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Abendmahl statt Bratkartoffeln – Gasthof ist jetzt Kirche 5. Februar 2015

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 19:52

Der traditionsreiche Gasthof Johnsen in Puttgarden auf der Insel Fehmarn  ist seit Jahresbeginn 2015 eine Kirche. Die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde erwarb das Gebäude für 260.000 Euro

Der traditionsreiche Gasthof Johnsen in Puttgarden auf der Insel Fehmarn ist seit Jahresbeginn 2015 eine Kirche. Die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde erwarb das Gebäude für 260.000 Euro.

 

 

Nach mehr als 370 Jahren gibt es in Puttgarden auf der Ostseeinsel Fehmarn wieder eine Kirche. Damit wurde erstmals im Norden ein Schankbetrieb in ein Gotteshaus umfunktioniert.

Puttgarden. Predigt und Gesang statt Sauerfleisch mit Bratkartoffeln: Der traditionsreiche „Gasthof Johnsen“ in Puttgarden auf der schleswig-holsteinischen Ostseeinsel Fehmarn ist seit Jahresbeginn eine Kirche. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde erwarb das Gebäude für 260.000 Euro. Rund 95 Jahre lang war der Gasthof ein Familienbetrieb. Dort, wo Bier gezapft und Gäste bewirtet wurden, wird jetzt Gottesdienst gefeiert. Der Saal ist für über 50 Personen geeignet. Darüber freut sich Pastor Benno Braatz (52). Damit gibt es in Puttgarden wieder eine Kirche. Die 1198 erstmals urkundlich erwähnte Peter-Pauls-Kapelle wurde im Jahr 1644 von schwedischen Großseglern zerschossen und zerstört. Braatz weiß, dass seine Gemeinde mit dem Kauf einen ungewöhnlichen Schritt getan hat. Dass die großen Kirchen auf dem platten Land ein Gotteshaus eröffnen, kommt gar nicht mehr vor.

 

 

 

Das Wirts-Ehepaar freut sich über den Deal

 

Vereinzelt wurden sogar Kirchen entwidmet und verkauft. Ein Beispiel ist die ehemalige katholische Kirche Maria Königin in Ahrensbök (Kreis Ostholstein). Das 1955 eingeweihte Gotteshaus wurde jüngst an einen Bestattungsunternehmer veräußert. „In Puttgarden kommt die Kirche ins Dorf zurück“, sagt Braatz. Freude herrscht auch beim ehemaligen Wirts-Ehepaar Dörte und Ulrich Liebold. Die Kinder wollten die Nachfolge nicht antreten, andere Nachfolger wurden nicht gefunden. „Schwere Arbeit und kaum Freizeit ist nicht gerade verlockend“, sagt die 66-jährige Dörte Liebold. Sie und ihr Ehemann Ulrich (65) sind froh, dass sie im Altenteil gleich nebenan wohnen. Den Kontakt zu der kleinen Kirchengemeinde mit ihren rund 30 Mitgliedern allein auf der Insel Fehmarn bezeichnet sie als freundschaftlich.

 

 

 

Der ehemalige Gasthof wird auch Gemeindezentrum

 

Der ehemalige Gasthof mit einer Gesamtgewerbefläche von rund 700 Quadratmetern wird künftig nicht nur Kirche sein, sondern auch als Gemeindezentrum dienen, sagt Braatz. Es soll nicht nur der freikirchlichen Gemeinde, sondern auch ortsansässigen Bürgern und Vereinen als Versammlungsstätte offenstehen. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde zählt insgesamt 135 Mitglieder. Auf der Insel Fehmarn wurden die Gottesdienste vor dem Gasthof-Kauf in einem Alten- und Pflegeheim gefeiert. Die Gemeinde will die sieben Gästezimmer des ehemaligen Gasthofs vermieten: Viele Jahre wird sie auf jeden Cent angewiesen sein. Die 260.000 Euro habe man nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt, sagt Braatz. Denn das Geld wurde bei einer Bank geliehen. Außerdem werden noch Gelder für die Renovierung fällig. Für einen Glockenturm ist jedenfalls nichts übrig.

{Quelle: http://www.abendblatt.de/region/schleswig-holstein/article137105674/Abendmahl-statt-Bratkartoffeln-Gasthof-ist-jetzt-Kirche.html}

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tage der Johanneskirche scheinen gezählt

 

Der Kirchengemeinderat will einen Architektenwettbewerb ausschreiben. Dieser soll Vorschläge für ein Gemeindezentrum mit betreutem Wohnen in der Stadtmitte bringen. Für einen Neubau müsste das Gotteshaus abgerissen werden.

 

 

Welche Entwürfe aus dem Architektenwettbewerb hervorgehen werden, den der Kirchengemeinderat der evangelischen Kirchengemeinde Wendlingen jetzt beschlossen hat, ist offen. Doch eines lässt sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit heute schon sagen: Die Johanneskirche in der Albstraße wird wohl abgerissen, um einem neuen Gemeindezentrum Platz zu machen. Dies soll Teil der Wettbewerbsaufgabe sein. Lediglich der Kirchturm soll nach dem Votum des Kirchengemeinderats erhalten werden.

 

 

 

Mahnwache für den Erhalt der Kirche

 

Die Abstimmung in dem Gremium ist mit acht zu fünf Stimmen zwar eindeutig, aber doch relativ knapp ausgefallen. Denn innerhalb der Gemeinde sind längst nicht alle von den Neubauplänen überzeugt. Zwei Initiativen haben sich für den Erhalt des Zeltdachbaus aus dem Jahr 1964 stark gemacht. Deren Unterstützer hängen an ihrem Gotteshaus, sich mit einem Abriss abzufinden fällt ihnen schwer. 1500 Unterschriften wurden gesammelt und eine Mahnwache vor der Kirche abgehalten. Doch am Ende haben diese Aktionen den Kirchengemeinderat nicht zu einem anderen Beschluss geführt. Gestützt auf die Machbarkeitsstudie eines Architekten befürwortet eine Mehrheit des Leitungsgremiums grundsätzlich den Bau eines neuen Gemeindezentrums. Dieses soll neben Büros, Gruppenräumen und einem Gottesdienstraum auch Platz schaffen für 24 Wohneinheiten. Dort sollen künftig Menschen mit Behinderung eine neue Heimat finden. Ein vergleichbares Zentrum – statt betreutem Wohnen gibt es dort aber eine Kindertagesstätte – ist vor sechs Jahren in Oberesslingen entstanden. Damals wurde die Gartenstadtkirche ebenfalls einem Neubauprojekt geopfert (siehe „schon einmal ist im Landkreis eine Kirche“).

{Weiterlesen: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wendlingen-tage-der-johanneskirche-scheinen-gezaehlt.d350ef36-2fe2-4445-b6ff-f96d5316650c.html}

 

2 Responses to “Abendmahl statt Bratkartoffeln – Gasthof ist jetzt Kirche”

  1. Peter Stange Says:

    Ich bin zwar nicht in einer evangelischen Freikirche, kann es aber nur begrüßen, wenn in heutiger Zeit noch Kirchen gebaut bzw. Gebäude als neue Kirchen genutzt werden. Ich wünsche der Kirchgemeinde von Puttgarden Alles Gute.

    Leider werden allzu oft, wenn man neue Kirchen baut, ausgesprochen häßliche Bauwerke in die Landschaft gestellt. Man sollte sich beim Kirchenbau auf traditionelle Werte besinnen. Ich denke, da in meinem Bundesland nur an den häßlichen Neubau der berühmten Leipziger Universitätskirche St. Pauli (jetzt Paulinum), welchen der DDR-Diktator Ulbricht abreißen ließ. Also ich zumindest kann mich mit dem Paulinum nicht anfreunden. Natürlich ist das immer Geschmacksache.
    Wenn man beispielsweise auf die Idee kommen würde, in Dresden die architektonisch und stadtgeschichtlich bedeutsame Sophienkirche wieder möglichst originalgetreu aufzubauen, so würde ich so viel Geld dafür spenden, wie ich kann. Obwohl ich selbst kein Dresdner bin. Gleiches gilt für die jetzige Dresdner Synagoge. Diesen ausgesprochen häßlichen Bau würde ich einfach plattmachen oder anzünden und kontrolliert abrennen lassen. Der Architekt hat nur Geld verplempert und einen Stümperbau abgeliefert. Natürlich würde ich danach sofort – möglichst nahe am Original – die schöne alte Dresdner Synagoge dort wieder aufbauen.
    Übrigens: Wer sich für schöne alte Synagogen interessiert, dem kann ich beispielsweise die alte Görlitzer Synagoge empfehlen. Sie war eine der wenigen historischen Synagogen, welche das Dritte Reich zum Glück beinahe unangetastet überlebt haben. Ich, obwohl ich Christ bin, konnte sie schon besichtigen. Wer mal in der östlichsten Stadt Deutschlands zu Besuch ist, sollte ruhig mal dieses Gotteshaus sich anschauen (für eine Führung sollte man sich aber in jedem Fall per eMail unter synagoge.goerlitz@gmx.de anmelden). Diese Synagoge ist echt sehenswert.

    • Benno Braatz Says:

      Danke für die guten Wünsche für unser Projekt in Puttgarden. Wir möchten gerne offen sein für Begegnungen mit Christen aller Konfessionen. Eine Studienreise nach Taizé gab den entscheidenden Impuls zu diesem Schritt, Kirche und Lebensgemeinschaft miteinander zu verbinden.
      Herzlicher Gruß Pastor Benno Braatz


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