kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Koptischer Bischof Gast beim Kirchenkreis Rhauderfehn 22. Oktober 2014

Filed under: Koptische Kirche im Ausland — Knecht Christi @ 23:22

Gast der Kirchenkreiskonferenz war Bischof Anba Damian (Dritter von rechts, vorne) von der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland. Foto: privat

Gast der Kirchenkreiskonferenz war Bischof Anba Damian (Dritter von rechts, vorne) von der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland.

 

 

Völlenerkönigsfehn: Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Rhauderfehn hatte bei seinem Treffen in Völlenerkönigsfehn den Bischof der koptisch-orthodoxen Christen in Deutschland, Anba Damian, zu Gast. Das Thema der Konferenz war die „Christenverfolgung in der Welt“. Was das Oberhaupt der rund 6000 hierzulande lebenden Kopten über den Alltag der Christen in Ägypten berichtete, ließ die Zuhörer zeitweise den Atem stocken. Einst seien mehr als 50% der Bevölkerung Ägyptens Christen gewesen, heute seien sie nur noch eine Minderheit. Der Bischof sprach von Gräueltaten, die den Kopten aufgrund ihres Glaubens angetan worden seien. „Die Täter werden nicht verurteilt, solange das Opfer ein Christ ist. 2010 wurde ein koptisches Dorf überfallen, vier Jugendliche wurden dabei ermordet. Die ausführliche Gerichtsakte dazu umfasst über 1000 Seiten. Und dennoch wurde niemand zur Rechenschaft gezogen“, so Bischof Damian. Außerdem berichtete er über einen Bombenanschlag, bei dem vor zwei Jahren 31 Kopten getötet und weitere 170 verletzt worden waren.

 

 
Die koptisch-orthodoxen Christen werden nach seinen Angaben zudem von Regierungsseite drangsaliert. Auch durch die aktuelle Regierung habe sich daran nichts geändert. So berichtete Damian, dass christliche Gemeinden bis zu 15 Jahre auf die Bewilligung für den Bauantrag einer Kirche warten müssten. Zudem sei es für Kopten besonders schwierig, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Aber der Bischof berichtete auch von hoffnungsvollen Momenten, beispielsweise als Christen und Muslime während des Arabischen Frühlings gemeinsam auf dem Tahir-Platz in Kairo demonstrierten. Die koptisch-orthodoxen Christen in Ägypten gehören laut Damian zu den meistverfolgten Religionsgemeinschaften der Welt. „Es beschränkt sich nicht auf Ägypten, wenn man sich beispielsweise die Christenverfolgung in Nigeria oder wie augenblicklich in Syrien vor Augen führt“, erklärte der Superintendent des Kirchenkreises Rhauderfehn, Gerd Bohlen, und wies auf die künftigen Herausforderungen hin: „Die erste Herausforderung ist, die verfolgten Christen zu unterstützen, und die zweite ist die Flüchtlingswelle, die auf uns zukommt. Beides bewegt uns zutiefst“. 
 

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