Ägypten nicht freiwillig ihren Glauben unter die Haut stechen. Um 640 aber wurde das Land islamisch, Andersgläubige zu Ausgegrenzten: „Christen wurden gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Wer sich weigerte, wurde mit einem Kreuz auf der Hand gekennzeichnet.“ Wazzim Razzouk sagt, diese Stigmatisierung habe ihren Ursprung im Altertum: Bei den Griechen und in Rom sei eine Tätowierung ein Sklavenzeichen gewesen; so habe man Ausgestoßene erkannt. Heute ist das koptische Kreuz gute Tradition geworden. Wazzim zeigt auf seinen Urgroßvater. Er sitzt auf einem verblichenen Foto in der Wüste, neben ihm eine Frau in schweren Kleidern. Der Großvater sticht das Kopten-Kreuz. Vor etwa 400 Jahren verließ die Familie Ägypten und ließ sich in der verwinkelten Altstadt von Jerusalem nieder. Mit hierher retteten sie ihren guten Ruf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Pilgerreise ins Heilige Land als Höhepunkt

 

„Schon damals pilgerten koptische Christen unter schwersten Bedingungen von Ägypten aus ins Heilige Land. Für sie war das ein Höhepunkt in ihrem Leben“, sagt Wazzim Razzouk. Sie pilgerten zum koptischen Kloster in Jerusalem. Und viele erinnerten sich an den tätowierenden Landsmann. Auch sie kamen schon in jene Straße, die heute Christian Quarter Street heißt. Sie baten um eine Tätowierung neben dem koptischen Kreuz am Handgelenk: Viele ließen sich das Wort „oschalim“ für Jerusalem und das Datum ihrer Pilgerreise stechen. Das galt als Beweis, dass sie den beschwerlichen Weg ins Heilige Land bestanden hatten. Für Razzouk ist das der Anfang der religiösen Pilger-Tätowierung weltweit. Tatsächlich lagen im Laufe der Jahrhunderte alle möglichen Menschen unter den Nadeln der Razzouks: selbst Mitglieder des englischen Königshauses, auch sie auf Pilgerfahrt ins Heilige Land. Offenbar trug Edward VII., Sohn von Königin Victoria, ein Jerusalemkreuz aus der Werkstatt der Razzouks. Wazzim zeigt die hölzernen Stempel, die schon seine Vorfahren nutzten, um Motive auf der Haut aufzubringen. Daraus, sagt er, habe sich die heute übliche Schablonentechnik entwickelt.

 

 

 

 

 

„Jede Menge Priester unter meiner Nadel“

 

Ob Christen, Muslime oder Juden – alle suchen das Atelier der Razzouks auf. Da ist es manchmal auch egal, ob ihr Glaube die Tätowierung eigentlich nicht erlaubt. Juden etwa ist es gemäß dem Buch Levitikus, Kapitel 19, nicht gestattet. „Ihr dürft euch keine Zeichen einritzen lassen“, ist dort zu lesen: „Einige Leute sagen, dass es laut der Bibel verboten ist, sich tätowieren zu lassen. Andere sagen, nur das Tätowieren von Buchstaben und Zahlen sei nicht zulässig.“ Wer aber seine Werkstatt mit einem besonderen Wunsch aufsuche, bekomme den meist auch erfüllt: „Ich hatte jede Menge Priester unter meiner Nadel. Also, ich denke: Die Kirche erlaubt es. Und heute ist das sowieso eher eine Sache der Interpretation“. Rund um die Osterfeiertage stehen die Leute regelrecht Schlange.

 

 

 

Dann ist Hochsaison für den Tätowierer

Priester drängeln sich neben äthiopischen Christen, Jerusalem-Fans und jüdischen Szenegängern aus Tel Aviv. Gefragt sind Ornamente, die Jungfrau mit Kind, die Kreuzigungsszene, das Jerusalemkreuz. Gleichzeitig versucht Wazzim, mit der Zeit zu gehen: Er hat muslimische Kundinnen, die sich vor allem permanentes Make-Up unter die Haut ritzen lassen. Es werde unter die Haut gestochen, was gefällt: „Als ich das Studio von meinem Vater übernommen habe, habe ich beschlossen, mehr auf moderne Techniken zu setzen. Zugleich aber will ich die Familientradition bewahren – so weit wie möglich“.

 

 

 

 

Blutige Tradition

 

Am Anfang erschien Wazzim Razzouk das Gewerbe zu blutig; sein Vater befürchtete schon das Ende der 700-jährigen Familientradition. Dann aber kam die Wende: „Als ich mich noch gegen das Tätowieren sträubte, arbeiteten bei uns einige russische Künstler aus Tel Aviv. Sie kamen vor allem während der Osterfeiertage, und ich war vollkommen beeindruckt von ihrer Art zu tätowieren.“ Von ihnen lernte er die neuen Techniken, vom Vater das Familienhandwerk. „So habe ich aus beidem das Beste gezogen.“ Heute scheint die Erbfolge gesichert: Wazzims elfjähriger Sohn übt bereits zuhause – an künstlicher Haut. Er zeige großes Talent, sagt Wazzim: Ohne Bedenken würde er sich unter die Nadel des Sohnes legen. Im Atelier greift Wazzim in der Jerusalemer Altstadt wieder zur Nadel und setzt sie erneut bei der jungen Jüdin Maayana an. Wieder verzieht sie nur leicht das Gesicht, als er sein Werk vollendet. Sie lacht auf die Frage, ob das nicht schwer auszuhalten ist, und sagt: „Nein, nicht wirklich. Ich liebe den Schmerz. Du liebst dein Tattoo. Du hast es dein ganzes Leben – es ist wie heiraten“.

{Quelle: http://www.domradio.de/themen/weltkirche/2015-03-21/koptische-familie-pflegt-taetowierkunst-mit-christlichen-Motiven}

 

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

Einführend das Video, welches der koptische Bischof Damian hat aufnehmen lassen, um das koptische Kreuz zu erklären:

 

 

 

Imponierend und beeindruckend die Sinnhaftigkeit:

1. Material: nicht Gold oder Silber, sondern Leder als Zeichen für das Leiden, an das Opfer JESU. Die Dreifaltigkeit an allen Kreuzenden. 12 Punkte erinnern an die 12 Apostel und die 4 Punkte in der Mitte des Kreuzes erinnern an die 4 Evangelisten. Das Kreuz ist für Kopten ein Schutz, ein Segen, ein Bekenntnis und ein Zeichen des Sieges JESU CHRISTI.

 

In der Moderne ist die Tätowierung für die vielen Menschen ein Zeichen der Individualität, der Einzigartigkeit und des extrovertierten Gehabes. Eine Tätowierung ist – wenn man sie nicht medizinisch wegoperieren lässt – eine Hautveränderung, die den Menschen bis zu seinem Tode begleitet. Für Kopten ist das tätowierte Kreuz am inneren Handgelenk ein Zeichen der Zugehörigkeit zu den koptischen Christen und ein Bekenntnis zu JESUS.

 

 

Die Tradition des Kreuztätowierens entstand wohl aus dem Unterdrückungsmechanismus der islamischen Verfolger und Unterdrücker, die den Unterdrückten, in diesem Fall den Kopten ein Kreuz als Zeichen der Ausgrenzung, des Nichtdazugehörens aufgezwungen haben.
Diesen Umstand haben die Kopten dann von der Sinnhaftigkeit der Ab- und Ausgrenzung von anderen Religionen völlig umgekehrt und für sich als positiv interpretiert, indem sie begannen, sich das Kreuz in das rechte Handgelenk eintätowieren zu lassen und so stolz und bekenntnisreich ihre Zugehörigkeit zu JESUS auf Dauer hin freudig zu bekennen.

https://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/juden/geschichte_des_juedischen_volkes/juden_und_muslime.jsp

 

 

 

 

Kennzeichnungspflicht: eine Erfindung des Islam

 

Die Kennzeichnung der Juden begann in muslimischen Ländern im 9. Jahrhundert. Um 807 verfügte der Abbasiden-Kalif Harun Al-Raschid, dass Juden gelbe Gürtel zu tragen hätten. Gelbe Kapuzen wurden in den folgenden 50 Jahren zur Pflicht. Um 1005 dienten die Kennzeichnungsvorschriften zunehmend der Demütigung. In Ägypten verordnete der Kalif, dass Juden Glocken an ihrem Gürtel befestigen und eine hölzerne Kalbsfigur (zur Erinnerung an das Vergehen des Goldenen Kalbes) beim Baden um den Hals zu tragen hätten.

 

 

Die Seldjuken, die neue Dynastie in Bagdad, sahen Juden zunehmend als „Minderwertige“ an. Mehrere Kalifen ordneten ab 1058 an, dass Juden farbige Flecken an ihrer Kleidung anbringen müssten – ein eindeutiges Zeichen der Demütigung. Ein Jude aus Bagdad schrieb um 1121, er habe zwei gelbe Flecken zu tragen, am Kopf und am Nacken, einen Bleianhänger mit dem Wort „dhimmi“ und einen gelben Gürtel. Die steigende Zahl der Vorschriften lässt darauf schließen, dass diese nicht konsequent von den Juden umgesetzt wurden.

Ende des verlinkten Artikelteils

 

 

 

 

Diese Kennzeichungspflicht wurde somit unseres Wissen zuerst bei den Kopten angewandt, um dann später den Juden aufoktroyiert zu werden. Somit wurden die Kopten, die historisch zuerst erobert wurden, auch zuerst in  diskriminierender Weise durch Kreuze gekennzeichnet. Die Kopten haben aus dieser Not eine Tugend gemacht bis zum heutigen Tage. Und diese Tugend ist nicht nur identitätsstiftend für JESUS, sondern auch als identitätstiftend untereinander. Gelbe und grüne Gürtel, Glocken und Kalbsfiguren erinnern an den Judenstern, den Juden im 3. Reich als ausgrenzendes Kennzeichen tragen mussten. Da haben die Europäer im Mittelalter und  die Nazis beim Islam als Urheber dieser Demütigungskennzeichenpflicht abgeschaut. Es gibt Dinge, die nicht gelehrt und gelernt werden sollten. Dies gehört dazu.

 

 

 

Wer mehr über die Eroberung Ägyptens durch den Islam, den ach so friedfertigen, lesen möchte, kann bei Wikipedia nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Eroberung_%C3%84gyptens

 

 

 

Das tätowierte koptische Kreuz, welches sehr viel Symbolik ausdrückt, ist somit nicht nur ein freudiges Bekenntnis, sondern auch eine Art ewiges Zugehörigkeitsmerkmal zu CHRISTUS. Wir dürfen daran erinnern, dass  wegen des Koptischen Kreuzes bereits Morde durch Muslime an koptischen Christen verübt wurden.

http://www.kath.net/news/33722

 

 

 

 

Der Bericht stammt aus dem Jahre 2011:

Lehrer würgte den koptischen 17-Jährigen – Mitschüler stehen unter Mordverdacht

In Ägypten ist ein christlicher Schüler von muslimischen Klassenkameraden und einem Lehrer umgebracht worden, weil er ein Kreuz als Tätowierung trug. Der Vorfall trug sich bereits am 16. Oktober in Mallawi (Mittelägypten) zu. Doch erst am 30. Oktober hätten die Eltern des 17-jährigen Ayman Nabil Labib ihr Schweigen gebrochen und erklärt, dass ihr Sohn kaltblütig getötet worden sei, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main.

Der Anlass: Der koptisch-orthodoxe Schüler hatte sich geweigert, ein tätowiertes Kreuz am Handgelenk zu bedecken, wie von seinem muslimischen Lehrer angeordnet. Ferner trug er ein Kreuz unter seinem T-Shirt. Nach Aussage der Mutter sei der Lehrer auf Ayman losgegangen und habe ihn fast erstickt; einige muslimische Schulkameraden hätten ihn verprügelt. Zwei von ihnen – Mostapha Essam und Walid Mostafa Sayed – seien wegen Mordverdachts vorläufig festgenommen worden.

Ende des Artikelausschnitts

 

 

 

Das Tragen des Kreuzes in islamischen Ländern ist somit nicht ungefährlich,  wie wir an diesem Artikelausschnitt sehen. Selbst muslimische Lehrer scheinen mitunter radikale Einstellungen zu haben, von denen einer  den Tod eines Jungen herbeigeführt hat, nur weil dieser sein Kreuz am Handgelenk nicht bedecken wollte.

 

Wir können froh sein über eine Christengemeinschaft, die trotz oder gerade wegen permanenter Diskriminierungs- und Verfolgungssituation ein so starkes Bekenntnis zu JESUS CHRISTUS liefert und  wir können und dürfen uns ein Beispiel an diesen koptischen Christen nehmen, die auch nach außen hin zeigen, dass sie ein Leben lang durch eine solche Tätowierung eines Koptischen Kreuzes mit JESUS sinnbildlich verbunden bleiben. Dass auf diese Weise eine Märtyrerkirche entsteht, ist unseres Erachtens dann wohl die natürlich Folge eines solchen Bekenntnisses.

 

 

Wir hier sind ja schon zu feige, öffentlich ein Kreuz an der Kette zu tragen.

Wir an dieser Stelle sagen Dank und Anerkennung an die bekenntnisfreudigen Kopten in Ägypten.

Der DREIEINE GOTT möge sie segnen.

 

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