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Sollten Christen ohne Tannenbaum Weihnachten feiern? 10. Dezember 2014

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 22:17

Der geschmückte Tannenbaum gehört hierzulande seit dem 19. Jahrhundert zu Weihnachten, obwohl er mit dem christlichen Ursprung des Festes nichts zu tun hat.

 

 

Daher ist die Frage umstritten, ob Christen auf den Weihnachtsbaum verzichten sollten. Im evangelischen Wochenmagazin ideaSpektrum (Wetzlar/Mittelhessen) vertreten zwei Theologen unterschiedliche Meinungen dazu. Olaf Latzel, Pastor an der evangelischen St.-Martini-Kirchengemeinde in Bremen, hält wenig von der „verkleideten Tanne“. Denn sie habe nichts mit der biblischen Überlieferung über Christi Geburt zu tun. Latzel:

Leider ist das den meisten Kirchentouristen, die nur einmal im Jahr zu Heiligabend den Gottesdienst besuchen, nicht mehr bewusst„. Die Reformatoren Martin Luther (1483-1546), Johannes Calvin (1509-1564) und Huldrych Zwingli (1484-1531) würden sich nach Latzels Überzeugung im Grabe herumdrehen, hätten sie diesen „Tannengrün-Glitzer-Firlefanz“ mitbekommen. In einer Kirche, die sich allein der Heiligen Schrift und Jesus Christus verpflichtet wisse, habe der Weihnachtsbaum keinen Platz. Aber diese Erkenntnis sei selbst vielen Christen nicht zu vermitteln. Daher wird auch Latzel, wie er schreibt, zu Weihnachten die frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes mit einem grünen Baum den Menschen zurufen – „leider“!

 

 

 

 

Ehemaliger Domprediger:

Der Weihnachtsbaum stärkt den Glauben

 

Ganz anderer Meinung ist der frühere Braunschweiger Domprediger Joachim Hempel. Für ihn ist der Tannenbaum wie „Mann und Maus, Baum und Blume“ ein Ausdruck für das Lob des Schöpfers. Zu Weihnachtszeit werde dem Baum die Ehre zuteil, „mit Kerzen und Kugeln, allerlei buntem Krims und Krams in vorderster Reihe die Geburtsgeschichte des Heilandes der Welt zu schmücken und zu zieren“. Und er könne den Menschen „auch was lehren“, wie es in dem Weihnachtslied „O Tannenbaum“ heiße – „von Gottes Güte und Beständigkeit in guten wie in bösen Tagen, von Hoffnung und Zuversicht im Dunkel der Zeiten“. Hempel: „Manchen Theologen ist das zu naiv, aber glaubensstärkend ist das allemal mehr als manch theologisch gedruckter, aber nicht gelesener Erguss“. In einer Zeit, in der das Evangelium immer mehr verdunste, sei ihm der weihnachtlich strahlende Tannenbaum lieber als „der dauernd ‚Ho, ho, ho’ rufende Weihnachtsmann, der dämlich genug fragt, ob ich schön artig war“, so Hempel.

{Quelle: http://www.idea.de/nachrichten/detail/gesellschaft/detail/sollten-christen-ohne-tannenbaum-weihnachten-feiern-88936.html}

 

12 Responses to “Sollten Christen ohne Tannenbaum Weihnachten feiern?”

  1. Erich Foltyn Says:

    ich wohne allein und am Hl. Abend besuche ich immer meine Schwester, so habe ich keinen Weihnachtsbaum. Mein Problem ist aber, daß ich immer erst in Weihnachtsstimmung komme, wenn alles schon vorüber ist. Daran ist nicht der Christglaube schuld, sondern die Tatsache, daß man das ganze Jahr über so gut lebt, daß Weihnachten keinen Höhepunkt mehr darstellt. Zudem kämpft man noch mit den unangenehmen Nachwirkungen der Völlerei zu den Feiertagen. So gesehen hat sich Gott selbst abgeschafft, indem er uns das „Paradies“ schon auf Erden geschenkt hat.

    • Andrew Says:

      es könnten noch Tage hereinbrechen, wo ein geschmückter Tannenbaum unerschwinglicher Luxus ist – seltsamer Weise hab ich auch oft den Eindruck, dass mir die Tage vor o. nach einem Geburtstag o. hohen Feiertag freudiger o. angenehmer erscheinen. Naja, wir sind ja auch keine Kinder mehr – so wie „damals“ empfindet man in späteren Jahren nie wieder die Vorfreude, Überraschung o. Wunscherfüllung.
      Auch die anfängliche Euphorie, die man beim Entdecken des Glaubens o. anderer Geheimnisse empfindet, weicht einer milderen Besonnenheit u. Vergeistigung.
      Nicht nur der Verstand, auch die Emotionalität reift mit den Jahren – leider?..

      • wolfsattacke Says:

        Das vielen Menschen vielleicht zu Weihnachten oder anderen Festtagen die Stimmung fehlt, liegt meiner Meinung nach auch am „bagatellisieren“ der Traditionen in unserer Gesellschaft. Ein festliches Gefühl hängt letztlich von vielen Faktoren ab.
        Ich kann da was weihnachtliche Stimmung angeht, das Erzgebirge oder Oberammergau empfehlen, denn dort hat Weihnachten eine eigene Seele, ganz abseits vom vielfach leider amerikanisierten „Weihnachten“, welches leider immer populärer wird.

    • wolfsattacke Says:

      Gott hat sich nicht abgeschafft, nur die menschen selbst lassen ihm keinen raum mehr, da sie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.
      Ich bin mit der erzgebirgischen Weihnachtstradition aufgewachsen, welche eine sehr starke ist. In dieser Tradition wird Weihnachten derart mit dem Bodenständigen, dem eigenen Sein verbunden, daß man sich ihm nicht entziehen kann.
      Das allein drückt schon der schöne Brauch aus, wenn man selber Kinder hat, für jeden Jungen einen Bergmann mit zwei Kerzenhaltern in den Händen ins Fenster zu stellen und für jedes Mädchen einen Engel mit Kerzenhalltern. Dazu verbreitet der Duft der Räucherkerzen eine besondere Atmosphäre.
      Weihnachten ist im Erzgebirge ein Lichterfest, ein Fest der Besinnung…auch auf sein eigenes Sein und Wirken.
      Man könnte sagen, all das hat ja nichts im eigentlichen Sinn mit dem Weihnachtsfest, der Geburt Christi zu tun, nun ja, aber es verleiht diesem fest einen unvergessliches glanzvolles Gewand, das sich in die Herzen einprägt.

      Wenn man keinen Weihnachtsbaum aufstellen möchte, kann man auch auf die alte deutsche Tradition zurück greifen, welche auch im Erzgebirge, oder in Schlesien früher gebräuchlich war, den sogenannten Weihnachtsberg. das ist eigentlich ein Diorama, bestehen aus einer Landschaft, auch einer Dorflandschaft in Miniatur, in dessen Mittelpunkt eine ins heimatliche Leben, die heimatliche Darstellung implantierte Weihnachtskrippe steht. Somit wir die Geburt Christi in Bezug zur eigenen heimat, seinem persönlichen Umfeld gebracht.

      Eine weitere Besonderheit ist das Liedgut, welches gerade zur Weihnachtszeit im Erzgebirge und auch im bayerischen Alpenland seine eigenen Blüten trägt, die se sind so schön und vielseitig, einzigartig, daß einem das jedes Jahr in den Medien ins Ohr rieselnde „Jingle bells, oder ähnliches vorkommt, als wäre man in Disneyland angekommen, da diese ganzen englischsprachigen „Weihnachtslieder“ nicht unserer eigentlichen, festlichen deutschen Mentalität entsprechen.

      Da fällt mir ein, daß es viele Jahre gab, wo Amerikaner extra zur Weihnachtszeit nach Deutschland reisten, um die „deutsche Weihnacht“ mitzuerleben, vor allem auf einen deutschen Weihnachtsmarkt zu gehen, wie z.B. in Nürnberg. Ja, heute brauch die Amerikaner wohl kaum noch nach Deutschland reisen, weil viele Menschen die deutsche Weihnacht vergessen haben und sich amerikanischen Bräuchen anpassen. Schade eigentlich, denn wir haben diesbezüglich eine einzigartige Kultur und Tradition besessen….besinnen wir uns zurück, bevor uns der „Mainstream“ alles genommen hat.

      In diesem Sinn wünsche ich allen eine gesegnete Weihnachtszeit

      mit einem traditionellen arzgebirg´schen

      Glück Auf

  2. Klabautermann Says:

    Weihnachten Wintersonnenwende ist kein christliches Fest.
    Es wurde von der damalig katholischen Kirche zum christlichen Fest gemacht.
    Nichts gegen ein Familienfest, aber die Geburt Christi auf dies Datum zu legen ist ganz schön gewagt, denn zu diesem Zeitpunkt sind weder Schafe noch Hirten auf dem Felde.
    Kirchentradition oder Wahrheit???

    • wolfsattacke Says:

      Stimmt nur bedingt…die Wintersonnenwende zu feiern ist nicht christliche Tradition. Weihnachten ist es schon und es ist unerheblich, ob nun Christus haargenau am 24. Dezember, oder wie es wohl am wahrscheinlichsten ist, am 27.Dezember geboren ist. Das ist „Haarspalterei…;-)
      Es ist allgemein bekannt, daß die Kirche bei der Christianisierung den altgermanischen Festen und deren Daten entgegenkam, um den Menschen so den Glaubensübergang auch beim feiern zu erleichtern. Ist das so schlimm und wichtig? ich meine nicht.
      Sie sagen, daß zu diesem Zeitpunkt keine Schafe auf dem felde sind….ja, für unsere Region werden sie damit wohl recht haben, aber für Palästina, dort wo Christi geburt nun einmal stattfand, sieht das wieder ganz anders aus. Die gibt es wohl auch anderes Wetter als hier, somit sind auch die Schafe auf dem felde genehmigt. 😉

      Ach ja, zum Ablschluß, ohne Traditionen sind wir leer und öde.

      • Klabautermann Says:

        Nein, Christus ist Ende September Anfang Oktober geboren!!!
        Nicht am 27.12 und Hirten auf dem Felde im Dezember nicht in Palästina!!!

  3. Gerhard Miksche Says:

    Ein Pseudoproblem. Wenn ich mich recht erinnere, so habe ich mal gelesen, dass die erste Nachricht über Tannenbäume zu Weihnachten aus Zürich im 16. Jhdt. kommt. Er oder mehrere davon standen damals noch vor dem Haus beim Eingang. Da Zwingli ein Zürcher war (oder jedenfalls dort tätig) und sich bei Lebzeiten nicht wegen eines Tannenbaums herumgedreht hat, wird er es wohl auch nicht im Grabe tun. Det Tannenbaum selbst hat wohl keinen heidnischen Ürsprung, sondern ist eher die zu dieser Jahreszeit einzige Möglichkeit zur Ausschmückung mit Pfanzen. Beim katholische Fronleichnamsfest werden neu auschlagene Birken, so es sie gibt, zur Ausschmückung verwendet.

  4. rhendark0007 Says:

    Meiner Meinung nach könnte man auf den Weihnachtsbaum verzichten. Stattdessen sollten wir uns an das Wesentliche erinnern, an die Geburt Jesus Christus. Seinen Geburtstag feiern wir. Leider wissen nicht mehr sehr viele Menschen was wir feiern.
    Aus diesem Grunde habe ich das Prägnante aus einem Text kopiert.
    Er sagt alles.
    Seinen Ursprung indes hat der Weihnachtsbaum im heidnischen Brauchtum.
    Spätestens mit der Säkularisierung des Bürgertums erlebte das Weihnachtsfest dann einen regelrechten Boom: Für christliche und jüdische Familien wurde der Weihnachtsbaum zunehmend zum Ersatz für religiöse Inhalte.
    Dass ist der Kern des Weihnachten im 21ten Jahrhundert. Steigerung der Jahresbilanzen durch das Weihnachtsgeschäft.
    Mit Glauben und Religion hat dass nichts zu tun, außer man glaubt nur noch an den schnöden Mammon.
    Hier der Ganze Text:
    http://www.welt.de/print-welt/article704503/Woher-kommt-eigentlich-der-Christbaum.html

  5. wolfsattacke Says:

    Wenn man so will, dient alles dem „schnöden Mammon“. Man bedenke allein, welches Geschäft mit der Geburt, der Eheschließung von Mann und Frau, sowie dem Tod eines Menschen gemacht wird. Da ist der Weihnachtsbaum noch das Geringste, aber halt für viele menschen ein Symbol und Symbole und Traditionen sind gerade in unserer, diese Dinge beseitigen, ignorierenden Zeit von unschätzbarer Wichtigkeit.
    Dem Traditionsverfall massive Traditionsausübung entgegen sätzen, das ist dringend geboten

  6. Hans Müller Says:

    Ihre Zahnbürste ist auch nicht biblisch ableitbar, Herr Latzel.

    Und: Haben Sie schon vom mittelalterlichen Paradiesspiel gehört?


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