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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ukraine – Braucht Bernd Lucke einen Fernseher? 10. November 2014

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 15:19

Bundessprecher Bernd Lucke trug beim bayerischen Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Ingolstadt am 19. Oktober 2014 auch seine Sichtweise zur Krise in der Ukraine vor.

Die Einseitigkeit seines Vortrages war bestürzend.

 

 

 

Trotz seiner langen Ausführungen unberücksichtigt ließ er, dass der bis Ende Februar 2014 amtierende Präsident demokratisch gewählt worden war und unter Bruch der ukrainischen Verfassungsordnung für abgesetzt erklärt wurde. Als Folge dieses von hochrangigen Vertretern der EU und (mehr noch) den USA unterstützten Verfassungsbruches konnte man sich auf der Krim und in den süd- und ostukrainischen Städten durchaus im Recht sehen, wenn man dieser Übergangsregierung die Anerkennung verweigerte und Referenden für größere Unabhängigkeit der jeweiligen Region, für eine Föderalisierung des Landes oder auch für die Unabhängigkeit forderte. Diese ausgewachsene und bis heute andauernde Verfassungskrise existiert für Bernd Lucke nicht. Für ihn scheint das Problem vor allem in Russland zu bestehen. In der Ukraine ist dagegen alles in bester Ordnung; abgesehen natürlich von der Korruption. Er hofft sogar, dass die Korruption in der Ukraine mit Hilfe der EU zurückgedrängt werden kann.

 

Könnte es sein, dass er einfach nicht mitbekommen hat, was sich seit Anfang des Jahres in der Ukraine ereignet hat? Weiß er nicht, dass sich dort im Zuge des zum “Euromaidan” verklärten, gewaltsamen Umsturzes eine Bewegung der Nationalen Revolution gesellschaftlich etabliert hat. Eine Bewegung, wie man sie sich in der Parteizentrale der NPD erträumt. Hätte Bernd Lucke zu Hause einen Fernseher, dann hätte er sehen können, dass Angehörige der Freiwilligenbataillone dort gerne mal ein Hakenkreuz und andere nette, kleine Runen auf ihren Uniformen und Stahlhelmen tragen. Man findet das dort schick und das ukrainische Innenministerium hat auch nichts dagegen. Hochrangige Politiker zeichnen diese Kämpfer mit Orden aus und damit sie trotz der katastrophalen Versorgungslage nicht hungern müssen, hat US-Präsident Barack Obama ihnen bereits im März 300.000 Einmannpackungen schicken lassen. Wer schießt schon gerne mit leerem Magen auf unbewaffnete Zivilisten?

 

 

 

 

 

 

Bernd Lucke muss auch irgendwie entgangen sein, dass der braune Mob dort Häuser anzündet, in denen sich Menschen befinden. Am 2. Mai 2014 blieb 46 Menschen in Odessa nur noch die Wahl zwischen Feuertod und Erschlagenwerden. In etwa so wäre es 1992 in Rostock-Lichtenhagen ausgegangen, wenn die Polizei dort nicht irgendwann eingeschritten wäre. Es macht mich stutzig, dass unserem Bundessprecher nicht in den Sinn kam, dass die Menschen auf der Krim gute Gründe gehabt haben könnten, als sie sich, nach der glücklich erlangten Unabhängigkeit, im Referendum für die Wiedervereinigung mit Russland und gegen “Europa” entschieden. Wovon Bernd Lucke selbst mit Fernseher nichts hätte wissen können — weil unsere öffentlich-rechtlichen Medienanstalten es nicht für wichtig hielten und nicht darüber berichteten, ist der organisierte Überfall auf einen Buskonvoi an einer Landstraße bei Korsun in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2014. Die Busse wurden von Unterstützern des “Euromaidan” in Brand gesetzt, die etwa 350 Menschen auf’s Übelste gedemütigt, krankenhausreif geschlagen und einige auch erschossen. Die Insassen der Busse waren fast ausschießlich Krimbewohner auf der Rückreise von einer friedlichen Demonstration in Kiew gegen den “Euromaidan”.

 

 

Mir leuchtet durchaus ein, dass man auf der Krim nach diesem Pogrom endgültig nicht mehr zur Ukraine gehören wollte. Russland hat die Krim dann zwar als Föderationssubjekt aufgenommen, aber der Impuls zur Abspaltung ging nicht von Russland aus. Auch die ukrainische Opposition gibt nicht Russland die Schuld, sondern der Ende Februar an die Macht gekommenen Übergangsregierung. Als Ökonom mit akademischem Lehrauftrag sollte Bernd Lucke wenigstens die unterschiedlichen Lebens- und Konsumverhältnisse in Russland und der Ukraine zur Kenntnis nehmen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist in Russland rund vier mal so hoch. Man mag geringschätzig darüber denken, aber auch bei der deutschen Wiedervereinigung ging es ja nicht allein um Demokratie und Freiheitsrechte.

{Quelle: http://www.neopresse.com/politik/dach/kommentar-ukraine-braucht-bernd-lucke-einen-fernseher/}

 

3 Responses to “Ukraine – Braucht Bernd Lucke einen Fernseher?”

  1. schwebchen Says:

    Haben die amerikanischen Think Tanks und sonstigen Promotion-Vereinigungen den Lucke auch schon gekauft? Zu dumm zu verstehen, was in der Ukraine abgeht, ist der doch eigentlich nicht.

  2. Ragusa Says:

    Und schon ist die Alternative für Deutschland keine Alternative mehr!
    Wer braucht schon verlogene Kriegshetzer!

  3. Klabautermann Says:

    Bernd Lucke ist ein richtiger Politikchrist, nach dem Motto Nimm was de Christ!!
    Ich habe denen bei der EU Wahl auch noch ne Stimme gegeben, in der Hoffnung auf Gegenwind.
    Alles dieselbe NWO Sekte!
    Pfui Teufel Dreimal schwarzer Kater!!


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