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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Menschen kämpfen, um Ebola-Toten zu begraben – Hier ist der Grund 4. November 2014

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 22:49

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Einundzwanzig Leichen sollen bestattet werden, wenn der Bagger ihre Gräber grabt und dabei im Schlamm stecken bleibt.

 

 

Bewaffnete liberianische Soldaten, die bei den hoch ansteckenden Leichen  – die von dem Leichenschauhaus mit Lkw inmitten des schlimmsten Ebola-Ausbruches in der Geschichte transportiert wurden  – Wache halten, wurden gezwungen, im Freien zu warten, bis ein zweiter Bagger gemietet und zur Baustelle transportiert werden konnte.  Die Grabstätte selbst war umstritten; der offizielle Transport  der Körper wurden letzte Woche von Demonstranten von einem lokalen Dorf durchgeführt, der ein großes Risiko für eine Infektion darstellte. Schließlich gaben die Dorfbewohner nach. Schließlich wurden die Leichen, mit der Kamera von Reuters in einer Szene festgehalten,  begraben.

 

 

 

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Die Folge war ein Sinnbild für logistische Probleme, mit der grimmigen Aufgabe,  die Toten zu begraben und dabei zu verhindern, dass das tödliche Ebola-Virus nicht weiter in Westafrika verbreitet wird.  Und das sind nur die Körper, für die Gesundheitsbeamten ein richtiges Begräbnis in Liberia vorbereiten konnten, wo in diesem Jahr schon mehr als 282 Menschen an der Krankheit gestorben sind und zahlreiche Berichte beschreiben, dass Ebola-Opfer tagelang auf den Straßen liegen und dadurch das Risiko einer Infektion durch andere erhöht wird.   Um die Sache noch schlimmer zu machen, wird dieses logistische Problem noch durch das Ebola-Antwort-Verfahren hinausgezögert und zwar für diejenigen, die behandelt werden. Liberias Hauptstadt Monrovia hat für die lebenden Patienten keinen Platz mehr, wie Jina Moore von  BuzzFeed berichtet:

In Monrovia, der Hauptstadt, gibt es in der Fachisolationseinheit nicht genügend Platz, alle symptomatischen Fällen in der Stadt zu halten. Das Gesundheitsministerium wollte die Einheit beim Elwa Krankenhaus  erweitern, am Stadtrand von Monrovia, aber die Gemeinde wehrte sich, körperlich, so dass es unmöglich ist, Gesundheitspersonal zu sichern„.

 

 

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Ebola tötet jene bis zu 90 Prozent, die damit infiziert sind. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation stieg die Zahl der Todesopfer am Montag seit dem aktuellen Ausbruch auf 932. Die zu behandelten Ebola-Opfer sind vor allem Infektionsrisiko: Während  ein liberianisch-amerikanischer Regierungsbeamte namens Patrick Sawyer es geschafft hat, mit der Krankheit nach Nigeria zu fliegen, die normalerweise nur durch direkten Kontakt mit der Körperflüssigkeit eines symptomatischen Opfers verbreitet wird, erkrankte das Gesundheitspersonal in Lagos nach der Behandlung. Sowohl Sawyer und eine seiner Schwestern sind an der Krankheit gestorben, und die nigerianische Regierung hat einen Gesundheitsnotstand erklärt. Aber es gibt eine zweite Gruppe von Menschen, die besonders für eine Infektion gefährdet sind: Nämlich jene, die behandeln und die, die Leichen begraben, die noch ansteckender als lebende Ebola-Patienten sind.

 

 

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Und eine Kombination aus mangelhafter Infrastruktur, logistischen Problemen, Konflikten mit westlichen Mitarbeitern des Gesundheitswesens und Begräbnistraditionen tragen zu weit verbreiteten Schwierigkeiten bei der Eindämmung der Ausbreitung der Krankheit unter den Trauernden und denjenigen, die sich um die Toten kümmern, bei. Die Weltgesundheitsorganisation stellt spezifische Richtlinien für den sicheren Transport bereit und beerdigt Ebola-Opfer. Sie enthalten Anweisungen, damit man die kulturellen Praktiken der Opfer-Familien und religiösen Überzeugungen weiss bzw kennt und deren  Familie versteht,  warum manche Praktiken nicht getan werden können, weil sie sonst ihre Familie oder andere in Gefahr bringen. Unter den traditionellen Praktiken,  sagt die WHO, kann das Ebola-Opfer nicht berücksichtigt werden: familiengeführte Körpervorbereitung und religiöse Rituale, die direkten Kontakt mit der Leiche erforderlich machen. Muslimische Tradition, zum Beispiel, erfordert, dass die Familienmitglieder des gleichen Geschlechts ihren Körper vor der Beerdigung waschen.

 

 

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Es gibt darüber religiös motivierte Regeln, wer einen toten Körper anfassen darf und wie. Aber diese Regeln sind oft in direktem Konflikt mit der Prozedur, die die Gesundheitsamtsperson befolgen muss, das Risiko zu minimieren, dass sich die Krankheit ausbreitet, denn nach dem Tod besteht eine besonders gefährliche Zeit für Ebola-Infektion. Wenn die Person gerade gestorben ist, ist das genau die Zeit, wo der Körper sehr ansteckend ist“, teilte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic „The Post“ am Donnerstag mit. „Es ist so, als ob das Virus den ganzen Körper überholt„. Das Problem wird verschärft, weil Ebola den  Körpers seines Opfers dazu zwingen kann, infektiöse Flüssigkeiten einschließlich Blut, Erbrochenes und Durchfall auszulösen, insbesondere im den späteren Stadien der Krankheit. Das beinhaltet das visuell erschütternde Symptom der Ebola, das bei einigen Spätstadium-Patienten vorhanden ist: Blutungen aus Körperöffnungen und Hautausschläge bedeckt  die Haut.

 

 

Residents look on as the body of a man suspected of dying from Ebola lies in a busy street, after it was reportedly dragged there to draw attention to burial teams following days of failed attempts by his family to have his body picked up, in Monrovia, Li

 

 

Einige Ebola-Opfer werden von einem Behandlungszentrum direkt zur Bestattung geschickt, das unsachgemäße Handhabung und Gefährdung gegenüber Familienmitgliedern minimiert. In diesen Fällen, wie das Rote Kreuz erklärte, entscheiden sich häufig Familienmitglieder, die Leichen ihrer Lieben außerhalb ihrer Gemeinden zu begraben, in einem eigenen Raum für Ebola-Opfer, aus Angst, andere zu infizieren. Aber wenn ein Opfer in einer Gemeinde stirbt, und die Arbeiter den Körper abholen müssen, ist die Situation komplizierter. In diesen Fällen folgt das Rote Kreuz einem Verfahren ähnlich dem, der von der WHO empfohlen wird: Zunächst wird der Körper wiederholt desinfiziert. Dann wird er in mindestens zwei Leichensäcken gelegt. Wenn die Beerdigung stattfindet, alles, was der Körper berührt – Kissen, Bettwäsche, die Schutzkleidung  der Arbeiter, die vorher die Vorbereitungen erledigten – – wird entweder verbrannt oder mit dem Opfer begraben.

 

 

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Trotz der vorherrschenden narrativen kulturellen Unterschiede wird  eine gefährliche Situation auf dem Boden präsentiert, sagte Jasarevic, der WHO-Sprecher, seine Organisation glaubt, dass das größere Problem ist, dass es einfach nicht genug ausgebildete Menschen in Liberia, Sierra Leone und Guinea gibt, die in der Lage wären, sich mit den täglichen Todesfällen in einer geeigneten Weise zu befassen. Das Problem ist nicht so sehr, den Menschen zu erklären„, warum manche traditionellen Bestattungspraktiken im Falle eines Ebola-Tod gefährlich sind, sagte er. Anstatt dessen benötigen infizierte Gebiete Teams von ausgebildeten Menschen „auf Abruf, mit Autos,“, die auf Berichte über Ebola-Infektion oder Tod  „kurzfristig“ reagieren können. Gesundheitspersonal arbeitet an der Verbesserung der Reaktionszeiten,  aber die Begräbnis-Probleme in Liberia haben gezeigt, dass es für  ausgebildete Arbeitnehmer zu lange dauert, sich mit Körpern der Leichen zu befassen, das wiederum zu einem erhöhten Infektionsrisiko und Spannung zum Personal führt, wenn sie nicht ankommen.

 

 

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Und in vielen Gemeinden sind die Menschen daran schuld, dass sich die Krankheit ausbreitet. Leute, die an der Front des Ausbruchs mit Ärzten ohne Grenzen arbeiten, haben beschrieben, dass sie körperlich angegriffen wurden, während sie den Gemeinden Ebola-Fälle meldeten.  Die New York Times berichtete Ende letzten Monats, dass Ärzte ohne Grenzen mehr als ein Dutzend Dörfer in Guinea als angesteckt klassifiziert hat, aber aufgrund des feindseligen Empfangs der Gruppe unzugänglich sind. Jasarevic von WHO sagte, dass internationale Gesundheitsbehörden versuchen, herauszufinden, wie man eine lokale Meldung vermuteter Ebola-Fälle und Todesfälle in der Gemeinde verbessern könnte. „Schon das Problem der Berichterstattung selbst war ein Problem, aber ich denke, dass die Gemeinden es jetzt verstehen“, erklärte er. Mit anderen Worten: mehr Gemeinden melden ihre Toten, auch wenn das System selbst nicht perfekt ist.

 

 

 

Despite warnings from health officials villagers in West Africa continue to purchase and eat bats, rodents and bush meat.

 

 

Aber die Erfolgsraten variieren von Land zu Land. In Sierra Leone, sagte Jasarevic, identifiziert und bildet die WHO Dorfbewohner aus,  Leichen und Verdachtsfälle den Beamten zu melden – und es funktioniert relativ gut. Es ist wirklich wie eine Organisation der Überwachung„, sagte er. Geschulten Reportern werden oft Mobiltelefone und „vielleicht etwas Geld“ gegeben, als Anreiz, Todesfälle und Verdachtsfälle an die Behörden zu melden, fügte Jasarevic hinzu. Das Rote Kreuz hat Sierra Leone als relativen Erfolg herausgegriffen. Beamte haben „Leichen-Management-Teams ins Leben gerufen, die oft durch zahlende Mitglieder der Gemeinde besetzt werden, um die Toten zu begraben, und das System scheint sich zu verbessern.  Aber der Teamleiter des Roten Kreuzes Daniel James sagte: „Es gibt noch viele andere Gemeinden, die nicht glauben, dass Ebola real ist, und die mit der lokalen Gewohnheit fortsetzen, Körper für die Beerdigung selbst vorzubereiten“.

 

 

Original: Washington Post – Übersetzung von „Kopten ohne Grenzen

 

 

One Response to “Menschen kämpfen, um Ebola-Toten zu begraben – Hier ist der Grund”

  1. Andreas Says:

    der blanke Horror!!


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