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Jemen-Konflikt: Droht ein Krieg zwischen Iran und Saudi-Arabien? 27. März 2015

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 00:28

 Saudis Propaganda-VideoLuftwaffe der Scheichs greift in den Konflikt am Golf von Aden ein – Mullahs in Teheran empört – Jemens Präsident flieht nach Saudi-Arabien

 

 

Die Welt blickt mit Sorge auf den Golf von Aden, eine der strategisch wichtigsten Regionen der Welt.

 

Nach dem Vormarsch der schiitischen Huthi-Rebellen und der Flucht des jemenitischen Präsidenten außer Landes hat eine Koalition unter Führung von Saudi-Arabien in den Konflikt eingegriffen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bombardierten Kampfjets Stellungen der Miliz in der Hauptstadt Sanaa und anderen Orten. Selbst eine Bodenoffensive wird nicht mehr ausgeschlossen. Was die Lage so brisant macht: Im Jemen stehen sich zwei regionale Supermächte gegenüber. Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran, der die Huthi-Milizen unterstützt.

 

 

 

 

Die Krise droht zu einem internationalen Konflikt zu eskalieren. Ägypten hat Kriegsschiffe in die Region entsandt. Die USA und Großbritannien sicherten der von Saudi-Arabien angeführten Koalition ihre Unterstützung zu, schlossen eine Beteiligung an den Kämpfen aber aus. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich besorgt über die Eskalation. Er hoffe nicht, dass die Situation sich in einen kriegerischen Flächenbrand ausweite – „aber die Lage ist gefährlich“. Steinmeier fügte hinzu: „Die demokratisch gewählte Regierung des Jemen ist von den Huthi-Rebellen aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben und jetzt auch in Aden angegriffen worden. Vor dem Fall Adens hat Staatspräsident Hadi das Nachbarland Saudi-Arabien angesichts dieser akuten Bedrohung für die Regierung und auch für ihn persönlich um Hilfe gebeten. Saudi-Arabien hat dann gestern mit Unterstützung aus der Region Luftangriffe auf Huthi-Stellungen geflogen“.

 

 

Als Ursache des Konfliktes nannte der Minister „tief sitzende soziale und gesellschaftliche Konflikte, große Armut und bis an die Zähne bewaffnete Stämme, rivalisierende politische Machtzentren und islamistische Terrorgruppen“. Steinmeier: „Das ist ein gefährlicher Cocktail, auch weit über die Grenzen Jemens hinaus. Alle diese Probleme lassen sich aber nicht mit Gewalt eindämmen, und sicher nicht lösen, weder von innen noch von außen. Was es braucht, sind Dialog und Verhandlungen. Letztes Jahr haben alle Seiten unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Friedensabkommen geschlossen. Die Huthi-Rebellen haben seither alle Abmachungen gebrochen“.

 

 

 

Die ersten Schockwellen sind im Westen schon zu spüren. Die Aktienmärkte wackeln, die Öl-Preise ziehen an…

Rückblende: Im Jahr 2012 endete die 33-jährige Herrschaft von Diktator Ali Abdullah Saleh. Seitdem herrscht Chaos in dem Staat im Süden der arabischen Halbinsel. Die Nachfolger-Regierung kämpft gegen verschiedene Rebellen- und Terroristen-Gruppen und diese bekriegen sich untereinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die aktuelle Lage

 

► Am Mittwoch flüchtete der jemenitische Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi vor den anrückenden Huthi-Rebellen außer Landes. Wie das saudi-arabische Staatsfernsehen meldete, traf Hadi am Donnerstag in Riad ein.

► Um den Vormarsch der schiitischen Huthis, die von Teheran unterstützt werden, zu stoppen, haben Flugzeuge Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten in der Nacht zu Donnerstag erstmals Rebellenverbände in der Hauptstadt Sanaa und in anderen Orten Jemens bombardiert. Nach Angaben von „Al-Jazeera“ wurden dabei 18 Personen getötet und 24 verletzt. Der Flughafen von Aden konnte durch die Luftunterstützung zurückerobert werden.

 

 

Saudische Soldaten marschieren bei einer Übung in Hafar Al-Batin (April 2014)

 

► Die iranische Außenamtssprecherin Marsieh Afcham sprach von einem „gefährlichen Schritt”, der gegen „internationale Verantwortlichkeiten und nationale Souveränität” verstoße. Die Saudis sollen mit 100 Kampfflugzeugen im Einsatz sein, nachdem sie zuvor Luftabwehrgerät und Artillerie an ihre Südgrenze verlegt hatten.

►„ Ziel ist es, die legitime Regierung von Präsident Hadi vor den Übernahmeversuchen der Huthi-Milizen zu schützen. Eine Koalition von mehr als zehn Staaten nimmt an dieser Operation teil, um zu verhindern, dass der Jemen in die Hände der Huthis fällt“, erklärte der saudische Botschafter in den USA, Adel al-Jubeir, am Donnerstag in Washington.

 

► Laut „Al-Arabija“ beteiligen sich die Vereinigten Arabischen Emirate mit 30 Flugzeugen, Kuwait und Bahrain mit jeweils 15 und Katar mit zehn Maschinen. Jordanien, Marokko und der Sudan hätten jeweils sechs Kampfjets entsandt. Die ägyptische Nachrichtenseite Al-Ahram meldete, auch Kairo stelle militärische Hilfe zur Verfügung.

► Das Weiße Haus teilte mit, dass die US-Regierung die arabische Koalition logistisch und geheimdienstlich unterstützt. Allerdings betonte Sprecherin Bernadette Meehan: „US-Kräfte üben keine direkte Militärgewalt im Jemen aus“.

► Ein saudiarabischer Regierungsvertreter sagte, womöglich sei eine Bodenoffensive nötig, um die Ordnung wiederherzustellen.

► Russlands Präsident Wladimir Putin forderte in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Hassan Ruhani einen „sofortigen Stopp aller militärischer Aktivitäten”.

 

 

 

 

Infografik: al-Qaida EInflussgebiete im Jemen

 

 

 

 

Der Golf von Aden – ein strategischer Brennpunkt

 

Das könnte sich ändern, wenn die südliche Metropole Aden, aus der der aus Sanaa verjagte Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi (17 Jahre Vize-Präsident unter Saleh) gestern geflohen war, unter die Kontrolle der schiitischen Rebellen fällt. Denn dann könnten sie das ganze Land übernehmen – und die Kontrolle über den Bab al-Mandab (dt.: „Tor der Tränen“) erlangen.

 

► Die Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, über sie kreuzen jährlich rund 20 000 Schiffe. Vor allem wird auf diesem Weg der Ölhandel der arabischen Staaten mit Europa abgewickelt. Was auf Deutsch „Nadelöhr“ heißt, bezeichnet man im Englischen als „Chokepoint“ – ein „Würgepunkt“ für den Welthandel. Der Ölpreis stieg am Donnerstag folgerichtig um mehr als 4%. Um die Straße offen zu halten, könnten auch die Amerikaner zurückkehren, die ihren einzigen Standort im Land erst kürzlich geschlossen hatten, nachdem eine Stadt in der Nachbarschaft ihres Stützpunkts von Al-Qaida-Kämpfern überrannt wurde.

 

 

 

Schiiten vs. Sunniten

 

„Im Jemen findet nicht bloß ein Aufstand statt, sondern mehrere“, sagt Prof. Assaf Moghadam vom Interdisciplinary Center (IDC) Herzliya in Israel. Der deutsch-amerikanische Terrorismus-Experte: „Die Huthis sind eine schiitische Sekte, die ursprünglich aus dem Nordwesten des Landes kommt. Vor rund sechs Jahren sind außerdem sunnitische Radikale aus dem Südwesten auf den Plan getreten. Zu ihnen gehört al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel“. Diese Gruppe hatte sich zuletzt auch zu den Terror-Attacken auf die Redaktion des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ bekannt. „Noch komplizierter wird es durch die Präsenz der sunnitischen Islamisten, die dem sogenannten Islamischen Staat (ISIS) angeschlossen sind“, sagt Moghadam.

 

 

 

 

 

 

Machtkampf der Terror-Milizen

 

Der bislang unbekannte ISIS-Zweig hatte sich vergangene Woche für Bombenanschläge auf zwei schiitische Moscheen, bei denen 130 Gläubige getötet und 350 verletzt wurden, verantwortlich erklärt.

► Mit al-Qaida streitet der ISIS um die Vormachtstellung im globalen Dschihad (Heiligen Krieg) – nicht nur im Jemen, sondern auch in Libyen und vor allem in Syrien, wo seit nunmehr vier Jahren Bürgerkrieg herrscht.

 

 

Machtfaktor Iran

 

► Das Interesse des schiitischen Irans, im Jemen Fuß zu fassen oder das Land zumindest zu destabilisieren, rührt von seiner traditionellen Rivalität mit dem sunnitischen Saudi-Arabien.

„Und die Unterstützung der Huthis folgt einem iranischen Muster, in anderen Ländern Präsenzen aufzubauen“, sagt Prof. Moghadam gegenüber BILD. Damit beauftragt ist zumeist die al-Quds-Einheit, Elitekämpfer der iranischen Revolutionswächter. „Die Iraner wissen sehr genau, wie sie Krieg führen, ohne sich ihre eigenen Hände zu schmutzig zu machen“, erklärt Moghadam. Die Proxy- oder Stellverteter-Strategie haben die Mullahs unter anderem auch im Kampf gegen die Amerikaner im Irak angewendet.

 

 

 

Machtfaktor Saudi-Arabien

 

► Um die Gefahr durch einsickernde Kämpfer aus dem Jemen abzuwehren, errichten die Saudis zurzeit einen 1800 Kilometer langen Sicherheitszaun an der Grenze, der Medienberichten zufolge 8,5 Milliarden US-Dollar kosten und vom Roten Meer bis zur omanischen Grenze verlaufen soll. Nicht zuletzt fühlt sich die Regierung Saudi-Arabiens durch die potenzielle Atommacht des Iran bedroht. Im Verlauf der Nuklear-Verhandlungen (P5+1) hatte es immer wieder auch Geheimgespräche mit dem erklärten Feind Israel gegeben. Die gemeinsame Bedrohung durch den Iran macht Riad und Jerusalem zu unerklärten Bündnispartnern. Beide üben auf die Amerikaner und die anderen Verhandlungsteilnehmer Druck aus, keinen „schlechten Deal“ (Zitat von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu) zu akzeptieren, der Teheran mittelfristig den Aufstieg zur Atommacht ermöglicht.

 

 

 

 

Krieg zwischen den Mullahs und den Scheichs?

 

Trotz aller Konfliktpunkte scheint ein direkter Krieg der regionalen Supermächte Iran und Saudi-Arabien zurzeit ausgeschlossen.  Jedenfalls nicht im Streit um den Jemen. „Die Priorität der Iraner liegt eindeutig in Syrien, wo sie unter allen Umständen die verbliebene Macht von Präsident Baschar al-Assad sichern wollen“, sagt Prof. Assaf Moghadam. Parallelen zwischen Syrien und dem Jemen liegen allerdings auf der Hand: Der Machtverlust eines jahrzehntelang herrschenden Diktatoren-Regimes, die Einmischung ausländischer Regierungen, das Aufbrechen konfessioneller Konflikte in einem armen Land, das auch durch die Macht seiner Stämme geprägt ist.

 

Was droht, ist ein langer Bürgerkrieg!

{Quelle: http://www.bild.de/politik/ausland/jemen/kommt-es-zum-krieg-zwischen-iran-und-saudi-arabien-40313360.bild.html}

 

 

 

 

Kämpft Saudi-Arabien mit deutschen Waffen?

 

 

 

Saudi Arabia, allies including Pakistan launch air strikes against Houthis in Yemen

http://www.pakistantv.tv/2015/03/26/saudi-arabia-allies-including-pakistan-launch-air-strikes-against-houthis-in-yemen/

 

 

4 Responses to “Jemen-Konflikt: Droht ein Krieg zwischen Iran und Saudi-Arabien?”

  1. te'oma Says:

    Wie gehabt ,aber biblisch prophezeit ! Dürfen wir mal raten, wohin wieder viele flüchten .

    http://antikrieg.com/aktuell/2015_03_26_saudiarabien.htm

    Die letzten Tage , der Endzeit haben begonnen.

  2. te'oma Says:

    Was wäre eigentlich gewesen ,wenn Russland die gewählte Regierung in der Ukraine verteidigt
    hätte ,indem hundert Kampfflugzeuge Kiew angegriffen hätten ?

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/markus-gaertner/fernziel-iran-saudi-arabien-bombardiert-ziele-im-jemen.html

    Die lupenreine „saudische Demokratie“ darf das also , da kommt ja ein Flugzeugabsturz in Frankreich
    eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt ,um eine Krieg zu beginnen.

  3. te'oma Says:

    Wie es uns die Bibel lehrt, im Nahen Osten begann der Heilsplan Gottes und dort geht alles zuende.

    http://www.horst-koch.de/islam-32/islam-und-israel.html

    Nach massiven kriegerischen Ausseinandersetzungen im Nahen Osten ,wird eine große Nation ,aus dem
    Norden kommen und dem gewaltsam eine Ende setzen. Assyrien und Ägypten ,werden nach der Niederlage
    der islamischen Nationen, gesegnete christliche Nationen werden ,im Bund mit Israel . Dann wird eines
    Tages eine millitärische Macht aus mehreren Nationen heramziehen und durch Jesus Christus persönlich
    vernichtet werden.

  4. te'oma Says:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/berlin-ueber-angriffe-auf-jemen-wir-haben-keine-zweifel-an-der-legitimitaet/11568140.html

    Die Berliner Kasparköpfe, sehen diesmal keinen Verstoß gegen das Völkerecht ,welches wohl im Prinzip
    nur US Recht ist. Wer unter diesen Umständen noch meint im Reich des Guten zu wohnen, hat nicht
    mehr alle Tassen im Schrank.


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