kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Syrisch-orthodoxer Bischof zur schwierigen Lage seiner Kirche 24. März 2015

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 09:29

Erst Kerry, jetzt Steinmeier. Fortsetzung folgt…

http://m.faz.net/…/buergerkrieg-in-syrien-steinmeier-erwaeg…

„Ob Christen sterben oder nicht, interessiert den Westen nicht“

 

 

Der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar für Jerusalem und Jordanien, Bischof Severios Malke Mourad, hat dem Westen Versagen beim Schutz syrischer Christen vorgeworfen. Gegenüber der KNA sprach er von einem „zweiten Genozid“.

 

 

 

 

Katholische Nachrichtenagentur (KNA): 2015 jähren sich die im damaligen Osmanischen Reich verübten Massaker an den Armeniern zum 100. Mal. Bischof Severios, beim Genozid von 1915 denken die meisten Menschen an die Armenier. Warum weiß kaum jemand, dass auch Christen syrischer Tradition dieses Schicksal erlitten?

Bischof Severios Malke Mourad: Ein Grund sind die ständigen Kriege, alle 20, 30 Jahre. Die Christen syrischer Tradition sind mit jedem Krieg umgesiedelt. Sie hatten nie wirklich die Chance oder die Zeit, sich niederzulassen und zu organisieren. Die Armenier haben ein Land, eine Regierung, einen Präsidenten. Sie haben eine politische Struktur, sind sehr viel stärker organisiert und können so auch mehr Druck machen. Das haben die Syrer nicht. Ein zweiter Grund sind die Christen syrischer Tradition, die in der Türkei leben. Wir wollen keinen Druck machen, der ihnen schaden könnte.

 

 

 

KNA: Spielt das Gedenken an den Genozid eine Rolle?

Bischof Severios: Auch wenn wir erst seit 1984 gemeinsam mit den Armeniern offiziell als Gedenktag begehen, war das Gedächtnis des Genozids immer präsent. Insbesondere in den vergangenen zehn Jahren sehen wir verstärkte Bemühungen um den Gedenktag. Angesichts der schwierigen Situation im Heiligen Land ist das Gedenken allerdings schwierig. In den USA, Schweden oder Deutschland machen unsere Kirchen Druck für eine politische Anerkennung des Genozids.

 

KNA: Wie hat sich der Genozid auf die Jerusalemer Gemeinschaft ausgewirkt?

Bischof Severios: Die Pilger, die sich in Jerusalem aufhielten, blieben hier. Andere sind hierher, nach Bethlehem oder nach Jordanien geflohen. In vielen Fällen war Jerusalem für die Flüchtlinge eine Etappe auf dem Weg in die USA oder nach Europa.

 

 

 

KNA: Wie groß ist Ihre Gemeinschaft heute?

Bischof SeverIos: In Israel, Palästina und Jordanien zählen wir 10.000 Gläubige. In Jerusalem sind es noch 1.000. Jedes Jahr wandern Gläubige ab. Insbesondere seit 1948 gab es mit jedem Krieg und den beiden Intifadas eine Abwanderungswelle.

 

 

KNA: Haben Sie mit Blick auf die Ereignisse in Nordsyrien den Eindruck, die Geschichte wiederholt sich?

Bischof Severios: Es ist ein zweiter Genozid. Im Vergleich zu 1915 sorgen heute die modernen Kommunikationsmittel dafür, dass die Information quasi „live“ übertragen wird. Das Problem ist aber, dass keiner zuhört; nicht Amerika, nicht Europa. Jeder handelt in seinem eigenen Interesse. Ob Christen hier sterben oder nicht, interessiert nicht. In Syrien zum Beispiel stehen alle Kirchen hinter Präsident Baschar als Assad. Die USA und Europa sind gegen Assad. Christen geraten damit zwischen alle Stühle.

 

 

KNA: Wie sehen Sie vor dem aktuellen politischen Hintergrund die Zukunft Ihrer Gemeinschaft in Jerusalem?

Bischof Severios: Für Christen aus arabischen Ländern ist es schwierig, hierher zu kommen, aber für jene, die einen europäischen oder einen US-amerikanischen Pass haben, ist Jerusalem oft das erste Reiseziel.

 

KNA: Sie kommen als Pilger. Aber wie kann die Gemeinde vor Ort am Leben erhalten werden?

Bischof Severios: Wir sind vor allem auf uns selbst angewiesen. Das reicht natürlich nicht, wir brauchen Hilfe von außen, vor allem finanziell. Aber hier ist es immer noch besser als in anderen Ländern um uns herum. Aus Syrien oder dem Irak fliehen unsere Christen in den Westen. Seit dem Arabischen Frühling sind unsere Gemeinden in Europa sicher zahlenstärker als im Nahen Osten. Auch von hier hält die Abwanderung an, aber weniger stark als zu Kriegszeiten.

 

 

 

KNA: Haben Sie Angst, dass die Gemeinden außerhalb des Nahen Ostens durch Anpassung ihre Identität verlieren?

Bischof Severios: Wir haben einen Verlust von rund 10 % in jeder Generation. Ich nenne das die „Auswanderungssteuer“. Die gute Seite der Abwanderung ist aber: Wenn immer mehr abwandern, dann werden die Auslandsgemeinden stärker und der Zusammenhalt wächst.

{Quelle: http://www.domradio.de/themen/weltkirche/2015-03-20/syrisch-orthodoxer-bischof-zur-schwierigen-lage-seiner-kirche}

 

2 Responses to “Syrisch-orthodoxer Bischof zur schwierigen Lage seiner Kirche”

  1. Ibrahim Says:

    Eine Schande das unser Land (Deutschland) und Europa nicht sagt nichts tut oder etwas

    ändert!

    Und das bei einer CDU Regierung! Die sogenannte Christlich Partei ist nur eine Fassade!

    Eine Schande für Deutschland und Europa! Anti-Christen sind am Werk!

    Betet und mischt Euch ein! Für ein Christliches Europa!

    FÜR DIE CHRISTEN IM NAHEN OSTEN UND NORDAFRIKA! FÜR DIE CHRISTEN IN EUROPA!

    BETET! HELFT MIT! WERDET AKTIV! DANKE!

    • andrew Says:

      Der (nicht nur deutschen) Welt waren die Armenier scheißegal, die irakischen Christen ebenfalls u. das Schicksal der koptischen, syrischen, libanesischen oder „schwarz“afrikanischen Christen ist den allermeisten (Lila-Sandalen-Palituch-Christen u. Politikern sowieso!) auch relativ wurscht. Da heisst es wie immer achselzuckend: wirklich sehr bedauernswert, eine schlimme Tragödie – aber was soll, kann, darf man machen, ist ja alles im fernen Ausland und überhaupt muss erstmal Assad weg, der ist doch noch viel fieser als IS u. Al-Kaida.
      Das muslimische Afghanistan ein paar Jahre zu „beschützen“, Mali von den Dschihadisten zu befreien, ja das waren die Mittel u. Opfer allemal wert – aber Schutzzonen für Christen/Kurden/Aleviten in Syrien/Irak einzurichten u. zu sichern, das lässt sich nicht mal mit Hilfe der USA u. dem Natopartner Türkei arrangieren.
      Der Westen (Obama/Erdogan/Araber/EU) hat die Christen (u. syr. Aleviten) längst für einen Deal mit der Sunni-Liga aufgegeben, das war wohl Teil u. Voraussetzung der geopolitischen „Neuordnungs-Strategie“ im Nahen Osten – und das Interesse der Katholiken/Protestanten an einem unabhängigen orientalischen „dritten“ Christentum war noch nie besonders groß, ganz im Gegenteil wurde es schon seit dem frühen Mittelalter durchwegs als „häretisch“ betrachtet.
      Daher hatten die orientalischen Christen die Fremdherrschaft der Kreuzfahrer-Staaten weder als Befreiung empfunden noch geliebt, vielen war das Joch der Muslime angenehmer in Erinnerung als die unzivilisierte, rauhe Art des „babarischen“ Ritter-Christentums aus dem fernen Europa. Das christliche Abendland kannte u. kennt keine Gnade mit Abtrünnigen, und wenn es 100mal (geheuchelte) Tränen des Mitleids vergisst.
      (sonst hätte es nie einen dreißig-jährigen Krieg in Europa gegeben – bis heute werden die Evangelischen maximal geduldet, aber nie wirklich akzeptiert). NUR Rom weiß, wo es wirklich langgeht – alle anderen Apostel neben Petrus galten/gelten quasi nichts?!


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