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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Putins Botschaft an die westliche Elite 9. November 2014

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:09

Spiegel_Putin_Der_Spielverderber

Die Zeit der Spielchen ist vorbei!

 

 

Die meisten Menschen in der westlichen Welt haben vermutlich von der Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der Waldai-Konferenz in Sotschi vor wenigen Tagen nichts mitbekommen, und leider dürfte es sich auch als zutreffend erweisen, dass diejenigen, die von der Rede gehört haben, keine Gelegenheit hatten, sie zu lesen, sodass ihnen ihre Bedeutung entgangen ist.

 

 

 

Der russische Blogger Chipstone fasst die wesentlichen Punkte der Rede Putins folgendermaßen zusammen:

 

1. Russland wird sich nicht länger an irgendwelchen Spielchen und an Hinterzimmer-Verhandlungen beteiligen. Aber Russland ist zu ernsthaften Gesprächen und Vereinbarungen bereit und auf sie vorbereitet, sollten diese der kollektiven Sicherheit förderlich sein, sich auf Gerechtigkeit gründen und die Interessen aller Seiten berücksichtigen.

2.  Alle Systeme globaler kollektiver Sicherheit sind »ernsthaft geschwächt, gebrochen und deformiert« worden. Gegenwärtig existieren keine internationalen Sicherheitsgarantien mehr. Und für ihre Zerstörung gibt es einen Verantwortlichen: Die Vereinigten Staaten von Amerika.

 

3.  Die Architekten der Neuen Weltordnung sind mit ihren Plänen gescheitert, sie haben auf Sand gebaut. Es liegt nicht alleine bei Russland, ob eine neue, wie auch immer geartete Weltordnung errichtet werden soll, aber an Russland führt bei dieser Entscheidung kein Weg vorbei.

4.  Russland setzt bei der Einführung von Neuerungen in die gesellschaftliche Ordnung auf eine konservative Herangehensweise, aber es lehnt eine Erforschung und Diskussion über derartige Innovationen keineswegs kategorisch ab, um so feststellen zu können, ob deren Einführung gerechtfertigt wäre.

 

5. Russland hat nicht die Absicht, in den trüben Gewässern internationaler Politik zu fischen, die durch das sich immer stärker ausbreitende amerikanische »Weltreich des Chaos« entstanden sind, und hat auch kein Interesse am Aufbau eines eigenen »Weltreiches« (das wäre auch unnötig; die große Herausforderung für Russland liegt in der Entwicklung seines flächenmäßig riesigen Territoriums). Darüber hinaus ist Russland nicht willens, als »Retter der Welt« aufzutreten, wie es früher der Fall gewesen ist.

 

6. Russland wird keinen Versuch unternehmen, die Welt nach seinen Vorstellungen zu formen; zugleich aber wird es auch niemandem erlauben, Russland nach seinen Vorstellungen zu verändern. Russland wird sich nicht von der Welt abschotten, aber jeder, der versucht, Russland von der Welt zu isolieren, wird »Sturm ernten«.

7. Russland hat kein Interesse an der Ausbreitung chaotischer und instabiler Zustände, will keinen Krieg und hat nicht die Absicht, einen zu beginnen. Allerdings ist aus russischer Sicht der Ausbruch eines weltweiten Krieges gegenwärtig fast unvermeidlich. Russland ist auf eine solche Situation vorbereitet und wird in seinen Vorbereitungen auch nicht nachlassen. Russland will zwar keinen Krieg, fürchtet ihn aber auch nicht.

 

8.  Russland beabsichtigt nicht, aktiv gegen diejenigen vorzugehen, die immer noch versuchen, ihre neue Weltordnung durchzusetzen, es sei denn, ihr Vorgehen verletzt strategische Interessen Russlands. Russland zöge es vor, zuzusehen, wie sie so viele verdiente Strafen und Rückschläge wie möglich einstecken. Aber diejenigen, die versuchen, Russland in diesen Prozess hineinzuziehen, indem man die russischen Interessen unberücksichtigt lässt, werden auf schmerzhafte Weise scheitern.

9.  Hinsichtlich seiner Außen- und mehr eigentlich noch seiner Innenpolitik werden sich Russlands Macht und Einfluss nicht auf die Eliten und deren Hinterzimmer-Absprachen, sondern auf den Willen der Bevölkerung gründen.

 

 

 

Diese neun Punkte möchte ich noch durch einen zehnten Punkt ergänzen:

 

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, eine neue Weltordnung zu errichten, die einen Weltkrieg verhindern kann. Diese neue Weltordnung muss notwendigerweise die USA einschließen, aber dies kann nur ohne Gewährung einer Vorrangstellung unter den Bedingungen allgemeiner Gleichheit geschehen: Sie muss dem Völkerrecht und internationalen Vereinbarungen unterstehen, auf jegliches einseitiges Vorgehen verzichten und die Souveränität anderer Staaten ohne Einschränkung akzeptieren. Zusammengefasst lässt sich sagen: 

Die Zeit der Spielchen ist vorbei.

Jetzt liegt es an den Vernünftigen, Entscheidungen zu treffen;

Russland ist dazu bereit, aber ist es die restliche Welt auch?

Den vollständigen Text der Rede Putins in deutscher Sprache finden Sie hier; den Text in englischer Sprache sowie die Frage- und Antwortphase finden Sie hier.

 

3 Responses to “Putins Botschaft an die westliche Elite”

  1. G. Engleder Says:

    Ich habe die ganze Rede gelesen.

    Die Rede von Herrn Putin habe ich aufmerksam gelesen. Nun ist es aber so, dass ich indirekt Russland mein leben verdanke. Sie retteten meine Mutter aus einem KZ.
    Trotz aller freundlicher Gedanken, habe ich nicht verlernt, besonders bei Herrn Putin zwischen den Zeilen zu lesen.
    Es ist in einem anderen Beitrag schon geschrieben worden, dass Putin sehr wohl weiß, warum die Welt außer Fugen gerät.
    Schaut man sich die ganze Rede einmal aus dem Gesichtspunkt der Psychologie an, kommt man zwar nicht umhin, dass er, was die USA, Nato, Europa und UNO betreffen recht hat.
    Doch so einfach ist das nicht.
    Gerade die USA und Russland, früher die Sowjetunion, entwickelten eine geradezu Paranoia, der eine könnte den anderen angreifen.
    Doch weder Russland hatte vor die Welt anzugreifen, noch die USA. Dennoch haben beide bei illegalen Kriegen bewiesen, dass sie dazu fähig sind. Dass wiederum bestärkte die jeweilige andere Seite.
    Nun aber kam die Wende. Glasnost und Perestroika veränderten das Weltbild. Feinde wurden zu Freunde und Handelspartner. Durch die Abspaltungen der ehemaligen Sowjetstaaten, die ja eine Zwangsmitgliedschaft hatten, verlor Russland immer mehr an Bedeutung und Einfluss.
    Kapital war auch keines vorhanden.
    Und hier hat der Westen einen Kardinalfehler begangen.
    Aus allen Herrenländer vielen die Konzerne wie Kolonialherren in das Land ein und nutzten die schwache Gesetzliche Lage schamlos aus. Einige wenige, darunter sehr viele Russen, beteiligten sich an der Ausbeutung und der Bevölkerung.
    Putin blieb das nicht verborgen.
    Bis heute hat das Land darunter zu leiden, was der Blitzkapitalismus angerichtet hat. Während ein Teil Russlands Jugend mit Klebstoffflaschen, oder Lösungsmitteln in der Kanalisation leben, kauften sich einige wenige Russen Badezimmerarmaturen aus Purem Gold.
    Als Putin die Regierung übernahm, hatte er ein sehr schweres Erbe angetreten. Dass dies nicht immer mit demokratischen Mitteln geht, versteht sich von selbst. Die USA haben auch die Giftspritze, oder den elektrischen Stuhl.
    Dass soll allerdings nicht davon ablenken, dass besonders in der Zeit, als Putin die Regierung übernahm, viele Staaten die sich dem Westen angliedern wollten damit rechnen mussten, dass Russland intervenieren würde. Erst im Juni warnte Putin Finnland, vor dem Beitritt der Nato. Wenn auch der dritte Weltkrieg als Polemik anzusehen war, ist es dennoch eine Drohung an die Nato.
    Hier sollte tatsächlich einmal ein Psychologe sich bereit erklären Herrn Putin zu helfen.
    Denn alles was er auf in der Rede im Waldai-Forum gesagt hat, sollte er sich dann auch zu herzen nehmen.
    Dem Westen kann ich nur raten, Russland wieder mehr in die Verantwortung zu nehmen. Der Ausschluss aus dem Weltsicherheitsrat war das falsche Signal.
    Bei allen Krisen, siehe IS Staat, schaut wieder die ganze Welt weg. Aber die Rufe nach den USA werden wieder lauter. Hier hat Putin nämlich Unrecht. Wann immer Europa und auch Deutschland eine Krise zu bewältigen hatten, riefen sie nach den USA. Die Amerikaner machen das schon. Auch jetzt, gegen die IS tritt keiner an. Ja, in Deutschland hat sich sogar ein regelrechter Islamfetischismus breit gemacht. Während Kinder Frauen und Priester abgeschlachtet werden, dreht Europa sich weg. Nach dem Motto, was ich nicht sehe, ist auch nicht da.
    Dann die stereotypische Antwort, der Islam heißt Frieden und der Islam gehört zu Deutschland. Da sage ich nur, „Welt ruhe in Frieden“. Keiner, Uno, Nato, keiner will dass stoppen. Nein die USA müssen wieder ran. Europa hätte gut daran getan. Gemeinsam mit Russland diese Bestien zu stoppen. Frieden und Demokratie ist kein Geschenk, sondern beides muss man sich erarbeiten.

    • thomas Says:

      Die USA machen das auch schon , aber alles zu dem Vorteil ,der herrschenden Oberschicht.
      Die USA heißen jedenfalls keines Falls Frieden und zu diesem Zeitpunkt wäre die Welt ohne
      die USA ,um einiges friedvoller ,denn der Irak ,Syrien, Lybien und auch die Ukraine wären ein
      Ort der Stabilität ,aber auch der politische Islam hätte nicht diesen Aufschwung erfahren.

      • Klabautermann Says:

        War schon immer mein Reden
        Der Mammon ist die Wurzel allen Übels!
        USA Unser SATAN


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