kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Starker Glaube der koptischen Kirche 25. Februar 2015

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 17:12

Die Koptische Kirche versteht sich als „Kirche der Märtyrer“

 

 

 

Seit dem Vormarsch der Islamisten in der arabischen Welt sind ihre Gläubigen mehr denn je der Gewalt und dem Hass von Fanatikern ausgeliefert.

Ein koptisches Kreuz hat an jedem Arm drei Kreise, die für die Dreifaltigkeit stehen. Die zwölf äußeren Kreise symbolisieren die zwölf Apostel, die vier inneren stehen für die vier Evangelisten Foto: dpa

 

Ein koptisches Kreuz hat an jedem Arm drei Kreise, die für die Dreifaltigkeit stehen. Die zwölf äußeren Kreise symbolisieren die zwölf Apostel, die vier inneren stehen für die vier Evangelisten

Kopten in US-Bundesstaat North Caroline gedenken der 21 Märtyrer von Libyen

 

 

 

 

 

Stuttgart – Es sind 21 Namen, die in orangefarbener Schrift in einem schwarzen Kasten auf der Website der Koptisch-Orthodoxen Gemeinden in Deutschland stehen. Darunter ist zu lesen: „Wir sprechen den Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl aus. Wir bitten Gott um seinen Beistand.“ Es sind die Namen jener koptischen Christen, die jüngst von Islamisten in Libyen getötet wurden.

Pater Johannes Ghali kennt die Männer nicht persönlich, auch nicht ihre Familien. Und doch verbindet ihn viel mit den Toten. Die 21 ägyptischen Gastarbeiter, die vor wenigen Tagen in Libyen von Angehörigen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) enthauptet wurden, gehören wie er zur Religionsgemeinschaft der Kopten. Und wie der orthodoxe Priester stammen sie aus der Kopten-Hochburg Al-Minya, einem Gouvernement 250 Kilometer südlich von Kairo.

 

 

 

 

 

 

Die 25 ermordeten Kopten stammen aus Pater Ghalis Heimatregion

 

„Ich bin sehr stolz, dass die 21 Märtyrer aus meiner Heimatregion kommen“, sagt der Priester mit überraschender Gelassenheit. Andere wären aufgewühlt, erschüttert, hasserfüllt. Nicht so Pater Johannes. „Ich bin stolz auf meine Kirche, die Kirche der Märtyrer.“ Der 50-Jährige mit dem schwarzen Zottelbart und der sanften Stimme ist seit 1996 Priester von St. Georg, einer ehemaligen evangelischen Kirche in Stuttgart-Degerloch, die der koptischen Gemeinde als Gotteshaus dient. Den bodenlangen schwarzen Talar und das silberne koptische Kreuz auf seiner Brust trage er immer, auch im Urlaub, erzählt er. Unter koptischen Christen, die nach der Eroberung Ägyptens durch den Islam im siebten Jahrhundert zur Minderheit im eigenen Land wurden, ist das Märtyrer-Gedenken weit verbreitet. Das Wort Märtyrer stammt aus dem Griechischen. „Martys“ sind die Blutzeugen, die um des Bekenntnisses ihres Glaubens willen leiden und einen gewaltsamen Tod erdulden. Jeder Kopte, der das Kondolenzschreiben liest, weiß: Es hätte auch seine Angehörigen, seine Verwandten, seine Freunde treffen können.

Es gibt immer mehr Tote“, sagt Pater Johannes. Soeben hat er erfahren, dass weitere 35 Kopten, die als Gastarbeiter in Libyen arbeiteten, von Extremisten entführt worden sind. „Muslime dürfen das Land verlassen, doch Kopten werden entführt und ermordet, nur weil sie Christen sind„. Die IS-Terroristen hätten den 21 Getöteten vor ihrer Hinrichtung angeboten, sie zu verschonen, wenn sie zum Islam konvertierten. „Keiner hat seinem Glauben abgeschworen, selbst dann nicht, als dem neben ihm der Kopf abgeschnitten wurde“.

 

 

 

 

 

Der koptische Ritus ist einer der ältesten Liturgien der Christenheit

 

Die morgendlichen Sonnenstrahlen, die durch die Buntglasfenster fallen, tauchen das von Weihrauchschwaden erfüllte Kirchenschiff von St. Georg in ein geheimnisvolles Licht. Vorne im Altarraum, der wie für orthodoxe Kirchen üblich durch eine Ikonostase – eine mit Ikonen geschmückte Wand – abgetrennt ist, feiert Pater Johannes mit einer Handvoll Gläubigen den Gottesdienst. Mit dem Rücken zum Volk, so wie es auch in der Katholischen Kirche vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) üblich war.

 

Ein Beamer wirft die liturgischen Texte im koptischem Original und in deutscher Übersetzung an die hölzerne Wand der Ikonostase. „Amen, Amen, Amen. Deinen Tod, Herr, verkünden wir, Deine Heilige Auferstehung und Auffahrt in den Himmel bekennen wir“. Der koptische Ritus gehört mit seinen gesungenen Gebete und Hymnen zu den ältesten christlichen Kulten. An normalen Werk- und Sonntagen wird die Basilius-Liturgie gefeiert. Die beiden anderen Varianten mit der Gregorius- und Kyrillos-Anaphora (dem Hochgebet während der Eucharistiefeier) sind mit mehr als drei Stunden noch mal um eine halbe Stunde länger als dieser „normale Ritus“. „Es ist eine Liturgie, wie sie schon die frühen Christen feierten“, erläutert Pater Ghali. Seit dem 12. Jahrhundert sprechen die Kopten Arabisch. Ihre Sprache, die aus dem Altägyptischen entstand (weshalb sie sich als Nachfahren der Pharaonen sehen) wird heute nur noch im Gottesdienst verwendet.

 

 

 

 

 

Rund 450 Kopten leben in Baden-Württemberg

 

Als Seelsorger für die Kopten in Baden-Württemberg betreut Pater Ghali rund 450 Gläubige in Aalen, Freiburg, Konstanz, Heilbronn, Ulm, Tuttlingen und Stuttgart. Rund 60 von ihnen leben in der Landeshauptstadt. Insgesamt gibt es 20 koptische Gemeinden in Deutschland sowie zwei Kloster – eines im hessischen Kröffelbach, das andere im nordrhein-westfälischen Höxter. Dort haben die Bischöfe für Nord- und Süddeutschland ihren Sitz. Der koptisch-orthodoxe Bischof in Deutschland, Anba Damian, sieht in der Enthauptung der 21 Christen durch IS-Milizen den möglichen „Beginn einer Lawine“. Für die mit dem Tod bedrohten Kopten gelte wie für die Ermordeten: „Es gibt keine Schuld, nur die Tatsache, dass sie Christen sind“, so Damian. „Die rote Verfärbung des Mittelmeerwassers mit dem Blut der Märtyrer lässt unsere Herzen bluten“. Der 60-Jährige ist eng mit Deutschland verbunden, wo er seit 1980 lebt. Bevor er 1993 zum Priester und zwei Jahre später zum Bischof der in Deutschland lebenden Kopten geweiht wurde, studierte er Medizin in Kairo und absolvierte seine Facharztausbildung zum Radiologen im Ludwigsburger Kreiskrankenhaus.

 

 

 

 

35 weitere Kopten sind von IS-Terroristen entführt worden

 

 

Die Bundesregierung fordert Damian auf, mit der ägyptischen Regierung im Kampf gegen die Islamisten zu kooperieren. Auch Deutschland sei Zielscheibe des Terrors. Ob Terrorismus mit militärischen Mitteln wirksam bekämpft werden könne, vermöge er als Geistlicher nicht zu beurteilen. Militärische Luftschläge, wie sie Ägyptens Präsident al-Sisi habe durchführen lassen, seien emotional nachvollziehbar. „Man muss aber vorsichtig sein und die Konsequenzen im Blick haben“, warnt der Bischof. Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors in Kelkheim hatten die Geiselnehmer wenige Tage vor der Bluttat noch die Personalausweise der Ägypter überprüft, um sicherzugehen, dass es sich um Christen handle. „Die Saat des Hasses und der Spaltung der ägyptischen Gesellschaft zwischen Muslimen und Christen soll nicht aufgehen“, sei die Botschaft, die für Ägypten „alles andere als selbstverständlich“ sei, heißt es seitens Open Doors.

Die meisten Kopten sind als Gastarbeiter und Studenten in den Südwesten gekommen. Einige von ihnen haben einen deutschen Ehepartner. Nur 10% von ihnen sind Pater Johannes zufolge Flüchtlinge. Er selbst ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Anders als in der Katholischen Kirche dürfen Priester heiraten. Wer Mönch werden oder in der Kirchenhierarchie zum Bischof aufsteigen will, muss allerdings zölibatär leben.

 

 

 

 

Präsident Al-Sisi – für die Kopten wie ein „Retter“

 

„Ich telefoniere mehrmals täglich mit Verwandten und Pfarrern in Ägypten“, erzählt Pater Johannes. Die Situation der Kopten sei unter dem islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi „sehr schlimm“ gewesen. „Ohne die Machtübernahme durch die Armee im Juli 2013 wäre die Lage heute wie im Irak und in Syrien.“ Das Militär habe die Christen vor der Verfolgung durch die Islamisten gerettet, ist der Priester überzeugt. Präsident Abdel Al-Sisi sei für die Kopten „wie ein Retter“. Seit der Revolution kommt das Land am Nil nicht zur Ruhe. Auf der Sinaihalbinsel verbreitet die Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis Angst und Schrecken. Wie die im ostlibyschen Derna kämpfende Miliz hat auch sie dem IS die Treue geschworen.

 

Seit langem beklagen die Kopten die gesellschaftliche und staatliche Benachteiligung. Sie werden von der muslimischen Mehrheit ausgegrenzt, diskriminiert und unterdrückt. Übergriffe und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung.

So wurden 2010 bei einem Angriff von Islamisten auf ein Weihnachtsfest im oberägyptischen Naag Hammadi sechs Kopten getötet. Am Neujahrstag 2011 starben 24 Menschen bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche in Alexandria. Im Zuge der Revolution 2011 und der Staatskrise 2013 wurden über 100 Kirchen und kirchliche Intuitionen geplündert und zerstört.

 

 

 

Getötet, nur weil sie Christen sind!

 

„Die IS-Terroristen sind Mörder. Sie töten Kopten, weil sie Christen sind“. Doch so abscheulich ihre Verbrechen auch sind, Pater Johannes verzeiht den Tätern. „Ich spüre keinen Hass in meinem Herzen.“ Die Mörder seien Opfer einer verbrecherischen Ideologie, die Gewalt und Zerstörung sät und erntet. Wovor er sich fürchte, wollen wir wissen? „Dass sich die Menschen in Deutschland und anderswo an das Unrecht gewöhnen und es nicht mehr zur Kenntnis nehmen“. Der Arm des selbst ernannten Kalifats ist lang. Die IS-Milizen versuchen nach dem Irak und Syrien auch Ägypten und Libyen zu vereinnahmen. Al-Sisi sucht nun den offenen Kampf. Die 21 Ermordeten gelten als „Märtyrer“, das Regime ordnete eine siebentägige Staatstrauer an. Aus den Dschihadisten vor der Haustür schlägt der Präsident innen- wie außenpolitisch Kapital. Dass es um die Menschenrechte schlecht bestellt ist, seit der Ex-General die Macht ergriffen hat, ist für die Kopten das kleinere Übel.

 

 

 

Am 12. April feiern die koptischen Christen Ostern – neben Weihnachten ihr höchstes Fest. Auch in St. Georg werden sie sich versammeln, um für die Lebenden zu beten und der Toten zu gedenken. Bis dahin, fürchtet Pater Johannes, werden weitere koptische Christen ihres Glaubens wegen ihr Leben lassen. „Wir sind die Kirche der Märtyrer. Daran wird sich auch nichts ändern„.

{Quelle: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.kopten-verfolgte-kirche-starker-glaube.2286f06d-6e1d-4087-886d-e3e9fc76201e.html}

 

3 Responses to “Starker Glaube der koptischen Kirche”

  1. Augustinus Says:

    Auch ich kenne keinen der Märtxrer persönlich. Was mich aber mit ihnen als Katholik verbindet, sind unsere gemeinsamen Wurzeln, nämlich unser Heiland, Jesus Christus.
    Auch ich glaube, daß ihr Tod nicht umsonst war.
    Die 21 Kopten, die durch blutrünstige Monster enthaupiet wurden, erinnern mich an die kath..Trappistenmönche von Tibhirine in Algerien 1996 nach 56 Tagen Haft auch enthauptet wurden!

    Der letzte Mönch von Tibhirine
    Eine Buchrezension von Hans Jakob Bürger.
    Erstellt von kathnews-Redaktion am 6. November 2012 um 21:53 Uhr
    Bildquelle: adeo-Verlag

    Der letzte Mönch von Tibhirine ist Pater Jean-Pierre. Er entkam der Entführung und dem Massaker durch einen Zufall. Der Anführer der Bande wollte in der Nacht des 26. März 1996 genau sieben Trappisten-Mönche aus ihrem algerischen Kloster Tibhirine entführen, weil er meinte, es seien gerade so viele im Kloster. Doch es waren zu dem Zeitpunkt neun Mönche anwesend. So kamen er und der inzwischen verstorbene Bruder Amédée davon. Die anderen wurden nach 56 Tage der Gefangenschaft ermordet; ihnen wurden die Köpfe abgeschnitten.

    Freddy Derwahl hat mit „Der letzte Mönch von Tibhirine“ eine ungewöhnliche Lebensbeschreibung von Pater Jean-Pierre vorgelegt. Derwahl selbst wollte vor Jahrzehnten einmal in dieses Kloster eintreten, doch kam es nicht dazu. Pater Christian, der Prior, hatte ihm geschrieben, es gehöre zu einer Berufung in das Atlas-Kloster mehr als beim Eintritt in eine europäische Abtei, nämlich mehr Einsamkeit, mehr Armut und vor allem die selbstlose Liebe zum islamischen Algerien. Damals lernte Derwahl auch Jean-Pierre kennen. Im Jahre 2011 trafen sich die beiden zwei Wochen lang in dem Nachfolgekloster in Midelt. Jeden Tag erzählt Jean-Pierre zwei Stunden. Derwahl macht sich Notizen. Gleichzeitig verfasste er eine Art Tagebuch, sein „Stundenbuch“, in dem er seine eigene Gedanken und Gefühle festhält.

    Wenn der Leser das schön gestaltete Buch in seine Hände nimmt, wird er empfangen von einigen wunderschönen Fotos des Nachfolgeklosters von Tibhirine, das sich nun 1000 Kilometer westlich in Marokko befindet. Auch hier trägt es den Namen „Unsere liebe Frau vom Atlas“, jenem nordafrikanischen Atlas-Gebirge, in dem auch, in östlicher Richtung, Tibhirine liegt. Die starken Bild-Eindrücke von Personen, Orten und Landschaften zu Beginn wie am Ende des Buches stammen von dem italienischen Fotografen Bruno Zanzottera.

    Die Berichte sind spannend geschrieben. Die Fähigkeit Derwahls zu erzählen kommt voll und ganz zum Zuge. Der Leser erfährt noch einmal die damalige Geschichte, die mittlerweile schon wieder fast vergessen ist, aber auch viel Neues. Die Zeiten der Jugend von Jean-Pierre nehmen den Leser mit hinein in das Leben vor dem Zweiten Weltkrieg. Es folgen die Erlebnisse der Kriegszeit und später sein Eintritt in das klösterliche Leben, das heutigen Menschen kaum bekannt sein dürfte. Die unspektakuläre Suche nach der eigenen Berufung wird schließlich spektakulär erledigt durch ein Telefonat zwischen zwei Ordensoberen. Jean-Pierre geht in ein Trappistenkloster und erlebt die Umbrüche der Zeit während und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Schließlich erhält er die Möglichkeit, seine nordfranzösische Abtei zu verlassen und in ein kleines und armes algerisches Kloster der Trappisten zu gehen, in dem das Konzil noch nicht ganz angekommen war.

    All das beschreibt der Autor als ein Erzähler von hohem Format. Er versteht es, die Schilderungen des 87-jährigen Mönchs lebendig werden zu lassen. Es wird deutlich, wie das Leben der Trappisten mitten im Land des Islams einst war und wie es sich veränderte; besonders seit Christian de Chergé nach Tibhirine kam und bald Prior wurde. Wer die Ereignisse des Jahres 1996 noch im Gedächtnis hat, wird dankbar sein für zusätzliche Informationen. Nicht zu unterschätzende Spannungen traten im Vorfeld jener Geschehnisse im Kloster auf. Manches wird nach der Lektüre des Buches besser verständlich und anders einzuordnen sein.

    Derwahl, Freddy

    Der letzte Mönch von Tibhirine

    gebunden mit Schutzumschlag, 176 Seiten

  2. Ibrahim Says:

    Quelle: http://www.radio-vatikan.de

    Themen \ Religionen

    Ägypten: Die Gefahr zu verzweifeln, die Gefahr zu triumphieren

    Der koptische Papst Tawadros feiert eine Messe für die Ermordeten. – AP

    25/02/2015 09:23SHARE:
    Die 21 vom so genannten Islamischen Staat ermordeten koptischen Christen sind von ihrer Kirche offiziell zu Märtyrern erklärt worden. Das solle Hoffnung geben, sagt Bischof Angaelos, Leiter der koptisch-orthodoxen Gemeinde in Großbritannien gegenüber Radio Vatikan. Die Terrormiliz hatte am Mittelmeerstrand in Libyen 21 koptische Christen aus Ägypten geköpft. Ein Video dieser Morde wurde im Internet veröffentlicht. Unseren englischsprachigen Kollegen erklärte der aus Ägypten stammende Bischof, dass er zwei gefährliche Tendenzen als Reaktion auf die Morde sehe. „Die erste ist die, zu verzweifeln. Wir erfahren jetzt seit 2.000 Jahren Verfolgung, aber wir bezeugen unseren Glauben weiter und damit Gottes Gegenwart in der Welt. Das zweite Extrem, das ich sogar noch mehr fürchte, ist die Gefahr eines Triumphalismus. Man kann diese Morde sehen und das große Glaubenszeugnis erkennen, dann aber triumphieren. Wie der Herr es uns geboten hat, sollen wir aber eine versöhnende Präsenz in der Welt sein. Was auch immer geschieht und wie schmerzvoll das sein mag, wir sollen versöhnend wirken.“
    Dafür seien die 21 Märtyrer mit ihrem Leben eingestanden. Weil die Hinrichtung öffentlich geschehen ist, vor allem durch das Video, das die Täter selber erstellt haben, habe man die Anerkennung als Heilige viel schneller vornehmen können, als das üblich ist, so Bischof Angaelos. Das Martyrium sei aber nicht nur für seine Kirche, die koptisch-orthodoxe, wichtig.
    „Ich durfte dabei sein, als Papst Tawadros im Vatikan Papst Franziskus besuchte [10. Mai 2013], und selbst damals schon war eines der wichtigsten Themen das Martyrium in unseren Kirchen. Hier legen wir gemeinsam Zeugnis ab. Wir verteidigen die Rechte aller, die verfolgt werden, das habe ich immer und immer wieder gesagt, aber es ist schmerzhafter zu sehen, dass jemand wegen seines oder ihres christlichen Glaubens verfolgt wird, und dann auch noch so brutal wie bei diesen Männern.“
    Das Selbstbewusstsein der Kopten als wichtiger Teil der Gesellschaft Ägyptens leidet darunter nicht, sagt Bischof Angaelos.
    „Wir haben es immer abgelehnt, als Minderheit in Ägypten bezeichnet zu werden, auch wenn wir es von den Zahlen her sind. Die Christen sind die ursprüngliche Bevölkerung des Landes. Deshalb haben sie eine wichtige Präsenz und zeigen diese auch. Zum Beispiel vor vierzehn Monaten, als die christliche Reaktion auf das Zerstören von Kirchen ganz und gar friedlich war und so die Gewaltspirale stoppte. Christen haben in der Gesellschaft eine wichtige Rolle zu spielen, eben auch durch ihre Opferbereitschaft im manchmal sehr dunklen Situationen.“
    (rv 25.02.2015 ord)

  3. Ibrahim Says:

    UND KEINER SAGT WAS!!!! DER WESTEN SCHLÄFT!!!!

    Quelle: http://www.radio-vatikan.de

    Themen \ Religionen

    Syrien: IS entführt christliche Familien

    24/02/2015 12:05SHARE:
    Nach Angriffen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf christlich-assyrische Dörfer im Nordosten Syriens befinden sich einige Tausend Menschen auf der Flucht und bedürfen dringend Hilfe. Darauf macht die Caritas aufmerksam. Laut Angaben des Caritas-Partners CAPNI fand die Mehrzahl der Menschen Zuflucht in der Provinzhauptstadt Hassake, wo sie in der Kirche und dem Gemeindezentrum untergekommen sind. Katholische Kirche und Caritas sind insbesondere in großer Sorge um 100 Familien, denen die Flucht aus ihren Dörfern nicht gelungen ist und sich zum Teil in der Gewalt der IS-Kämpfer befinden. Wie CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq) berichtet, ist ein 17-jähriger Dorfbewohner ermordet worden.
    Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, unterstützt in der Region seit mehreren Jahren Hilfsprojekte für Flüchtlinge der lokalen Caritas und des Caritas-Partners CAPNI. Die Hilfesuchenden werden unter anderem medizinisch versorgt. Aktuell sind mindestens 600 Familien in die Städte Hassake und Qamishly geflohen. Nachdem Kirche und Gemeindezentrum in Hassake hoffnungslos überfüllt sind, wurde damit begonnen, die Flüchtlinge bei Gastfamilien unterzubringen.
    In der umkämpften Region befinden sich insgesamt 35 assyrisch-christliche Dörfer. Die von IS-Kämpfern angegriffenen Dörfer befinden sich auf der westlichen Seite des Flusses Khabur. Aufgrund des hohen Wasserstandes des Khabur blieben Dörfer östlich des Flusses von den Kämpfen bislang verschont, die am gestrigen frühen Morgen begonnen hatten.
    (pm/ap/aina 24.02.2015 mg)


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