kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christen sehen in Jesus den Messias, Juden nicht! 16. November 2014

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 13:09

Welches Bild das Judentum von ihm hat, machte Dr. Yuval Lapide am Mittwoch in der in der evangelisch-methodistischen Kirche vor einem großen Publikum deutlich.

 

Der stille Auftritt ist nicht sein Ding. Wo Dr. Yuval Lapide das Wort ergreift, spricht er die Menschen auf persönlicher Ebene an. Er möchte, dass Christen den jüdischen Glauben besser verstehen lernen und tritt für Versöhnung und Verständigung ein. Geboren ist er im Jahr 1961 in Jerusalem. Er studierte an großen akademischen Einrichtungen in New York, London, Paris, Straßburg und Zürich Bibelauslegung sowie jüdische Mystik und Philosophie. Für ihn als Jude ist es Berufung und Verpflichtung gleichermaßen, Christen an ihre jüdisch-hebräischen Wurzeln heranzuführen, er will Brücken bauen zwischen Orient und Okzident und durch sein enormes biblisches Wissen Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen.

Auf Einladung des Ökumenischen Gesprächskreises und der Evangelischen Bildung hielt er in Münsingen ein brennendes Plädoyer für den großen Rabbi und gebildeten Pharisäer Jesus, der die Tora als „Gottes- und Menschensohn im jüdischen Sinne“ durch sein vorbildliches Leben verkörperte, für die Juden aber lediglich ein Reformator und Erneuerer, keineswegs aber der Messias ist.

 

 

„Die Juden im 1. Jahrhundert waren unmöglich in der Lage, einen Menschen in Palästina zu vergöttern. Das ist undenkbar. Er wurde wie viele als „Gottes Sohn“ bezeichnet, weil er für das Judentum brannte und mit den Menschen umgehen konnte“, meinte Lapide. Christen würden von Jesus ein falsches Bild malen wenn sie behaupteten, er hätte etwas angefangen, das es im Judentum gar nicht gab. „Jesus hatte eine prophetische Mentalität, er war explosiv und keineswegs ein ’Kuschelbär’. Durch seine Nähe zu Gott trat er als Künder und Visionär auf, er hatte therapeutische Fähigkeiten und konnte über die psychosomatische Schiene heilen“.

Lapide griff die Thesen von Dr. Rolf Rendtorff auf, wonach die Christen ein Selbstverständnis entwickelt hätten, in dem für die Existenz des jüdischen Volkes kein Raum mehr war. Der Exzess vor 75 Jahren, als Nationalsozialisten durch ein Entjudungsinstitut das Judentum aus dem Neuen Testament herausstreichen ließen, sei nicht etwa passiert, weil Nazis Heiden waren, sondern weil es schon eine 2000-jährige Vorgeschichte gab. „Die Entjudung fing bereits mit den Kirchenvätern an. Sie stellten ’Christus’ als den ’besseren Juden’ dar“. Alle Verbrecher der Nazi-Zeit, selbst Adolf Hitler, seien getaufte Christen gewesen und hätten lediglich auf überliefertes Material zurückgegriffen.

 

 

 

Lobend erwähnte Lapide das Zweite Vatikanische Konzil, durch das die Katholiken bereits im Jahr 1965 damit begonnen hätten, sich um ein besseres Verhältnis zu den Juden zu bemühen. „Auf protestantischer Seite ist noch etwas zu tun“, meinte er und verwies auf die Hetzschriften von Martin Luther, die „Blutspuren“ hinterlassen hätten. Der Begriff „Christ“ komme aus dem hebräischen und heiße „der Gesalbte“. So sei „Christus“ eine Qualitäts- beziehungsweise Amtsbezeichnung, keinesfalls aber ein fester Name. Schon vor Jesus hätte es mit Saulus, David und Kyros „Gesalbte“ gegeben. Messias aber sei ein artspezifischer Begriff, den das Judentum eher mit dem „Was“ als mit dem „Wer“ in Verbindung bringe. „Jesus war sein ganzes Leben, Lieben und Leiden lang ein Jude.

 

Das müssen die Christen verstehen. Es kam zum Bruch, weil es unter den vielen verschiedenen Gruppierungen im Judentum Spannungen gab“, führte Lapide aus. Er selbst übe als Jude keine Kritik an den Christen, wenn sie Jesus als „Gottes Sohn“ anbeteten. Doch er bat darum zu akzeptieren, dass Jesus in seiner Menschlichkeit jüdisch war. Lapide ging es in seinem Vortrag nicht darum, Grenzen zu verwischen oder gar Konversion zu betreiben. Doch er warb um einen Perspektivwechsel, um eine neue Sicht und Würdigung der jüdisch-theologischen Wurzeln des Juden Rabbi Jesus von Nazareth.

Immer wieder machte der Redner deutlich, dass sich der christliche Glaube aus dem jüdischen heraus entwickelt hätte – nicht umgekehrt. „Es ist für Christen und für die Verständigung untereinander unverzichtbar, die jüdischen Fundamente von Jesus kennenzulernen“. Er hätte wie viele große Gestalten im Judentum die Nachkommen Adams verkörpert und hätte die Werte des Geistes, der Nächstenliebe und Menschlichkeit vor die Einhaltung äußerlicher Rituale gestellt.

 

 

 

Dennoch sei Jesus ein strenger Jude, ja ein „Ur-Jude“ gewesen. Den Tod brachte ihm sicherlich nicht die Aussage, wonach er „Gottes Sohn“ sei, denn dies hätte aufgrund seiner allgemeinen Auslegung im Judentum keine Berechtigung für die Tötung gehabt. Der wahre Grund der Kreuzigung liege wohl im Hochverrat: „Keiner konnte sich selbst zum König ernennen.“ Wäre Jesus der Messias der Juden gewesen, so hätte es keinen Tod, Mord und Blutvergießen gegeben. „Wie kann der Messias am Kreuz sterben? Wenn aus jüdischer Sicht der endgültige Messias kommt, wird er unsterblich sein“, meinte Lapide und sorgte damit für reichlich Diskussionsstoff. Albert Gnädinger, vom Ökumenischen Gesprächskreis, brachte es nach zwei äußerst interessanten Stunden mit einem Zitat auf den Punkt: „Der Glaube Jesus eint uns. Der Glaube an Jesus unterscheidet uns“. Jesus stehe zwischen Christen und Juden: Er verbinde beide Religionen miteinander, sei aber auch ein Stolperstein auf dem Weg zueinander.

{Quelle: http://www.swp.de/muensingen/lokales/muensingen/Jesus-trennt-und-eint;art1158673,2897334}

 

12 Responses to “Christen sehen in Jesus den Messias, Juden nicht!”

  1. thomas Says:

    Der Unterschied ist : “ Die Juden glauben ,der Messias muß noch kommen und die christen glauben
    er war schon vor 2000 Jahren da.“

    „Durch seine Nähe zu Gott trat er als Künder und Visionär auf, er hatte therapeutische Fähigkeiten und konnte über die psychosomatische Schiene heilen”.

    Wunder sind weder eine psychomatische Schiene , noch sind dies therapeutische Fähigkeiten,
    sie entziehen sich jeglicher menschlichen Erforschbarkeit. Dadurch hat sich Jesus als von Gott
    gesandter ausgewiesen und hat so das Verhalten Israels ihm gegenüber unentschuldbar gemacht,
    was um 70 unserer Zeit zur völligen Zerstörung des Staates Israels ,durch den römischen Feldherren
    Titus führte.

    Weiterhin war der Grund für die Hinrichtung Jesus ,in der „Heiligen Schrift“ prophezeit. Vor Anbeginn
    der Welt war Jesus dafür ausgewählt ,die Sünden der Auserwählten und berufenen Christen zu tragen.
    Der indirekte Grund seiner Hinrichtung ,wird auch in der Bibel genannt ,die damaligen Theologen meinten,
    wenn sie Jesus weiter gewähren lassen, läuft ihm das ganze Volk nach und dann würden die Römer kommen und die damaligen Theologen ,würden ihre Macht über das Volk verlieren.

    Nun wird Israel in Bedrängnis kommen, bis sie rufen :“ Gepriesen sei Derjenige, der da kommt im
    Namen JAHWES ,nämlich Jesus Christus !

    Maranatha

    Thomas

  2. Augustinus Says:

    Ist doch schon alles bekannt. Deshalb bleibe ich trotzdem katholisch und hege gleichzeitig große Sympathien für das Judentum!

  3. Bazillus Says:

    Ein respektabler Vortrag. Aber : Christen würden von Jesus ein falsches Bild malen wenn sie behaupteten, er hätte etwas angefangen, das es im Judentum gar nicht gab. „Jesus hatte eine prophetische Mentalität, er war explosiv und keineswegs ein ’Kuschelbär’. Durch seine Nähe zu Gott trat er als Künder und Visionär auf, er hatte therapeutische Fähigkeiten und konnte über die psychosomatische Schiene heilen”.

    An diesen Worten ist einzig und allein richtig, dass er explosiv und kein Kuschelbär war, als den viele Priester und Christen ihn heute noch gern sehen würden. Auch verkennt er, dass gerade Jesus von den damaligen Pharisäern und Schriftgelehrten argwöhnisch beobachtet wurde. Mehrfach versuchten sie ihm, etwas anzuhängen, weil er sie ja schließlich auch direkt angriff, und nicht zu knapp, nicht mit Waffen, sondern mit Worten sehr scharfer Zunge. Das hat der gewöhnlich Jude bei weitem nicht.

    Künder, Visionär, therapeutische Fähigkeiten, psychsomatische Schiene heilen? Da hat er aber etwas nicht verstanden. Wer das Evangelium nur als Bildergeschichte sieht, mag dann auch zu so einer Einschätzung kommen. Viele christliche Theologen sehen das ähnlich. Gott wird das direkte Eingreifen in physische Zusammenhänge verwehrt und Wunder kann es nicht geben. Juden hatten einfach falsche Vorstellungen über den Messias, nichts anderes. Was der Vater im Judentum Großes begonnen hat, hat Jesus in unednlich Größeres und Vollkommeneres erweitert, denn er hat die jüdische Religion über sich selbst als den Sohn Gottes vervollkommnet. Die Dreifaltigkeit hat das jüdische Gottesbild erweitert und Jesus hat das Element der „Nächstenliebe und Feindesliebe“ so nachhaltig in das Charakterbild Gottes eingepflanzt, dass sich eine neue erweiterte Religion bildete.

    Juden sind für uns die älteren Geschwister, ohne die wir keine Wurzeln hätten. Ich meine, wer das ablehnt, lehnt auch Jesus selbst ab. Ohne Judentum kein Christentum. Das ist ohne Zweifel wahr. Ich danke den Juden dafür, ein auserwähltes Volk zu sein und ich danke den Juden, so große Gestalten wie Jesus an erster Stelle und viele biblische Heilige hervorgebracht zu haben wie Maria, die 12 Apostel, Stephanus, usw.

    Das Gottesbild des Judentums war noch mit Mängeln behaftet. Levitikus ist voll dieser Mängel. Gottes Mordbefehle an den Midianitern waren solche Mängel. Geschichtlich abgeschlossene göttliche Auftragsmorde sind kein gutes Gottesbild, welches wir noch heute im Islam vorfinden und uns beide, Juden- und Christentum, damit herumschlagen müssen. Davon hat Jesus seinen Vater befreit. Er hat nicht nur uns Menschen, sondern auch seinen Vater von diesem Image des Straf- und Rachegottes durch seine Tat am Kreuz und seine Auferstehung, die ja der Eckstein unseres Glaubens ist, befreit.

    Es gibt nur zwei Sichtweisen und die sind hier deutlich geworden:
    Entweder der Mensch glaubt an den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu, verbunden mit seiner Verkündigung, der Sohn Gottes zu sein und glaubt den vielen Zeugen, denen er nach seinem Tod erschienen ist

    oder

    der Mensch glaubt nicht. Wenn Juden das nicht glauben können, so ist das deren Denken, welches respektiert werden muss.

    Das jedoch darf nicht dazu führen anitsemitistisch zu denken und Juden nicht mehr als auserwähltes Volk zu betrachten oder sie sogar als Gottesmörder hinzustellen, was sie nie waren!!!! Das jüdische Volk ist nach wie vor von Gott auserwählt. Aber es hat im Heilsgeschehen Gottes seinen Zweck in Jesus erfüllt.

    Juden glauben deshalb nach wie vor an ein Kommen des Messias!.

    Ich für meine Person, habe meinen Messias bereits gefunden.

    • thomas Says:

      Geschichtlich abgeschlossene göttliche Auftragsmorde sind kein gutes Gottesbild, welches wir noch heute im Islam vorfinden und uns beide, Juden- und Christentum, damit herumschlagen müssen. Davon hat Jesus seinen Vater befreit. Er hat nicht nur uns Menschen, sondern auch seinen Vater von diesem Image des Straf- und Rachegottes durch seine Tat am Kreuz und seine Auferstehung, die ja der Eckstein unseres Glaubens ist, befreit.

      Jesus brauchte Gott von gar nichts zu befreien ,das würde ja heissen ,Gott müßte sich verändern.
      Die Gerichte und Handlungen sind auch keine Auftragsmorde ,sondern sind Maßnahmen Gottes
      zu Strafe und zur Vollendung seiner Pläne. Der Mensch als solches ,hat wegen seiner Sündhaftigkeit
      den Tod verdient und kann sich hierüber auch nicht beschweren. Gottes Eingriffe sind immer Gerecht
      und auch erforderlich um die Menschheit in ihrer Überheblichkeit ,wieder auf den Boden der Realität
      zurück zu holen. Die Bibel lehrt uns ein dauerndes Gerichtshandeln Gottes, das letztendlich Jesus
      Christus übergeben wurde. Nicht nur die Offenbarung ,sondern durch das ganze sogenannte
      Neue Testament ,wird uns von einem richtenden Gott berichtet .

      Das Gottesbild des Judentums war noch mit Mängeln behaftet. Levitikus ist voll dieser Mängel. Gottes Mordbefehle an den Midianitern waren solche Mängel.

      Herr Bazillus ,ich glaube ihre Theologie ist mit Mängeln behaftet ,niemals aber das Wort Gottes. Gott
      gibt keine Mordbefehle ,sondern er vollstreckt Todesurteile ,wenn er es für nötig hält.

      http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/torapentateuch/levitikus-3mose/

      Das gehört genauso zur Bibel ,wie das „Neue Testament “ und den alles verzeihenden Softie
      Jesus ,gibt es in der Bibel nicht. Gott lässt heute nur Niemanden mehr seine Gerichte aufschreiben,
      aber auch heute ,benutzt Gott Krieg, Seuchen und Naturkatastrophen als Strafe für die sündige
      Menschheit und die großen Katastrophen ,kommen laut Bibel erst noch.

      Lukas

      Umkehren oder umkommen
      1 Zu dieser Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus am Altar umbringen ließ und deren Blut sich auf diese Weise mit dem ihrer Opfertiere vermischte.
      2 Da sagte Jesus zu ihnen: »Meint ihr, diese Leute seien größere Sünder gewesen als alle übrigen Galiläer, weil so etwas Schreckliches mit ihnen geschehen ist?
      3 Nein, sage ich euch; wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle genauso umkommen.
      4 Oder denkt an jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach den Tod fanden. Meint ihr, ihre Schuld sei größer gewesen als die aller anderen Einwohner Jerusalems?
      5 Nein, sage ich euch; wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso umkommen.«

      Der Bibeltext (Offb 6,1–8)

      Text der Einheitsübersetzung:

      Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm!
      Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.
      Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm!
      Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.
      Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm! Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage.
      Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!
      Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: Komm!
      Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt „der Tod“; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde.

      http://bibeltext.com/matthew/25-41.htm

      Nein Herr Bazillus, nicht Gott mußte sich verändern ,sondern sie müßen ihr Denken verändern.

  4. Andreas Says:

    Was ist an dieser Erkenntnis so neu oder „revolutionär“? Unsere Apostel, Päpste, Kardinäle u. Kirchenväter, selbst die Reformatoren waren bis in die Neuzeit hinein oft, wenn nicht überwiegend jüdischer Abstammung (bzw. „Mischlinge“). An der jüdischen Identität zumindest des frühen Christentums hat nie jemand gezweifelt, nicht umsonst

    sind Thora/Pentateuch dem N.T. vorangestellt, ohne die man das N.T. auch kaum wirklich verstehen kann. Selbst der kirchliche Ritus, viele unserer Feiertage, Symboliken und ethisch-moralischen Grundsätze sind an die Überlieferungen des mosaischen Glaubens angelehnt. Radikaler ausgedrückt: unsere ganze Kultur war/ist durch den biblischen Einfluss jüdisch durchwirkt, auch wenn nach der Aufklärung/Moderne allerorten der radikal-säkulare Fortschrittsprozess Einzug hielt. Das die „altgläubigen“ Juden Jesus nicht als ihren Messias anerkennen konnten/wollten, Ihn vielmehr bis heute bestenfalls als Politrebellen, Sozialreformer o. Reformater (den Christen zuliebe?) akzeptieren, ist unentbehrlicher Teil des göttlichen Heilsplanes mit der Welt. Die Verheißungen für Israel, ob für Juden o. Christen, konnten sich nur erfüllen, wenn die legitimen Nachfahren Abrahams, Jakobs u. Moses, Erben des unverbrüchlichen Bundes mit Gott das Heilige Land eines Tages wieder in Besitz nehmen und für die messianische Erwartung vorbereiten würden. Dies ist 1948 mit der Staatsgründung Israels geschehen. Wohl kein christliches „Heidenvolk“ hätte dies mit dem gleichen Interesse, mit der gleichen Zähigkeit, mit der gleichen Geduld u. Opferbereitschaft getan, schon weil Israel nicht ihr Heimatland war. Wohl nicht umsonst sind die Kreuzzügler mit ihrem Projekt gescheitert, ein christliches Heiliges Land zu erschaffen u. dauerhaft zu erhalten, die orientalischen Christen waren daran ohnehin nie sonderlich interessiert. Über beinahe zweitausend Jahre haben die Diaspora-Judenan an der Verwirklichung der göttlichen Heimstätte, der Erfüllung des alten Bundes mit den Israeliten festgehalten – und nicht wenige jüdische gelehrte/Rabbiner behaupten, der zweite Weltkrieg wäre unentbehrliche Voraussetzung dafür gewesen, inklusive der Schoah?!
    Ich denke, die meisten (gebildeteren) Christen weltweit haben recht gute Kenntnisse der Thora u. des Judentums, viele waren ja auch schon als Touristen im Heiligen Land, haben über Zeitschriften, TV, Bücher, Filme u. sonstige Kulturprodukte jüdischer Autoren/Künstler ganz guten Einblick in die jüdische/israelische Gesellschaft, in die jüdische Mentalität. Somit würde ich retounieren und mir eher erwarten, dass auch die Juden/Israelis sich einmal näher mit dem Neuen Testament, mit Jesus u. der Christentumsgeschichte auseinandersetzen sollten – für unsereins sind Kenntnisse des Judentums unabdingbar u. auch längst Teil der Allgemeinbildung.

    – anbei ein äusserst provokativer Link, den ich hier im Zusammenhang zur allgemeinen Diskussion reinstelle. Vorweg: der jüdische Autor dieser sehr heiklen „Schmährede“, veröffentlicht in den 40er Jahren in den USA, als die Nazis die Macht in Europa innehatten, verfasste diesen spitzfindig-provozierenden Text ursprünglich als böse-ironische Replik auf die auch damals weitverbreiteten Unterstellungen, die Juden trachteten seit eh u. je nach der Weltherrschaft u. kontrollierten längst die europäische/amerikanische Kultur. Alle Revolutionen u. Weltkriege nun seien die erfolgreiche Umsetzung dieser verwegenen Absichten, via Zionismus u. jüdisch instrumentalisiertem Freimaurertum in Planung u. Ausführung gesetzt.
    Die sarkastische „Ironie“ des Artikels wurde wenig verwunderlich von den Nazis u. nazifizierten deutschen Bevölkerung keineswegs als solche empfunden, vielmehr schienen alle Klischees u. Vorurteile (u. noch weit darüber hinaus!) bestätigt – und das von einem jüdischen Autor, der augenscheinlich die Absicht hatte, sie in aller Offenheit u. Deutlichkeit zu verhöhnen u. zu demütigen. Es war vielleicht eines der verheerendsten Schriftstücke, die ein jüdischer Autor je veröffentlicht hatte u. vielleicht direkt zum Genozid an den Juden mitwirkte (die berüchtigte Wannsee-Konferenz/Berlin mit dem Ausrottungsbefehl der europ. Juden fand erst 1944 statt!).
    hier nun der Text (den manche hier wohl längst kennen, wie ich annehme):

    Der Rabbiner Eli Ravage über das Christentum – http://www.diegoden.de/ravage.htm

    • Andreas Says:

      – noch bestürzender in der Publikumsreaktion allerdings war die vom Rasse-Chefideologen der Nazis, Rosenberg, (selbst höchstvermutlich jüdischer Abstammung!) in den dreissiger Jahren veröffentlichte deutsche Übersetzung weiter Teile des Talmuds. Sämtliche Hetzschriften oder angeblichen Beweisführungen gegen die Juden (Luther, Chamberlain, die Protokolle der Weisen von Zion, H.Ford u.v.a.) basierten stets auf der Sichtung talmudischen Textmaterials – nur äusserst selten wurde auch die Thora/Pentateuch bzw. das Judentum als solches kritisiert o. angegriffen!
      Dieser Sachverhalt sollte von Historikern u. Religionswissenschaftlern, insbesondere jüdischen offen u. ehrlich angegangen werden, da meiner Meinung nach viele Übergriffe, Verleumdungen u. Missverständnisse über das Judentum allgemein, aber auch schwerwiegende praktische moralisch-zivilisatorische Schuld der Diaspora-Juden selbst NUR durch die oft anmassenden, größenwahnsinnigen, selbstherrlichen u. teils geradezu widerlichen Talmud-passagen erklärbar u. ableitbar sind.
      Das Christentum hat an seinen jahrhundertelangen Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern seine Schuld in allen Aspekten bekannt – wann dürfen wir erwarten, dass sich das heutige Judentum eindeutig u. unmissverständlich zumindest von Teilen des Talmuds distanziert? Das würde vieler Kritik an den Juden/Israelis den Wind aus den Segeln nehmen!!
      here we go: http://archive.org/stream/Rosenberg-Alfred-Unmoral-im-Talmud/RosenbergAlfred-UnmoralImTalmud194338S.Text_djvu.txt

      • Andreas Says:

        PS: damit keine Irritationen entstehen – ich bekenne mich voll u. ganz zur Solidarität mit Israel, respektiere u. schätze vieles am Judentum, den Traditionen u. der allgm.- jüdischen Kultur. Trotz aller Kritik bleiben sie mehrheitlich ein Heiliges Volk, weil unser gemeinsamer Gott es ihnen so zugestand…Wie schon Bazillus ausführte – ohne sie gäbe es keinen Jesus, kein Christentum, vermutlich auch keine moderne humanistisch geprägte Zivilisation, wie sie sich zumindest in den christlichen Ländern entfaltete –
        mit allen Vor-u. Nachteilen, wäre vielleicht noch hinzuzufügen…Das wir (oder andere Heidenvölker in der Welt) unser heidnisches Babarentum je aus eigener Kraft überwunden hätten, ohne jüdisch-christlichen Einfluss, darf wohl sehr bezweifelt werden.

  5. Klabautermann Says:

    Das mit 1948 ist eure Sichweise, die Bibel spricht noch anders!
    Abraham sollte Vater vieler Völker werden durch den verheißenen Nachkommen, nicht Mehrzahl, sondern Einzahl. Dieser verheißene Nachkomme kam aus dem Volk der Juden, das Heil der Welt kommt aus und nicht von den Juden,
    Der Nachkomme, der die Verheißung Abrahams erfüllt Vater vieler Völker
    Jesus Christus!
    Das hat alles mit dem Staat Israel nichts zu tun.
    Das ein Überrest aus den Juden bei der Wiederkunf des Messias errettet wird, darüber herrscht Einigkeit!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s