kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Aus Karfreitag wird Ostern – Wandel und Vertrauen 3. April 2015

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 00:37

Es gibt wohl kaum eine Feststellung, die so treffend das Auf und Ab im menschlichen Leben charakterisiert, wie der Satz: „Es bleibt nicht so„!

 

 

Freude wird von Leid, Leben von Tod, Glück von Beschwerden abgelöst. Die Liste ließe sich wohl noch fortsetzen. Doch da ist ein Licht am Ende des Tunnels. Selbst der, welcher in dunkelsten Stunden lebt, darf berechtigt hoffen, dass es nicht so bleibt. Hier ist die Karwoche mit dem an ihrem Ende stehenden Osterfest ein Symbol für das menschliche Leben. Zuerst Freude und Jubel, dann Ernüchterung und Stimmungsumschwung. Der Liebe und Barmherzigkeit stehen Verrat, Verleugnung und Verspottung gegenüber.

 

Furchtbares Leiden, grausamer Tod.

Ende? Aus? Nein!

Es bleibt nicht so!  

Mit Ostern kam und kommt die Auferstehung.

 

Für  gläubige Christen ist die Auferstehung Jesu und der Glaube an Ihn, der die Auferstehung ist, eine sichere Zuversicht dafür, dass das Böse, das Leid, der Tod nicht siegen. Es bleibt nicht so! „Was zuletzt stirbt, ist die Hoffnung!“ gilt nicht für den, der seine Hoffnung auf Christus setzt. Denn diese Hoffnung kann nicht sterben!

 

 

Aus Karfreitag wird Ostern

Karfreitag – Leidenszeit – Karfreitag ist für uns Christen einer der höchsten Feiertage im Ablauf des Kirchenjahres. An diesem Tag gedenken wir in Ehrfurcht und in tiefer Dankbarkeit des Opfers Christi. Einerseits ist ein Verhalten, wie es der Sohn Gottes selbst in tiefstem Leid zeigt, eine unerreichbare Messlatte für unser Leben. Welcher Mensch schafft es wirklich, für jene bei Gott um Vergebung zu bitten, die ihm unsagbare körperliche oder seelische Schmerzen verursachen, ja sogar die Ursache für seinen Tod sind? Wer ist imstande, knapp vor dem eigenen Tode dem, der einen zuerst verspottet, eine Brücke für die Zukunft zu bauen, wie es Jesus gegenüber dem Schächer tut?

 

Andererseits, wenn wir uns im Leid, in bösen, scheinbar ausweglosen Verhältnissen befinden und uns von Gott und der Welt verlassen fühlen, wenn wir auf die Frage nach dem „Warum?“, keine Antwort erhalten, tröstet es uns, dass auch Jesus die Frage: „Warum hast du mich verlassen?“ gestellt hat. Auch er erhielt keine Antwort, verlor aber dennoch nicht seinen Glauben. Im Gegenteil! Das „Warum?“ war nicht das letzte Wort. Am Schluss siegte das Vertrauen: „Es ist vollbracht! Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ Daraus dürfen wir den Mut schöpfen, auch unser Schicksal ganz in die Hand Gottes zu legen, getragen von dem Bewusstsein: „Es bleibt nicht so. Nicht immer wird es dunkel sein“.

 

 

Mit dem Karfreitag hielt das Wichtigste Einzug ins Leben von uns Menschen. Jesus nahm durch sein Opfer dem Tod den Schrecken, sein Opfer bildet die Brücke für den sündigen Menschen zum Herzen Gottes. Das Kreuz wird zum Zeichen der Hoffnung, zu einem Symbol der Liebe.

Brücken bauen, Hoffnung wecken, Liebe schenken – dies ist mehr denn je notwendig für das Zusammenleben der Menschen.

 

Ostern – Christi Auferstehung – Grundbestandteil christlichen Glaubens?

„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“ Dieses bekannte Wort aus dem Buche Hiob, das von Händel im „Messias“ so einfühlsam vertont wurde, erzeugt im Inneren einen Zustand des Wohlgefühls. Mehr noch als beim Hören der Arie, im gläubigen Gebet entsteht in der Verbindung mit Jesus, innerer Frieden. Daraus erwächst uns die Sicherheit: „Weil ER lebt, lebe ich auch“! Die Frage ist dann wie und zu welchem Zweck. Auch hier ist Jesus unser Vorbild. Nach seiner Auferstehung nahm er seinen Jüngern die Angst und brachte ihnen Frieden.

Einem Thomas, der um Glauben rang, begegnete er, ohne ihn zu verurteilen. Die Emmausjünger begleitete er verständnisvoll, still im Zuhören, erkenntnisfördernd und einen neuen Horizont eröffnend, bis in ihren Herzen neue Begeisterung wie Feuer brannte. In all diesen Begegnungen macht Jesus den Sinn und Zweck der Auferstehung erlebbar. Genau so begegnet er jedem, der dies zulässt, er möchte dem Glaubenden helfen, es ihm gleich zu tun.

 

 

Möge das Osterfest uns allen, Ansporn und Stärkung sein, es in der Zukunft dem Auferstandenen gleich zu tun. Wenn Jesus in uns lebt, können wir in unserer Familie, am Arbeitsplatz, in unserer Umgebung „Auferstehungskräfte“ mobilisieren. Wir können Angst nehmen durch einen freundlichen Blick, Frieden spenden durch ein liebes Wort, im Nächsten trotz seiner Fehler auch das Gute sehen. Begleiten wir den Mitmenschen, welcher durch die Nacht der Verzweiflung geht, hören wir ihm zu und ermuntern wir ihn, sich an Jesus zu wenden, dann bekommt er neuen Lebensmut. Jesus hilft auch heute noch, aus ausweglosen Situationen herauszufinden.

 

 

Die gläubigen Christen finden diese Hilfe auch in den Gottesdiensten, denn jeder Gottesdienst vermittelt neue seelische Kräfte, löst Freude aus und beschreibt die Zukunft der Kinder Gottes. Jeder Mensch ist herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen und Gemeinschaft mit Gott zu erleben.
Es bleibt nicht so… Wie oft haben wir alle schon den Satz gehört: „Es bleibt nicht so!“ Diese banal klingende und doch lebenswichtige Erkenntnis können wir immer wieder und in den  verschiedensten Lebenslagen feststellen.

 

So schön es ist, ein Baby im Arm tragen zu dürfen, das Neugeborene bleibt in seiner Entwicklung nicht stecken, es wächst, entwickelt sich – Gott sei Dank! – zum Kind, zum Jugendlichen, zum mündigen Menschen. Kranke stellen plötzlich fest, dass Gesundheit keine Selbstverständlichkeit ist und schätzen diese dann umso mehr, wenn sie wieder zu Kräften gekommen sind. Hier ließen sich unzählige Beispiele anführen.

 

 

Welchen Schluss können wir daraus ziehen?

Auf dieser Erde gibt es weder vollkommenes Glück noch vollkommenes Leid, in jedem Fall gilt das Wort: „Es bleibt nicht so„! Christen sehen im Tod und in der Auferstehung Jesu einen Beweis nämlich diesen „Es bleibt nicht so!“ Und sie erleben vor allem eine grosse Zukunftshoffnung aus ihrer Erkenntnis:

Wer mit Christus hier gestorben, wird mit ihm auch aufersteh`n„.

Darin offenbaren sich Sinn und Hoffnung des Osterfests!

 

1
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt,
die Seele jubelnd ich erhebt.
Brich hell hervor, du Osterlicht,
o banges Herz, nun zage nicht!

 

2
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt,
die Seele jubelnd ihn erhebt.
Er ging allein durch tiefste Nacht
und hat besiegt des Todes Macht.

 

3
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt,
die Seele jubelnd ihn erhebt.
Bleib Heimat mir in größter Not
und bleibe meines Lebens Brot.

 

4
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt,
die Seele jubelnd ihn erhebt.
Er wandelt meines Herzens Sinn:
Die Liebe drängt zum Vater hin.

 

7 Responses to “Aus Karfreitag wird Ostern – Wandel und Vertrauen”

  1. Ibrahim Says:

    Aus Ägypten! Die Kopten!

  2. Akelei Says:

    Bin römisch-katholisch, war aber sechs mal in Ägypten und in mehreren koptischen Klöstern zu Besuch (Abu Mena, Sankt Makarios, St. Anthony). Ich war immer beeindruckt vom lebendigen Glauben der koptischen Christen und wie demütig und hilfsbereit sie sind. Sie haben sehr große Heilige – noch heute ! Ich freue mich sehr, hier auf dieser Webseite so vieles über die Kopten sehen und lesen zu können. Wir haben nur einen Herrn Jesus Christus und nur einen Gott Vater zusammen mit dem Heiligen Geist. Wir erwarten IHN wieder und SEINE Auferstehung ist für uns alle da.


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